2025 – 068: Schwierigkeiten

Innenansicht eines (ver-)zweifelnden Gemüts.

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Es fällt mir grad schwer, nicht zu verstummen ob all der Ungeheuerlichkeiten, die mir, die uns, die der Menschheit drohen. Andererseits möchte ich auch nicht (nur) in den Chor derereinstimmen, die jetzt über all die wahrscheinlich kommende Unbill sich äußern. Aber es ist wirklich so, daß meine Kreativität und meine Phantasie unter den Zuständen leiden.

Ich denke an eine Lähmung, an das Kaninchen vor der Schlange. Ratlosigkeit. Nach­las­sender Mut. Verschwindende Zuversicht. Erlahmende Hoffnung. Und: Wachsende Zweifel. Das Außen schlägt mein Innen. Doch damit kann ich mich nicht abfinden, nicht zufriedengeben. Dem muß ich etwas engegensetzten, auch wenn es mir zur Zeit echt schwerfällt. Es soll keine Flucht aus der Realität werden, nein. Darf es nicht werden. Denn ich befürchte, ich bin mit all dem nicht allein. Aufgeben ist eben keine mögliche, keine sinnstiftende Option.

Nun gut. Bisher fand ich immer ein Mittel gegen diese Zustände. Immer. Ich werde auch jetzt wieder etwas finden, das mir behilflich sein wird. Ob das ein Frosch im Baum werden wird oder einige Faßdauben an einem Hang mit feuchtem Gras am frühen Morgen, das weiß ich noch nicht. Während ich diesen Jammertext hier formulierte, kamen mir doch schon … Naja, Ideen zu Ideen, aus denen etwas werden kann, als Text, irgendwann. Vielleicht versuche ich, kindlicher zu denken, mein Erwachsenensein etwas aus dem Fokus zu schaffen. Nur ins komplette Wunsch­den­ken möchte ich nicht verfallen, ein wenig Wirklichkeit Ein Wunderglaube wird mich mit Sicherheit nicht erfassen, dazu ist das alles viel zu nah, viel zu schrecklich, zu irrsinnig.

Anschreiben gegen den Frust (wie nur nannte ich jenes Gefühl, jenen Zustand früher). Bloßes Dagegensein nicht beibehalten, nicht alles bestimmen lassen. Das ist nicht nur eine Aufgabe für mich. Noch weiß ich keinen konkreten Weg, kenne ich keine wirkungsvolle Entgegnung. Aber ich suche danach. Und wenn es anfänglich „nur” Nonsens, Unfug sein wird, der dabei entsteht, wenn das, was ich schreibe, an Realitätsverweigerung zu grenzen scheint: Es wird meine Art und Methode sein, nicht an den Verhältnissen zu verzweifeln.

Danke dafür, daß ihr diesen Text aushaltet.

 

Erinnerung des Tages:
Heute half mir meine Erinnerung an das großartige Gefühl, das ich hatte, als einmal beinahe alles möglich schien.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 9. März 2025 war ich zufrieden mit dem Appetit des Vor-dem-Haus-Katers, mit nebenbei gefundenen Ahnungen, mit einem Weg durch die Stadt.


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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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8 Kommentare zu 2025 – 068: Schwierigkeiten

  1. @deremil
    …das großartige Gefühl, als einmal beinahe alles möglich schien…
    Das hast du gut in Worte gefasst.

    • Der Emil sagt:

      ’89 eine andere DDR …

      • @deremil
        Ein kleines Zeitfenster, das schnell wieder geschlossen wurde…

  2. irgendlink sagt:

    @deremil Danke lieber Emil. Du sprichst mir aus der Seele!

  3. Wolfgang sagt:

    Dier geht es nicht alleine so. Aber denke daran, morgen wird die Sonne aufgehen, da ändert niemand etwas daran, also hoffen wir’s.

  4. Elvira sagt:

    Ich fühle mich ohnmächtig, antriebslos, versinke in belangloses Scrollen durch Insta. Na ja, nicht nur belanglos, die, denen ich folge, schreiben schon interessante Sachen (taz, Die Linken…), nur zieht mich das manchmal noch weiter runter. Ein Blogger, der hier schon ewig nichts mehr postet und der der allererste Blogger war, dem ich folgte und ein begnadeter Fotograf ist, postet täglich Fotos, die mir dann gut tun, mein Kitsch, sondern Fotos, die nur entstehen, wenn jemand auf seinen täglichen Runden mehr sieht als die anderen Menschen. Du setzt das in Worte um.

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