219.2026: Auf der Bank

Die Schwierigkeiten mit dem Einfachen: Endender Anfang.

 

Eigentlich sollte es doch einfach sein. Muß mich nur hinsetzen, Papier, Feder und Tinte hernehmen und dann drauflosschreiben. Worte habe ich genug im Kopf, und wenn ich einige oder auch viele davon notiere, gehen sie mir im Denkicht nicht verloren. Nein, nein: Es kann sogar heilsam sein, sich etwas „aus dem Kopf heraus­zu­schreiben”. Den Effekt kennen, so denke ich, ziemlich viele Menschen, die des Schreibens mächtig sind.

Eigentlich sollte es einfach sein. Ist es aber nicht. Denn heute saß ich zum Beispiel über eine halbe Stunde vor den leeren Seiten und schrieb nicht einen einzigen Buchstaben nieder. Im Kopf sprang ich von einem Gedanken zum nächsten, drängte sich immer wieder ein nächstes Thema in den Vordergrund. Das ging so schnell, daß ich nichts davon aufschreiben konnte, ohne dabei ein ziemliches Chaos von durcheinandergewürfelten Sätzen zu verfertigen.

Und dann entstehen Anfänge, viele Anfänge, die nach mehr oder weniger kurzer Zeit enden, sich im Ungefähren auflösen, verlieren … In eine Geschichte später wieder einzusteigen, sie nach mehr als 20 Minuten weiterzuschreiben, das ist mir in der Regel nicht möglich. Hier zum Beispiel:

 

 

Da sitzt sie im Park auf der Bank. Wie immer allein. Und wie immer hofft sie darauf, daß sich jemand zu ihr setzt. Einfach ein anderer Mensch. Und dann würde sie es endlich wagen: Sie hat so viele Geschichten zu erzählen, so viel über Geschichte mitzuteilen, daß sie einfach losreden würde. Na gut, sicherheitshalber könnte sie ja fragen, ob jener andere Mensch ihr vielleicht ein wenig zuhören würde. Schön stellt sie sich das vor, wenn es geschehen würde, und erleichternd für sich selbst. Denn ihrer Meinung nach gibt es viel, viel zu wenige Menschen, die sich noch für das interessieren, was sie zu berichten weiß. Zum Beispiel vom Hunger und dem Schmerz, den er verursacht. Wer kennt denn noch das Geräusch, das ein Griffel auf der Schiefertafel erzeugt? All die Rezepte, nach denen in Notzeiten gekocht wurde, braucht doch heute niemand mehr. Zum einen gibt es die Zutaten kaum noch, und zum anderen hat sich der Geschmack seither wohl zu sehr verändert.

Der Himmel zieht sich zu. Es wird wohl Regen geben, also ist es Zeit heimzugehen, beschließt sie. Just in dem Moment setzt sich jemand zu ihr. „Wissen Sie,” sagt die Frau leise, „ich würde ihnen gern etwas erzählen. Ob Sie wohl ein paar Minuten zuhören könnten?”

 

 

Und da endet im Moment, was ich einmal mehr als unfertigen Anfang bezeichne. Kann sein, daß sich die Szene irgendwann fortsetzt. (Letztens war da ja auch die Dunkelheit, bei der ich noch immer hoffe, daß es weitergeht.) Hin und wieder stelle ich mir auch vor, jemand anderes nähme sich einen meiner Anfänge her und schriebe das Geschichtchen einfach weiter …

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Den wirklich nicht mehr nutzbaren Spittel und Kram aus einem Fach im Schrank warf ich heute in den Müll (alles andere stopfte ich zurück).

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 17.09.2026 ein Anfang (siehe oben), erledigte Haushaltsdinge, eine Schüssel Salat.


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218.2026: Gnädiges Vergessen

Heute aber wirklich nicht. Hmpf!

