144.2026: Gedankensalat

An der Portionsgröße arbeite ich noch.

 

Es geht nicht nur um das Ziel, das ich habe; für mich ist der Weg dahin, der, auf dem ich genau dieses Ziel erreichen möchte, etwas, das ich für mich passend gestalten muß. Vor allem sind mir dabei die Geschwindigkeit und der Zeitpunkt wichtig: Es geschah schon, daß ich zurückschreckte, weil ich etwas viel zu schnell, für mich viel zu früh erreichte.

 

Ich habe mindestens noch einen Wunsch, den ich mir in meinem Leben erfüllen möchte. Aber ich weiß nicht, wie ich den auf eine akzeptable Art und Weise formulieren und mit seiner Verwirklichung beginnen kann. Da sind viele Unwägbarkeiten, Wenns und Abers … Allerdings denke ich nicht mehr, daß mir das ja überhaupt nicht zusteht: Diesen Denkfehler habe ich bereits überwunden. Und formuliert ist er auch, der Wunsch, nur nicht akzeptabel formuliert, nicht akzeptabel für andere Menschen … Aber ist es nicht auch falsch festzulegen, was für Andere akzeptabel ist?

 

Ein Katzentier. Auch etwas, das ich gern hätte. Aber in einer Einzimmerwohnung im neunten Stock? Und an den Wochenden bin ich immer mal wieder unterwegs, für mehrere Tage, und es gibt niemanden, der das Tier in der Zeit versorgen kann. Nein, es wäre unverantwortlich. Also bin ich weiterhin bemüht, jede Fellnase, die ich treffe, wenigstens kurz zu kraulen (die Hundeleinenhalter frage ich natürlich vorher, und ich respektiere es, wenn ein Tier nicht will). Es ist ein Überbleibsel aus meiner Kindheit, Jugend und aus der Zeit als junger Erwachsener (1973 bis etwa 1992), denn da waren immer Vögel, Katzen oder Hunde in der Familie. Und die Nymphensittiche, die ich hier hatte, gab ich aus den genannten Gründen in einen großen Schwarm in einer großen Voliere …

 

Was wäre, wenn ein Mensch wirklich wüßte, wann genau er sterben wird? Auf Tag und Stunde genau? — Ich würde mein Verhalten, mein Leben ganz sicher verändern; aber wie genau kann ich nicht sagen, nicht ahnen und auch nicht abschätzen.

 

Noch immer suche ich nach dem Fundstück: Ein Geldbeutel, aus dem ich alle sechs Stunden 40 Euro nehmen kann, nein: muß, die ich aber bis zum nächsten Entnahmezeitpunkt aufgebraucht haben muß. Schaffe ich das nicht, endet der Geldsegen sofort. Eine Dystopie, oder?

 

Es herrscht … Nein, es ist kein Chaos in meinem Kopf, nur ein kleines Durcheinander. Eine Art Gemischter Salat mit Knoblauchdressing oder Honig-Senf-Soße. Lecker jedenfalls, allerdings eine sicher zu große Portion.

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
So einiges Altpapier brachte ich in den Container.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 05.07.2026 das aussortierte Papier, die zweistündige Runde durch die Stadt, die Zeit in der Badewanne.


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143.2026: Trubel

Stadtteilfest in einem „Problemviertel”.

 

Und der Verein mittendrin. Also auch ich. Ab 9 Uhr Aufbau, von 11 Uhr bis 17 Uhr Publikumsverkehr. Nun gut, am ersten Ferientag war das Interesse an Lese- und Schreibübungen wirklich gering. So half ich eben aus beim Ausprobieren der Schau­kampfwaffen und Kettenhemden – nach mittlerweile acht Jahren habe ich mir auch dafür ausreichend Wissen angeeignet. Und ganz ehrlich: Einen Bidenhänder am ausgestreckten Arm 30 Sekunden lang waagerecht zu halten, das schafften nur zwei der Besucher (Hut ab dafür).

Das Wetter war so lala. Nicht heiß, ohne pralle Sonne, mäßiger Wind, der die Zelt­wände dennoch bewegte. Kurz vor Ende der Veranstaltung zog es sich zu, sah es nach Regen und Gewitter aus. Allein: Wir haben so gut zusammengearbeitet, daß alles trocken eingeladen werden konnte ins Fliewatüüt. Auch das, was heute an neuer Ausrüstung zum Verein kam, fand einen sicheren Platz.

Geredet wurde diesmal weniger mit Gästen, aber mehr innerhalb des Vereins. Auch mal schön. Und ich zum Beispiel konnte Erinnerungen auffrischen an Begegnungen, die fast zwanzig Jahre zurücklagen. Jaja, so lange kenne diesen und jenen Menschen schon; damals war an den Marktmöch noch längst nicht zu denken. Wie schön, daß wir uns noch immer verstehen und einander nicht gram sind oder gar sein müssen.

