So könnte ich es gesehen haben.
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Ein Chow-Chow sitzt vor einem Laden, etwas abseis des Eingangs zwischen zwei Schaufenstern. Ein echter Chow-Chow; und er ist nirgends angebunden. Er sitzt da und rührt sich nicht. Manchmal wird eine Hand nach ihm ausgestreckt als Angebot zum Schnüffeln oder gar Kraulen – dann steht der Hund auf, geht zwei Schritte rückwärts (bis an die Hauswand) oder zwei Schritte zur Seite. Das ist ein deutliches Zeichen, daß er nicht angefaßt werden möchte; und die Menschen – selbst die Kinder – respektieren das. Wenn die „Gefahr” vorüber ist, kehrt der Chow-Chow genau zu der Stelle zurück, an der er vorher saß.
Ein bemerkenswerter Hund. Er ist schon eine imposante Figur, wie er da sitzt, ähnelt er doch den Löwen, die im Fernen Osten Tempel und ähnliche Stätten bewachen. Es stimmt, er ist nicht angebunden. Und ob er ein Halsband trägt, ist in seinem dichten, dicken, flauschigen Fell nicht deutlich zu erkennen. Er sitzt da und strahlt eine Ruhe und Majestät aus, die mich beeindrucken.
Aus dem Laden kommt eine weißhaarige, kleine Frau mit einem Rollator. Als sie an ihm vorbeigeht, gesellt sich der Chow-Chow zu ihr. „Bei Fuß” geht das sehr eingespielte, seltsame Paar gemächlich um die nächste Hausecke.
Erinnerung des Tages:
Ich vermisse den Schwan, den ich vor vielen Jahren streicheln durfte.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Am 5. April 2025 war ich zufrieden mit meinem Vorhaben der Faulheit, mit der Unzufriedenheit mit dem Faulsein, mit dem Unterwegssein im Draußen.
© 2025 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

