038.2026: Sonntags, früh am Morgen

Wenn ich zur Unzeit wach bin, es aber nicht bleiben möchte.

 

Es ist noch richtig dunkel draußen (und sehr nebelig), als ich halb Sechs im Bett sitze. Was … Nein, auf Kaffee habe ich wirklich noch keine Lust, ich möchte lieber noch zwei Stunden Schlafen oder Dahindämmern mit den wunderbaren luziden Träumen. Ich habe eine kleine Lichterkett angeschaltet und am Schreibplatz brennen zwei Kerzen. Der Kräutertee aus der Thermoskanne ist noch warm. Dann höre ich wieder meine Mutter: „Du verdirbst Dir die Augen, wenn Du bei solchem Funzellicht liest!” Heute ignoriere ich den Satz, denn ich lese ja nicht, ich schreibe. Im Licht von zwei einfachen Kerzen. Tagsüber, selbst im Sommer, schalte ich die Schreibtischlampe an, kann ohne deren Licht auskommen. Aber morgens halb Sechs, mitten im Winter und mitten in einer Wolke, also im Nebel …

Ich wurde wach, weil ich im Traum nach einem Fleck suchte, an dem ich ungesehen pinkeln kann – und es war abscheulich dringend im Traum. In der Realität, beim Erwachen, auch. Vielleicht ist das schon diese Krux der Alten Männer? Egal, darum soll es hier nicht gehen. Eher um das platte Land, schattenlos, in dem ich träumend unterwegs war. Es mußte sich dort doch eine Möglichkeit finden lassen, mich allen befürchteten Blicken zu entziehen? Aber die Gegend war baum- und strauchlos, weit und breit kein Gebäude und kein Mensch zu sehen. Nur dieser Zaun, an dem ich gefühlt eine Ewigkeit entlangging, immer auf der Suche nach einer Deckung, hinter der ich mir Erleichterung verschaffen könnte. Alle sieben Schritte ein hölzerner Pfahl in der Erde, zwischen den Pfählen ungeschälte dünne Baumstämme oder Äste. Keine Chance, mich dahinter zu verstecken. Im Traum war ich sicher, daß ich, wenn ich nur etwas hinter dem Zaun finde, von niemandem mehr gesehen werden könnte. Jetzt, im Wachzustand, weiß ich, daß jede und jeder hinter dem Zaun mich dann sehen könnte. Aber es war ja niemand da, nicht ein einzigen Mensch, kein sichtbares Tier. Nichts und niemand. Ich weiß noch, daß ich anfing zu rennen – dann wurde ich zum Glück wach.

Nein, eine Traumdeutung brauche und will ich nicht. Und nachdem ich jetzt auf­schrieb, was für mich an diesem Traum, in diesem Traum seltsam war, werde ich die Kerzen löschen, die Lichterkette ausschalten und mich in meine Decke wühlen. Unter der darf es nirgends ziehen beim Einschlafen … Zehn vor halb Sieben. Zwei Stunden noch sind möglich. Ich stelle mir die geträumte Landschaft vor und eine ganz bestimmte, mich begleitende Person.

Um dreiviertel Neun bin ich wach, setze meine Filterkaffeemaschine in Gang und lächle, dem weitergeträumten Traum nachsinnend …

 

Erinnerung des Tages:
Bisher: Der Muttersatz, der noch immer in mir präsent ist.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil


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037.2026: Alt-Aphorismus

Aber in den sieben jahren nicht gut gealtert.

 

 

Und irgendwann, nach mehr oder weniger langer Zeit, ist da nur noch das unbändige Verlangen, die Sehnsucht zu vergessen, sie loszuwerden wie einen zu eng gewordenen Schuh.

 

 

Keine Sorge, denn das da war schon vor sieben Jahren nicht akut und aktuell – und das ist es heute auch noch nicht.

 

Erinnerung des Tages:
Es gab tatsächlich eine Zeit, da ich mich meiner Sehnsucht entledigen wollte – zum Glück funktionierte das nicht.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 05.02.2026 gefundene und gelesene alte Notizen, leckere dunkle Trauben, sehr warmes Wasser in der Badewanne.


