210.2026: Nachtwach

Von einem Geräusch geweckt, einem sehr seltsamen Geräusch.

 

Es war genau 03.07 Uhr, als ich senkrecht neben dem Bett stand. Ziemlich besorgt, fast ängstlich sah ich mich in der Wohnung um, wohl wissend, daß das Geräusch nicht hier drinnen entstanden war. Denn es klang nach einem sehr großen fallenden Stein, der nach dem Aufprall noch zweimal „aufditschte”. So fand ich hier drinnen auch nichts, was heruntergefallen war – so ungewöhnlich ist es aber nicht, daß sich im Bad Dinge von der Wand lösen, die nur mit Saugnäpfen an der Wand befestigt sind. Das ist auch immer ein Schreck, aber nicht so laut und von anderem Charakter. Das, was fiel, klang auch nicht nach Ziegelstein oder Dachschindel. Pflasterstein (auch aus Beton) oder echter Feldstein kam mir in den Sinn.

Nach ein paar Minuten – ich war im abklingenden Alarmmodus – maß ich Blutdruck. Der Schrecksituation entsprechend hoch, auch der Puls war noch bei 105. Wieder die Frage, ob das nur ein Traum war? Können Träume so weit in die Realität wirken, daß man deshalb beinahe panisch aufwacht? Oder wurde ich wach, weil ich die erste Schlafphase beendet hatte, und es blieb dabei etwas aus dem Traum erhalten: diese Geräusche von fallendem und zweimal aufditschendem Stein?

Ja, ich schlafe fast jede Nacht in zwei Abschnitten. Meist werde ich nach zirka vier Stunden wach; und ehe ich wieder schlafen kann, vergeht eine halbe bis eine Stunde. An manchen Tagen lese ich, manchmal schau ich ins Internet. Heute schrieb ich die ersten beiden Säte in meine Kladde. Das machte mich nicht müde genug. Und so geschah / geschieht es, daß dieser Beitrag in meinem Blog zu völlig ungewohnter Zeit erscheinen wird / erscheint / erschien. Wo genau dieser Stein nun fiel, werde ich wohl nie erfahren. Aber da nach dem Abtippen des Textes und der Ergänzung das Meßgerät wieder für mich normale Werte anzeigt (ohne das Notfallmedikament), versuche ich jetzt, in die zweite Schlafphase zu verschwinden. Ich hoffe, ich habe niemanden mit diesem Beitrag erschreckt.

 

Erinnerung des Tages:
Gestern Nacht war es sternenklar, jetzt ist es bedeckt und windig; aber die Milchstraße sehe ich noch vor mir.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Mitten in der Nacht, lange vorm Aufstehen finde ich echt noch nichts, das mich heute zufriedenmachte.


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209.2026: Nicht viel

Und doch unvorstellbar viele. Und vor allem: Nix mit Politik und so.

 

Heute am frühen Morgen – nun, es war eher mitten in der Nacht, als ich erwachte um zwei Uhr. Und weil ich nicht gleich wieder einschlafen konnte, sah ich mir den Himmel an. Und ich fand den großen Wagen, der ja nur ein Teil des Großen Bären ist, fand darüber den Teil des Kleinen Bären, der kleiner Wagen genannt wird, und so wußte ich, wo Norden ist. Ja, ich gebe es zu, das weiß ich in der Regel auch so. (Aber ich möchte nicht wissen, wieviele sehr junge Menschen das ohne Schmardfohn nicht mehr herausfinden können, z. B. mit einer Armbanduhr mit Zeigern.)

Und so konnte ich bei klarem Himmel dann sogar große Teile der (gerade sichtbaren) Milchstraße sehen, dieses eigentlich helle, in Städten aber zumeist in der Licht­ver­schmutzung verschwindende Sternenband. Es ist nichts weiter als die Galaxie, in der das Sonnensystem zuhause ist! Und obwohl ich früher heftig der Lehrmeinung wider­sprochen habe, daß alle sichtbaren Sterne zur Galaxie gehören – das kann doch stimmen, wenn ich mich auf die mit bloßem Auge sichtbaren beschränke. Und auch hier die Frage: Wieviele junge Menschen haben die Milchstraße noch nie gesehen, würden sie am Himmel selbst bei besten Bedingungen nicht erkennen?

