2021,203: Hilfe

Denkt – außer mir – jemand über eine solche Frage nach?

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Da schläft ein Mensch in der prallen Sonne, schläft tief und fest. Würdet ihr die Person wecken?

Egal ob am Strand, ob auf einer Parkbank oder auf einer Wiese. Oder sonst irgend­wo. Wäre das nicht ein Eindringen in die zutiefst private Sphäre? (Das ist eine der Fragen, die mich immer mal wieder beschäf­tigen; ich habe mir als Schläfer in einer solchen Situation schon einen Sonnenbrand geholt, und als Weckender erntete ich Schimpftiraden.)

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Am 22.07.2021 waren positiv ein Spaziergang um die Ententeiche, Rühreier mit Speck, die übertragenen Userdaten.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Vier der Schwerter.

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2021,202: Verwunderlich

Was bestimmt was? Oder bestimmt nichts nichts?

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Dieser verwunderliche Zettelwust, der uner­war­tet aus einem Buch­stapel auftauchte. Notizen zu verschiedensten Ereignissen und (verworrenen) Gedankengängen, zu Vorstellungen, Phantasien und Wünschen. Wütende. Sehnsüchtige. Entnervte. Vertäumte. Traurige. Solche in sauberster Handschrift und einfach so dahingeschmierte. An viele gibt es keine Erinnerungen mehr, an andere, wenige aber schon. Wie einfacher ist es doch, in einer Art Tagebuch nachzulesen. Chronologisch geordnet. Aber an eine feste Form gebunden, nicht so frei wie auf den Zetteln. Beeinflußt die Form also doch den Inhalt? Oder braucht Inhalt eine bestimmte Form? Vielleicht wird das nie herausgefunden, nie abschließend geklärt. Und selbst wenn: Wäre das für irgendjemanden von Bedeutung?
 
Was bei Text aber wohl nicht gilt: »form follows function«.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Am 21.07.2021 waren positiv der Fortschritt bei der Einrichtung des neuen Rechners, ein nebenbei gelöstes Problemchen, zwei übersetzte Postkarten.
 
Die Tageskarte für morgen ist VII – Der Wagen.

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2021,201: Wald

Wann ich am liebsten dortbin.

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Ich mag das von den Baumkronen gedämpfte Licht, die Dreiviertelhelle im Wald. Am schönsten kann ich sie in Mischwäldern erleben, im Sommer und im Herbst, wenn die Blätter anfangen, sich zu färben. Kurz bevor alles im Halbdunkel zum Sonnenuntergang verschwindet, tauchen noch einmal auf den kleinen Streifen und Punkten durchdringenden Lichtes der unterge­hen­den Sonne allerlei Wunderlichkeiten auf: Beeren im Unterholz und im Kraut, kleine Schößlinge, die irgenwann einmal selbst Bäume werden können. Vögel und Insekten, die kaum sichtbar oder in ihren leuchtenden Farben von hier nach da hüpfen segeln fliegen. Weiße und graue und braune und rote Kappen oder orange Stiele von Pilzen im Moos. Und dann die Geräusche. Und der Geruch: Ein Fichten(-nutz-)wald riecht anders als ein Kiefernwald, ein Mischwald hat einen ganz eigenen, satten Duft, in den sich immer auch ein erkennbares Pilzaroma mischt. Und in der Nacht ist es im Wald dunkel, dunkler als in jeder menschlichen Ansiedlung, eine fast greifbar dichte Schwärze hüllt mich ein. Ob diese Dunkelheit wirklich das Gehör schärft?
 
Zum Pilzesammeln gehe ich trotzdem morgens, um die Zeit des Sonnen­aufganges in den Wald – und nicht auf einen Friedhof.

 

Wiesenchampignons auf einem Urnengrab.