 

Natürlich gibt es das, dieses gnädige Vergessen. Und ich selbst kenne das auch von mir. Dinge zu vergessen, an die ich mich nicht erinnern möchte, zu vergessen und nicht nur zu verdrängen. Aber manchmal …

Zum Beispiel habe ich eine Lesebrille mit durchscheinend grünem Gestell. Die hab ich vor drei Wochen gereinigt. Und ich habe vergessen, wohin ich sie legte. Sie ist verschwunden. Genauso der kleine Karton, in dem ich eine Reihe von USB-Sticks und SD-Karten aufbewahrte. Der lag jahrelang direkt hinter mir im Schrank, in einem offenen Fach. Das sortierte ich letzthin durch – und seitdem ist die Schachtel verschwunden. Ich vergaß, wo ich sie hinlegte. Heute Nacht hatte ich zwei Träume. Vor kurzem erst nahm ich mir vor, die gleich wenigstens jeweils in Stichworten zu notieren. Heute Nacht aber waren beide so eindringlich, daß ich nach dem zweiten mich auch noch an den ersten erinnern konnte. Da dachte ich, daß das Erinnern bleiben würde bis zum Aufstehen. Doch Pustekuchen. Die Gefühle aus beiden Träumen kann ich noch ungefähr benennen, aber was ich da konkret träumte, habe ich vergessen. Und nichts, kein einziger Tip und keine Übung oder Methode hebt das Vergessen auf. Sapperlot! Das wurmt mich heute besonders. Hmpf.

Leider, leider vergesse ich auch immer wieder, was ich mir angewöhnen wollte/will, mir aufgab: Schreib viel mehr auf! Dabei habe ich fast immer und überall eine Kladde und einen Stift dabei, liegt auch zuhausegenügens Schreibzeug herum, um jederzeit etwas niederschreiben zu können. Aber tu ich das? Einkaufszettel, ja, Einkaufszettel schreibe ich (das sind aber auch die einzigen Listen, die ich schreibe); dann aber vergesse ich zumeist, sie mitzunehmen.

All das sind Dinge, die ich vergesse. Aber nichts davon ist gnädiges Vergessen.

Wenn allerdings meine Mutter etwas erzählt, das schon länger zurückliegt, dann bin ich oft ganz froh darüber, mich nicht mehr so genau oder gar überhaupt nicht mehr erinnern zu können. Da erlebe ich das, was gnädiges Vergessen genannt werden kann.

Und wenn ich manches nicht Lebenswichtige vergesse, dann bin ich gnädig mit mir und nenne mein Erinnerungsvermögen altersgemäß.

 

Erinnerung des Tages:
Im Herbst 1982 trat ich meinen Ehrendienst in der NVA an; der Marsch vom Kulturhaus zum Bahnhof bleibt unvergessen.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 16.09.2026 gute Nachrichten zum Kaffee am Morgen, die erledigten Einkäufe, für eine Freundin kopierte Daten.


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217.2026: Sehr kurz

(K)Eine Ode an die Jahreszeit.

 

 

Sonnenuntergänge
Goldrand an Haufenwolken
Horizont tiefrot

Erste Vorschau auf den Herbst
Pilze duften am Waldrand

Ein Senryū.

 

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Einen Stapel Altpapier weggebracht.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 15.09.2026 Nudeln mit Käse und Ketchup, sehr entspanntes Ausruhen auf der Schlafstatt, etwas ausgepacktes Neues.


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216.2026: Gravitätisch

Bei dem Wort klingelt etwas bei mir.

 

Nun, es scheint eines der mittlerweile vergessenen Worte zu sein. Noch bei den Romantikern – von Arnim, Kleist, Günderode, Brentano, von Savigny, Creuzer usw. usf. – war es ein durchaus gebräuchliches Beiwort.

Gravitätischen Schrittes kam er daher. Gravitätisch erläuterte er lauthals … Sie blickte gravitätisch in die Runde. Mit gravitätischen Gesten …

Steif, erhaben, (übertrieben) ernsthaft, würdevoll, gemessen. Manchmal satirisch/ironisch verwendet. Es gehört zur Gravität (Erhabenheit oder Würde). Ein altes Wort, von dessen Ursprung sich auch das heute eher bekannte gravierend ableitet. Gravieren heißt beschweren, belasten. Ich weiß nicht, wie das Handwerk damit zusammenhängt.