Himmelskiekerei. Besser als um diese Uhrzeit Spökenkiekerei zu betreiben. Kurz nach Drei war ich wieder im Traumland. Oder: Habe ich das alles nur geträumt?

 

Erinnerung des Tages:
Die WPA in der Schneeberger Sternwarte mit Planetarium war für mich sehr spannend, denn ich traf dort auch Waleri Bykowski.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 08.09.2026 der Himmelsanblick, der Einkauf zu Fuß, die Ruhe über den Tag.


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208.2026: Außendienst

CW: dePol. Die unabsehbaren Folgen einer Wahl.

 

Und wieder bin ich einen Tag nicht zuhause, sondern eben unterwegs – siehe oben.

Nach einer vollen, etwas chaotischen Zeit im »Mittelalter« bin ich sowieso sehr hart in der Gegenwart gelandet und kann ob der Wahlergebnisse nur noch mit dem Kopf schütteln. Am liebsten würde ich auswandern aus dieser Realität und mir eine andere suchen. Aber wohin? Warten auf das Raumschiff ist leider keine Option. Und ganz ehrlich finde ich nirgends auf dieser Erde ein Land, in das ich auswandern könnte und wollte.

Was bleibt also? Vielleicht ist ein Rückzug ins Private, ein Gang ins innere Exil … Nein, das hilft auch nicht. Nur: Einfach so weitermachen unter der blaugetünchten braunen Masse? Auch nicht einfach. Nun, ich werde vieles nur noch von Außen betrachten. Es kann ja auch sein, daß in der jetzt wahrscheinlichen Konstellation keine Regierung gebildet werden kann. Was dann kommt, steht in den Sternen. Und ich habe noch keine gute Idee, wie ich mit den sich ergebenden Situationen werde umgehen können oder müssen. Finstere Zeiten brechen an.

Von Außen betrachten. Nein, das ist nicht Außendienst. Aber ich brauchte einen Titel für diesen Beitrag. Da kam mir in den Sinn, daß wir Menschen wieder viel mehr mit­ein­ander sprechen und viel mehr gemeinsam unternehmen können. Auf diese Art und Weise – eine solidarische, eine des Miteinander – sollten einige Möglichkeiten entstehen, uns zur Wehr zu setzen. Das, was ich dazu tun kann, ist ein winziges Teilchen; aber viele, sehr viele winzige Teilchen sind eine ganze Menge. So werde ich unterwegssein, doch irgendwie »im Außendienst«, und kleine Teilchen verstreuen und sammeln.

 

'tschuldigung, ein wenig Luft mußte ich mir machen und ein wenig von meiner gefühlten hilflosen Verunsicherung wollte ich auch loswerden. Denkicht­kuddel­muddel.

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Zwei gläserne Vasen stellte ich ins Haus – ich hatte nie Blumen darin …

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 07.09.2026 das geschaffte Programm am Vormittag, ein erwidertes Lächeln (von einer völlig unbekannten Person), eine sehr gelungene Überraschung für mich.


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207.2026: Wunderwelten

Es gab Zeiten, da schrieben viele Dichterinnen Gedichte.

 

 

Wo ein Mond sich herabneigt von einem Hügel
Da wachsen den Tagträumen schillernde Flügel
Wo Tropfen von Wasser so flach sind wie Flundern
Dort darf sich ein Mensch über alles wundern
Wo ein Sonnenstrahl so wie ein Klettertau
Hinaufhilft zum Himmel in sattestem Blau
Wo ein Busch wie ein ganzes Orchester tönt
Fühle ich mich zutiefst mit der Welt versöhnt

 

 

Heut war mir u. a. sehr romantisch …

 

Erinnerung des Tages:
Es gibt Besucher, die seit acht Jahren (auch) meinetwegen kommen; heute gab es ein schönes Gespräch über alte Zeiten.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 06.09.2026 lustige Begegnungen, sehr angenehme Anblicke, ausreichend Leute zum noch laufenden Abbau.


