2025 – 070: Extrawurst

Unwesentliches Problem auf meinem Tisch.

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(Vorweg: Das ist mein Leben und Erleben. Ja, ich esse omnivor. Aber geschätzt sind vier Fünftel meines Essens pflanzlichen Ursprungs, also Kartoffeln, Getreide, Obst, Gemüse. Und das folgende ist nur von anekdotischer Evidenz.)

Immer wieder Veränderungen bei den Dingen, die ich kaufe. Nicht nur die Preise, sondern auch Packungsgrößen und enthaltene Mengen sind immer wieder anders. Letztens: drei statt vier Bockwürste in der Packung. Zum ziemlich gleichen Preis nur noch 300 g statt 400 g. So weit, so gut – oder auch nicht.

Mich stellt das vor ein Dingsbums, das andere als Problem werten könnten oder würden. Denn bisher nahm ich zwei der Würste, und mit Brot oder Semmeln dazu und Senf ist das ein gutes Abendbrot. Mit einer Viererpackung hatte ich also genug für zwei (nicht aufeinanderfolgende) Tage. Jetzt … Jetzt sind da drei Würste, das ist eine zuviel zum Essen und eine zuwenig zum Einfrieren. (Ja, das mit dem Einfrieren ist eine meiner Marotten: Nur, was für ein Essen reicht, landet im Gefrierfach. Ein Luxusproblem.)

Und nun? Nun aß ich vorhin grad wie immer meine zwei Bockwürste, mit Brot und Senf. Und die dritte? Das wird nachher gleich meine Extrawurst, die ich zur Nacht verspeisen werde. Sonst gibt es immer noch ein ButterMargarinebrot oder einen Apfel oder eine Manda­rine. Heute eben eine dritte Bockwurst. Fürs Wochenende muß ich noch Äpfel kaufen, fällt mir ein.

 

Erinnerung des Tages:
Ein typischer DDR-Witz. Treffen sich die beiden Erichs vorm Klo im Palast der Republik. Honecker: „Weißte, Erich, ich sammle ja die Witze, die unsere Bürger über mich machen.” Mielke: „Bei mir ist's fast genauso, ich sammle die Leute, die die Witze machen.”

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 11. März 2025 war ich zufrieden mit dem rechtzeitigen Füttern des Vor-dem-Haus-Katers (fast verhungert, wirklich), mit der Physiotherapie, mit einem Spaziergang durch das Nichts (Ende von HaNeu, ähnlich einem vor 30 Jahren aufgelassenen Truppenübungsplatz).


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2025 – 069: Schneckenhaus

Vier Zeilen Unfug – allerdings ohne Unsinn.

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Eines meiner zumeist kruden und nicht herzeigbaren Morgengedichte, heute erst aufgeschrieben zwischen Nachtschlaf und dem am Vormittag.

 

 

Mal schau ich raus
aus'm Schneckenhaus –
oft bleib ich drin,
weil ich müde bin.

 

 

Es ist noch gar nicht so lange her, da war ich gefestigte Eule: Ich schlief von weit nach Mitternacht acht bis neun Stunden, kam also erst um Elf oder Zwölf aus dem Bett. Schlagartig, ohne äußeren Anlaß veränderte sich das. Seitdem gehe ich oft vor Zehn Schlafen und bin üblicherweise zwischen Fünf und Sechs wach, unwiedereinschlafbar wach; und da ist dennoch ein müdes Gefühl. Gegen das gehe ich immer öfter mit einem Nickerchen, einem kurzen Schlaf vor der Mittagszeit an – und siehe, das hilft. Vorher aber landen immer ein paar Zeilen in der Kladde …

An manchen Tagen brauche ich allerdings mehr Schlaf. Noch habe ich nicht heraus­gefunden, wodurch das verursacht und ausgelöst wird, ich weiß seit November allerdings sicher, daß es Tage gibt, an denen ich mehr als zwölf Stunden schlafe, wirklich schlafe und nicht nur luzide träumend liegenbleibe. Jeden Monat sind das bisher zwei oder drei Tage gewesen. Noch immer halte ich das ab und zu für ver­schwendete Zeit und weiß gleichzeitig, daß das nicht stimmen kann. Deshalb sage ich mir: Der Körper nimmt sich, was er braucht, ich soll und will mich da nicht selbst sabotieren.

