034.2026: Lichtmeß

Am heutigen Tag endet etwas (für mich).

 

Und deshalb habe ich in den nächsten Tagen zu tun. Bei mir endet mit dem heutigen Tag – Mariä Lichtmeß oder das Fest Darstellung des Herrn – 40 Tage nach der Geburt Christi die Weihnachtszeit. Ich weiß, daß das auch in der Katholischen Kirche seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) nicht mehr so ist; und seit 1913 schon ist das auch in Bayern kein gesetzlicher Feiertag mehr. Allerdings war es bei meinen evangelischen Großeltern im Erzgebirge eben so, daß der Baum, der Stern, die Fensterbeleuchtung und der Weihnachtsberg bis zum 2. Februar blieben und erst ab dem 3. 2. abgbaut und weggeräumt wurden. Das habe ich von meinen Großeltern für mich übernommen.

Den Herrnhuter Stern ab- und auseinandernehmen, die Schwibbogen in ihre Kartons verstauen (nur die funktionierenden, die anderen werden vorm Wegpacken noch Reparaturversuchen unterzogen). Räuchermännchen und -häuser in ihre Schachteln betten, drei erkennbar weihnachtliche Leuchter ebenso verstauen. Alle Stellflächen ab­stauben, verbleibende Dinge anders verteilen. Ja, nach und nach – ich laß mir dafür viel Zeit. Als ich noch sehr weit unten im Loch saß, blieb die Weihnachtsdeko vier Jahre durchgängig stehen, leuchtete auch täglich. Ganz ehrlich: das würde mich noch immer nicht stören. Die sogenannte Weihnachtsmusik kann ich mir auch im Hochsommer anhören (ich mag sie einfach).

In 294 Tagen wird bei mir alles zum ersten Mal in der kommenden Weihnachtszeit leuchten (bis auf den Baum); und in 325 Tagen ist ja auch schon Heiligabend … Kümmert euch rechtzeitig um Geschenke und Weihnachtspost!

 

Erinnerung des Tages:
Es waren nicht nur meine Großeltern, nein, im Dorf brannten die Schwibbögen in mehreren Häusern am 2.2. zum letzten Mal.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 02.02.2026 der letztmalig leuchtende Herrnhuter Stern, Fisch­stäbchen zu Mittag, eine geschriebene Liste.


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033.2026: Dilemma

Wieder bestätigt: Das geht echt nicht dauerhaft.

 

Wenn ich, was selten genug geschieht, einmal ein paar Stunden in voller Zufrieden­heit verbringen darf, dann … Ja, dann erlebe ich auch ein Dilemma.

Denn nach einer gewissen Zeit macht sich in mir eine Unruhe breit, ein Drang, etwas (anderes) zu tun. Eine (kleine) Herausforderung zu meistern, die zu meinem Alltag gehört. Hier ein wenig sortieren, da was umräumen, ein paar Daten prüfen und löschen – einfach mal kurz raus aus dieser rosa Wolke. Tse!

Ist das nicht wirklich bekloppt? Da hab ich endlich, was ich mir wünsche, und dann brauch ich davon schon nach so kurzer Zeit Pause? Kann das überhaupt irgend­jemand verstehen? — Na, es bestätigt mir zumindest meine bisherige Erfahrung, daß dauerhaftes Glück mich keineswegs glücklich machen kann … Es sind die Glücksmomente, die das Leben verschönern, nicht die Glücksstunden (allerdings: es gibt auch glückliche Stunden und Tage, aber denen ist ein anderes Glück zueigen). Ich bin und bleibe ein sonderbarer Kerl.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 


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032.2026: Eine Farbe

Es ist eher eine Nichtfarbe, ein Nebel, eine Erklärung.

 

 

Weiß. Rein. Hell. Blendend. Etwas, das keine Farbe ist – wie auch Grau oder Schwarz. Warum bevorzugen so viele Menschen diese Nichtfarbe? Warum nicht Gelb oder Gartenerdenbraun? Dämme­rungshimmelblau?

