Zum Speiseplan (Nº 304)

Das Omnivore Manifest – Nachtrag

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Da ist mir doch gestern noch ein unbeabsichtigter Scherz(? Oder Fauxpas?) unterlaufen: “Positiv [ … ] war die riesige Menge Salat.”

Ja, ich aß vorgestern nur und ausschließlich Salat, ohne Käse, nur Kopf- und Eisbergsalat, Paprika, Radieschen, Zwiebel, Aceto Balsamico, Rapsöl, Salz, Pfeffer, etwas Zucker. Frühstücken durfte ich nicht, weil ich beim Arzt wiedereinmal Blut lassen mußte “fürs Labor”. Und schon zu Mittag gab es: Salat, dazu Apfelsaftschorle. Am Dienstag habe ich nichteinmal Milch in den Kaffee getan am frühen Morgen – wegen der Blutwerte; aber ganz ohne Kaffee kann ich ganz einfach nicht aus dem Haus gehen.

Gestern gab es Milchkaffe, Honigbrötchen mit Butter (manchmal mag ich die Margarine nicht). Mittagessen gab es keins. Erst am Abend habe ich Eisbergsalat, mir namentlich bisher unbekannten anderen Salat (sechs kleine Köpfe Römersalat, den Namen mußte ich recherchieren), Radieschen, Tomaten, Paprika und Zwiebel vermischt mit in Essig gequollenen getrockneten Kräutern und Rapsöl vermischt, dann einen Becher Saure Sahne untergehoben. Dazu gab es Grusinischen Tee.

Nun habe ich mich zwei Tage fast nur von Pflanzen ernährt. Weil ich a) die Zutaten zur Verfügung hatte und b) eben auch Appetit darauf hatte. Ja, wenn ich etwas Thunfisch im Hause gehabt hätte, wäre auch der im Salat gelandet, aber gut, ohne schmeckte es mir auch.

Und so habe ich aller zwei Wochen einen oder zwei Salat-Tage. Regelmäßig. Mindestens seit Anfang 2013. Aber ich komme auf dem Marktplatz nur sehr, sehr schwer an des Pferdemetzgers Bockwurst (mit Bautz’ner Senf, im Brötchen) vorbei. Die genieße ich, wirklich. Wie ich all das genieße, das ich mit Appetit zu mir nehme.

Ach ja, dies hier ist ja ein Nachtrag. Zu meinem gestrigen satirischen Text.

Über manche Dinge kann ich mich nur so äußern: satirisch, sarkastisch, manchmal bissig, gar wütend. So ein wenig wie diese eine Figur in dieser satirischen Nachrichtensendung – nur mag ich nicht ganz so eskalieren wie dieser. Muß es für mich stimmig machen. Überspitzen, überhöhen, übertreiben. Abwiegeln, ins Lächerliche ziehen, herunterspielen. Umschreiben, umschreiben. Ins Phantastische transskribieren, in ein Märchen umdichten. Auseinanderbröseln, verbiegen, richten, zusammenschreiben. Meine Meinung erklären, meine wahre Meinung verklausulieren. Wenn es gutgeht, entsteht ein Text, den ich freilasse.

So einer ist “Das Omnivore Manifest” geworden. Dachte ich. Deshalb hab ich ihn veröffentlicht. Nicht, um irgendjemandem etwas vorzuwerfen. Nicht um gegen Eßgewohnheiten und ihre Verfechter zu wettern oder gar zu reüssieren. Wieso erkläre ich mich gerade und meine Entäußerung? Weil … Weil … Weil es mich dazu treibt. Das, was in mir ist. Das, was in mich hineinkam. Was ich aufgesaugt habe. Was in mir gor – gärte? Mir gehen Worte verloren, das Wissen um Worte verflüchtigt sich. Um ihre Schreibweise, um ihre Veränderungen durch Zeit und Person …

Es zwingt mich trotzdem zum … zum … zum.

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 30. Oktober 2013 war die beinahe fertige Schnittarbeit.

© 2013 – Der Emil. Der Text steht unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Zum Speiseplan (Nº 304)

  1. Gudrun sagt:

    Emil, ein Hassknecht bist du nicht. (Ich finde den kleinen Choleriker recht lustig.)
    Warum nehmen wir Worte nicht als das, was sie sind? Warum fühlen wir uns ständig angegriffen durch sie, anstatt das Spiel mit ihnen zu genießen.
    Gruß von nebenan.

  2. Sternenglanz sagt:

    Hier scheint es interessant zu sein; hier wird gedacht und philosophiert und sogar gegessen. Ich werde öfter mal vorbeisehen.

    Liebe Grüße
    Sternenglanz

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