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036.2026: Auf der Suche

Da deutet sich wohl eine Schaffenskrise an?

 

 

Die leeren Seiten der Kladde liegen vor mir. Hin und wieder nehme ich einen Stift, eine Feder in die Hand, will sie auf das Papier setzen – und tu es doch nicht. Ich bin auf der Suche. Nach drei schönen Worten oder Wörtern. Einfach schöne Wörter, eben nicht solche, die Schönes bezeichnen, sondern solche, die selbst – als Wort – wahr­lich schön sind. Nur drei davon, das ist meine feste Überzeugung, reichen mir, um eine Idee für ein schönes Geschichtchen zu finden, das ich am Stück herunterschreiben kann. So schwer kann das doch nicht sein; schöne Wörter muß ich doch kennen, die habe ich doch in ständigem Gebrauch, massenhaft, im Überfluß. Und doch …

Die Uhr läuft. Ohne sie wäre ich schon längst aufgesprungen, hätte mich schon längst etwas anderem zugewendet, etwas mühelosem, langweiligen. Die Uhr hält mich vor der Kladde fest. Mindestens die vom Zeitmesser vorgegebene Zeit (die ich mir selbst so vorgebe) bleibe ich beschäftigt mit der Suche. Schönheit. In mir tauchen sehr viele Beschäftigungen und Dinge auf, die schön sind. Allerdings sind meine Worte dafür nur gewöhnlich, banal. Und mal ehrlich: Kann Banales schön sein? Zum Beispiel das banale Wort Sternen­schweif … Poetisch ist es, aber doch banal. Zudem: Das, was es bezeichnet, ist ja etwas ganz anderes, als es dieses Wort uns zu suggerieren versucht. Nachtblau. Eine sanfte, mich einhüllende Farbe. Diese Farbe finde ich schön. Das Wort aber ist mehr so lala. Kurz nach diesen Gedanken tauche ich eine Feder ins Tintenfaß, doch sofort wasche ich sie wieder aus. Was ich schreiben wollte, verschwand in dieser Sekunde, war nie deutlicher als der Hauch eines Nebelstreifs über der Wiese am Bach. Flüchtig, ohne Bestand. Liebe. Herbstwald. Tautropfen. Kartoffelstampf. Brüste. Schnellzug. Kaminwärme. Pistazieneis. Umarmung. Alles schön, aber die Worte erfüllen meine mir grad selbst unbekanntenKriterien für Schönheit nicht, fühlen sich einfach nicht schön an. Und beim Wort zauber­haft: Da sehe ich ein Gefängnis vor mir, jetzt gerade. „Zauberhafte Brüste in der Kaminwärme von Pistazieneis bedeckt.” Eine schöne Vorstellung. Aber sind die Wörter, auch in dieser Zusammen­stellung, denn wirklich schön?

Jetzt ist sie abgelaufen, die Zeit. Jetzt sollte ich etwas sinnvolles tun. Zum Beispiel den Abwasch erledigen oder das Bettzeug abziehen. Aber ich gieße mir einen nächsten Kaffee ein, nehme die Tasse in beide Hände und starre Löcher in die Luft. Die Enttäuschung, die mich aus meinem Unvermögen zum Finden schöner Wöter anfallen könnte, bleibt aus. Die Kladde schließe ich vorsichtig, die Schreib­geräte räume ich an ihren Platz. All das wird wie ich auf den Moment warten, da mir wieder klar ist, was die Schönheit eines Wortes ausmacht. Und ich, ich muß das doch wissen. Schließlich schrieb ich schon mehrere Bücher, Bestseller sogar. Schließlich sind schöne Wörter meine Berufung und mein Beruf. Und ich müßte mir ja nicht SO BESCHEUERTE Aufgaben stellen. — Aber jetzt bin ich erschöpft, ich muß mich ausruhen, regenerieren. Es ist wohl Zeit für einen Mittagsschlaf.

 

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil


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035.2026: Nachts

Etwas, das klappt und mich dennoch verwundert.