Jedenfalls mag ich dieses Wort, dieses alte Wort. Habt ihr auch soeines oder gar mehrere davon?

 

Erinnerung des Tages:
Rindenschiffchen schnitzen und sie dann in kleinen Bächlein und Rinnsalen fahren zu lassen: Hach!

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 14.09.2026 das frühe Fertigsein, deutliche Worte, der entspannte Abend.


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215.2026: Zeitlos?

Ein Relikt aus Zeiten, in denen alles möglichst lange funktionieren sollte.

 

Da hatte ich bei meiner Mutter etwas entdeckt. Ohne eingebaute Obszoleszenz (sicher eintretender Defekt nach bestimmter Zeit). Weit über 40 Jahre alt. Nur schnell mit dem Telefon geknipst.

 

Ein Reisewecker aus dem VEB Uhrenwerke Ruhla, DDR. Weißes Analog-Zifferblatt in rotem Plastegehäuse; große schwarze Taste oben links. Symbol drei Achtelnoten für Repetition (Schlummerfunktion) in der Mitte, rechts unten im Zifferblatt Schriftzug „MADE IN GDR” und sichbares, winziges Leuchtmittel mit Glühfaden.

Weit vor 1989 gekauft. Ab und an eine neue R6-Batterie (AA). Er tut seine Dienste seit über 40 Jahren.
Der Reisewecker steht auf einer Kunssteinfläche. Selbst das Lämpchen gibt noch ein schwaches Licht ab, wenn man den dazugehörigen Taster auf der Rückseite drückt.

 

Und heute? Heute funktionieren viel zu viele Dinge nur noch, wenn ich Zugriff aufs Internet habe und eine entsprechende App nutze. Was oft Blödsinn ist …

Äh: Wird der ALT-Text des Bildes vorgelesen oder nur der TITLE-Tag vom Link?

 

Erinnerung des Tages:
Im Nachbarhaus (bei meinen Eltern) war erst ein Fotograf, dann ein Uhrmacher, danach eine (Leder-)Schneiderei; jetzt ist dort das Büro eines Versicherungsvertreters.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 13.09.2026 ein überaus opulentes Frühstück (1 Mohnzopf, 1 Körnerbrötchen), lang andauernder Landregen, ganz viel StarTrek.


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214.2026: Verwechselt

Eine selbstgemachte Überraschung für zwei.

 

Das war ein Tag ohne irgendwelche Aufregungen. Er plätscherte so vor sich hin. Ich habe mir einen Rechner angesehen, von dem ich – trotz Hardwaredefekt – eine Daten­sicherung machen soll und kann. Dazu muß ich nur die Festplatte ausbauen, sie an einen anderen Rechner hängen und dann alles Notwendige auf einen USB-Stick kopieren (264 GB sollten reichen). Aber das hat noch Zeit.

Heute sah ich mehrfach einen Hausrotschwanz, doch der war jedesmal wieder verschwunden, ehe ich ihn fotografieren konnte. Sperlinge sah ich lange nicht mehr am Haus. Ja, ein paar Kohl- und einige Blaumeisen und Tauben sind noch da. Aber die Anzahl der kleinen Vögel scheint mir drastisch zurückgegangen zu sein. Ob sie schon weggezogen sind, weil es sich seit gestern oder vorgestern eher nach Herbst anfühlt?

Na doch, eine Aufregung gab es. Ich rief einer vorüberradelnden Person ihren Namen hinterher. Daraufhin blieb diese stehen, drehte sich um und fragte: „Meinen Sie mich?” Oh, ich entschuldigte mich errötend und gestand, daß es sich da um eine Verwechslung durch mich handelte. Nun, daraus enspann sich ein Schwatz zwischen zwei Unbekannten, mitten auf der Straße. Und wir verabschiedeten uns mit: „Auf bald mal wieder.” Wer weiß …

Ach, solche Sonnabende hätte ich gern öfter. Auch dann, wenn ich mich immer mal wieder (gefühlt) blamiere. Naja, die Marktsonnabende sind aber auch immer toll. Die möchte ich ganz sicher nicht missen.