Weiß. Sichtlich unberührt, nicht geschändet, unschuldig. Dämpfend wie Wattegrau. Und es erklärt mir die manchmalige Unmöglichkeit einer Schattenexistenz.

 

 

(Was mein Denkicht so produziert, wenn ich mir sehr reduziert scheinende Fotgrafien von Landschaften ansehe.)

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil


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031.2026: Verlegen

Wenn Selbstverständlichkeiten zum Ausnahmehandeln werden.

 

Manchmal machen mich ein Wort oder ein Satz wirklich ganz verlegen. Vor allem, wenn ich für etwas „gelobt” werde, das doch selbstverständlich ist. Heute in der Straßenbahn voller Schulkinder, deren Schulranzen (oder wie die Dinger heutzutage heißen) alle einen eigenen Sitzplatz benötigen, stand ich auf, als eine wirklich ältere Dame einstieg, und bat sie, sich doch bitte zu setzen. „Das ist aber hochanständig von ihnen, junger Mann. Vielen Dank.” Im Vergleich mit ihr stimmte das jung sogar. Mich machten ihre Worte ganz verlegen; die Kinder und Jugendlichen um uns herum blieben wie ihre Schulranzen sitzen und starrten mehrheitlich weiter auf ihre mobilen Endgeräte.

Früher lernte der Nachwuchs bei den Jungen oder Thälmann-Pionieren oder bei den Pfad­findern oder im CVJM oder oder oder … noch, daß älteren und gebrechlichen Personen in den Verkehrsmitteln ein Sitzplatz angeboten werden soll.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 29.01.2026 bisher besorgte Dinge, die Fahrt mit der vierten TINA (854), die Zeit in meiner Wanne.


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030.2026: Uffjerecht

Und das am Nachtmittag gleich zweimal. Und heftig.

 

Gut vorbereitet hatte ich mein Vorhaben, mir heute endlich einen Paginierstempel zu kaufen. Es gibt hierzustadt nämlich ein gutes Fachgeschäft für Stempel, über dessen Öffnungszeiten ich mich um die Mittagsstunde informierte. Heute bis 16 Uhr sollte das Geschäft geöffnet sein. Nun, ich stand 15.40 Uhr vor der bereits verschlossenen Tür, auch das Licht im Laden war aus. Das war mein erster Aufreger! Ein solcher Numeroteur ist nicht ganz billig, ich hätte um die 80 Euro zahlen müssen. Okay, ich spare mir das Geld und numeriere weiterhin von Hand. Wenn ich nicht erst nach­ge­sehen hätte, wie lange der Laden auf sein sollte! Es gab auch keinen, wirklich keinen Hinweis zu veränderten Öffnugszeiten … Da war ich ziemlich sauer, un natürlich hatte ich Blutdruck!

Der zweite Aufreger kam als Brief vom Jobcenter und hängt mit dem Behörden­irr­sinn zusammen. Heute nämlich erhielt ich eine Antwort auf meine Nachfrage. Darin stand: „Aufgrund technischer Schwierigkeiten wurde … in unserem System verspätet angezeigt.” Und zwei Sätze später „wurde erfasst und im Bewilligungsbescheid … berücksichtigt.” Also was erfaßt und schon 16 Tage zuvor berücksichtigt wurde, wurde zwei Wochen später noch nicht angezeigt oder als verspätet angezeigt? Die sagen mir damit doch, daß sie ihre Datenbank nicht im Griff haben? Hätte das passieren können, wenn ein Mensch in meine Akte hineingesehen hätte, hätte hineinsehen müssen, um das Fehlen von Unterlagen festzustellen, die bereits vom Sytem berücksichtigt wurden? Das, was da kam, war jedenfalls keine für mich nachvollziehbare Erklärung – soll ich mich damit zufriedengeben? Mal sehen, was ich da noch tun werde. Soviel zum zweiten Aufreger des Tages.