Pilze auf dem Friedhof
Eine ganze Anzahl weißer Schirmpilze unterschiedlicher Größen wächst auf einem Urnengrab. Wahrscheinlich sind es Wiesenchampignons (Agaricus campestris). Es sind genügend Pilze für eine kleine Mahlzeit auf diesem einen Grab zu finden.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Am 19.07.2021 waren positiv ein neuer Rechner samt Zubehör, ein installiertes Fedora34 (und damit ein vernichtetes Windoof), das endlich ausgelesene Buch.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Fünf der Kelche.

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2021,200: Aufgewühlt

Wenn nur so wenig Zeit ist, wie lange bleibt dann der Schmerz?
Tod und Trauer.

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Ja, es muß bis zum Text etwas gescrollt werden. Die vielen Leerzeilen sind ein Spoiler.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich war heute auf dem Südfriedhof. Wollte mal wieder ein paar Bilder von Sepulkralkultur machen. So sah und fotografierte ich viele Hummeln, viele Vögel, ein halbes Dutzend Bienenstöcke, diverse Pflanzen (die ich nicht alle kenne), Grabmale mit dreieckigem Querschnitt. Ich lichtete auch mir bisher unbekannte Verzierungen auf Grabdenkmalen ab. Viele Bilder habe ich gemacht. Einem fragenden Menschen habe ich erklärt, was ich da suche und fotografiere: Sepulkralkultur, im weitesten Sinne Trauer- und Begräbniskultur und/oder die Gesamtheit aller Kultur in Bereich einer Begräbnisstätte. Dann stand ich vor einem Urnengrab. Auf dem lag ein rötlicher Grabstein in Herzform, mit einer Bruchlinie in der Mitte. In der linken Herzhälfte war über einem Vornamen und nur einem einzigen Datum mit ∗ und † dieser Text zu lesen:

Unser Engel kam zu uns, lächelte und kehrte um.

Plötzlich hatte ich einen sehr dicken Kloß im Hals und weiche Knie. Eine gute Weile saß ich auf einer Bank und konzentrierte mich aufs Atmen. Irgendwann packte ich die Kamera ein und ging nachhause. Und ich bin noch immer aufgewühlt, in meine eigene Trauer verstrickt und … ^schweigen^

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Am 19.07.2021 waren positiv die vielen schönen Anblicke auf dem Friedhof, ein unerwartetes Gespräch mit großem Interesse, gebratene Maultaschen.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Königin der Schwerter.

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2021,199: Interesse

Auch an Dingen, die mich “nichts angehen”.

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Von überaus heftigen Regenfällen wurden in verschiedenen Regionen Hochwässer, Über­flutungen und ähnliches von katastrophalem Ausmaß verursacht. Wieder ist das Wort “kämpfen” – insbesondere als kämpfen gegen etwas oder jemanden bzw. kämpfen mit etwas – in vieler Menschen Munde. Von unmittelbar Betroffenen einer Katastrophe, eines großen Unglücks allerdings höre ich es kaum. Und ich wundere mich, daß eine offizielle Warnung vor dem Unwetter und seinen Folgen zwar von den internationalen Wetter­be­ob­achtern an die entsprechenden deutschen Stellen und von diesen an die zuständigen Stellen weitergegeben worden sein sollen, aber dann passierte einfach viel zu wenig. (Darüber schreibt auch der Tagesspiegel.) Gerade Überflutungen, die bei heftigstem, weit überdurchschnittlichem Regen auftreten, sind doch mit ausreichenden Vorberei­tun­gen und entsprechenden Schutzmaßnahmen zumindest deutlich abzuschwächen oder ganz zu verhindern. Wenn dann noch während des Hochwassers an einem Fluß das sich im naheliegenden Tagebau sammelnde Wasser in genau diesen Fluß abgepumpt wird – welcher Fehler, welcher Unsinn wurde denn da veranlaßt und begangen?