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206.2026: Der Sinn

Der Versuch, ein gereimtes Sinn-Gedicht zu verfassen.

 

 

Da geht er hin, der Sinn.
Wie konntest Du nur wagen,
direkt nach ihm zu fragen
mit hochgerecktem Kinn?

Der Trotz in deiner Haltung
verstörte die Verwaltung.

Es war wohl kein Gewinn,
der Pflicht sich nicht zu stellen
wie andere Gesellen …
Da geht er hin, der Sinn.

 

 

Es gibt auch auf Märkten Momente der Langeweile oder zumindest mit weniger Betrieb. Heut hatte ich einen, in dem ich mich an Reimen versuchte. Ergebnis: siehe oben.

 

Erinnerung des Tages:
Ein seit Jahren ungezeigtes Stück war mit seinem gereimten Text noch komplett in meinem Kopf.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 05.09.2026 die Beteiligung an den Kampfshows, Linsensuppe, die gesellige Runde im Verein.


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205.2026: Dunkelheit

Und in der Dunkelheit wartet eine Überraschung.

 

 

Das muß das Neubauernhaus sein, in dem meine Großeltern gleich nach dem Krieg wohnten. Es ist das letzte Haus an der Straße, ich glaube nicht, daß dahinter noch eines stand und abgerissen wurde. Es hat nicht mehr das Reetdach, das ich von sehr alten Fotos kenne. Aber sonst sieht es so aus, wie ich es mir bisher vorstellte. Nur wesentlich … heruntergekommener. Mancher Fensterladen hängt schief, und jetzt, da ich das offene Hoftor durchschritt, sehe ich, daß die Haustür nur angelehnt ist. Ich öffne sie etwas weiter. Im Hausflur hängt eine brennende Leninsonne (Lampenfassung am Draht). Es gibt also Strom im Haus. Hm. Sonderbar. Naja, am Ankunftstag muß ich nicht gleich ein Abenteuer haben. Ich geh zurück auf die Straße – die nur ein Feldweg ist – und steige wieder auf mein Fahrrad. Unten im Dorf am alten Herrenhaus wartet ein Ferienzimmer auf mich.

Nach einer kurzen Nacht bin ich viel zu früh wach. Gut, daß ich mir gestern noch Brötchen am Bäckerwagen holte. Alles andere habe ich mitgebracht und es sollte für die vier Tage hier reichen. Erfreulich, daß Kaffee hier zur Ausstattung des Zimmers gehört. Bei Anbruch der Morgendämmerung fahre ich los zum Urgroß­eltern­haus. Um diese Zeit sind in den Dörfern meist noch keine Leute unterwegs, und so treffe ich auch niemanden. Heute nehme ich das Fahrrad mit in den Hof.

DIe Glühbirne brennt noch immer. Ich bereite die Kamera vor und betrete geräuschvoll den Flur. „Hallo? Ist hier jemand?” Ein paar Sekunden Stille warte ich ab. Nichts zu hören. Also dann auf! Zwei Türen, eine rechts, eine gegenüber der Haustür. Gleich links eine Tür, hinter der eine Treppe aufwärts führen muß. Wo fang ich nur an? Unschlüssig gehe ich den gesamten Flur entlang. Oh, unter der Treppe finden sich eine Tür, die wahrscheinlich zum Keller gehört, und eine zweite Tür, von der ich nicht weiß, was sich dahinter verbergen könnte. Die öffne ich als erste: Da war irgendwann einmal ein Stall. Kurz denke ich darüber nach, meine Routine für solch verlassene Objekte – Lost Places – seinzulassen, aber dann: Ich werde wie immer von oben nach unten und im Uhrzeigersinn vorgehen. Das hat mir bisher jedesmal Glück gebracht. Ach, der Lichtschalter im Flur funktioniert, das Licht geht aus und wieder an. Das habe ich bisher in noch keinem Lost erlebt.