Ich habe jetzt eine Kopie von einer 3,6TB-Festplatte angefertigt. Das dauerte auch nur knapp 18 Stunden (von NTFS auf ext4, und nicht beide Platten hingen an USB-3). Enthalten sind mehrerererere Ordner mit digitalen Fotos, die sortiert werden sollen. Zuerst mal möchte ich, da immer unzählige Dateien in einem einzigen Verzeichnis liegen, nach Datum in Unterordner (Name: das Datum) verschieben. Und nach Möglichkeit darf ich auch versuchen, die Dateien mit Geo-Tags zu versehen. Es gibt kein Zeitlimit, wann das fertig werden soll, ich muß es auch überhaupt nicht machen. Aber wenn ich Zeit habe und mir mal langweilig ist, dann kann ich doch gefahrlos (weil ja nur an einer Kopie der Daten) herumwerkeln. Das hat bei mir auch über­haupt keine Priorität, keine Wichtigkeit; das ist nur zum Spaß (bzw. just for fun, wie der moderne Deutsch sprechende Mensch sagen würde).

Ich geh jetzt in einen Ordner, der eta 15 GB heruntergeladene Dokumente enthält. Sichten, löschen, anders sortieren.

 

Erinnerung des Tages:
Ganz, ganz früher hatte ich einen Paginierstempel, der bis zu vier Mal dieselbe Nummer stempeln konnte und aus einem VEB stammte. Leider verschollen.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 28.01.2026 weiterhin die abgeschlossene Kopie, (ich dreh mir das bißchen zurecht) das gesparte Geld, und gleich werde ich mit Wiener Würstchen zufrieden sein.


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029.2026: Aus 5 mach 2

Über all die Jahre habe ich mir selbst eine Falle gestellt.

 

Ich habe grad mal nachgezählt: Ich besitze zur Zeit 15 (in Worten: fünfzehn) per USB an den Rechner anschließbare Festplatten (und dazu weitere sechs, die ich mit einem Adapter nutzen kann). Mittlerweile sind von den 15 vier wieder leer. Vier externe Festplatten sind im täglichen Einsatz als Speicher für unterschiedliche Datentypen (Audio, Video, Foto, Datensicherungen der internen Platte). Auf den restliche sieben USB-Platten befinden sich Kopien von Kopien „wichtiger” archivierter Daten – und auch die vier wieder leeren HDDs waren voll damit. Damals, als die externen Spei­cher­geräte erschwinglich wurden, habe ich mein Datenarchiv von gebrannten CDs und DVDs darauf übertragen. Das war, wie sich nur wenig später zeigte, eine gute Idee: Die meisten Notebooks (auch die klassischen PCs) haben kein optisches Laufwerk mehr.

Seit dem 7. Januar dieses Jahres betreibe ich nun schon Datenträgerarchäologie. Bei mir heißt das: Ich überprüfe, wieviele Versionen/Sicherungen einer Datei ich habe, und dann wird alles, was noch brauchbar ist, auf zwei Sicherungen reduziert. Ja, das ist das Ziel: Alles Aufhebenswerte wird doppelt gespeichert, denn meine Angst vor Datenverlust ist groß. Beim Durchsehen der Dateien entdecke ich aber auch vieles, das des Aufhebens nicht mehr wert ist. Die von mir erstellten Schulungsunterlagen für bash in AIX oder SCO Unix System V/386 werde ich sicher nie wieder benötigen, ebensowenig wie die zu Novell Netware oder MS Access. Die für SQL aber vielleicht schon, oder? Was mache ich mit den zum Teil noch vor 1989 erstellten Quelltexten in TurboPascal, COBOL und Forth? Okay, die habe ich jetzt in ein Zip-Archiv gepackt, die heb ich mir mal noch auf. Die meisten der im Netz gesammelten Pornobilder sind dagegen gelöscht; aber sicher habe ich eine erkleckliche Anzahl davon bis jetzt übersehen. Heruntergeladene Dokumente oder in PDF gedruckte Artikel muß ich mir wirklich einzeln ansehen – das wird nochmal dauern, bis ich da durchgeputzt habe …

Irgendwann werde ich damit fertig, hoffe ich. Und vielleicht schaffe ich es, noch drei weitere Festplatten leerzumachen, dann habe ich zweimal zwei Festplatten mit den für mich wichtigsten Daten hier.