 

Erinnerung des Tages:
Früher, so von 1990 bis um 2000, verbrachte ich die Wochenenden häufig auf Bergen und versuchte mich am DX mit CB.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 12.09.2026 früher Kaffee in aller Ruhe, die Verwechslung, meine Phantasie.


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213.2026: Sieben Striche

Es kann aus so wenig etwas entstehen, das viel mehr ist.

 

Sieben Striche. Nicht mehr, nicht weniger. Sieben gerade Linien, zusammengefügt zu einem Symbol. Einem Steinmetzzeichen tatsächlich nicht ganz unähnlich. Aber wie dieses eben ein sehr besonderes Symbol.

Ich brauchte nicht lange, um es auf Papier zu zeichnen. Und ich nutzte es auch schon hie und da. Jetzt wird es eine neue Bedeutung für mich erhalten. Dessen bin ich mir ziemlich sicher. Und es wird mir eine Freude sein, es immer wieder zu betrachten.

 

Eine Sigille, ein Sigill oder ein Sigillum – aber in diesem Fall wird keine Magie, kein Okkultismus eine Rolle spielen. Es wird nur ein sehr schönes Symbol werden. Eines, aus sieben Strichen zusammengesetzt.

 

Erinnerung des Tages:
Beim Betrachten uralter Fotos konnte ich doch viele Menschen bei ihren Namen nennen.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 11.09.2026 das Ausschlafen, der Gang zum Bäcker, etwas lange nicht Gegessenes (Leber mit Kartoffelbrei).


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212.2026: Seltener Besuch

Aber kein Besuch bei mir zuhause.

 

Ich habe nicht sehr oft Gelegenheit, das Grab meines Vaters zu besuchen. Das ist zur Zeit etwa fünf Stunden weg von der kleinen Großstadt, in der ich lebe. Aber wenn ich dort bin, dann sehe ich auch noch vor mir das Grab meiner Großeltern (schon längst aufgelassen und neu belegt) und das Grab meines Sohnes (ebenfalls nicht mehr vorhanden). Ich weiß die Stellen noch und verharre dort immer für einen Moment. Kann sein, daß das eine Marotte genannt wird von anderen Menschen, für mich aber ist das ein Zeichen dafür, daß sie mir unvergessen blieben. Ein sichtbares Zeichen.

Ich habe aber – wie erwähnt – nur selten Gelegenheit dazu.

Leider habe ich auch andere Friedhöfe immer seltener besucht in den letzten Jahren. Denn hier auf dem Südfriedhof, auf dem Gertraudenfriedhof und auf dem Friedhof Neustadt befinden sich Gräber von Freunden und guten Bekannten; und wenigstens die könnt' ich ja mal wieder aufsuchen. Ehe die Liegezeit abgelaufen sein wird. Zwanzig Jahre sind eben doch schnell vorbei. Und dann sind die Friedhöfe in der Stadt ja nicht zuletzt grüne, ruhige Oasen, deren Besuch sich sowieso lohnt …

Mal abwarten, was aus diesen Gedanken entsteht.

 

Erinnerung des Tages:
Ich erinnerte mich heute an ein Begräbnis, bei dem selbst die größte Feierhalle die Trauer­gäste nicht fassen konnte.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 10.08.2026 ein frühes Telefonat, die Ruhe beim Kaffee, ein längerer Spaziergang.


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211.2026: Schräg

Der mißlungene Versuch, die Wahrheit zu erkennen.

