Nº 002.2026: Na gugge

Es gibt aber nichts Ungewöhnliches zu sehen.

 

Da stellte ich doch heute fest, daß ich noch ein paar Tage weiterhin jeden Tag schrei­ben möchte (am Ende dieser Zeit erzähl ich es).

Heute habe ich das Radikal-weg begonnen und einiges trotz daranhängender Erinn­rung einfach ins Haus gestellt (eine Schreibtischleuchte, zwei Schalen), ins Altpapier (3 Notebook-Verpackungen, zwei größere Kartons) gegeben oder endlich in den Müll geworfen (zwei Schachteln mit lange, sehr lange aufgehobenem Kleinkram). Es bringt mir nichts, das alles immer wieder immer nur von hier nach da zu räumen: Ich trenne mich davon. Da war es ganz gut, daß ich heute zweimal aus dem Haus ging zum Einkaufen; jedes Mal nahm ich Zeug mit runter. Es fällt mir wirklich schwer …

Ja, dann habe ich zwei Runden Einkauf erledigt. Zuerst besorgte ich mir Teelichter und Brennspiritus. Auf diesem Weg fuhr ich zum ersten Mal in diesem Jahr mit der Funkenkutsche, die dann auch noch eine der ganz neuen war, eine TINA. Als ich die Dinge nach Hause gebracht und weggeräumt hatte, ging es noch zu einem Discounter. Salz und Eier waren ausverkauft, gibt es erst morgen wieder. Aber alles andere bekam ich, alles andere Notwendige ist wieder in ausreichender Menge vorhanden. Mir sollten zum Beispiel eingelegte Jalapenos und Kapern nicht ausgehen, die eß ich ab und zu direkt aus den Gläsern. Auch ein Glas von den kleinen Gewürzgürkchen steht immer bei mir, ein ungeöffnetes; gestern war der Appetit aber eben zu groß. Mal ehrlich: Leberwurstbrot ohne Gürkchen? Ist das überhaupt erlaubt?

Zwischendurch las ich immer wieder ein paar Seiten. Das Buch (Matt Ruff: G.A.S.) empfinde ich als sehr verwirrend. Gefühlt 38 unterschiedliche, scheinbar unzusam­men­hängenden Handlungststränge laufen gerade auf eine in den 60ern entwickelte Künstliche Intelligenz mit einem mehr als rudimentärem Bewußtsein hinaus/zu – ich versteh kaum noch, worum es geht. Auch dort muß ich weitermachen, weiter­lesen, denn ich möchte ja nun die Auflösung wissen. Um was es wirklich in diesem Buch geht.

Radikal-weg steht nicht auf einer To-Do-Liste, sondern auf meiner Nice-to-Liste. Es muß nicht erledigt werden. Doch ich gände es gut, wenn es passieren würde. Der Anfang ist gemacht. Der Alltag kehrt wieder ein bei mir.

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Da steht schon einiges oben im Text …

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 02.01.2026 eine wiederentdeckte Sache, die erledigten Einkäufe, die Selbstüberwindung.


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Nº 001.2026: Weiter so?

So vieles kann ich nicht anders machen als bisher.

 

Vorab: Von einem Dogma habe ich mich verabschiedet: #onepostaday. Damit kennzeichne ich meine Blogbeiträge nicht mehr und nehme mir so nun die (offensichtliche) Selbstver­pflich­tung (und das geflissentlich befürchtete schlechte Gewissen) … Das heißt allerdings nicht, daß es nicht täglich einen neuen Beitrag geben könnte.

 

Ein Neues nächstes Jahr in meinem Leben; in dem Leben, von dem ich noch im Alter von 27 Jahren dachte, daß es seinen geregelten sozialistischen Gang gehen könnte. Daß ich keine Angst vor der Zukunft haben bräuchte. Nun ja, das Leben ging mit der Zeit und es kam so vieles so anders. Für das meiste davon bin ich dankbar. Doch ich kann einfach nicht für alles dankbar sein.

