2025 – 204: Entspannung

Kommt doch mit in ein Stück meiner Phantasie.

 

 

Beim Waldspaziergang
Nicht nach den Pilzen sehen
Dem Atem lauschen

Ein angenehmer Schatten
Lädt uns ein zum Verweilen

Ein Tanka.

 

 

Heute fiel es mir leicht, mich unter die Bäume zu träumen, zu den Preiselbeeren und Zapfen, in das Rascheln der Blätter unter den Füßen – kurzum in eine Umgebung, in der ich aufatmen, mich entspannen und viele Sorgen loslassen kann. Das Sein im Moment genießen. Und das alles ganz ohne die Möglichkeit, mich der Faszination zu entziehen.

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Das dritte kaputte Rechnerlein brachte ich heute zum Elektroschrott.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 23. Juli 2025 war ich zufrieden mit der Entspannung, mit vegetarischen Bratnudeln, mit zwei Hefeweizen.


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2025 – 203: Schneeberg

Was heute passiert in der Bergstadt im Erzgebirge.

 

Heute schreibe ich nicht viel.

Wäre ich im Erzgebirge, dann wäre ich heute auch zwischen Neustädtel und Schnee­berg und/oder in Schnee­berg unterwegs gewesen. Wie ich früher an jedem 22. Juli, am Tag Maria Magdalena, dort gewesen bin. Denn heute ist der 529. Bergstreittag: Im Jahre 1496 legten die Bergleute im Schneeberger Revier ihre Arbeit nieder und verhinderten damit eine Lohnkürzung von 10 Groschen pro Woche auf 9 Groschen pro Woche (also die Absenkung der Löhne auf das Niveau im Annaberger Revier). Mag sein, daß das historisch nicht ganz korrekt (weil nicht wirklich urkundlich belegt) ist. Aber bis auf eine kurze Zeit im 20. Jahrhundert sind die Bergparade und der Berggottesdienst in dieser Tradition immer am Tag Maria Magdalena abgehalten worden (sogar in der DDR).

Der „Bergmannsdom” St. Wolfgang war zum Bergstreittag und zur Mettenschicht immer übervoll. Irgendwann geh ich mal wieder hin. Nun, heute hörte ich ein paar mehr der Bergmusiken aus dem Erzgebirge. Wer keine Marschmusik mag, sucht eben in den Videoportalen nicht nach „Bergmarsch”. Blasmusik ist ja nun wirklich nicht jedes Menschens Sache. (Und mir gefallen der Neustädtler und der Annaberger Bergmarsch noch immer am besten.)

 

Erinnerung des Tages:
Ich sah den Schneeberger, den Annaberger und den Schwarzenberger Bergaufzug mehrfach – oder heißt das immer Bergparade? Jetzt bin ich verunsichert.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 22. Juli 2025 war ich zufrieden mit gesicherten und gelöschten Daten, mit Spaghetti Carbonara, mit entsorgtem Altpapier (ein Zeitschriftenstapel).


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2025 – 202: Angstbesetzt

Die Frage ist es, die bisher unbekannten Antworten sind es nicht.

 

 

Da ist eine Frage, die ich mir unter keinen Umständen stellen möchte. Ich weiß aber, daß kein Weg an ihr vorbeiführt. Und jedes Mal macht sie mir Angst, hat sie mir Angst gemacht. Die Frage, genau, nicht die möglichen Antworten darauf. Da finden sich immer positive, ermunternde, ein Geheimnis enthaltende (dessen Aufdeckung mir regelmäßig Freude bereitet). Da sind Antworten gewesen, die zu wunderbaren Begegnungen führten. Aber die Frage, die macht mir Angst.

Und es ist Zeit für genau diese Frage; morgen oder übermorgen steht sie vor mir, muß ich sie mir stellen. Und die Angst dauert die ganze Zeit, bis ich einen oder zwei Tage später eine Antwort gefunden habe. Auf die Frage:

Was mache ich denn, wenn ich das hier geschafft, überstanden, beendet habe, womit beschäftige ich mich dann als nächstes?

 

 

Nein, da ist diesmal nicht das kleinste bißchen eigenes Erleben drin, denn die genannte Frage stellte und stelle ich mir nicht.

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Fünf dicke Schulhefte und fünf karierte Blöck DIN A4 legte ich ins Haus – die waren ganz schnell weg.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 21. Juli 2025 war ich zufrieden mit einer reparierten und gereinigten Kaffeemühle, mit handgemahlenem Kaffee, mit dem vielen Regen über den Tag (der gern hätte noch länger dauern dürfen).


