Fragen, die sich meine Generation nicht stellen muß.
Da ist wieder diese Müdigkeit. Pünktlich wie jeden Tag zum Feierabend. Na, noch drei Tage, dann geht es los. Endlich Urlaub. Zwei Wochen Schrebergarten ohne Radio und Fernsehen. Nur ich und die Gartenlaube. Vorräte hab ich schon eingelagert; ich muß aber noch Kaffee und Brot mitnehmen. Ich bin mir auch überhaupt nicht sicher, ob ich mein Telefon zuhause lasse – aber ein paar Bilder würde ich schon gerne machen.
Moment, ich hab ja irgendwo … Da muß doch noch diese Kamera irgendwo sein, die vom Vater. Diese LOMO. Wenn ich auf dem Heimweg kurz zum Drogeriemarkt gehe und zwei oder drei Filme kaufe? Ob das alte Ding überhaupt noch Bilder machen kann? Vor allem: Wie kann ich denn da sehen, ob das Bild was geworden ist? Ach, ich hätte meinen Vater danach fragen sollen, wie er das immer gemacht hat. Nachher werd ich das Internet danach durchsuchen müssen …
Erinnerung des Tages:
Der Onkel aus Lübeck schickte in seinen Paketen tatsächlich ab und zu Dosenravioli mit. Während blecherne Kaffee- oder Teedosen öfter aus der Geschenksendung verschwanden, kamen die Ravioli immer an.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Zufrieden machten mich am 22.07.2026 ein kleiner Stapel durchsortierten Papiers, der vormittägliche Mittagsschlaf, mit der Handmühle gemahlener Kaffee.
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