Für den Fall, daß ich für gute Freunde einmal wieder Daten zu retten versuche (da könnten in nächster Zeit zwei Möglichkeiten kommen): Ich mache das immer mit einer Kopie des zu bearbeitenden Datenträgers (unter Linux gibt es dafür den praktischen Befehl dd), die auf eine meiner leeren Platten geschrieben wurde; ge­spei­chert werden die wiedergefundenen Daten dann auf einer weiteren Festplatte. Also sollte ich immer zwei leere HDD haben. Am Ende gebe ich die Original-Datenträger und die Daten zurück, hier bei mir bleibt nicht ein einziges Byte davon gespeichert. Auch die Bilder von Texten, die ich tran­skri­biere (also aus alter Deut­scher Handschrift übertrage und zu PDFs mache), und die Ergebnisse werden nach Erledigung schnell gelöscht. Von diesen Daten (geret­tete und transkribierte) habe ich nicht eine einzige Datei gefunden bisher. (Und ich hoffe, das bleibt so; falls nicht, verschwinden die Dateien dann im Nirwana.)

Meine Datenträgerarchäologie ist vielleicht doch nicht so archäologisch. Denn ich suche nicht nach dem, was ich aufheben will, sondern nach dem, was ich endlich loswerden will und kann. Und so mache ich aus fünf Kopien zwei.

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Daten habe ich gelöscht, viele mittlerweile überflüssige Daten.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 28.01.2026 die Aufräumarbeit auf den Festplatten, viele wieder­gefundene eigene kleine Texte.


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028.2026: Busfahrt

Selbst diese ein Haltestelle weit reichte aus.

 

Ha! Ich brauchte gar nicht mit der Funkenkutsche fahren, um mir ausreichend Inspi­ra­tion zu holen. Es reichte die kürzeste mögliche Busfahrt von hier zum nächsten Öffentlichen Bücherregal. An der Bushaltestelle und in der einen Minute im Bus habe ich wieder von Sachen erfahren, über die ich nie hätte etwas wissen wollen! Und es gibt noch mehr Menschen, die auf ihren Telefonen so sonderbare Bilder empfangen wie ich. (Sichtlich erwünscht, aber: ups.) Allerdings mach ich daraus heute keine Texte; ich hebe mir die Notizen auf für später, irgendwann einmal. Für den Moment, da ich mir ein drumherumpassendes Geschichtchen spinnen kann. Was mir heute dazu einfiel, war zu blutig und pornös …

Ja, wenn es um mich herum wuselt und säuselt, dann habe ich – wahrscheinlich Dank unbewußt/unterbewußt gehörter Worte, Phrasen und Sätze – ziemlich schnell eine Idee, worüber ich schreiben könnte und kann. Manchmal (wie heute) nicht sofort, manchmal aber schreibe ich stante pede einen (fast fertigen) Entwurf nieder. Doch noch immer halte ich die am Stück heruntergeschriebenen Texte, die, an denen ich höchstens mal noch eine Wortstellung ändere, für die mir am besten gelungenen.

Heute aber, heute kann ich noch nicht sagen, was mit den aufgeschnappten Anstößen passieren wird. Ich werde mich selbst überraschen (müssen), denke ich. Mit dem, was bei einer Busfahrt auf mich einstürzte.

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Ich brachte ein paar Bücher in einen Öffentlichen Bücherschrank und leerte eine (externe) 2TB-Festplatte.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 27.01.2026 der verworfene Plan für den Morgen, das eine und das andere Ferngespräch, aufgeschriebene Sonderlichkeiten.