 

Nachts, wenn ich wach genug werde und mir sonderbare Gedanken im Kopf herum­schwirren, schaffe ich es zu meiner Verwunderung ziemlich oft, diese Gedanken aufzuschreiben. Dazu liegen auf dem Stuhl neben meiner Schlafstatt ein Block, eine Kladde und einige Stifte. Ich habe versucht, mit „text-to-speech” das Handschriftliche zu ersetzen: Das funktionierte überhaupt nicht. Heute sah ich mir einige dieser Notizen an. Einige sind schwer lesbar (ich war wohl doch nicht ganz so wach), einige sind in lateinischen (also modernen) Buchstaben geschrieben. Ich verwende nachts sogar verschiedene Farben – was mich verwirrt. Außerdem war, was ich las, sehr monothe­matisch; vieles wiederholte sich einfach nur. Puh. Da saß ich mit Notizen, mit denen ich nichts, wirklich gar nichts anzufangen weiß. Aus denen konnte und kann ich auch nichts anderes machen, für echten Porno war es zu einfallslos, für normale Geschichten zu explizit, Erotika aber möchte ich davon auch nichts nennen. Es waren niedergeschriebene, banale Gedanken und banale Träume, und sie haben für mich keinen bleibenden Wert.

Heute wich ich von meinem üblichen Vorgehen ab. Denn normalerweise scanne ich wenigstens, was ich schrieb. Von diesen Notizen – es waren etwa 30 Seiten vom Block und ein vollgeschriebenes DIN-A5-Schulheft – will ich aber auch diese Scans nicht haben. Und so habe ich, mich ans Radikal-weg erinnernd, das Papier durch den Reißwolf ziehen lassen. Nur kurz bedauerte ich „den Verlust”, nur kurz. Dann redete ich mir gut zu, daß ich „sowas” doch noch in ausreichendem Umfang habe, in den Kladden und unter den gescannten Dateien. Ich das also wirklich nicht mehr brauchen und nutzen werde, mich an manche der notierten Sätze auch gar nicht mehr erinnern möchte.

Nun bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich heute zum ersten Mal Aufgeschriebenes einfach so weggeschmissen habe (und ich war zu faul, hier im Blog danach zu suchen). Daran erinnern kann ich mich nicht. Und deshalb steht im Kalender notiert: Selbstgeschriebenes unwiderbringlich entsorgt. Daß das klappte, wunderte mich auch.

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Selbstgeschriebenes ohne „Sicherungskopie” weggeworfen.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 04.02.2026 bisher einige weggeräumte Weihnachtsdeko, ein gekaufter Pullover, eingelegte Oliven satt.


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034.2026: Lichtmeß

Am heutigen Tag endet etwas (für mich).

 

Und deshalb habe ich in den nächsten Tagen zu tun. Bei mir endet mit dem heutigen Tag – Mariä Lichtmeß oder das Fest Darstellung des Herrn – 40 Tage nach der Geburt Christi die Weihnachtszeit. Ich weiß, daß das auch in der Katholischen Kirche seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) nicht mehr so ist; und seit 1913 schon ist das auch in Bayern kein gesetzlicher Feiertag mehr. Allerdings war es bei meinen evangelischen Großeltern im Erzgebirge eben so, daß der Baum, der Stern, die Fensterbeleuchtung und der Weihnachtsberg bis zum 2. Februar blieben und erst ab dem 3. 2. abgbaut und weggeräumt wurden. Das habe ich von meinen Großeltern für mich übernommen.

Den Herrnhuter Stern ab- und auseinandernehmen, die Schwibbogen in ihre Kartons verstauen (nur die funktionierenden, die anderen werden vorm Wegpacken noch Reparaturversuchen unterzogen). Räuchermännchen und -häuser in ihre Schachteln betten, drei erkennbar weihnachtliche Leuchter ebenso verstauen. Alle Stellflächen ab­stauben, verbleibende Dinge anders verteilen. Ja, nach und nach – ich laß mir dafür viel Zeit. Als ich noch sehr weit unten im Loch saß, blieb die Weihnachtsdeko vier Jahre durchgängig stehen, leuchtete auch täglich. Ganz ehrlich: das würde mich noch immer nicht stören. Die sogenannte Weihnachtsmusik kann ich mir auch im Hochsommer anhören (ich mag sie einfach).