 

Da fiel mir vor einigen Tagen etwas auf: So manches erscheint schräg oder schief, aber nicht, weil es selbst schräg oder schief ist, sondern weil eine Bezugslinie das ist. Und dann erscheint der Winkel zwischen Ding und dieser einen Bezugslinie (selbst bei mehreren vorhandenen) nicht ganz ein rechter Winkel zu sein. Et voila: das Senkrechte scheint geneigt, das Waagerechte scheint ein Gefälle zu haben. Sehr putzige Interpretation innerhalb des Denkichts. Was ist denn nun mit dem Kirch­turm hinter jener Mauer: Senkrecht oder schräg, schief oder nicht? Und kann ich diese Erkenntnis, diese Vermutung auf auf völlig andere Dinge anwenden?

Es war, ist und wird für mein Hirn schwierig, soetwas richtig einzuordnen, wenn ich keine direkte Möglichkeit habe, das Schiefe zu erkunden. Ob ich in Zukunft ein Lot oder eine Wasserwaage mitnehmen werde, ganz gleich wohin? Wenn es nunmal der Wahrheitsfindung dient …

 

Erinnerung des Tages:
Ein Malermeister, der auf eine frisch gestrichene Wand (Farbe, nicht Tapete) ein Muster aufwalzen wollte (um 1970 herum), ließ eine rußgeschwärzte Lotschnur an diese Wand schnipsen und hatte damit die perfekte senkrechte Linie zur Orientierung.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 09.09.2026 ein Mittagsschlaf, das echte Herbstgefühl (vom Wetter her), viele hochinteressante private Neuigkeiten.


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210.2026: Nachtwach

Von einem Geräusch geweckt, einem sehr seltsamen Geräusch.

 

Es war genau 03.07 Uhr, als ich senkrecht neben dem Bett stand. Ziemlich besorgt, fast ängstlich sah ich mich in der Wohnung um, wohl wissend, daß das Geräusch nicht hier drinnen entstanden war. Denn es klang nach einem sehr großen fallenden Stein, der nach dem Aufprall noch zweimal „aufditschte”. So fand ich hier drinnen auch nichts, was heruntergefallen war – so ungewöhnlich ist es aber nicht, daß sich im Bad Dinge von der Wand lösen, die nur mit Saugnäpfen an der Wand befestigt sind. Das ist auch immer ein Schreck, aber nicht so laut und von anderem Charakter. Das, was fiel, klang auch nicht nach Ziegelstein oder Dachschindel. Pflasterstein (auch aus Beton) oder echter Feldstein kam mir in den Sinn.

Nach ein paar Minuten – ich war im abklingenden Alarmmodus – maß ich Blutdruck. Der Schrecksituation entsprechend hoch, auch der Puls war noch bei 105. Wieder die Frage, ob das nur ein Traum war? Können Träume so weit in die Realität wirken, daß man deshalb beinahe panisch aufwacht? Oder wurde ich wach, weil ich die erste Schlafphase beendet hatte, und es blieb dabei etwas aus dem Traum erhalten: diese Geräusche von fallendem und zweimal aufditschendem Stein?

Ja, ich schlafe fast jede Nacht in zwei Abschnitten. Meist werde ich nach zirka vier Stunden wach; und ehe ich wieder schlafen kann, vergeht eine halbe bis eine Stunde. An manchen Tagen lese ich, manchmal schau ich ins Internet. Heute schrieb ich die ersten beiden Säte in meine Kladde. Das machte mich nicht müde genug. Und so geschah / geschieht es, daß dieser Beitrag in meinem Blog zu völlig ungewohnter Zeit erscheinen wird / erscheint / erschien. Wo genau dieser Stein nun fiel, werde ich wohl nie erfahren. Aber da nach dem Abtippen des Textes und der Ergänzung das Meßgerät wieder für mich normale Werte anzeigt (ohne das Notfallmedikament), versuche ich jetzt, in die zweite Schlafphase zu verschwinden. Ich hoffe, ich habe niemanden mit diesem Beitrag erschreckt.

 

Erinnerung des Tages:
Gestern Nacht war es sternenklar, jetzt ist es bedeckt und windig; aber die Milchstraße sehe ich noch vor mir.

 

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Der Emil

 

P.S.: Mitten in der Nacht, lange vorm Aufstehen finde ich echt noch nichts, das mich heute zufriedenmachte.


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