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2025 – 201: Zensur

Selbstzensur. Oder auch die Angst vor der eigenen Enttarnung.

 

Artikel 5 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deuschland, Absatz 1, Satz 3: „Eine Zensur findet nicht statt.”

Allerdings gibt es Inhalte, deren Verbreitung oder Veröffentlichung verboten oder eingeschränkt sind. Ja, die Erstellung ist i. d. R. bis auf wenige Ausnahmen immer gestattet. Schreiben darf ich alles, wirklich alles, aber nicht alles darf ich anderen mehr oder weniger öffentlich zugänglich machen. (Beim Fotografieren oder Filmen ist das schon anders.) Wenn ich selbst entscheide, etwas nicht aufzuschreiben oder etwas Aufgeschriebenes nicht zu veröffentlichen (obwohl beides nicht gesetzwidrig ist und auch nicht gesetzlich eingeschränkt), dann ist das ganz sicher keine Zensur. Die ist eine staatliche Maßnahme – und ich bin nicht der Staat.

Heute schrieb ich etwas auf. Es flossen drei Seiten DIN A5 aus mir heraus. Der fertige Text gefällt mir wirklich gut. Und dennoch werde ich ihn hier nicht veröffentlichen. Das wäre eine rechtliche Grauzone … Ich bin nämlich nicht Anaïs Nin, deren Erotika eindeutig zur Weltliteratur zählen, ich hätte nur ein pornografisches Textchen herzu­zeigen. (Aber ich denke ernsthaft darüber nach, eine Möglichkeit dafür zu suchen.) Ohne eine funktionierende Altersüberprüfung möchte ich mir das nicht erlauben. Also steht der Text in einer Kladde, ist sogar schon abgetippt und im Rechner gespeichert, bleibt aber zunächst unveröffentlicht.

Das – nein, mein Problem dabei ist, daß ich deshalb einen anderen Text für den täglichen Blog brauche und schreiben muß (ja, ich müßte nicht, aber naja, ich muß). Leider fand ich keine andere Idee, die ich niederschreiben, ausschmücken und herzeigen könnte. Doof. Deshalb dachte ich, ich langweile euch mit dem heutigen Geschehen und mache euch das Maul wäßrig und mir ein wenig Druck … Auf daß ich genug Traute finde oder Mut, meine „anderen” Texte nicht mehr nur im Schutz einer Pseudo­nymität oder gar der Anonymität freizulassen.

 

Erinnerung des Tages:
Ich war vor langer Zeit bei keinverlag.de angemeldet; als ich mich von dort verabschiedete, entfernte ich auch alle meine Texte.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 20. Juli 2025 war ich zufrieden mit erledigter Datenschaufelei und -löschung, mit Geschriebenem, mit Grillkäse zum Abend.


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2025 – 200: Wissen

Nicht das unnütze, sondern das nie gebrauchte.

 

Wir alle waren in der Schule und haben uns Wissen angeeignet. Mein ganzes Leben hindurch habe ich weiter gelernt, weiter Wissen erworben. Manches davon nutze ich täglich (beispielsweise mein Wissen um/von HTML), manches habe ich außer in Übungssituationen noch nie nutzen müssen (stabile Seitenlage) – aber dafür gäbe es die Notwendigkeit der Anwendung in durchaus möglichen Situationen. Es gibt auch Wissen, für das ich niemals (wieder) die Gelegenheit haben werde, es anzuwenden. Darüber denke ich immer mal wieder nach, nämlich jedesmal dann, wenn ich dieses nie benötigte, aber vorhandene Wissen aufrische. Nein, auch diesmal ist es nicht Russisch gewesen, das ich sintemalen gut genug beherrschte, um Война и миръ von Lew Tolstoi im Original zu lesen (Krieg und Frieden).

Manchmal sind das Dinge aus der Mathematik (Integral- und Differentialrechnung, Fibonacci-Zahlen), aus der Physik (Fluoreszenz und Lumineszenz und intersystem crossing z.B.) oder die längst nicht mehr gebräuchlichen Postleitzahlen der DDR (Zusteller war ich oft in den Ferien). Diesmal ging es auch um etwas, das ich mehreren Ferienjobs im VEB ABS lernte, als ich dort im Stahllager arbeitete: Die Stahlbezeichnungen. Kaltarbeitsstahl, Warmarbeitsstahl, Schnellarbeitsstahl; Kohlen­stoff­stahl, Edelstahl usw. Sogar einige Bezeichnungen weiß ich noch: X210CrW12, 90CrMnV8, St38, 38SiCrV6. Aber was genau der versierte Fachmann aus diesen Namen herauslesen kann, das weiß ich nicht mehr (ja, die Hauptlegierungselemente, aber die Zahlen bleiben schon lange ein Rätsel für mich).