Immer wieder bin ich allerdings dankbar für meine Phantasie, für meine (positive) Vorstellungskraft, für meine Fabulierlust, selbst dann, wenn ich mir das Herzeigen ihrer Ergebnisse besser nicht erlaube. Zum Beispiel diesen von mir seit Tagen vorbereiteten Neujahrstext, den ich doch so unbedingt die ganze Welt lesen lassen wollte: Beim Abschreiben heute merkte ich erst, wie flach und schwammig und oberflächlich ich da … fast wie von einer dieser widerallgegenwärtigen KI erstellt. Braucht es überhaupt einen solchen Text von mir?

Guter Gedanke: Was es von mir braucht. Was ich von mir brauche, für mich. Egoistisch, oder? Laßt mich mal noch eine Zeit auf dem herumdenken, mir das eine oder andere dazu noch klarwerden. Wer weiß, es wäre ja immerhin möglich, daß sich nicht nur diese eine Ziffer geändert hat, sondern noch mehr, das auch ich nach und nach erst kennenlernen, akzeptieren kann und/oder muß.

In diesem Sinne mache ich mich jetzt auf in meine nächste Reise durch bislang unentdeckte Zeiten. Obwohl sie mir alle bekannt sind, alle: von Januar bis Dezember, von Montag bis Sonntag, von Mitternacht zu Mitternacht. Das alles ist schonmal dagewesen, alles schon mehrfach erlebt, nur noch nicht in der konkret bevor­ste­henden Form. Die bleibt ungewiß bis zum tatsächlichen Erleben. Ein wenig muß ich mich noch sortieren, einiges muß ich mir noch zurechtlegen, ehe ich mich auf den unvermeidlichen Weg machen werde. Wenn ihr weiterhin Lust dazu habt, mich dabei zu begleiten, fühlt euch herzlich dazu eingeladen.

 

Erinnerung des Tages:
Die Geräusche draußen erinnerten mich in der Nacht und bis jetzt über den Tag verteilt an die akustische Gefechtsfeldsimulation der Übungen bei der NVA.

 

Ich danke fürs Lesen und schleiche mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 01.01.2026 ein verworfener Text, 160 Gigabyte gelöschter Dateien, das wiedergefundene Portemonnaie (ich suchte heute einige Zeit danach).


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2025 – 365: Knall und Fall

Manches Geräusch ruft Erinnerungen hervor …

 

Nein, es war eher umgekehrt: Fall und Knall. Danach zwei Stunden Pfeifen in einem Ohr. Danke für Nichts! Das hätte ich heute gegen 14 Uhr nicht gebraucht, als ich den Müll runterbrachte. Wer weiß, ob das nur ein Zufall war, aber ich war gerade an der Haustür, als es diesen gewaltigen Rumms am Fuß der Haustreppe gab. Schon vor Weihnachten begann hier die Böllerei. Da waren Geräusche dabei wie die Abschüsse der 2S1, der 122-mm-Panzerhaubitze/-SFL-Haubitze. Meine Fresse! Der heute keine drei Meter neben mir war auch so einer.

Seit es halbwegs dunkel ist, wird hier heftig geknallert. Ich versteh es nicht. Auch in diesem Jahr werde ich mich nicht daran beteiligen. Aus dem Fenster zu sehen in Richtung Innenstadt verkneif ich mir auch, denn schon nach Sekunden ist im Qualm nichts mehr zu sehen. Auf das „gute” Essen, das zu Silvester immer 18 Uhr auf den Tisch kommt, legte ich heute keinen Wert. Nach meinem Appetit gab es vorhin Kartoffelbrei, braune Zwiebel und Regensburger (ha, ob die Jüngeren noch wissen, was das ist?) satt. Lecker, so richtig mit guter Butter gemacht und mit Muskat. Und einen Glühwein hab ich warmgemacht, den schlürfe ich jetzt.

