2025 – 085: Grobes

Auch im übertragenen Sinne so zu betrachten.

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Ein Mensch nutzt ein Sieb, um Großes von Kleinem, um Grobes von Feinem zu trennen. Wenn Du das nur auf einem Bild siehst, woher nimmst Du deine Gewißheit, daß dieser Mensch nicht das Grobe haben will?

 

 

Als ich das notierte, fiel mir auf: Das trifft auf alles Mögliche zu – und obendrein auch im übertragenen Sinne. Und ja, in mehreren Gesprächen bemerkte ich, daß viele nicht an diese Möglichkeit denken und wie selbstverständlich davon ausgehen, daß nicht das Grobe im Sieb, sondern das gesiebte Feine das gewünschte Ergebnis des Siebens ist. Was würdet ihr bei einem solchen Bild zuerst vermuten?

 

Erinnerung des Tages:
Das waren mehrere, die ich beim Löschen meiner Tweets hatte. Uff, so schöne Sätze.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 26. März 2025 war ich zufrieden mit wiedergefundenen alten Sätzen von mir (ich lösche Tweets), mit Ideen für Fortsetztungen sehr alter Texte, mit Maultaschen „in dr Brieh”.


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2025 – 084: Poetinnen

Ich fühle mich manchmal wie ein Poet.

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Es wäre in meinen Augen mehr als vermessen, mich tatsächlich zu den Poetinnen, den Gedichtschreibern zu zählen. Klar, auch ich habe – früher in viel jüngeren Jahren sogar öfter als heute – Gedichte geschrieben (oder was ich dafür hielt und halte). Dennoch: Diese Schuhe sind zu groß für mich.

Das hält mich aber nicht davon ab, mich in das Sein dieser Dichter:innen einzufühlen, einigen oder vielen ihrer Aussagen zuzustimmen. Wie zum Beispiel dem, was Eva Strittmatter am 7. Juli 1969 in einem ihrer Briefe schrieb:

 

 

Ich glaube, daß es eine Lebenshaltung gibt, die zum Gedicht drängt, sich nur in ihm verwirklichen kann. Ich denke, daß man seinen Zustand, sein Leben, so rein und deutlich, so wahr wie möglich aussprechen muß, dann braucht man sich keine Sorge darum zu machen, daß man verstanden und ob man gebraucht wird. Beides ergibt sich aus dieser Haltung von selbst.

Eva Strittmatter: Briefe aus Schulzenhof. S. 256
2. Auflage 1979, © 1977 Aufbau-Verlag Verlag Berlin und Weimar
Lizenz-Nr. 301. 120/51/79 · Bestellnr. 611 938 1

 

 

Zuzustimmen, schrieb ich oben. Nicht: eins zu eins für mich zu übernehmen. Denn Zustand ja, Leben (mein ganzes Leben) nein. Ich denke, daß viele ab und zu diese besondere Stimmung kennen, diese Sehnsucht nach Schönheit, in denen sie dann Gedichte schreiben (könnten) oder wenigstens lesen (wollen oder müssen). Aller­dings gestehe ich, daß die meisten meiner poetischen Versuche nicht zum Herzeigen taugen; nur wenige, die ich ohne jede Nacharbeit spontan nieder­schrei­ben kann, erscheinen mir „gelungen genug” – die anderen, an denen ich ewig lange herum­ver­bessern muß, die bleiben meist in meinen Kladden und sollen wohl nie gelesen werden. Zufalls-Eingebungsdichter, Stegreifreimer vielleicht, aber noch lange und noch immer nicht: Poet. Manchmal fühle ich mich zwar wie einer, doch tatsächlich einer zu sein …

 

Es reicht mir nicht
Ein Reim am Ende
Für ein Gedicht,
Von dem ich fände,
Es sei nicht schlecht.
Entschuldigt, doch:
Ich bin kein Brecht.

 

Erinnerung des Tages:
Am Wegrand sah ich unter einer Fichte heute Rindenstücke liegen, aus denen ich Schiffchen schnitzte als Kind und die beim Verbrennen im Ofen einen wunderbaren Duft verströmten …

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 25. März 2025 war ich zufrieden mit der Produktivität am Vormittag, mit der für morgen getroffenen Verabredung, mit Rollmops am Abend.