Unabhängig von meinem Vierzeiler schau ich jeden, wirklich jeden Tag aus meinem Schnecken­haus. Ich treibe mich im #Fediverse herum (denn es ist nicht Mastodon, es ist viel, viel mehr; so wie ein Moped auch viel mehr ist als ein Auspuff oder ein Rückspiegel oder ein Getriebe). Ich bin jeden Tag draußen unterwegs, ich informiere mich hier und da. Ich lese. Insofern ist das Schneckenhaus, wie es üblicherweise als Metapher verwendet wird, bestimmt nicht ganz korrekt. Lustig finde ich meinen Viezeiler trotzdem, und daher zeige ich ihn gerne her.

Mit der passenden Melodie könnte er ein unendliches Lied werden, ein Kanon.

 

Erinnerung des Tages:
Etwa 10 Bücher stellte ich heute in einen Öffentlichen Bücherschrank, und zwei uralte kaputte Lampenschirme landeten im Müllcontainer.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 10. März 2025 war ich zufrieden mit der Begegnung mit dem Vor-dem-Haus-Kater beim Füttern, mit den morgens geschriebenen Zeilen, mit erledigten „Kleinigkeiten” in der Wohnung.


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2025 – 068: Schwierigkeiten

Innenansicht eines (ver-)zweifelnden Gemüts.

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Es fällt mir grad schwer, nicht zu verstummen ob all der Ungeheuerlichkeiten, die mir, die uns, die der Menschheit drohen. Andererseits möchte ich auch nicht (nur) in den Chor derereinstimmen, die jetzt über all die wahrscheinlich kommende Unbill sich äußern. Aber es ist wirklich so, daß meine Kreativität und meine Phantasie unter den Zuständen leiden.

Ich denke an eine Lähmung, an das Kaninchen vor der Schlange. Ratlosigkeit. Nach­las­sender Mut. Verschwindende Zuversicht. Erlahmende Hoffnung. Und: Wachsende Zweifel. Das Außen schlägt mein Innen. Doch damit kann ich mich nicht abfinden, nicht zufriedengeben. Dem muß ich etwas engegensetzten, auch wenn es mir zur Zeit echt schwerfällt. Es soll keine Flucht aus der Realität werden, nein. Darf es nicht werden. Denn ich befürchte, ich bin mit all dem nicht allein. Aufgeben ist eben keine mögliche, keine sinnstiftende Option.

Nun gut. Bisher fand ich immer ein Mittel gegen diese Zustände. Immer. Ich werde auch jetzt wieder etwas finden, das mir behilflich sein wird. Ob das ein Frosch im Baum werden wird oder einige Faßdauben an einem Hang mit feuchtem Gras am frühen Morgen, das weiß ich noch nicht. Während ich diesen Jammertext hier formulierte, kamen mir doch schon … Naja, Ideen zu Ideen, aus denen etwas werden kann, als Text, irgendwann. Vielleicht versuche ich, kindlicher zu denken, mein Erwachsenensein etwas aus dem Fokus zu schaffen. Nur ins komplette Wunsch­den­ken möchte ich nicht verfallen, ein wenig Wirklichkeit Ein Wunderglaube wird mich mit Sicherheit nicht erfassen, dazu ist das alles viel zu nah, viel zu schrecklich, zu irrsinnig.

Anschreiben gegen den Frust (wie nur nannte ich jenes Gefühl, jenen Zustand früher). Bloßes Dagegensein nicht beibehalten, nicht alles bestimmen lassen. Das ist nicht nur eine Aufgabe für mich. Noch weiß ich keinen konkreten Weg, kenne ich keine wirkungsvolle Entgegnung. Aber ich suche danach. Und wenn es anfänglich „nur” Nonsens, Unfug sein wird, der dabei entsteht, wenn das, was ich schreibe, an Realitätsverweigerung zu grenzen scheint: Es wird meine Art und Methode sein, nicht an den Verhältnissen zu verzweifeln.