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027.2026: Noch immer

Was ich tu, werd ich auch weiterhin tun, denke ich.

 

Noch immer schreibe ich jeden Tag in eine Kladde. Noch immer sind das Tage­buch­einträge und andere Textschnipsel. Noch immer schaue ich jeden Tag (mehrmals) auf meinem Blog nach, was sich dort tut. Noch immer … Noch immer habe ich mich ans Fehlen der Routine nicht gewöhnt. Noch immer sitz ich (zu) oft am Rechner und versuche, mehr Ordnung in meine externen Festplatten zu bringen und mehrfach vorhandene Dateien soweit zu reduzieren, daß ich alles nur zwei Mal speichere (manches findet sich fünffach). Noch immer … Noch immer träume ich von diesen und jenen Unternehmungen, von diesen und jenen Erlebnissen. Noch immer habe ich unerfüllte Wünsche und Bedürfnisse (wer hat die nicht). Noch immer gibt es Utopien, die ich für besser halte, als es die derzeitige Wirklichkeit je sein kann. Noch immer kann ich schönen Kladden nur sehr schwer widerstehen. Noch immer schreibe ich am liebsten mit Feder und Tinte oder mit Füllfederhaltern. Noch immer bin ich omnivor. Noch immer höre ich gern echte Volksmusik, eigentlich alle Musik (außer – aber das wißt ihr ja schon).

Noch immer … Und wahrscheinlich bis an mein Lebensende. Das ist eine Kontinuität in meinem Leben.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 


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026.2026: Sprachfrage

Worüber Protagonisten so nachdenken.

 

 

In seinem Kopf rezitiert eine eindringliche Stimme ein sehr alter­tüm­lich klingendes Gedicht. Nein, nicht mittelhochdeutsch, aber alt. Es geht um ein Blümelein, in das Eins hineinwandern soll, fürbaß schreitend, nicht flanierend. Er schafft es aber nicht, sich mehr als einzelne Worte daraus zu merken. Schwierig zu verstehen ist die Stimme; ein Bemühen um hochdeutsche Aussprache ist zu ahnen – aber es bleibt gesprochener Dialekt. Einer, den er mit Sicherheit nicht kennt. Aus dem süd- oder südwestdeutschen Sprachraum. Es ist nicht Bärndüütsch, denn er bildet sich ein, das erkennen zu können. Woher nimmt sein Kopf nur diese Sprach­me­lo­die? — Wahrscheinlich hat er die vor vielen Jahren einmal im Fernsehen aufgeschnappt, nebenbei, ohne überhaupt zu merken, daß da ein besonderer Dialekt zu hören war.

Mag sein, er hört es grad zum zwölften Male.

 

 

Erinnerung des Tages:
Die Wirtin und Eigentümerin eines Hotels in Koblenz mühte sich einmal redlich ab, mir das Kowwelenzer Platt nahezubringen.

 

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Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 25.01.2026 bisher: aufgeschriebene Gedanken, Kartoffeln mit Quark und Leberwurst.


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025.2026: Deplaziert

Es betrifft nur einen kleinen Teil meines privaten Lebens.

 

Es geschieht mir immer wieder, von Zeit zu Zeit, für meist kurze Zeit. Ich fühle mich am völlig falschen Ort – was aber nicht immer etwas mit der Geographie zu tun hat. Nein, der falsche Ort kann auch einfach neben einem Menschen sein, den ich in genau diesem Moment nicht ertragen kann, dessen Worte oder Verhalten oder „Geruch” mich in genau diesem Moment, für diese winzige Zeitspanne zu lang, einfach nur ankotzen oder sogar nur unterschwellig „stören”. Es reicht ein einziger in einer ganzen Gruppe …

Genau dann empfinde ich mich deplaziert (und zumeist habe ich selbst dafür gesorgt). – Beinahe hätte ich das Wort in einer sehr alten Form geschrieben: deplacirt.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 


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