In 294 Tagen wird bei mir alles zum ersten Mal in der kommenden Weihnachtszeit leuchten (bis auf den Baum); und in 325 Tagen ist ja auch schon Heiligabend … Kümmert euch rechtzeitig um Geschenke und Weihnachtspost!

 

Erinnerung des Tages:
Es waren nicht nur meine Großeltern, nein, im Dorf brannten die Schwibbögen in mehreren Häusern am 2.2. zum letzten Mal.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 02.02.2026 der letztmalig leuchtende Herrnhuter Stern, Fisch­stäbchen zu Mittag, eine geschriebene Liste.


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033.2026: Dilemma

Wieder bestätigt: Das geht echt nicht dauerhaft.

 

Wenn ich, was selten genug geschieht, einmal ein paar Stunden in voller Zufrieden­heit verbringen darf, dann … Ja, dann erlebe ich auch ein Dilemma.

Denn nach einer gewissen Zeit macht sich in mir eine Unruhe breit, ein Drang, etwas (anderes) zu tun. Eine (kleine) Herausforderung zu meistern, die zu meinem Alltag gehört. Hier ein wenig sortieren, da was umräumen, ein paar Daten prüfen und löschen – einfach mal kurz raus aus dieser rosa Wolke. Tse!

Ist das nicht wirklich bekloppt? Da hab ich endlich, was ich mir wünsche, und dann brauch ich davon schon nach so kurzer Zeit Pause? Kann das überhaupt irgend­jemand verstehen? — Na, es bestätigt mir zumindest meine bisherige Erfahrung, daß dauerhaftes Glück mich keineswegs glücklich machen kann … Es sind die Glücksmomente, die das Leben verschönern, nicht die Glücksstunden (allerdings: es gibt auch glückliche Stunden und Tage, aber denen ist ein anderes Glück zueigen). Ich bin und bleibe ein sonderbarer Kerl.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 


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032.2026: Eine Farbe

Es ist eher eine Nichtfarbe, ein Nebel, eine Erklärung.

 

 

Weiß. Rein. Hell. Blendend. Etwas, das keine Farbe ist – wie auch Grau oder Schwarz. Warum bevorzugen so viele Menschen diese Nichtfarbe? Warum nicht Gelb oder Gartenerdenbraun? Dämme­rungshimmelblau?

Weiß. Sichtlich unberührt, nicht geschändet, unschuldig. Dämpfend wie Wattegrau. Und es erklärt mir die manchmalige Unmöglichkeit einer Schattenexistenz.

 

 

(Was mein Denkicht so produziert, wenn ich mir sehr reduziert scheinende Fotgrafien von Landschaften ansehe.)

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil


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031.2026: Verlegen

Wenn Selbstverständlichkeiten zum Ausnahmehandeln werden.

 

Manchmal machen mich ein Wort oder ein Satz wirklich ganz verlegen. Vor allem, wenn ich für etwas „gelobt” werde, das doch selbstverständlich ist. Heute in der Straßenbahn voller Schulkinder, deren Schulranzen (oder wie die Dinger heutzutage heißen) alle einen eigenen Sitzplatz benötigen, stand ich auf, als eine wirklich ältere Dame einstieg, und bat sie, sich doch bitte zu setzen. „Das ist aber hochanständig von ihnen, junger Mann. Vielen Dank.” Im Vergleich mit ihr stimmte das jung sogar. Mich machten ihre Worte ganz verlegen; die Kinder und Jugendlichen um uns herum blieben wie ihre Schulranzen sitzen und starrten mehrheitlich weiter auf ihre mobilen Endgeräte.

Früher lernte der Nachwuchs bei den Jungen oder Thälmann-Pionieren oder bei den Pfad­findern oder im CVJM oder oder oder … noch, daß älteren und gebrechlichen Personen in den Verkehrsmitteln ein Sitzplatz angeboten werden soll.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 29.01.2026 bisher besorgte Dinge, die Fahrt mit der vierten TINA (854), die Zeit in meiner Wanne.