Silvester. Jahresende, Jahreswechsel, Jahresanfang. Begriffe, von denen ich mich gerne lösen würde. Ob ich für mich eine Art „Geschäftsjahr” einführen könnte? So von einem Tag, der mir paßt, und bitte auch in der Länge, die mir paßt. Ja klar, unrealistisch, nicht wirklich praktikabel. Weil auch ich in diesem Staat, in diesem System ganz vielen Regeln und anderen Grenzen unterworfen bin. Von vielem würde ich mich gern freimachen; aber … Mut wünsche ich mir dazu, wenigstes ein bißchen Mut für wenigstens irgendetwas …

Wenn ich morgen aufwache, hat sich in meinem Leben exakt nichts verändert. Es geht einfach weiter wie bisher. 'ne Nummer wird sich geändert haben, mehr nicht.

Und bei euch so?

Ach so: „Hebbie njuh jiear, miss Soufie!” Und euch allen einen guten Rutsch.

 

Erinnerung des Tages:
Wie bescheiden unsere Feuerwerke früher waren, als wirklich nur am 31.12. Pyrotechnik verkauft wurde (oder am 30.12. – wenn Silvester auf einen Sonntag fiel) …

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 31. Dezember 2025 war ich zufrieden mit Aufgeräumtem, mit dem Räucherkerzenduft, mit den Würstchen.


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2025 – 364: Nix Rück oder Aus

Aber auf was werde dann wohl blicken?

 

Dann fang ich schonmal im alten Jahr an, etwas zu ändern. Es gibt also weder einen Rückblick noch einen Ausblick. Für mich ganz privat erlaube ich mir einen Einblick, einen in mein Herz und in meine Seele, wie man so schön sagt.

In beidem finde ich große Ängste (bedingt von der Politik im Großen und im Kleinen). Und doch sind in beidem auch viele Lichtblicke, gute Momente enthalten – und nicht zu vergessen: Hoffnungen. Ganz viele davon. Ich muß wohl auch nicht sagen, daß ich hoffe, es mögen sich ziemlich viele … na gut, einige davon erfüllen. Welche? Tja, da ich keine davon offenbaren möchte, werde ich das auch nicht tun und mich über­raschen lassen.

Es ist eine sonderbare Stimmung, eine vertrackte Gemütslage, in der ich mich befinde zur Zeit. War ich an einem Jahresende jemals so innerlich durchgerührt wie dieses Mal? Völlig verquirlt, ich tanze in mir auf mindestens sieben verschiedenen Hochzeiten (oder wie man das sonst nennt) mit mir selbst. Ja, das ist weit besser, glaube ich, so einiges, das ich früher zu Jahreswechseln in mir sah.

Ich blicke hinein in mich. In das Jetzt in mir. In ein Chaos, das ich in mir … Feststelle? Spüre? Weiß? — Ist es ein Chaos? Ja, aber eines mit einer gewissen ästhetischen Qualität: Ein Apfelmännchen erblicke ich in mir. Da denke ich, ich hätte seine schönste Stelle gefunden, doch schon wird mein Blick in mich hinein von einem ganz anderen Stück angezogen. Oh ja, das ist das Überraschende: angezogen und nichts, von dem ich mich am besten sehr schnell wieder abwenden möchte. Was ist da passiert?

Vielleicht ist es Altersmilde, die mich so in mich hineinsehen läßt. Oder Akzeptanz, radikale Selbstakzeptanz. Darin bin ich ja nun weiß Gott nicht sonderlich geübt. Ja, ich nehme das jetzt so hin an. Keine Ahnung, wieso das zur Zeit so einfach möglich ist. Aber es ist, und es ist gut so. Ich blicke in mich hinein und sehe nicht schwarz …

 

Erinnerung des Tages:
Noch vor dem Beginn des täglichen Bloggens – wenn ich mich recht erinnere, im Jahr 2007 – überstand ich den Jahreswechsel wirklich nur vollkommen besoffen.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 30. Dezember 2025 war ich zufrieden mit der beginnenden Genesung, mit Bulgur mit Gemüse, mit dem Anfang einer anderen Schreibroutine.


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2025 – 363: Und täglich …

Die zum Jahresende üblichen Überlegungen.

 

Obwohl: Ich denke, die erspare ich mir noch. Zuvördesrt muß ich mich um meine Erkältung kümmern. Ja, um eine stinknormale Erkältung. Bääääh.