Ich öffne die Tür zur aufwärtsführenden Treppe. Der Lichtschalter bewirkt nichts, es bleibt dunkel auf den Stufen. Beim Hinaufgehen krame ich meine Taschenlamper heraus und muß heftig niesen. „Gesundheit!” Huch? Das muß ich mir eingebildet haben. Ich niese ein zweites Mal. „Gesundheit” tönt es erneut mit einem mecklenburgischen Zungenschlag. Das hat in der Finsternis durchaus beklemmende Wirkung auf mich.

 

 

Eine Fortsetzung gibt es bald.

 

Erinnerung des Tages:
Drei Stehrümchen stellte ich vor der Abfahrt ins Haus, sie werden bestimmt neue Besitzer finden.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 04.09.2026 die geschaffte Hausarbeit, die staufreie Fahrt, ausreichend Leute zum Tragen und Aufbauen.


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204.2026: Burgenbau

Laßt uns mal kurz in unseren Erinnerungen graben.

 

Heute habe ich eine Frage:

Wann hast Du deine letzte Burg gebaut?
Egal, ob Sand- oder Strandburg, Wagenburg oder Schneeballburg. Egal, ob für Dich selbst oder für Kinder, Enkel, andere Menschen. Vielleicht war es eine ganz andere Burg: Welche?

 

Meine letzte Burg … Lange her. Es war wohl eine Schneeballburg, die ich mit meinen Söhnen für meine Söhne im Grundstück am Haus gebaut habe (irgendwann 199X). Irgendwo in den Fotokartons bei meiner Mutter sollten noch Bilder davon zu finden sein …

 

Erinnerung des Tages:
Als ich heute an Tankstellen vorbeifuhr, erinnerte ich mich daran, daß diese Preise in DM schon sehr hoch waren: Diesel bei knapp 2 DM …

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 03.09.2026 das beladene Fliewatüüt, unerwartete Post aus Südfrankreich (Danke!), die Zeit in der Wanne.


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203.2026: Spielfreude

Ob nicht mehr mitzupielen schon deutlicher Protest ist?

 

Ich saß schon in so mancher Spielrunde, die sich auch von einem Spielverderber die Spielfreude nicht verderben ließ. Ob beim Skat oder beim Rausschmeißer (Mensch-ärgere-Dich-nicht), bei verschiedenen Ballspielen, beim Doppelkopf (oh, das hab ich schon lange nicht mehr gespielt), beim Schach. Computerspiele mag ich nicht, und Spielekonsolen fasse ich nicht an. Wirklich nicht! Und mein Dasein als Marktmönch Bruder Emil ist ja auch eine Art Schauspielerei, an der ich sehr viel Freude habe. Spielfreude eben.

In mir steckt viel Spielfreude, großer Spaß am Spielen. Im Rahmen meiner sehr bescheidenen Möglichkeiten spiele ich sogar ab und an Musikinstrumente, was mir auch große Freude macht. Doch jetzt, jetzt wird mir wie vielen anderen ziemlich übel mitgespielt. Kürzungen und Verschärfungen bei Sozialleistungen, die weitere Privati­sie­rung der Daseinsfürsorge, und dann diese (nein, ich erwähne das nicht) … Ich will diese Spiele nicht mehr mitspielen, mich ihnen verweigern um den Preis einer gewissen Verwahrlosung sogar. Wobei es eben keine Verwahrlosung ist, sondern „nur” ein Ausbrechen aus sogenannten „Sachzwängen”, die alternativlos sein sollen. Also nicht so gekleidet zu sein, wie es erwartet wird (mach ich ja sowieso), nicht immer all die Regeln befolgen, die befolgt werden sollen (dazu gehört auch, ein Stück neben einer roten Ampel über die Straße zu gehen, Rasenlatscher sein, hand­schrift­lich Behördenschreiben beantworten). Schwieriger wird es schon, mich vor all dem Unsinn zu schützen, der „in den Medien” zur Zeit verbreitet wird – schließlich werde ich zur Zeit sogar auf der Straße angequatscht deswegen. Man spielt (!) Empörung, Aufregung, Ablehnung, Spaltung, man spielt Politik usw. usf. Ziemlich viel spielt verrückt.