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030.2026: Uffjerecht

Und das am Nachtmittag gleich zweimal. Und heftig.

 

Gut vorbereitet hatte ich mein Vorhaben, mir heute endlich einen Paginierstempel zu kaufen. Es gibt hierzustadt nämlich ein gutes Fachgeschäft für Stempel, über dessen Öffnungszeiten ich mich um die Mittagsstunde informierte. Heute bis 16 Uhr sollte das Geschäft geöffnet sein. Nun, ich stand 15.40 Uhr vor der bereits verschlossenen Tür, auch das Licht im Laden war aus. Das war mein erster Aufreger! Ein solcher Numeroteur ist nicht ganz billig, ich hätte um die 80 Euro zahlen müssen. Okay, ich spare mir das Geld und numeriere weiterhin von Hand. Wenn ich nicht erst nach­ge­sehen hätte, wie lange der Laden auf sein sollte! Es gab auch keinen, wirklich keinen Hinweis zu veränderten Öffnugszeiten … Da war ich ziemlich sauer, un natürlich hatte ich Blutdruck!

Der zweite Aufreger kam als Brief vom Jobcenter und hängt mit dem Behörden­irr­sinn zusammen. Heute nämlich erhielt ich eine Antwort auf meine Nachfrage. Darin stand: „Aufgrund technischer Schwierigkeiten wurde … in unserem System verspätet angezeigt.” Und zwei Sätze später „wurde erfasst und im Bewilligungsbescheid … berücksichtigt.” Also was erfaßt und schon 16 Tage zuvor berücksichtigt wurde, wurde zwei Wochen später noch nicht angezeigt oder als verspätet angezeigt? Die sagen mir damit doch, daß sie ihre Datenbank nicht im Griff haben? Hätte das passieren können, wenn ein Mensch in meine Akte hineingesehen hätte, hätte hineinsehen müssen, um das Fehlen von Unterlagen festzustellen, die bereits vom Sytem berücksichtigt wurden? Das, was da kam, war jedenfalls keine für mich nachvollziehbare Erklärung – soll ich mich damit zufriedengeben? Mal sehen, was ich da noch tun werde. Soviel zum zweiten Aufreger des Tages.

Ich habe jetzt eine Kopie von einer 3,6TB-Festplatte angefertigt. Das dauerte auch nur knapp 18 Stunden (von NTFS auf ext4, und nicht beide Platten hingen an USB-3). Enthalten sind mehrerererere Ordner mit digitalen Fotos, die sortiert werden sollen. Zuerst mal möchte ich, da immer unzählige Dateien in einem einzigen Verzeichnis liegen, nach Datum in Unterordner (Name: das Datum) verschieben. Und nach Möglichkeit darf ich auch versuchen, die Dateien mit Geo-Tags zu versehen. Es gibt kein Zeitlimit, wann das fertig werden soll, ich muß es auch überhaupt nicht machen. Aber wenn ich Zeit habe und mir mal langweilig ist, dann kann ich doch gefahrlos (weil ja nur an einer Kopie der Daten) herumwerkeln. Das hat bei mir auch über­haupt keine Priorität, keine Wichtigkeit; das ist nur zum Spaß (bzw. just for fun, wie der moderne Deutsch sprechende Mensch sagen würde).

Ich geh jetzt in einen Ordner, der eta 15 GB heruntergeladene Dokumente enthält. Sichten, löschen, anders sortieren.

 

Erinnerung des Tages:
Ganz, ganz früher hatte ich einen Paginierstempel, der bis zu vier Mal dieselbe Nummer stempeln konnte und aus einem VEB stammte. Leider verschollen.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 28.01.2026 weiterhin die abgeschlossene Kopie, (ich dreh mir das bißchen zurecht) das gesparte Geld, und gleich werde ich mit Wiener Würstchen zufrieden sein.


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029.2026: Aus 5 mach 2

Über all die Jahre habe ich mir selbst eine Falle gestellt.