Danke dafür, daß ihr diesen Text aushaltet.

 

Erinnerung des Tages:
Heute half mir meine Erinnerung an das großartige Gefühl, das ich hatte, als einmal beinahe alles möglich schien.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 9. März 2025 war ich zufrieden mit dem Appetit des Vor-dem-Haus-Katers, mit nebenbei gefundenen Ahnungen, mit einem Weg durch die Stadt.


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2025 – 067: Grünzeug

Statt großer, ausufernder Meckerei.

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Wenn ich mich zur Zeit umsehe, ziemlich egal wo, dann ist in meinem Kopf nur noch dieser eine Satz:

Jetzt haben wir den Salat.

Und er wird kaum jemandem schmecken …

 

Erinnerung des Tages:
Es gab in meinem Leben bisher keinen Moment, in dem ich so wenig Vertrauen in die Zukunft hatte wie heute.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 8. März 2025 war ich zufrieden mit der Fütterung der Vor-dem-Haus-Katze (die ein Kater ist, und dem war ich deutlich hörbar zu langsam beim Napffüllen), mit dem Beladen des Flie­wa­tüüts, mit meinem Wissen um ein kleines Geheimnis.


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2025 – 066: Gaga

Um zu verhindern, daß etwas passiert, muß erst etwas passieren.

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Es gibt nicht weit weg von meinem Wohnhaus eine Stelle, an der viele, wirklich viele Menschen eine Straße überqueren müssen. Vor einiger Zeit, als dort eine Baustelle war, hatte die Stadt genau an diesem Ort vorübergehend einen Füßgängerüberweg eingerichtet (der mit gelben statt weißen Streifen und dem normalen Verkehrs­zei­chen dafür gekennzeichnet war). Es gibt viele Menschen, die für die Beibehaltung dieses Fußgängerüberwegs waren und sind. Und gut 400 m entfernt, an einer Stelle mit ebensovielen querenden Fußgängern, existiert ein solcher seit vielen Jahren.

Heute wollte ich genau dort über die Straße zum Bus. Wollte, aber es war zuviel Autoverkehr. Der schon einmal temporär vorhandene Fußgängerüberweg kann aber (verkehrs- oder verwaltungsrechtlich, das weiß niemand so genau) nicht dauerhaft eingerichtet werden, da nämlich dort, wo er äußerst erwünscht ist, bisher weniger Unfälle geschehen sind als am anderen, der schon lange existiert. Bevor also Fußgänger wesentlich gefahrloser als jetzt die Straße überqueren dürfen (sogar mit Vorrang vor dem motorisierten Verkehr), muß dringend eine signifikante Anzahl von Unfällen an dieser Stelle geschehen. Also rein präventiv geht nichts, erst wenn es (mehrere?) Tote gab, wird darüber nachgedacht …

Also ehe etwas passiert, muß etwas passiert sein, mehrfach passiert sein. Gaga, völlig gaga – oder?

Versteht das jemand!?

 

Erinnerung des Tages:
Etwas ähnliches erlebte ich vor Jahren im Herkunftsdorf mit einer Fußgängerampel vor der Grundschule; die jedoch wurde dann aufgestellt und in Betrieb genommen, ehe ein Kind verunfallte.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 07. März 2025 war ich zufrieden mit dem abgeholten Paket (einmal quer durch die Stadt), mit den funktionierenden Schlössern, mit den Nudeln mit roter Soße.


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2025 – 065: Präparieren

Es läuft die Vorbereitung auf die neue Nutzungsperiode (VNP).

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Das stammt tatsächlich aus dem NVA-Jargon: VNP. Immer im April/Oktober wurden u. a. alle Fahrzeuge einer erweiterten Durchsicht unterzogen, oft wurde auch zusätz­lich neue Farbe aufgetragen, wenn der Dreck nicht abzubekommen war. Nun, ich bin nicht mehr Angehöriger irgendeiner Armee (obwohl: mein Dienstgrad Leutnant der Reserve wurde mir bisher nicht aberkannt). Aber diese Vorbereitung auf eine neue Nutzungsperiode, auf die Marktsaison hat nun wirklich begonnen.

