Das ist mein 16. Blog-Adventskalender. Beim Schreiben denke ich oft an die, die krank sind oder Unterstützung benötigen, an alle, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wundervolle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen auch in diesem Jahr für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen, und für die, die Freude an dieser Zeit haben.
Liegt es vielleicht doch am fehlenden Schnee …?
Beim Lesen bin ich sofort an den Zukunftsglauben in der DDR erinnert. Es ist auch ein Gedicht, das in der DDR entstand (als deutscher Text zu einer portugiesischen Weise). Viel mehr als Geburts- und Sterbejahr und noch zwei, drei andere Gedichte weiß ich nichts von ihr, von der Textdichterin Marianne Graefe.
Lieblich leuchten tausend Sterne
Marianne Graefe (∗ 1904 – † 1984)
Lieblich leuchten tausend Sterne
an der dunklen Himmelswand,
in der Nähe, in der Ferne
deckt der Schnee das weite Land.
Frieden, freiden tönt die Stille,
Frieden allen Menschen!
Not verklärt sich, neues Hoffen
festigt in den Herzen sich,
helles Leben liegt uns offen,
froh wird uns und feierlich.
«Frieden, Frieden», singen alle,
«Frieden allen Menschen!»
In: Wunderweiße Nacht. Erzählungen, Gedichte und Lieder
für das Weihnachtsfest. Hrsg.: R. & R. Brock. Seite 115
1. Broschierte Auflage 1980.
Verlagsrechte f. d. Ausg. Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, Berlin
Lizenznr. 414.235/99/80 · Bestellnr. 625 258 8
Und wieder spielt der das Land bedeckende Schnee eine Rolle in einem Winter-, Advents- oder Weihnachtsgedicht. Damals, als es geschrieben wurde (ich denke, noch weit vor 1980), gab es ihn noch. Ich glaubte an den Frieden für alle Menschen, glaubte daran, daß er über kurz oder lang Wirklichkeit werden könnte. So wie es auch viele andere Menschen glaubten
Und dann begann der Schnee zu fehlen. Mittlerweile fällt nicht mehr genug davon, um die Gletscher überleben zu lassen. Ich wünsche mir wieder viel, viel mehr von der weißen Pracht, die das Leben stiller machte und langsamer, wenigstens für eine Weile. Wer weiß, vielleicht wirkte sich das auch in mehr Hoffnung und Chancen auf Frieden aus …
Gestern weggegeben bzw. entsorgt:
Heute Nachmittag sortierte ich einige T-Shirts aus, die zum einen verschlissen sind und die ich sowieso nie wieder anziehen werde (wieviele Jahre die wohl aus nostalgischen Gründen im Schrank lagen).
Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.
P. S.: Gestern, am 15. Dezember 2025 war ich zufrieden mit diesem Gefühl der Nähe, mit einem Gedankenaustausch, mit richtig warmen Füßen am Abend.
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