Ach ja: Zwei Dinge faszinierten mich im Tafelwerk (Tabellen und Formeln, wichtiges Lehrbuch in der DDR, heute auch noch weit verbreitet). Zum einen fanden und finden sich die Alphabete mit deutschen Buchstaben (Fraktur und Kurrent/Sütterlin) darin, zum anderen gab und gibt es alles wichtige zu den Fibonacci-Zahlen (und das Pascalsche Dreieck). Keine Ahnung warum, aber die fand ich auf Anhieb sehr spannend. Ich erinnere mich daran, daß ich einmal ziemlich viele davon mit Stift und Papier ausrechnete (Taschenrechner gab es nicht bzw. hatten zu wenige Stellen). Irgendwann mußte ich das Blatt im Querformat beschreiben – und als die Anzahl der Kästchen auch so nicht mehr zum Notieren der Zahl reichte hörte ich auf (das sind 58 oder 59 Kästchen/Stellen). Ich kann mich an nicht ein einziges Computerprogramm erinnern, daß Zahlen dieser Dimension verarbeiten kann. Da die 201. Fibonacci-Zahl erst 42 Stellen hat (Suchmaschinenergebnis), muß ich wohl einiges weiter gerechnet haben damals, in der siebenten Klasse … Eine weitere Suche führte mich auf eine Webseite, auf der ich herausfinden konnte, welche Fibonacci-Zahlen 58 oder 59 Stellen haben: von der 280. bis zur 288. (Quelle: Die Tabelle von Hermann Wacker, dessen Webangebot noch mehr großartige Inhalte bietet). Seit heute weiß ich: Die 1000. Fibonacci-Zahl hat 219 Stellen (ihr dürft dort gern nachzählen).

Jaja, sonderbares Hobby, ich weiß. Von der Fakultäten erzähle ich euch besser nichts, da wäre nämlich schon der 47. Wert – 47!=1*2*3*4*5*…*45*46*47 – mit 60 Stellen zu groß für die Breite eines Blattes karierten Papiers in der Größe DIN A4 …

 

Erinnerung des Tages:
Selbst als Schüler mußte ich im Auer Besteck- und Silberwarenwerk ME-Scheine schreiben und verbuchen, alles auf Papier und in den entsprechenden Büchern.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 19. Juli 2025 war ich zufrieden mit aufgefrischtem Wissen, mit dem wiedergefundenen Datenrettungstool, mit der Erholung nach ausreichendem Trinken.


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2025 – 199: Holz

Was nicht alles aus diesem Werkstoff gemacht werden kann …

 

 

Es sagte mal jemand sinngemäß: Der ins Wasser ragende Steg ist auch nichts anderes als ein Holzweg. Dem kann ich zustimmen; allerdings gibt es an den Enden des Stegs jeweils ein Sehnsuchts­ziel, das Wasser und das Ufer. Das aber kann der klassische, der metaphorische Holzweg nicht bieten – oder ist da jemand anderer Meinung?

 

 

Erinnerung des Tages:
Ich fand heute einen sehr alten, unveröffentlichen Text von mir, der viele unschöne Erinnerungen aufwühlte.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 18. Juli 2025 war ich zufrieden mit weitergeführter Datenschaufelei, mit erworbenem Zubehör für meine Rechner, mit doppelt geräucherter Knackwurst vom Fleischer auf dem Markt.


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2025 – 198: Wasserspiel

Quietschvergnügter Kinderspaß.

 

 

Die Sonn' ist weg! So klagen bitter
die meisten Nachbarn bei Gewitter.
Doch ich will auf den Regen warten:
Der netzt die Stadt und meinen Garten,
der kühlt die Luft und manch' Gemüt,
der sorgt dafür, das vieles blüht.

Was brauch' ich mehr als dreißig Grad?
Ich fänd' das Leben wahrlich fad,
wenn hierzuland zu keiner Zeit
es regnet, nieselt, gießt und schneit.
Ich mag Humor zwar ziemlich trocken,
doch lieber mag ich Schnee aus Flocken.