Am Abend verspüre ich kurz nach der Ankunft im neunten Stock etwas, das ich so noch nie benennen konnte. Heute fand ich ein Wort dafür: Ich verspürte eine deut­liche K.O.-igkeit. Nachher geh ich noch Duschen – und wie lange ich danach noch wachbleiben kann, das weiß ich einfach nicht.

 

Erinnerung des Tages:
Manchmal traf ich vor etwa 20 Jahren Menschen in der Wohnung eines Feuerschluckers – und einige wenige davon kann ich noch heute gut leiden.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machte mich am 04.07.2026 das überstandene Stadtteilfest, auf dem mich meine allerallerallerbeste Freundin besuchte (obwohl ich wirklich nur wenig Zeit für sie hatte), die – von mir unbemerkt – auch putzige Bilder von mir machte.


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142.2026: Rückkehr vielleicht

Nach fast sechs Monaten Ausprobieren bin ich unschlüssig.

 

Ich wollte ja nicht mehr täglich bloggen, hörte deshalb am 5. Januar 2026 damit auf. Und dann war ich nie so ganz zufrieden mit der Schreiberei; das Regelmäßige, das Tägliche fehlte mir doch. So kam es, daß ich es im Juni wieder versuchte – bis mich die verd… Hitze davon abhielt weiterzumachen. Und nun?

Ich denke nach darüber, ob ich mich wirklich wieder täglich bezwingen, überwinden will. Ob es vielleicht notwendig ist für mich. Oder ob ich an allen geraden Tagen oder an alle ungeraden … Fünf Tage in der Woche vielleicht? Ich weiß, ich mache mich mit dieses Gedanken selbst kirre; aber sie sind da und gehen nicht weg.

Ganz aufzuhören ist mir unmöglich. Mit so großen Lücken weiterzumachen ist für mich auch nicht gut. Ich erinnere mich an die Tage, an denen ich partout keine Idee für einen Beitrag hatte und dennoch etwas erschuf. Und dann vergleiche ich die Anzahl dieser Tage mit der Anzahl jener, an denen es mir beinahe mühelos gelang: verschwindend gering der Anteil der ideenlosen.

Ich stehe seit Tagen vor der Entscheidung, die ich nicht treffen will (und wahrschein­lich doch schon getroffen habe). Vielleicht kehre ich zu #onepostaday zurück …

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil


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141.2026: Das Schild

Wir haben es alle schon gesehen …

 

Dieses Schild (das manchmal nur ein Zettel ist). Viereckig. Meist DIN A5 im Quer­for­mat, seltener größer. Manchmal handgefertigt, mit ungelenken Großbuchstaben. Oft aber industriell gefertigt. Weißes Plaste, mit einer faserähnlichen Oberfläche, irgend­wie an Bütten erinnernd. Bedruckt mit einem umlaufenden roten Rand.

Und auf der weißen Fläche darin steht:

Außer Betrieb!

Ich weiß, daß heute oft ein anderer Text zu finden ist: „Techniker ist informiert.” Aber ich fand und finde „Außer Betrieb” interessanter, ehrlicher. Es bedeutet ja auch etwas ganz anderes als „Funktionslos”, nicht wahr?

Ich war jetzt mehrere Tage „außer Betrieb”, weil einfaches Funktionieren, einfach Leben nicht möglich war für mich. In Betrieb zu sein, das hat auch ein Geschmäckle von Wirtschaftlichkeit, Ausbeutung, Abschöpfung – oder?

Wenn etwas – irreparabel oder reparierbar – seine Funktion nicht erfüllt, ist es für euch dann eher kaputt oder außer Betrieb? Oder kommt es drauf an?

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

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140.2026: Rohes

Ich stöberte in meinen Notizen herum.

 

Rohmaterial. Rohe Sätze. Wortgruppen und Worte, ab und zu auch nur einzelne Silben. Hin und wieder lese ich das Zeug quer – und wenn ich Glück habe, entsteht dann Brauchbares, Herzeigbares, oder zumindest weiteres Rohmaterial für irgendwann später.

Heute habe ich nichts daraus machen können. Aber ich fügte Rohes hinzu zum Rohmaterial. Die Vorsilbe „per”: permanent, perspektivisch, persistent, per… Eine angefangene Wortliste. Ach ja: pervers, perkussiv, perfekt, per… Mal sehen, wie viele mir da noch einfallen werden. Nein, ich werde nicht im Duden oder gar online suchen.