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2025 – 083: Ideenfindung

Eine sehr subjektive Quellen-Zusammenstellung.

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Manchmal frage ich mich selbst, woher ich all die Ideen nehme, die dann zu Blogbei­trägen werden. Dabei ist das kein Geheimnis, denn Anregungen kann ich wirklich überall finden:

— Ich lese viel. Da fallen mir in den Büchern manchmal einzelne Wörter auf, die etwas in mir berühren. Es gibt Sätze und Szenen, die ich weiter- oder umspinnen kann, ja sogar muß. Oder ich nehme einfach etwas als Zitat her, das mich zum weiterdenken anregt(e). Die zitierten Gedichte gehören auch zu diesem Komplex.

— Manchmal sind Beiträge im #Fediverse – (unzulässig) vereinfachend viel zu oft als Mastodon bezeichnet – zu sehen, die mich geradezu anspringen. Früher fragte ich in einem anderen Dienst schonmal nach Wortspenden, aus denen ich Beiträge für meinen Blog zimmerte, heute laufen mir immer wieder gute Ideen vor die Füße, denen ich nicht widerstehen kann. Am Donnerstag der letzten Woche zum Beispiel war da ein kurzer Satz, in dem gleich mehrere Geschichten stecken können.

— Ich sehe und höre beim Unterwegssein immer wieder so einiges, das sich mir aufdrängt. Meist dauert es ein oder zwei Tage, ehe ich mich daran erinnere. Einiges notiere ich mir schon in der Absicht, etwas daraus zu machen. Anderes ist und bleibt in meinem Kopf präsent, und doch kann ich mich nicht gleich entscheiden, über meine Beobachtung zu schreiben. Da habe ich häufig moralische Bedenken zu überwinden, oder ich muß das Erlebte so verfremden, daß sich niemand zu offensichtlich wiedererkennen kann.

— Selbst in meiner Wohnung – und sogar in mir drin – finden sich immer wieder Zettel, Erinnerungen, Gegenstände und Phantasien, die Texte werden (können). Ich habe keine Statistik darüber geführt, aber das wird die knappe Mehrheit aller Beiträge hier sein. Wobei: Wahrscheinlich sind auch da irgendwann Gelesenes und Gesehenes an der Entstehung solcher Beiträge beteiligt.

Vielleicht notiere ich mir in Zukunft, woher eine Idee kam? Vielleicht, aber wahr­schein­lich mache ich einfach weiter wie bisher und freue mich zumeist darüber, etwas geschrieben zu haben, das ich herzeigen möchte – völlig unabhängig davon, woher die zugrundeliegende Idee kam …

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Zwei Sätze Bettwäsche und zwei Laken waren jetzt echt verschlissen; zumindest die Laken bleiben aber als Putzlappen noch eine Weile in Gebrauch.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 24. März 2025 war ich zufrieden mit den Texten am Vormittag, der Zeit in der Wanne (Hach! Hier bitte großen, wohligen Seufzer vorstellen.), mit der ruhigen Nachmittagsgestaltung.


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2025 – 082: Enkel

Braucht es mehr Worte, das zu beschreiben?

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Hätte ich gewußt oder auch nur geahnt, welche Welt meine Enkel bewohnen müssen: Ich hätte keine Kinder gezeugt.

 

 

Erinnerung des Tages:
Es ist lang her, daß ich mit einem kleinen Geschenk jemandem so ein heftiges Grinsen ins Gesicht zauberte wie heute.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 23. März 2025 war ich zufrieden mit ertauschten Handstulpen, mit einem übergroßen Lächeln, mit dem zügigen Abbau.


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2025 – 081: Lückentext

Allerdings lasse ich keine Lücke dort, wo etwas fehlt.

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Wieder scheint ein Bchstabe z fehlen – nein, es fehlt wirklich einer. Das hatte ich in letzter Zeit häfiger in den Tramtexten. Nd ich frage mich, woraf mich das nr hinweisen soll. Seit Monaten sche ich nach einer Antwort af diese Frage, nach einem Hinweis af die Bedetng dieser Fehlstellen. Es mß doch ach f¨r Dinge nd Geschehnisse im Tram einen Grnd, eine Rsache geben, oder? Kommt das as dem Nbewßten, as dem Nterbewßten? Sind es Ängste des (wachen) All­tags, die sich da verbergen oder zeigen?