Und auf all diesen Scheiß habe ich zur Zeit keinen Bock. Obwohl ich weiß, daß etwas für das Ende dieser Spiele zu tun jetzt wichtig ist. Nur: Ganz plötzlich verliere ich die Lust, bei diesen Spielen weiter mitzumachen. Aber es kann ja sein, daß das genau das ist, was ich da machen kann.

Woll'n wir lieber rausgehen, Hopse spielen?

 

Erinnerung des Tages:
Vor ziemlich genau sechs Jahren besuchte ich am 3 2. September meinen in der Demenz verschwundenen Vater zum ersten Mal im Pflegeheim.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 02.09.2026 das vollgetankte Fliewatüüt (aber zu welchem Preis!), ein ausgelesenes Buch (ja, das mit dem Voynich-Manuskript), erledigte Wochenendvorbereitungen.


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202.2026: Ewiges Lächeln

Das denkt in mir herum und wollte jetzt heraus.

 

Es gibt wirklich Menschen, die immer lächeln, wirklich immer fröhlich wirken, zu sein scheinen. Die nehmen Niederlagen lächelnd hin, schmunzeln beim Erhalt schlechter Nachrichten, und wenn etwas schiefgeht, machen sie kichernd und sorglos weiter. Wie machen die das? Woher kommt das? Von einem Glauben? Von einer für mich gerade nicht nachvollziehbaren Sicherheit, einer Gewißheit, daß sie von jemandem, von etwas geliebt werden – und daß am Ende sowieso ein Platz in einem Paradies auf sie wartet? Kann ein wie auch immer gearteter Glaube all das allgegenwärtige Ungemach nicht nur erträglich, sonder sogar zum Grund für ein Lächeln machen?

Ich selbst kann das nicht. Habe das nicht (mehr). Und: Wäre ich immer fröhlich, so würden mir höchstwahrscheinlich Traurigkeit, Erschrecken und sogar Enttäuschung fehlen. Ja. (Euch nicht?) Ständiges Glück verflacht irgendwann – es braucht doch den Kontrast zum Nicht-Glück, vielleicht sogar zum Pech oder Unglück. So denke ich jedenfalls. Ob das nachvollziehbar ist?

Das ist ein Grund, weshalb ich nie einer von jenen Menschen werden und auch nie einer von jenen Menschen sein möchte, die zu allem lächeln (können). Das kann nicht mein Ziel sein. Außerdem: In manchem Gegenüber, das ständig lächelt, erahne ich ein ganz anderes, unglückliches, peinigendes Innen. Und das glückliche Lächeln, das ewige Lächeln ist einfach nur eine blendende Maskerade, die davon ablenken soll …

Und all dem, was ich hier schreibe, widerspricht die Tatsache, daß ich Menschen kenne, die so sehr in sich ruhen, daß ich fasziniert bin von ihrem Strahlen.

 

Erinnerung des Tages:
In meiner Kindheit gab es einen Busfahrer (Stammlinie Heimatdorf – Kreisstadt), der immer den gleichen Gesuchtsausdruck hatte (evtl. krankheitsbedingt). Sein Spitzname selbst unter den Kollegen war „'s ewiche Lächln”.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 01.09.2026 viel Ruhe, ein Lesefortschritt (J. Kuczynski), eine Zwiebelsuppe.


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201.2026: Signale

Manche überfordern mich, manche vermisse ich.

 

 

Sie sind leise und laut, sind unhörbar und unüberhörbar. Sie sind sichtbar und unsichtbar, manchmal fast zu kurz, um sie wahrzu­nehmen, ein andermal blenden sie. Und nie weiß ich so richtig, wie ich meine Antennen einzustellen habe, um all die Signale ertragen zu können und dabei keines zu verpassen.

 

 

Da steckt nichts Akutes, nichts Aktuelles dahinter. Das begleitet mich schon lange – und euch vielleicht auch?

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Schweren Herzens die Hälfte meiner verbliebenen Senf- und Joghurteimer in die Gelbe Tonne gegeben; ein paar aber brauch ich noch.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 31.08.2026 ein paar Ideen, Tonic-Water, Gewitter mit ordentlich Regen am Abend.


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