Andererseits …

Mittlerweile habe ich mir eine erkleckliche Liste an Dingen notiert, die im nächsten Jahr passieren dürfen – nicht aber müssen. Im noch laufenden Jahr war da ja auch mehreres, das ich mir zwar vorgenommen, aber nicht umgesetzt habe. Na und? Der Titel der Liste für 2026 lautet nicht „Zu tun (To do)”, sondern „Wär' schön (Nice to)”. Außerdem werde ich mit dem, was jetzt draufsteht, noch ein wenig herumjonglieren – beim Liegen auf der Schlafstatt habe ich zwischen den Dämmernickerchen ja Zeit und Gelegenheit dazu.

Ich habe keinerlei Feuerwerksgedöns gekauft, als ich heute zum letzten Mal (für dieses Jahr) einkaufen war. Nein, und ich werde auch nicht wieder versuchen, etwas von dem zu sehen, was in der Innenstadt abgebrannt wird (nach 30 Sekunden etwa ist der Qualm einfach zu dicht dafür). Falls (!) ich zur Mitternacht wach sein sollte: Ich habe einen Piccolo und werde den benutzen. Falls nicht: Na und?

Das steht auch auf der „Wär' schön”-Liste: Viel öfter mit „Na und?!” antworten …

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Die letzten fünf meiner Sammlung besonders geformter Flaschen habe ich auf den Altglas­con­tainer gestellt – ich weiß gar nicht, ob die dann verschwunden waren.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 29. Dezember 2025 war ich zufrieden mit der ausbleibenden Verschlechterung, mit dem abgeholten Paket, mit gekauftem Medikament und Grundversorgungskram.


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2025 – 362: Drei Tage

Was vom Jahr noch übrig ist.

 

Drei Tage noch ist es 2025, nur noch drei Tage. Dann ist das in meinen Augen beschissenste Jahr meines Lebens vorbei. Und ich bin mir noch dazu sicher, das keines der folgenden Jahre besser werden kann als dieses.

Ja, ich bin pessimistisch. Sehr. Und wißt ihr was? Ich laß mich gerne vom Gegenteil überzeugen …

Erinnerung des Tages:
Die Euphorie und die Angst im Herbst 1989 gehörten zusammen …

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 28. Dezember 2025 war ich zufrieden mit dem rechtzeitigen Wach- und Fertigwerden, mit dem Chauffeur zum Bahnhof, mit dem zurücksortierten Krempel.


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2025 – 361: Wenn's zuviel wird

Warum mir manchmal ein richtiger Ofen fehlt.

 

 

Wo soll eins denn hin mit der Wut, wenn es da niemanden gibt, den der Mensch dafür verantwortlich machen kann? Früher ging es dann Holz einschlagen oder hacken für den Ofen – doch heute?

 

 

Ja wirklich, ich war der, der zur Axt oder zum Beil griff, wenn ich mich abreagieren mußte. Und das war bis 2003 kein Problem: Die Küchenöfen blieben beim Heizungs­einbau samt funtionierendem Schornstein erhalten. Damit war auch bei Stromausfall (tatsächlich brauchen fast alle Heizungsanlagen Strom!) eine einigermaßen warme Wohnung mit überheizter Küche möglich. Holz war ja auf dem Dorf mehr als genug vorhanden, und auch zu jener Zeit wurde es noch auf dem Dachboden in den Holz­kammern gelagert.

Jetzt hatte ich wieder vier Tage Holzfeuer in einem Kaminofen (mit Feinstaubfilter im Schornstein): Das ist und bleibt eine ganz, ganz andere Wärme als die von meiner Fernheizung zuhause. Plus: Die Flammen sind zu sehen und zu hören. Keine Sorge, ich weiß um die Umweltschädigung und schäme mich auch dafür, mich daran zu erfreuen. Aber schön ist diese Art der Raumerwärmung dennoch für mich, läßt sie mich doch an für mich schönere Zeiten meines Lebens denken und von ihnen träumen und von dem, was ich neben den bullernden Öfen so erlebte. Hab ihr euch den Rücken mal an einem echten Kachelofen gewärmt? (Langer, wohliger Seufzer.)