Und wenn ich mal so richtig naß
vom Regen bin, dann hab ich Spaß,
dann springe ich auch in die Pfützen
und laß das Wasser weithin spritzen
wie schon als Kind mit Hochgenuß,
mit Anlauf wirklich mittenrein.
Auch das ist für mich Glücklichsein.

 

 

Erinnerung des Tages:
Ich habe meinen Kindern niemals verboten, in Pfützen zu springen – ganz gleich, wie „fein” sie angezogen waren.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 17. Juli 2025 war ich zufrieden mit meiner Langsamkeit, mit ein paar gemachten Fotos, mit einem ganzen Eimerchen Kirschjoghurt.


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2025 – 197: Stinknormal

Behauptungen über das sogenannte Zusammensein.

 

 

Wir sitzen nebeneinander, beieinander, berühren uns hier und da. Wir hören unseren Atem und unseren Herzschlag. Wir leben, und wir vertrauen einander, sind vertraut miteinander. Wir sind Zwei und sind auch Eins. Wir gehören zusammen – und doch sind Du und ich nicht nur wir, sondern auch immer Du und ich. Wir haben keine Geheimnisse voreinander; aber ich muß nicht alles von Dir und über Dich wissen (das sagen wir beide). Wir sind.

Wir sind absolut stinknormal, oder?

 

 

Erinnerung des Tages:
Ha, ich wußte es: Ich kann die /etc/fstab (eine für Datenträger wichtige Datei im Linux-System) noch immer aus dem Kopf, ohne nachzusehen, ergänzen und ändern (man fuhrwerkt aber nur selten darin herum).

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 16. Juli 2025 war ich zufrieden mit diversen Einkäufen, mit zwei Kannen selbstgemachten Eistees, mit der Menge an jonglierten Daten.


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2025 – 196: Nachts

Schlaflos unmüde umhergetrieben vom Denkicht.

 

Vielleicht klingt das Folgende etwas unverständlich, aber raus muß es. Seit 22.00 Uhr versuchte ich zu schlafen. Ging nicht. Dann war es nach Drei und ich habe die ganze Zeit wachgelegen. Ich habe: auf Regen gewartet (bis jetzt noch keiner, also ist auch das Fenster noch auf), ferngesehen (Schnulzenfilme), ein langweiliges Buch zu lesen versucht, etwas aufzuschreiben versucht (hat auch nicht funktioniert in der Kladde, dabei ging das gestern noch ganz gut). Ich konnte keinen Schlaf finden.

In meinem Denkicht kehrte keine Ruhe ein. Das Thema ist nicht neu, aber seit zwei Wochen (vielleicht auch nicht ganz so lang) ziemlich … Ja, was ist es denn: wichtig, bestim­mend, nervig, dringend, auffallend, schambesetzt, unaussprechbar, über­flüs­sig, unangemessen, unpassend, allgegenwärtig? Von all dem etwas, ja, eine sehr krude Mischung. Ich kann mich aber gut daran erinnern, was das standhafte Igno­rie­ren bisher für Folgen hatte: keine guten, jedenfalls nicht für mich. Meine Bedürfnisse und meine Bedürftigkeit wollen beachtet sein. (Nein, die erwähne ich jetzt nicht, denkt euch euren Teil.) Es gab – zum Teil kann das hier nachgelesen werden im Blog – Zeiten in meinem Leben, da war ich mit verdammt wenig „zufrieden” bzw. glaubte ich, keine Bedürfnisse zu haben oder haben zu dürfen, weil mir das alles, was über grundlegende Körperfunktionen hinausging, nicht zuzustehen schien. Es war nicht leicht zu lernen, die wieder zuzulassen, zu spüren, zu haben. Und ihre Befriedigung fällt mir heute noch ab und zu nicht leicht (weil ich eben ein schlechtes Gewissen bekomme, wenn ich es tu; in jenen Momenten sind sehr alte, erlernte Muster aktiv). Dann treffen sich Minderwertigkeitsgefühl und Allmachtsphantasie zu einem sehr verwirrenden Tanz in meiner Denk- und Gefühlswelt.