Und da ist noch dieser eine Gedankenanfang aus der Vergangenheit: „Am anderen Ende der Wahrheit …”

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

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139.2026: Mein Eindruck

Etwas, das mir beim Lesen durch den Kopf ging.

 

Manchmal habe ich beim Lesen den Eindruck, daß die Schreibenden mit ihren Texten etwas ungeschehen machen woll(t)en (als Beispiel fällt mir die Günderode ein). Ich weiß nicht recht, ob das überhaupt möglich ist. Vielleicht, vielleicht läßt sich Geschehenes verändern, wenn und indem jemand darüber schreibt?

Ich hingegen versuche zumindest in meinem Unherzeigbaren, Ungeschehenes in meine Wirklichkeit so einzubauen, daß es mir als etwas Erlebtes erscheint. Ich erschaffe mir Erinnerungen an Ereignisse, die nie (so) geschehen sind …

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

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138.2026: Egal

Und ja, das tut mir, ich tu mir wirklich leid.

 

Wiedereinmal liegen hier verschiedenen Anfänge von/zu Texten herum. Mehrere. Aber: Völlig unabhängig vom Anfangsthema lande ich unweigerlich bei Hitze, Schweiß, Unwohlsein oder sogar Klimawandel/Klimakatastrophe. Wenn ich das fest­stellte/bemerkte, riß ich (Sakrileg! Sakrileg!) Seiten aus der Kladden und zerküllte sie. Nur wenige Minuten später holte ich sie aus dem Papierkorb und strich sie glatt. Nein, ich habe sie nicht mit Klebestreifen wieder festgemacht …

Schön ist das wirklich nicht. Aber egal, wie sehr ich mich zu konzentrieren versuche: Immer wieder lande ich bei dem Thema, das ich gerade nicht behandeln will. Kennt jemand einen praktikablen Weg aus diesem Dilemma heraus?

 

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137.2026: Man sollte

Schreiben über das, wonach man sich sehnt.

 

 

  Verschneite Landschaft
  Weiße Hauben überall
  Leider nur gemalt

Ein Haiku.

 

 

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136.2026: Sommersonntag

Sommersonnenwende, Sommeranfang, extrem heißer Tag.

 

Ich wurde um Acht wach. Die Nacht war eine tropische (Temperatur immer über 20 °C), ein leichter Windhauch ließ mir die Verhältnisse noch einigermaßen angenehm erscheinen. So blieb ich einfach liegen, döste vor mich hin. Und noch vor dem Kaffee gab es dann nach Zehn einen übriggebliebenen Eiskaffee.

Schwül. Verdammt schwül ist der Tag. Bis zum Mittag trank ich schon drei Liter. Und als das Regenradar zeigte, daß es hier mäßig regnet, fiel – natürlich – kein einziger Tropfen. Wie so oft machte der Regen einen Bogen um HaNeu. Zwischendurch kletterte der Taupunkt (ein für mich praktikables Maß für die Schwüle) auf 27 °C – und schon ab 16 °C ist es schwül …

Am späten Nachmittag hatte ich dann 4,5 Liter Tee intus. Ich weiß nicht, wie oft ich einen Lappen in eine der Schüsseln mit Wasser und Kühlakku tauchte, um mir damit dann Schultern, Ellenbogen, Handgelenke und andere Stellen zu befeuchten und mich abzukühlen. Sehr viel Linderung verschaffte mir das leider nicht. Die Ventila­toren konnten auch nichts anderes, als warme Luft hin- und herzuwedeln.

Und wenn ich richtig gelesen habe, dann soll das Wetter mindestens für noch weitere zehn Tage so ungesund bleiben.

Uffz. Mir reicht's aber jetzt schon …

 

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Der Emil


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135.2026: Blablabla

Bei dem Wetter fiel mir heute sogar das Zuhören schwer.

 

„Na? Macht Dir die Hitze auch so zu schaffen? Oder ist es für Dich nur bestes Badewetter?”

Ich stöhnte nur, statt darauf mit Worten zu antworten. Und dann, dann wurde mir vom Erdgeschoß bis in den neunten Stock ein Ohr abgekaut. Ich habe keine Ahnung, wie jemand in so kurzer Zeit mit so vielen Worten so viele Nebensächlichkeiten (in meinen Ohren und Augen war es nichts anderes) von sich geben kann.

Nach der Hitze draußen war das eine weitere Belastung, die ich mir heute lieber gespart hätte. Und fagt mich bitte nicht, was mir da genau erzählt wurde: Ich weiß es schlicht nicht. Jetzt seh ich mir drei Star-Trek-Filme am Stück an …

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil


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