Heute packte ich die große Tasche mit den Textilien: beide Kutten, Pullover, Socken, Hose und alle andere Wechselwäsche, Decke, Handtücher usw. Ach, die Pantoletten müssen noch hinein und ein Kleiderbügel. Das Alles für normalerweise zwei Nächte (es wird längere Wochenenden geben). In einer zweiten großen Tasche findet sich ein riesiges Moltonstück, daß als Zwischenwand im Zelt meinen privaten Bereich vor Einblicken schützt. Dazu ein anderes großes Tuch, zwei Schaffelle, eine Regenjacke und ein paar Seile und Klammern. Die Lebenskiste ist schon im Februar überprüft worden. In die muß noch Essen und Trinken eingeräumt werden; Ofen, Spiritus, Topf, Schüssel, Tasse, Küchenrolle, Klopapier, Krug, Becher und Laterne sowie diverse andere Nützlichkeiten sind schon drin. Ah, Kerzen brauch ich noch.

Damit ist ein Teil der Vorbereitungen abgeschlossen. Es bleibt nur noch die große Werkzeugkiste mit den Dingen, die ich zum Schreiben brauche und zu Illustration nutze. Ja, da sind dann auch noch der Klingelkorb dabei und meine Glocke und diverser anderer Kram, mit dem ich die Menschen unterhalten möchte und kann. Aber dafür habe ich noch etwa eine Woche Zeit. Und die letzten Kleinigkeiten landen ja sowieso in meinem Rucksack, das sind dann all die Dinge, die ich sowohl imnormalen Leben als auch auf dem Markt benötige.

Übermorgen muß ich übrigens Zelt und „Mobiliar” ins Fliewatüüt räumen. Ich kann nur hoffen, daß im verlagerten Lager sich alles Notwendige finden läßt (ich bin nicht der Lagerverwalter) und ich nichts vergesse oder übersehe.

Ich freue mich darauf, als Marktmönch Bruder Emil – ich bin Kaplan, Scriptor und Beichtvater der Ritterschaft der Burg zu Bornstedt e.V. – bald wieder ein Lächeln oder Lachen in die Gesichter wildfremder Menschen zu zaubern und viele wiederzusehen, die mir zu Freunden wurden. Gut präpariert, gut darauf vorbereitet werde ich sein.

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Etwa 30 Musik-CDs und einige Filme auf DVD stellte ich heute in ein Öffentliches Bücherregal.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 06. März 2025 war ich zufrieden mit der Physiotherapie (trotzdem autsch), mit gefüllten Pepperoni und mit einer anderen Sorte (veganer) Maultaschen.


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2025 – 064: Verlegenheit

Ich werde in diesen Situationen zumindest nicht mehr rot.

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Manchmal macht es Menschen verlegen, eine Bitte einfach so aussprechen zu dürfen – selbst dann, wenn sie sich ihrer umge­hen­den Erfüllung wirklich sicher sein können oder gar sicher sind.

 

 

Manchmal, sehr selten allerdings, ist da auch bei mir diese Verlegenheit …

 

Erinnerung des Tages:
Ich erinnere mich noch gut an den Zustand, den ich am 05.03.2011 in meinem Blog beschrieb; Teile davon sind noch heute real.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 5. März 2025 war ich zufrieden mit den beiden Draußenzeiten, dem schnellen Besorgen des Medikaments, mit vergetarischen Maultaschen.


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2025 – 063: Nachrichten

Eine dystopische Überlegung am Vormittag.

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Was wäre, wenn (wenigstens in den ÖRR Medien hierzulande) ab sofort wirklich nur noch Nachrichten zu lesen, hören und sehen sind? Wenn alle Spekulationen, Vermu­tun­gen, Erwartungen, alle Konjunktive wieder das sein könnten, was sie sind: keine Nachrichten? Sondern Gerüchte bzw. Hörensagen ohne nachrichtliche Relevanz? Nicht mehr „Die Partei könnte …”, „Die Börse würde …”, „Es wird nun ange­nom­men …” oder gar „Man vermutet/befürchtet …” – sondern nur tatsächlich nachweisbare oder naturwissenschaftlich belegbare Informationen?