Ein Bchstabe fehlt. Nicht immer derselbe, nein, mal dieser, mal jener. Ein fehlendes x oder y fallen zmeist nicht af; in den meisten Texten kommen die ja sowieso nicht vor. Andere aber fallen in ihrem Fehlen drchas af, wie hete zm Beispiel das fehlende .

Aber das geschieht ja nr bei Texten as Trämen …

 

 

Eine kleine Spielerei, die ich eines Nachmittags notierte. Vielleicht fallen mir noch mehr solcher Späße ein. Irgendwann.

 

Erinnerung des Tages:
Mir gegenüber steht ein Schmied. Im Kindheitsdorf war der Schmied ein Nachbar, bei dem wir Küchenabfälle gegen frische Eier eintauschten.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 22. März 2025 war ich zufrieden mit dem früh fertigen Zelt, miz einer leckeren Linsensuppe, mit vielen Scherzen.


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2025 – 080: Ausflüchte

Auch ich suche hin und wieder welche.

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Seit dem 8. Jahrhundert sind ūzfluht (Substantiv) und ūzvliehen (Verb) nachgewie­sen, in der Bedeutung „Flucht” oder „entfliehen”. Seit dem 15. Jahrhundert allerdings ist (nur noch) das Substantiv in seiner heutigen Bedeutung in Gebrauch:

Notlügen, Ausreden, Flunkereien und Schwindeleien, Scheinargumente und Schutz­be­hauptungen – zumeist, um sich unangenehmer Verpflichtungen oder Erklärungen zu entziehen. Ja, natürlich nutze ich hin und wieder Ausflüchte, um genau das zu erreichen – oder sollte ich „zu vermeiden” schreiben? Bei meinen (wenigen) guten Freunden sind sie nie notwendig, waren sie auch nie notwendig, kam und komme ich nie in Versuchung, mich in Ausflüchte zu retten. Das ist übrigens sehr bemerkens­wert: Menschen retten sich in Ausflüchte. Ich habe das Wort auch noch nie in der Einzahl benutzt oder gehört bis auf eine Ausnahme, als nämlich einmal ein Imker über Dinge sprach, die Bienen betreffen.

Jetzt kann ich aber nicht weiter darüber plaudern. Ich habe noch einen Termin in der Stadt. (Möglicher Klartext: Hab grad keinen Bock mehr, lieber schlendere ich noch ein wenig um den Markt, mit Kamera und Kladde. Viele Grüße aus Zschopau.)

 

Erinnerung des Tages:
Ein paar Jahre fuhr ich ES 150/1 (mit den großen Knieschutzblechen). Hach!

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 21. März 2025 war ich zufrieden mit der reibungslosen Fahrt, mit dem erledigten Aufbau, mit den Wiedersehen mit Freunden.


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2025 – 079: Altmodisch

Zwei aus dem allgemeinen Sprachgebrauch verschwundene Worte.

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Ich stolpere hin und wieder über sie: Inbrunst und Hingabe. Zwei fast vergessene Wörter. Und ihre Bedeutungen sind auch kaum noch bekannt – oder? Altmodisch klingen sie, wie aus sehr ferner Vergangenheit herüberhallend. Waren sie tugend­haft, als die Menschen noch pflegten, was sie benennen? Gibt es beide heute noch? Sind Menschen noch immer in der Lage, so zu handeln?

Inbrünstig und voller Inbrunst, voller Hingabe und hingebungsvoll. Nicht nur in der (romatischen) Liebe üblich (gewesen).

Manche pflegen hingebungsvoll ein Hobby oder Menschen … (Und ich bin wirklich fasziniert von den verschwindenden Begriffen.)

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Von den (noch immer) vielen leeren Kartons und Schachteln gab ich heute einige in den Alpapiercontainer.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 20. März 2025 war ich zufrieden mit dem erneuten „Verschlafen” bis nach Neun, mit der Physiotherapie, mit der Zeit im Bad.


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2025 – 078: Erbstück 031

Tagebuch A: Montag, 31. Januar.

