Entwurf wider die missionierenden Eiferer
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Das Omnivore Manifest
Ich begründe und propagiere hiermit die Ideologie des Omnivorismus:
Verzehrt wird, was mit Genuß verzehrt werden kann, unabhängig von seiner Herkunft, Beschaffenheit oder Zubereitung.
Die Verstümmelung und Ermordung von Abermillionen unschuldiger Pflanzen, die industrielle Zerstückelung der pflanzlichen Nachkommenschaft z.B. in Mühlen sind nicht anders zu bewerten als die Tötung von Tieren oder das Zubereiten von Eiern oder die Nutzung der für die Tiernachkommenschaft bestimmten Milch.
Zucchini kann nicht mit Genuß verzehrt werden und ist daher illegalen Drogen gleichgestellt.
Zur Prophylaxe von Mangelerscheinungen kann für alle sich bekennenden und missionierenden VeganerInnen und / oder VegetarierInnen der Verzehr wöchentlich einer als aus reinem Soja hergestellt deklarierten Portion Bock-, Brat- oder Weißwurst angeordnet werden. Näheres ist durch Gesetz zu regeln.
Missionierende VeganerInnen und / oder VegetarierInnen haben eine staatlich genehmigte Missionserlaubnis mit sich zu führen und zahlen eine Missionsduldungsgebühr von monatlich 4% der zu entrichtenden Einkommenssteuer, mindestens aber 10 Euro, an einen Bio-Landwirt ihrer Wahl.
Der Versuch nicht genehmigter Mission sich omnivor ernährender Menschen zur Abkehr von omnivorer Ernährung sowie der Versuch, VeganerInnen und / oder VegetarierInnen zum Verzehr von Fleisch und / oder zur Nutzung anderer tierischer Produkte zu bekehren (mit Ausnahme der staatl. angeordneten und überwachten Prophylaxe), ist ein Offizialdelikt und wird mit vier Wochen Unterbringung in der Kantine eines fleischverarbeitenden Betriebes bestraft.
Omnivore aller Länder, steht ein für Essen mit Genuß!
Für ein Essen ohne schlechtgemachtes Gewissen!
Gegen die Herabwürdigung von Eß- und Ernährungsgewohnheiten!
Für selbstbewußten, selbstbestimmten Genuß von Nahrungsmitteln ganz nach eigenem Geschmack!
Schluß mit der Reduktion Omnivorer Ernährung alleine auf den Fleischverzehr!
Für die Entstigmatisierung des Kalbsschnitzels!
Auch bei Putensteak mit Blumenkohl und Salzkartoffeln ist das Fleisch auf dem Teller eindeutig in der Minderheit!
Im Zeichen der missionsfreien Schweinsbratwurst im Darm mit Sauerkraut auf Brot: Guten Appetit.
© 2013 – Der Emil. Das Omnivore Manifest steht unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung
Angabe der Lizenzbedingungen mindestens als Link notwendig).
Als gutmütiger Mensch lasse ich mir ja einiges nachsagen, allerdings mußte ich vor einigen Tagen gegen eine Einordnung unter den Karnisten protestieren. Gestern dann fand ich ein weiteres Dokument, in dem des VegetarierBundes Deutschland “Tipps und Strategien für den Umgang mit Fleischessern” zitiert und kritisiert wurden. Oh, da habe ich mich echauffiert und einen Komentar hinterlassen, den ich in korrigierter, ergänzter Fassung hier jetzt als Das Omnivore Manifest vorstelle.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 29. Oktober 2013 war eine riesige Menge Salat.
P.P.S.: Den VegetarierBund Deutschland gibt es wirklich; und er äußert sich in meinen Augen recht ähnlich wie Scientology oder Wachturmgesellschaft oder Salafisten oder Evangelikale oder oder oder.
© 2013 – Der Emil. Der Text steht unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).
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Hat dies auf Germanys next Kabinettsküche rebloggt und kommentierte:
Ehe der Karnismus und andere Eß-Ideologien um sich greifen, wünscht Der Emil ganz einfach „Guten Appetit“ mit seinem Bekenntnis zum Genußessen.
Oh, bester Emil. Das tut mir leid, dass ich Dich – schusseliger- und irrtümlicherweise – gekränkt habe. Ich dachte, es sei deutlich gewesen, dass ich mit Karnismus eine Begriffsbestimmung vorgenommen hatte, wonach wir alle dem Karnismus kaum entkommen können, es sei denn, wir leben strikt vegan. Ich bin auch Karnistin, esse phasenweise Fleisch. Nach wiederholtem Lesen, sehe ich, dass ich schräg formuliert habe, eigentlich war das positiver gemeint, als es geschrieben ist. Es war dusselig von mir, Dich direkt mit dem Karnismus in eins zu setzen. Ich hoffe, Du nimmst meine Entschuldigung an. Und dass Genuss in der Kabinettsküche eine große Rolle spielt, dürfte ja unstrittig sein.
Was mache ich nun meiner Formulierung? Ändern oder lassen?