Ach, das mit der Wut war einer der Gedanken, der mir heute vorm Ofen durch den Kopf ging, da ist nichts Aktuelles oder Akutes. Wirklich, trotz der Schwierigkeiten im Umgang mit meiner Mutter: nix akut. Und wenn ich heute wütend bin, dann schreibe ich etwas auf. Und dann zerknülle ich das Geschriebene und laß es durch den Aktenvernichter laufen oder lasse es Flammen ausgehen.

Ihr könnt euch vorstellen, was mich jetzt interessiert? Wie habt denn ihr eure Wut abgebaut – oder wie macht ihr das heute?

 

Erinnerung des Tages:
Das Holzstapeln auf dem Dachboden hat weniger Spaß gemacht als es im Hof großen runden Mieten aufzutürmen.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 27. Dezember 2025 war ich zufrieden mit der Ruhe beim Frühstück allein, mit den 90 Minuten Unterwegssein im Dorf, mit meiner Beharrlichkeit.


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2025 – 360: Noch ein Feiertag

Und danach kommt auch noch das Wochenende.

 

Oh weh. Zweieinhalb Feiertage, an denen kaum irgendwelche Geschäfte geöffnet hatten! Und gleich danach Sonnabend und Sonntag. Und das viele Essen. Und ganz viele Gespräche, die liebevoll, besinnlich und natürlich wohlwollend mitgestaltet werden mußten und müssen. Ja, das ist anstrengend, sehr anstrengend.

Mir war heute estwas blümerant. Müde, schlaff, eine Weile quälte mich ein trockener Reizhusten. Ich war dennoch eine Stunde im Dorf unterwegs (nicht allein) und fand ein paar Motive für die Kamera. Aber noch weiß ich zu wenig über deren Bedienung und Möglichkeiten; und in die Bildbearbeitung mit RawTherapee muß ich mich auch einfitzen. Mittlerweile finde ich es in Ordnung bis gut, daß ich hergefahren bin und die Weihnachtstage mit meiner Mutter verbrachte und verbringe. Schwierig ist es tatsächlich, denn ihre Hör- und Sehleistung sind deutlich verringert. Wenn ihr hören würdet, wie ich mit ihr zu sprechen versuch … Ja, auf die Art und Weise versteht sie mehr, aber damit meint sie auch viel früher zu wissen, was ich sagen möchte (und was daraus folgt, ist vorstellbar).

Zum Glück fand in diesem Jahr nicht mehr das große Familientreffen statt (ich weiß nicht, wann davon das letzte war) mit mehr als 20 Leuten. Hier läuft für mich dasselbe Radio wie zuhause und ich seh mir auch keine anderen Fernsehsender an. Manchmal habe ich das Gefühl, daß ich auch hier Selbstgespräche führe und nur Selbstgespräche. Am meisten wundert mich, daß mich das nicht wirklich stört. Will sie etwas nicht verstehen, dann versteht sie es eben nicht. Bedrängt sie mich zu sehr, ziehe ich mich zurück (das geht wirklich). Und wenn ich zurückkomme, weiß sie nicht mehr, worum es ging. Nach zehn Minuten fängt sie dann nochmal mit diesem Thema an und ich reagiere nicht mehr.

Auf diese (von vielen vielleicht als lieblos wahrgenommene) Art halte ich zweieinhalb Feiertage und ein Wochenende aus. Ich muß wohl Mutter gegenüber nachsichtiger werden, wenn ihr Verhalten auch noch so verletzend ist.

Tagebuchgeblogt.

 

Erinnerung des Tages:
Einmal erkannte ich den Weihnachtsmann: Er trug die Uhr meines Vaters.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 26. Dezember 2025 war ich zufrieden mit mit einer Runde durchs Dorf, mit lange nicht gesehenen Verwandten (nur wenige und nur kurz getroffen), mit meiner versöhnlichen Stimmung am Abend.


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2025 – 359: Sternenhimmel

Überraschungen und Erinnerungen beim Blick nach oben.