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Ein neuer Morgen, ein neuer Tag. Wie immer nach dem Aufstehen die Morgenroutine: Kaffee, Keks, Pillen. Wie ist das bei anderen Menschen? Brauchen die auch so lange wie ich, um in den Modus „funktionieren” zu kommen? Als wir noch zu zweit frühstückten, dauerte das nicht so lang. Mir fehlt das schon, auch wenn ich mich immer überwinden mußte, so früh zu reden. Aber es funktionierte. Was ist jetzt anders, seit ich alleine bin, was macht mich so träge? Darüber dachte ich später am Tag nach.

Heute habe ich einen Tag Schreibpause eingelegt. Bzw. hatte ich mir vorgenommen, nicht zu schreiben. Dafür wollte ich draußen ein paar Fotos machen. Irgendwo in der Stadt. Ich war dann auch drei Stunden unterwegs, auf diesem einen ganz besonderen Friedhof hier in der Stadt. Gesehen hab ich dort viel, das meiste kenne ich ja. Aber nichts von all dem schien es mir Wert zu sein, fotografiert zu werden. Nicht die Details an Grabstellen und -steinen, nicht die Blüten, die ich dort am letzten Januartag dort sah. Blüten im Januar gab es früher nur drinnen. Hab ich als Kind jemals Gänseblümchen und blühenden Huflattich gesehen vor den Winterferien? Und weil ich die ganze Zeit nicht in der Lage war, auch nur ein einziges Bild zu machen, ging ich wieder nach Hause.

Dort machte ich mir dann Grünen Tee. In einem schwarzen Chinesischen Teeservice mit ganz winzigen Teeschälchen. Trank Tee, starrte in die Flamme einer Kerze, zündete eine zweite an. Leere im Kopf. Richtige Leere. Tabula rasa – und horror vacuii. Ja, da war Leere im Kopf – und ich habe Angst vor dieser dröhnenden Leere. Die erdrückt mich und saugt mich aus, raubt mir alle Kraft. Ich trank einen Fingerhut Tee nach dem andern. Fand aber trotzdem keinen Gedanken. Aber: Da war ja die Frage vom Morgen. Was anders ist, seit ich allein bin. Was meine Morgenroutine so verändert hat!?

Nichts anderes fiel mir dazu ein, als daß ich jetzt eben alleine bin, daß mir jetzt ein Gegenüber fehlt. Nicht nur das Gegenüber, sondern der Mensch an meiner Seite. Auch wenn sie zum Ende des vorigen Jahres seltener wurden, weil wir beide sehr oft unterwegs waren: Die Berührungen, der Hautkontakt fehlen mir sehr. Ebenso die Worte, die Gespräche und die Geräusche, die ein anwesender Mensch eben so im Alltag macht. Und daß ein Mensch immer Geräusche macht, fiel mir erst auf, als sie weg war. Das ist, was ich als den deutlichsten Unterschied wahrnehme: die Stille. Aber ist es wirklich diese Stille, die mich morgens so verlangsamt, so träge macht? — Keine Ahnung. Wie überaus sonderbar wir Menschen doch aufeinander reagieren – und wie außerordentlich schwierig unser Leben wird, wenn wir allein oder einsam uns fühlen.

Es ist Zeit fürs Bett, dessen andere Hälfte noch eine ganze Zeit lang leerbleiben wird, wie ich annehme …

 

 

Mit diesem Text wird das geerbte Tagebuch fortgesetzt. Alle Teile der Erbkladden-Serie sind unter diesem Link in umgekehrter zeitlicher Reihenfolge (neueste zuerst) zu finden. Über eines der Notiz­bü­cher erzählte ich ja schon vor langer Zeit, im November 2012. Ich tippe die kleinen blauen lateinischen Buchstaben ab, immer mal wieder. Erst jetzt nämlich darf ich abschreiben aus den „von einem Freund geerbten” Kladden mit dieser winzigen Schrift.

 

Erinnerung des Tages:
Ich hatte mich ein einziges Mal im Angeln versucht (als Rutenhalter für einen Mitschüler) in der 11. Klasse: Nein, das ist nie etwas für mich gewesen.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 19. März 2025 war ich zufrieden mit meinem Verschlafen (zwei Stunden länger als normal), mit abgeschlossenen Vorbereitungen, mit mehreren wiedergefundenen Kurznotizen.