Beste Grüße von hier aus,
Renate
Ach Renate,,
natürlich drinlassen. Deine Formulierungen waren schon ganz richtig – mach Dir meinetwegen bloß keinen Kopf!
Ich kritisiere nicht Dich, nein, sondern den Begriff und natürlich seine verdrehte Verwendung. Und ich wollte Spaß haben dabei 😉
Merci. Da bin ich aber beruhigt. Ich hocke momentan eifrig am Adventskalender 2013. Bin schon im Weihnachtsflow. Habe einfach ein paar Weihnachtslieder gehört und leckere Plätzchenbilder gesucht, dann ging’s schon. Da haben wir wieder ein gehöriges Programm. Magst Du schon mal gucken und Korrektur lesen? Das Nikolaustürchen und die Fensterchen dazu sind schon fertig.
Ja, die verdrehte Verwendung. Das ist das Problem. Dass die Vegetarier und Veganer häufig militante Sektierer sind, ist schon blöd. Denn eigentlich geht es ja um die pervertierte industrialisierte Landwirtschaft und um das pervertierte politische System der Gemeinsamen Agrarpolitik und der Gemeinsamen Fischereipolitik der EU, die eben diese Massentierhaltungen und den Raubbau der Gewässer fördern. Da ist einfach mehr Trennschärfe wichtig.
Genau. Deshalb sind die fettgedruckten Sätze im grauen Kasten viel wichtiger als der Rest.
Essen ohne das schlechtgemachte Gewissen, Fleisch bleibt in der Minderheit usw. usf..
Stimmt. Nicht ohne Grund sind mir hier die vielen Fastenregeln im Christentum so wichtig. Würden wir uns wieder mehr danach richten, hätten wir weniger Probleme. Die orthodoxen Christen fasten ja noch viel rigoroser und häufiger als die Katholiken und die Protestanten. Na ja, dafür essen sie sonst auch viel fettiger und fleischlastiger. Kompensation ist da alles. 😉
Aber im Ernst, diese Sektiererei hat schon religiöse Züge und auch religiöse Wurzeln. Da gibt es schon viele Parallelen zu den Evangelikalen. Wohl mit ein Grund, weswegen mir der rheinische und der bayerische Katholizismus so sympathisch sind.
Mehr Bewußtsein für das, was man ißt und in Folge dessen Achtung vor dem, was einen leben läßt, könnte Ideologien ersetzen, die auch meist nur Verachtung im Gefolge haben.
Extra: Die Zucchini-Einlage hat mich zum Lachen gebracht.
Ach das ist ernst gemeint? So vermute ich, wenn ich die Kommentare lese. Ich dachte, als ich den Blog las, das sei Ironie. Steh ich auf der Leitung? Ist die besonders lang?
Es ist von mir sogar mit „Satire“ getaggt. Ich sag mal, es ist … es ist … wie Hassknechts Tiraden in der „Heute-Show“. Du stehst nicht auf der Leitung, nein, nein.
Oh Danke. Und ich merke mir: Nicht nur den Blog und die Kommentare lesen, auch die Tags! 😀
Oi, erwischt. Den Satire-Tag hab ich auch nicht gelesen. Einmal im Jahr falle ich in diese Häschen-Grube rein …
Ach – hey!? Hier ist doch „nur“ Bloggerhausen … 😉
😉
Yepp! Das ist mir mal bei Der Postillon. Da hatte ich auch nicht den satirischen Kern kapiert. Mey, war das peinlich seinerzeit.
Der Vergleich mit dem kitzelt jetzt aber an meiner Eitelkeit!
Och. Warum? Mach Dich da mal wieder nicht dünner als Du bist. Satire ist doch erst dann richtig gut, wenn sie unerkannt bleibt. Alles andere ist Comedy.
Na trotzdem. Stell Dir vor jemand macht Dir so beiläufig klar, daß Du so gut zeichnest wir Marc Chagall Salvatore Dali!?
Na, der Kunstmarkt würde sich um solche genialen Kopisten reißen. Begabte Satiriker sind selten. Stell doch mal für’s nächste Jahr eine Mappe Deiner satirischen Texte zusammen. Man weiß ja nie.
Musste mich erst mal ein bisschen durchs Vokabular googeln. Also dann bin ich auch Omnivore, was ja Menschen von der Biologie her auch sind.
Und jeder soll essen was er will. Ich lasse mir auch nicht von irgendwelchen „Pseudo-Gesundheitsfanatikern“ den Appetit verderben oder gar ein schlechtes Gewissen machen.
LG Gabi
Als nichtmissionierende, sich vegan ernährende (nee, Tofu gibts nur selten und auch nicht in verwurstelter Form), lass ich einfach nur ein paar Grüße hier. Ich lese ja gerne die Online-Zeit, die in dieser Woche Veganismus zum Thema hat. Die Kommentare ähneln sehr denen, wenn es ums Rauchen/Nichtrauchen geht. Da prallen bei vielen zwei Weltanschauungen aufeinander, die sie lautstark und selten sachlich in die Welt schrei(b)en müssen.
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