 

Seit 17 Uhr ist es dunkel. Und wenn die weihnachtliche Beleuchtung an den Fenstern und Häusern und Bäumen nicht wäre, wäre es sehr dunkel. Der Himmel ist wolken­los gewesen den ganzen Tag lang und ist es noch jetzt. Wenn ich im Hof stehe und das Murmeln des Baches höre, kann ich hinaufsehen zu den Sternen. Von denen sehe ich hier mindestens doppelt so viele wie in der kleinen Großstadt. Sogar M42, den Orionnebel, kann ich hier mit bloßem Auge entdecken, wenn das Sternbild Orion im Winter recht hoch am Himmel steht.

Würde ich aus dem Tal hinaufgehen auf die Höhen links oder rechts, wäre der Aus­blick noch eindrucksvoller. Doch dazu bin ich schlicht zu faul. Jemand, der noch nie hier, in einem Mittlegebirge oder weit auf dem flachen Land, an der Küste war, also in einiger Entfernung von Städten, der wäre von der schieren Anzahl sichtbarer Licht­punkte am Firmament sicherlich überrascht. Wenn ich dann daran denke, daß das in meiner Kindheit selbst in den kleineren Städten noch so gut zu sehen war … Klar ist es gut, immer und überall Licht haben zu können, aber es sollte auch abgeschalten werden oder zumindest abschaltbar sein. Damit wir den Sternenhimmel wieder bewundern können, egal wo wir leben oder sind.

 

Erinnerung des Tages:
WPA (Wissenschaftlich-praktische Arbeit, ein Unterrichtsfach der 11. und 12. Klassen an der EOS) hatte ich nicht weit vom Dorf in einer Sternwarte. Das war sehr spannend.

 

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Der Emil

 

P.S.: Am 25. Dezember 2025 war ich zufrieden mit der Ruhe über den Tag, mit leuchtenden Nachrichten, mit einfacher Bockwurst am Abend.


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2025 – 358a: Am Weihnachtsabend

Ein ungewöhnlicher, zweiter Beitrag zum Tage.

 

So. Dann sind jetzt noch zwei Feiertage zu überstehen und danach ist das alles fast schonwieder vorbei …

Ich hoffe, heute verlief der Tag so, wie es euch guttat, wie ihr es euch gewünscht hattet – oder wenigstens ohne Zank und Streit. Die Geschenke waren auch alle zur Zufriedenheit? Hier gab es um 18 Uhr das Festessen, es war köstlich – und ihr seid auch alle sattgeworden, egal ob es nun Würstchen mit Kartoffelsalat oder Braten mit Klößen oder oder oder war? Etwas vermisse ich, etwas, daß ich bei mir zuhause gehabt hätte: heißer Met (und bitte nicht das übersüßte Zeug, sondern einen trockenen). Das … Naja, man kann nicht alles haben.

Heute früh kurz nach Sechs ging ich zu Fuß zum letzten verbliebenen Dorfbäcker. Ich hatte mich darauf vorbereitet, in einer langen Schlange schon vorm Geschäft warten zu müssen – aber da war niemand. Und 30 Minuten nach Ladenöffung gab es auch nicht mehr viel ohne Vorbestellung. Was ich holen wollte, nämlich Mohnzöpfe und Anisbrötchen, bekam ich aber noch. Und den Rückweg entlang der beleuchteten Fenster an der Dorfstraße ging ich zwischen sachte fallenden Schneeflöckchen.

Mit meiner Erinnerung an den Weihnachtsmoment vom Morgen wünsch ich euch allen jetzt: Frohe Weihnacht. Ich denke heute an die, die weit weg sind, nicht nur die Entfernung betreffend. Und vielleicht gibt es ja auch heutzutage noch (kleine) Weih­nachts­wunder, oder überhaupt Wunder oder wunderbare Momente. Wir müssen sie nur erkennen und bemerken, nicht wahr?

 

Ihr merkt, jetzt kommt das Neue wieder am Abend.

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Heute entsorgte/löschte ich zwei Verzeichnisse, die ich seit gut 20 Jahren immer ins $HOME kopierte.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 24. Dezember 2025 war ich zufrieden mit den Schneeflöckchen, mit sehr viel Kaffee in aller Ruhe, mit aufgefrischten und aufgeschriebenen Familiendetails.


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