Bei der Arbeit mit über 50 Jahre alten Fotos bemerkt.
Tja. Ich weiß, wer auf dem Foto zu sehen ist. Und ich weiß, wo es gemacht wurde, mit damals üblichem NP15/NP20/NP22 (selten NP27) von ORWO. Aber wann war das nur? Oder: Ich weiß, wann und wo die Aufnahme gemacht wurde, aber mindestens eine Person, manchmal auch alle, kann ich nicht erkennen und benennen. In einer Tabelle erfasse ich, was ich zum gescannten Foto weiß (Ort, Datum oder wenigstens Jahr, abgebildete Personen und andere Informationen zum Motiv). Puh. Bei fast jedem Bild brauche ich eine Weile, um mein Gehirn, meine Erinnerungen zu durchforsten.
Ich habe etwa ein Zehntel der Fotos mitgenommen, die mir übergeben wurden. Aber ich möchte alle digitalisieren und dann wieder zurückgeben. Behalten werde ich sie erst, wenn ich der Älteste der Familie bin.
Dennoch ist es für mich schon erheiternd, wenn ich mich im zarten Alter von knapp eineinhalb Jahren in einem Teich in Alt Sammit plantschen sehe oder im Alter von Zwölf im Schrebergarten der Familie auf der Hollywood-Schaukel lümmeln. Das Foto vom Schulanfang (mit riesiger Zuckertüte) und das von der Jugendweihe (mit Plateausohlen) zeigen, wie sich meine Statur während meiner Schulzeit veränderte.
Und da? Ist auf dem Bild mein Bruder zu sehen? Einer der Cousins? Gar eine Cousine? Oder bin das doch ich?
Ach, die Löchrigkeit des Gedächtnisses ist schon eine Krux – und natürlich auch ein Glück, denn wer, frage ich euch, möchte sich an alle Einzelheiten der eigenen Vergangenheit erinnern?
Es lebe der Lochfraß!
Erinnerung des Tages:
In der Familie gab es zwei Onkel mit dem Namen Herbert, und einer meiner Cousins ist acht Jahre älter als sein jüngster Onkel.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Zufrieden machten mich am 17.07.2026 eine getroffenen Absprache, leckeres Eis, der Fortschritt beim Scannen.
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