Ich verstehe so manches nicht, weil mir sicheres Wissen um Dinge fehlt. Ich versteh nicht, warum nirgendwo aus den vergangenen Hochwassern gelernt wurde und nur sehr wenige Hochwasserschutzmaßnahmen umgesetzt wurden. Ich verstehe nicht, warum der Kata­stro­phenschutz in diesem Lande aufgelöst wurde bzw. in einen zahnlosen Tiger ohne ausreichende technische und personelle Ausstattung umgewandelt wurde. Doch die wahren Gründe für diese Auflösung Umwandlung und die damals dabei erwarteten Effekte interessieren mich sehr. Natürlich, Katastrophenschutz war und ist teuer – aber ist er samt aller vorbeugenden Maßnahmen teurer als all die in katastrophischem Geschehen entstandenen und entstehenden Schäden samt Folgekosten?

 

Ich weiß, ich mache mir viel zu viele Gedanken über Dinge, die mich (unmittelbar) nichts angehen. Und doch frage ich immer wieder: Gewinne privatisieren und Verluste, Schäden, Kosten sozialisieren kann doch niemals im Interesse der gesamten Bevölkerung eines Landes oder der ganzen Erde sein?

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Am 18.07.2021 waren positiv ein Mittagsschlaf, leckere Tortellini, entspannendes Lesen in einem “seichten” Buch.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Sechs der Kelche.

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2021,198: Gegangen

Eines meiner Lieblingslieder und andere Musik.

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Nach meiner Blueszeit (in der DDR), nach meiner Country-Epoche (1990 bis etwa 1997) – ich höre beides auch heute noch – kam und blieb bis heute meine Dark-Wave-/Gothic-Ära. Schöner Mainstream-Grufti-Klang muß es sein, meistens. Kein Wunder, daß ich nach heute bei Covenants “Call The Ship to Port” und ähnlichen Stücken mitwippe und mitsum­me (laut dazu zu singen traue ich mich nur noch, wenn ich alleine und unbeobachtet bin). Und ich denke an L’âme imortelle, Untoten, Nightwish (nur mit Tarja Turunen), Tanzwut, Qntal, Estampie und wie sie alle hießen und heißen. Neben Tarja gab und gibt es noch eine zweite Stimme, eine Männerstimme, die mir immerwieder Gänsehaut laufen läßt: Alexander Veljanov. Ob mit seinen Solowerken (oh, Porta Macedonica), mit der Band “Deine Lakaien” oder als Gast bei so vielen anderen. Die sonore Tonlage finde ich wirklich gut. Und die Nachtversion dieses einen Liedes versetzt mich sehr, sehr zuverlässig in eine besondere Stimmung. Deshalb verlinke ich es hier für euch. Deine Lakaien – Gone | Black Version (Official Video):

 

 

Ja, wirklich, ich kann bei solcher Musik entspannen (und bei Schlager, und bei Country, und bei alpenländischer und anderer echter Volksmusik, und eigentlich bei jeder Musik außer bei der von Dieter Bohlen). Ja, wirklich, ich kann alle Musik anhören und beinahe alle Musik gefällt mir (okay, die vorgenannt ausgeschloßne und vielleicht noch Noise Wall nicht).

Übrigens höre ich gerade ein Album rauf und runter, das es leider (noch) nicht auf CD gibt. Es heißt Haamit und wird von Pochwark zum großen Teil auf Erzgebirgisch gesungen. Wer sich einen Eindruck davon verschaffen möchte, kann ja mal dort reinhören.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Am 16.07.2021 waren positiv drei Generationen einer Familie in einem echten Elektroauto (Danke nochmal!), ich bin ziemlich trocken heingekommen, ich hatte keine Post.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Fünf der Münzen.

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2021,197: Höflich

Altmodische Dinge im Regen.