Irgendwann gegen vier Uhr morgens setzte ich mich hin und tippte diesen Text direkt in den Rechner (völlig untypisch für mich, weil ich alle Texte handschriftlich verfasse, naja, fast alle). Nach den ersten beiden Absätzen fühle ich mich leichter. Es überkam mich eine kleine Müdigkeit. Und es zeigte sich wieder: Ich kann Dinge aus meinem Kopf herausschreiben. Warum das nicht in der Kladde, nicht auf dem Papier gelang, das weiß ich nicht. Nun, im Laufe des Tages werde ich das dann in die Kladde angeschrieben haben. Vielleicht versteht niemand, warum ich genau das tippte, was hier zu lesen ist. Vielleicht erkennt sich jemand – zum Teil – darin wieder. Und jetzt, 4.20 Uhr, gehe ich und versuche, doch noch etwas zu schlafen. Vorm Veröffentlichen muß ich noch die Sachen unten ergänzen – aber sonst ist der Beitrag fertig.

 

Doch dann habe ich tagsüber noch einiges erlebt: Kurz nach Neun stand ich auf und erledigte die üblichen Routinen. Während ich zwei aneinandergenähte Bettlaken voneinander auftrennte, wurde die Festplatte eines kaputten Notebooks kopiert (Akku und Tastatur defekt, unregelmäßige Abstürze während des Betriebs). Danach nahm ich das Gerät auseinander, entfernte die Festplatte und den Speicher (kann man ja noch brauchen). Als ich Hunger bekam, machte ich mir Couscous mit Mischgemüse am Nachmittag, den gab es auch zum Abendessen. Ein zweites altes Rechnerlein (packard bell ENTF71BM, 2015) wurde nach der Kopie der Festplatte mit einem Puppy Linux versehen, in das ich mich irgendwie einarbeiten muß in den nächsten Wochen (und eventuell ändere ich das auch noch in Sparky Linux). Nach dem Regen war ich auch noch etwa eine Stunde draußen und habe Wasservögel mit Haferflocken und Erbsen gefüttert.

Wenn ich mich umsehe, so denke ich, daß ich heute nicht viel geschafft habe. Doch ich weiß, daß ich die meiste Zeit beschäftigt war, gut beschäftigt war mit lange vor mir her geschobenen Arbeiten. Und ich hoffe, daß ich nachher gut schlafen kann.

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Das eine, zerpflückte Notebook landete im Container für Elektronischrott.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 15. Juli 2025 war ich zufrieden mit mit den aufgetrennten Laken, mit den bearbeiteten Rechnern, mit dem Couscous warm und kalt.


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2025 – 195: Gewünscht

Aber wenn das Gewünschte dann eingetreten ist …

 

Ich scheine heute leergeschrieben zu sein. Nun, am Vormittag notierte ich einiges von dem, was mich am vergangenen Wochenende so beschäftigte; das waren einige Seiten Text, von dem ich hier nichts herzeigen möchte. Dann saß ich am Nachmittag hier und sitze noch und habe keine Idee, was ich mitteilen könnte. Ja, es kommt mir nicht einmal eines dieser Kurzen Gedichte in den Sinn, kein Tanka, kein Senryū, kein 28er, kein Haiku. Ein schlichter Vierzeiler ist mir gerade auch nicht möglich.

Es geht mir gut. Ich bin nur erschöpft, müde, aber nicht depressiv. Leer, ja, leer ist der Kopf. Manchmal wünsche ich mir diese Leere, wenn es zu turbulent wird im Denkicht. Jetzt fühlt es sich aber nicht richtig an, nicht „falsch”, nein, aber eben nicht richtig. Ich weiß von anderen, daß die Ähnliches kennen: Man wünscht sich einen Zustand, doch wenn der dann eintritt oder erreicht wird, ist das völlig unbe­frie­digend, stört gar. Genau so geht es mir im Moment; allerdings hoffe ich, daß diese Unzufriedenheit bald vergeht, vielleicht noch vorm Einschlafen. Oder daß ich das Ganze in Träumen auf- und wegarbeiten kann, dann werde ich morgen mit frischem Mut ans Werk gehen.

Für heute schaffe ich nicht mehr als das jetzt zu sehende.

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Einer meiner Füllfederhalter (gut, einer der billigen neueren) bekam irgendwann am gerade ver­gan­genen Wochenende einen Riß im Schreibteil, unreparierbar. Ich warf ihn schweren Herzens weg.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 14. Juli 2025 war ich zufrieden mit mehreren Seiten voller Notizen, mit einer knappen Stunde Entspannung am Nachmittag, mit drei verschiedenen Käsesorten auf dem Brot zum Abend.


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