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2025 – 077: Ablenkung

Ich bin unsicher, ob sie notwendig und/oder sinnvoll ist.

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Natürlich ist es eine altbekannte, „altbewährte” Methode, die bei der Bewältigung des Lebens hilft: die Ablenkung. Aber … Sie hilft eben nicht dabei, Probleme zu lösen, nicht wahr?

 

 

Was wir Menschen dringend benötigen: etwas Sinnstiftendes, das wir dem allgegenwärtigen Wahnsinn entgegensetzen können.

 

 

Also nicht nur ablenken, sondern wehrhaft sein, stark, um entschieden auftreten zu können. Immer dann, wenn wieder etwas völlig Unsinniges eingeführt/durchgesetzt werden soll oder etwas Sinnvolles gestrichen/gekürzt. Schon im Kleinen, im Viertel, im Ort. Und um Veränderungen anzuregen, zu fordern und dann auch mit der Kraft der Massen versuchen durch-/umzusetzen. Ja, ich weiß, das klingt in vielen Ohren utopisch, weltfremd, unmöglich. Aber ich war einer von den Vielen, die damals die Veränderung in meinem jetzt nicht mehr existierenden Heimatland in Gang setzten (doch ich war nicht bei denen, die es untergehen sehen wollten). Haben wir nichts aus diesem Teil der Geschichte gelernt?

 

Erinnerung des Tages:
Die DDR zu verändern, schien unmöglich, gelang uns aber anfänglich – bis dann „der Goldene Westen” für viele zu verlockend wurde.

 

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Der Emil

 

P.S.: Am 18. März 2025 war ich zufrieden mit der Physiotherapie (trotz autsch), mit dem endlich ausgelesenen vierten Band von „Otherland” (der aber deutlich weniger fesselnd ist als die drei davor), mit der Pasta Carbonara zum Abend.


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2025 – 076: Vorräte

Ich habe tatsächlich viele, aber zu viele?

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Eine nichtangebrochene Packung Klopapier, eine ebensolche Packung Küchenrolle. Drei Pfund Kaffee, fünf Packungen Nudeln. Reis, Hirse, Bulgur, Couscous, Linsen. Instant-Nudeln, midestens fünf Päckchen. Vier Dosensuppen. Nudelsoßen, Pesto, ein volles Tiefkühlfach. Viele Sorten Tee. Marmeladen, ein Glas Honig. Etwas Wurst und vor allem Käse, eine volle Flasche Rapsöl, Fischkonserven. Naja, und Salz, passierte Tomaten, Sauerkraut, Dies, Das und Jenes.

Ich habe vor, die Menge jetzt zu reduzieren. Vor allem bei den Lebensmitteln: Da liegt wirklich zu viel im Regal. Weit mehr als gerade aufgezählt. Ich muß anfangen, diese Übervorräte aufzuessen. Oder werden sich die Verhältnisse so ändern, daß eher noch mehr Vorratshaltung angebracht sein wird?

Immer, wenn es wirklich günstige erscheinende Sonderangebote gibt, kann ich zur Zeit nicht widerstehen. Keine Ahnung, ob sich das irgenwannd bezahlt macht. Doch langsam wird der Platz für weiteres Horten knapp. Und ich sortiere mittlerweile auch alle zwei Wochen alles um, damit ich nicht immer die „frischesten” Sachen zuerst verbrauche. Trotz aller Vorbehalte: Ich werde den Konservendosen, Instant-Nudeln und ETW eine Reduktion auf ein vernünftiges Maß angedeihen lassen. Dann wird es wieder so wie früher: Ich kann – ohne einzukaufen – von den Vorräten bei halbwegs sparsamem Verbrauch etwa drei Wochen leben, wenn ich etwas strenger rationiere, sogar vier Wochen. Das sollte ausreichen für Notfälle.

Und weniger kaufen sollte ich auch …

 

Erinnerung des Tages:
Rosenstolz. Die frühen Jahre. AnNa R. ist gestorben.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 17. März 2025 war ich zufrieden mit dem Wachwerden im halbwegs warmen Zimmer, mit den erledigten Nacharbeiten, mit meiner angenehmen Stunde.


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