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Innerhalb von Minuten wurde aus dem blauen Himmel ein graues Wolkengebirge, aus dem ein heftiger Regen niederging. Zwei Fremde stehen nebeneinander in einem Hauseingang, irgendwo Schutz vor der Nässe suchend. Die Füße allerdings werden trotz­dem ziemlich feucht. Plötzlich spricht einer den anderen an: »Würde es Sie stören, wenn ich mir eine Zigarette anzünde?« Keine Reaktion. Ah, der Mensch trägt Kopfhörer! Ein zweiter Versuch, diemal mit einer leichten Berührung am Arm. »Entschuldigen Sie, daß ich Sie einfach so anspreche. Aber würde es Sie sehr stören, wenn ich mir eine Zigarette anzünde?« Diesmal ist die Botschaft angekommen. »Nein, wirklich nicht. Ich rauche selbst, habe aber meine Kippen irgendwo liegenlassen.« »Dann drehe ich Ihnen eine mit, ja?« Schnell werden aus Filter, Drehpapier und Tabak zwei schmale Zigaretten: »Bitteschön!« »Danke«, sagt die andere Person und reißt ein Streichholz an.

Wenn irgendwann niemand mehr Tabak raucht: Wieviele Begegnungen werden dann nicht mehr stattfinden?

 

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Am 16.07.2021 waren positiv Hefeklöße, ein kurzer Mittagsschlaf, fast alles ist gepackt.
 
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2021,196: Hundchen

Möglicherweise am Straßenrand so beobachtbar.

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Die Frau mit dem humpelnden Hund geht jetzt schon zum vierten Mal an mir vorbei. Zum vierten Mal in zwei Stunden. Diesmal sehe ich genauer hin, zu ihr, nicht zum Hund. Business-Kostüm, Aktentasche umgehängt. Der Saum des Rockes ist leicht ange­schmutzt, was aber erst beim genauen Hinsehen auffällt. Und obwohl sie den Eindruck von Zielstrebigkeit erweckt mit ihrem festen Schritt, irren ihre Augen umher. Der Hund, der humpelnde Hund könnte kaum schneller gehen als jetzt. Zunächst dachte ich, er sei ein Dreibein. Das ist er nicht, aber eines der Vorderbeine kann er nicht mehr beugen. Daher kommt sein seltsam erschei­nen­der Gang. Ein sonderbares Paar sind die beiden, Hundchen und Frauchen, jedenfalls. Immer wieder die Straße rauf und die Straße runter. Sinnlose Wege, oder? Naja, wer weiß schon von den Menschen, die vorübergehen. Vielleicht wartet sie auch nur auf jemanden. Aber geht man dann so weit vom Treffpunkt weg? Und wartet zwei Stunden lang so? Ich zweifele daran, ich zwei­fele sehr. Und ich ordne sie ganz anders ein als jemand, der nur flüchtig hinsieht, anders als jemand, der bestimmte Zeichen gar nicht sehen will. Wenn ich mal wieder hier sitze, habe ich ein paar Hundeleckerbissen mit (jaja, das nahm ich mir schon oft vor und schaffte es noch nie).

 

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Am 15.07.2021 waren positiv der Einkauf beim Bäcker (ein richtiger Bäcker), Sortiertes und Aufgeräumtes, ein großer Döner am Abend.
 
Die Tageskarte für morgen ist der Ritter der Münzen (Zeit, noch abzuwarten und den Dingen ihren Lauf zu lassen bis zur wahrscheinlich reichen Ernte).

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2021,195: Metallisch

Und groß, wirklich groß.

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Ich hatte heute Nachmittag Besuch. Beim Finden seines Namens half mir der Twitterer Frohedadrin Darf ich vorstellen:

 

Großer Käfer, genaue Beschreibung unter dem Bild im Blogbeitrag.

Ein sehr großer Käfer.
Ca. 3 cm langer Käfer, langer schlanker Hinterleib von blaumetallisch über grünmetallisch bis gold und braun glänzend. Fühler deutlich gegliedert, ebenfalls ca. 3 cm lang.

 

Er saß auf der Bettdecke in der Sonne und hielt still, bis ich ihn fotografiert hatte. Er ist mit den Fühlern ungefähr so lang, wie meine Handfläche breit ist. Er ließ nichts von seinem namensgebenden Sekret da, auch nicht im Glas, mit dessen Hilfe ich ihn wieder hinaus­be­förderte. Der Moschusbock (Aromia moschata) erstaunte mich dabei dann mit seinem Vermögen, sich an der Innenwand des Glases ziemlich gut festhalten zu können. Das Männchen erfreut sich weiter seines (kurzen) Lebens draußen im Garten.