Hm. Ich kann mich wirklich nicht mehr daran erinnern, wann oder ob überhaupt es Usus war, so zu berichten … (Und ja, entschuldigt bitte, aber heute fiel mir auf: 6 Vermutungen, 3 Sportergebnisse, 2 Nachrichten. Es kotzt mich an.)

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Ich habe heute im Fliewatüüt etwas aufgeräumt und einigen Müll entsorgt.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 4. März 2025 war ich zufrieden mit dem Ausschlafen, mit der Konsultation bei meinem Hausarzt, mit der Physiotherapie.


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2025 – 062: Geschenkt

Gelesenes beeinflußt meinen schriftlichen Ausdruck.

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Die Sprache des Gelesenen beeinflußt auch meine Sprache. Das habe ich schon oft festgestellt – für meine Schulaufsätze allerdings etwas spät. Doch es passierte mir nach dem Lesen diverser Reisenotizen Deutscher Romantiker heute das:

 

 

Mir hatt' ein Mägdlein Zeit geschenkt,
nur kurze Augenblicke.
Die warn, wenn man es recht bedenkt,
im Bangen eine Lücke.

Dann lacht' sie mir grad ins Gesicht
und schalt mich einen Narren,
denn mit mir leben wollt' sie nicht.
Ich sollt' drauf nicht mehr harren.

Mir hatt' ein Mägdlein Zeit geschenkt,
mein Hoffen ganz vernichtet.
In Schmerzen tief mein Herz versenkt.
Ich hätt' gern drauf verzichtet.

 

 

Wie oft bei meinen Reimspielereien gibt es keinen Bezug zu irgendeiner Realität. Die nach der ersten Zeile von mir fortgeführte Sprachmelodie wollte nur zu irgendeinem Abschluß gebracht werden. Eintauchen in eine phantasierte Gefühlswelt, sei sie auch noch so ungewohnt für mich, bringt doch immer wieder einiges hervor, das ich herzeigen mag. Wahrscheinlich hätte ich mit den wenigen Zeilen der Günderrode oder Novalis nur ein schmallippiges Lächeln abgerungen … Na und?

 

Erinnerung des Tages:
Ich hörte heute tatsächlich nebenbei alle CDs, die ich von Umbra et Imago habe und dachte dabei an das einzige Konzert von denen, das ich je live sehen konnte.

 

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Der Emil

 

P.S.: Am 03. März 2025 war ich zufrieden mit dem Unterwegssein zu Fuß (nur 6 km zum Ein­kau­fen), mit gehörter Musik (hach, damals war ich jung), mit vorgekochtem Linseneintopf.


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2025 – 061: Themenlos

Vorsorge für den wahrscheinlich nie eintretenden Fall der Fälle.

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Auf kleine Zettelchen habe ich heute jeweils ein Wort geschrieben. Aber ich weiß nicht, wieviele das genau wurden. Über dreißig auf alle Fälle. Dann wurden die Zettelchen alle zweimal gefaltet und in ein großes Glas gegeben. An „Wurzelbürste” und „Frischobst” und „Kakao” erinnere ich mich noch, doch der Rest ist schon vergessen. So kann ich mir ab sofort, wenn ich tagsüber keine Idee finden sollte, aus dem Glas ein Themenlos ziehen, um nicht themenlos zu bleiben.

Allerdings habe ich keine Ahnung, ob diese Selbstüberlistung jemals gelingen wird. Außerdem schaffte ich es doch bisher auch immer, einen Text bzw. einen Beitrag zu veröffentlichen? Und ganz ehrlich: So einfach ist es auch nicht gewesen, mir diese Stichworte einfallen zu lassen (ihr dürft es gerne selbst versuchen). Aber eine gute Übung für die Kreativität kann es meiner Meinung nach doch gewesen sein.

 

Erinnerung des Tages:
Kragenbinden. Aus irgendeinem Grund fielen mir heute die Bündel von Kragenbinden ein, die ich für drei Jahre brauchte.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 02. März 2025 war ich zufrieden mit weggeworfenen Notizen, mit meiner Anwesenheit beim Training, mit den gefundenen Stichworten.


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