 

Ich habe grad mal nachgezählt: Ich besitze zur Zeit 15 (in Worten: fünfzehn) per USB an den Rechner anschließbare Festplatten (und dazu weitere sechs, die ich mit einem Adapter nutzen kann). Mittlerweile sind von den 15 vier wieder leer. Vier externe Festplatten sind im täglichen Einsatz als Speicher für unterschiedliche Datentypen (Audio, Video, Foto, Datensicherungen der internen Platte). Auf den restliche sieben USB-Platten befinden sich Kopien von Kopien „wichtiger” archivierter Daten – und auch die vier wieder leeren HDDs waren voll damit. Damals, als die externen Spei­cher­geräte erschwinglich wurden, habe ich mein Datenarchiv von gebrannten CDs und DVDs darauf übertragen. Das war, wie sich nur wenig später zeigte, eine gute Idee: Die meisten Notebooks (auch die klassischen PCs) haben kein optisches Laufwerk mehr.

Seit dem 7. Januar dieses Jahres betreibe ich nun schon Datenträgerarchäologie. Bei mir heißt das: Ich überprüfe, wieviele Versionen/Sicherungen einer Datei ich habe, und dann wird alles, was noch brauchbar ist, auf zwei Sicherungen reduziert. Ja, das ist das Ziel: Alles Aufhebenswerte wird doppelt gespeichert, denn meine Angst vor Datenverlust ist groß. Beim Durchsehen der Dateien entdecke ich aber auch vieles, das des Aufhebens nicht mehr wert ist. Die von mir erstellten Schulungsunterlagen für bash in AIX oder SCO Unix System V/386 werde ich sicher nie wieder benötigen, ebensowenig wie die zu Novell Netware oder MS Access. Die für SQL aber vielleicht schon, oder? Was mache ich mit den zum Teil noch vor 1989 erstellten Quelltexten in TurboPascal, COBOL und Forth? Okay, die habe ich jetzt in ein Zip-Archiv gepackt, die heb ich mir mal noch auf. Die meisten der im Netz gesammelten Pornobilder sind dagegen gelöscht; aber sicher habe ich eine erkleckliche Anzahl davon bis jetzt übersehen. Heruntergeladene Dokumente oder in PDF gedruckte Artikel muß ich mir wirklich einzeln ansehen – das wird nochmal dauern, bis ich da durchgeputzt habe …

Irgendwann werde ich damit fertig, hoffe ich. Und vielleicht schaffe ich es, noch drei weitere Festplatten leerzumachen, dann habe ich zweimal zwei Festplatten mit den für mich wichtigsten Daten hier.

Für den Fall, daß ich für gute Freunde einmal wieder Daten zu retten versuche (da könnten in nächster Zeit zwei Möglichkeiten kommen): Ich mache das immer mit einer Kopie des zu bearbeitenden Datenträgers (unter Linux gibt es dafür den praktischen Befehl dd), die auf eine meiner leeren Platten geschrieben wurde; ge­spei­chert werden die wiedergefundenen Daten dann auf einer weiteren Festplatte. Also sollte ich immer zwei leere HDD haben. Am Ende gebe ich die Original-Datenträger und die Daten zurück, hier bei mir bleibt nicht ein einziges Byte davon gespeichert. Auch die Bilder von Texten, die ich tran­skri­biere (also aus alter Deut­scher Handschrift übertrage und zu PDFs mache), und die Ergebnisse werden nach Erledigung schnell gelöscht. Von diesen Daten (geret­tete und transkribierte) habe ich nicht eine einzige Datei gefunden bisher. (Und ich hoffe, das bleibt so; falls nicht, verschwinden die Dateien dann im Nirwana.)

Meine Datenträgerarchäologie ist vielleicht doch nicht so archäologisch. Denn ich suche nicht nach dem, was ich aufheben will, sondern nach dem, was ich endlich loswerden will und kann. Und so mache ich aus fünf Kopien zwei.

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Daten habe ich gelöscht, viele mittlerweile überflüssige Daten.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 28.01.2026 die Aufräumarbeit auf den Festplatten, viele wieder­gefundene eigene kleine Texte.


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