Außerdem habe ich auch blauschwarze Schmetterlinge fotografieren wollen, die sich beim genaueren Hinsehen und in den Bildern dann allerdings als Libellen entpuppten. Vielleicht zeige ich morgen eine davon.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Am 14.07.2021 waren positiv neue Haargummis (mir sind gestern die letzten beiden gerissen), der Besuchskäfer, eine ganze Anzahl gelungener Fotos (Aussortieren, gnadenlos aussortieren!).
 
Die Tageskarte für morgen ist XVIII – Der Mond.

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2021,194: Hitzephantasie

Sommerliches Wetter auf einem Balkon.

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Der Holzboden auf dem Balkon ist so weit aufgeheizt, daß ich darauf nicht mehr barfuß gehen kann. So schön dieses kleine Stückchen Freiluftwohnen auch ist: Es fehlt der kühlende Schat­ten von Bäumen. Den kann auch die Markise nicht ersetzen. Und ob ich in dieser prallen Sonne, in dieser Hitze meine Pflanzen mit Wasser besprühen darf, das weiß ich auch immer wieder nicht. Denn die einen sagen so, die andern sagen anders, und am Ende mache ich es doch wieder nicht richtig. Jedenfalls habe ich gerade Wasser in die Balkonkästen gegossen. Ersaufen werden die Blümchen wohl nicht. Ich wundere mich nur, daß keine Insekten zu sehen sind an den Blüten: Ist es denen auch zu heiß? Im Schatten an der Hauswand zeigt mein altes Thermome­ter etwas über 38 °C. Im Schatten! Nachmitags kurz nach drei! Die Balkonstühle sind zu erhitzt, um sie zu nutzen. Ich hole mir einen Stuhl und einen Eiskaffee aus der Küche. Die Sprühflasche habe ich gerade mit frischen kalten Wasser gefüllt. Selbst meine dünne Leinenbluse ist viel zu warm. Würde ein feiner Windhauch wehen, würde der nasßgesprühte Stoff nicht nur Gänsehaut verursachen. Ah. Eiskaffee. Zu viele Kalorien mit der Schlagsah­nehaube, viel zu viele. Aber so angenehm kühl und samtig im Mund. Der Nachbar von schräg obendrüber starrt mir wieder auf die Brüste. Er denkt, ich kann ihn hinter seinem Scherengitter-Sichtschutz nicht sehen. Aber sein Schatten zeichnet sich deutlich ab. Es nervt. Aber zum Aufregen ist es zu heiß. Soll er doch starren, dieser … dieser Spanner.

Heiß. Der Eiskaffee ist leer. Der Nachbar starrt noch, ich kann die Blicke auf meinem Körper spüren. Es ist zu heiß. Ich gehe in die Küche, fülle mein Glas erneut. Ziehe die Bluse aus. Oben ohne gehe ich wieder hinaus, stelle den Eiskaffee ab. Dann stehe ich an der Balkonbrüstung, sehe hinauf zum Nachbarn und rufe: “Na, Herr Nachbar? Sehen Sie jetzt deutlich, was sie die ganze Zeit anstarren wollen?” Sein Schatten verschwindet. Ich setze mich in den Schatten, in dem es eigentlich auch viel zu heiß ist, und trinke meinen zweiten Eiskaffee. Bis ich damit fertig bin, ist das Wasser in der Sprühflasche lauwarm geworden. Ich ziehe mich wieder in meine Wohnung zurück. Die Ventilatoren sorgen dafür, daß das Wasser auf mir tatsächlich eine kühlende Wirkung entfaltet.

 

 

Nein, ich war nicht der Spanner.

 

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Der Emil

 

P.S.: Am 13.07.2021 waren positiv ein Rasierapparat, die auf Anhieb gefundene Mutter, gebratene Maultaschen am Abend.
 
Die Tageskarte für morgen ist IX – Der Eremit.

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