2025 – 180: Sonntag

Es muß doch etwas Gutes daran zu finden sein.

 

Oh, was war denn das? Ich schlief bis 15 Uhr, d. h. fast sechzehn Stunden am Stück. Aufgestanden bin ich dann erst um Vier. Natürlich gab es auch heute Kaffee und Keks.

Sechzehn Stunden. Ich werde heute wohl nur sechs oder sieben Stunden wach sein, außerhalb der Schlafstatt verbringen. Draußen ist es heute noch wärmer als gestern, das bekommt mir nicht, da bleib ich lieber zuhause. Und ich habe heute auch nicht viel machen können, zum einen wegen der der Wärme und zum anderen hatte ich ja nicht viel Zeit. Einen Text habe ich abgetippt, in dem ich noch einen blöden Fehler korrigieren mußte (da war mir was im Ablauf der Ereignisse durcheinandergeraten), was doch ziemlich viel Arbeit erforderte. Der wird aber nicht hier im Blog erscheinen, nein, ganz sicher nicht.

In der kommenden Woche soll es noch heißer werden (warm ist das nämlich nicht mehr). Ich will das nicht. Vielleicht stelle ich meinen Tagesablauf um und werde nachts aktiv sein. Dann war der heutige Tag der Einstieg in diese Umstellung …

 

Erinnerung des Tages:
Für „Hitzefrei” gab es im der DDR ziemlich strenge Regeln; und es gab viele Schuljahre (1970 – 1982), in denen es das nicht ein einziges Mal gab.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 29. Juni 2025 war ich zufrieden mit dem sehr langen Schlaf, mit dem korrigierten Text.


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2025 – 179: Verlegenheit

Auch eine Frage von Anstand und Moral im öffentlichen Raum.

 

Wenn ich hierzustadt am Ufer der Saale unterwegs bin, zum Beispiel jetzt, bei diesem sommerlichen Wetter, dann kann das manchmal …

Nun, an einigen Stellen liegen Menschen in der Sonne und lassen sich anscheinend bräunen. Nicht irgendwo versteckt hinter irgendwelchen Hecken, sondern vom Weg aus gut sichtbar. Das ist für mich kein Problem, wirklich nicht. Was ich verwunderlich finde, ist meine Verlegenheit bei solchen Anblicken. Denn als Augentier sehe ich mir nackte Menschen sehr gerne an, gerne auch etwas länger als nur einen Moment. Und wenn der Mensch dann weiblich ist, dann geht in meinem Kopf folgendes los: „Spanner. Gehört sich nicht, so genau hinzuschauen. Wow, ein schönes Weib. Ach, würde ich mich nur näher herantrauen. Sieh zu, daß Du den Blick davon lösen und endlich weitergehen kannst. Und laß die Kamera, das ist unanständig.” Ich will ja auch nicht als Spanner verschrieen sein.

Ja wie denn nun? Ist Hinsehen für mehr als einen Augenblick erlaubt oder sollte ich mich schamhaft wegdrehen, schnell weitergehen? Außerdem saß ich schon da auf der Bank im Schatten, als sie kam, sich ungeniert komplett auszog und in die Sonne legte. Was ist moralisches, anständiges Verhalten in einer solchen Situation? Hätte ich fragen sollen, ob sie sich durch meine Blicke gestört oder belästigt fühlt?

(Ich blieb etwas über eine halbe Stunde auf der Bank sitzen, schrieb weiter in meine Kladde und sah doch ab und zu einmal hin. Ich werde eure Kommentare lesen, aber wahrscheinlich nicht auf jeden antworten.)

 

Erinnerung des Tages:
Ich erinnere mich an eine kurze Filmszene (einen Sketch?), da vor einer auf einer Schreib­maschine tippenden Person ein weibliches Aktmodell stand. (Nein, ich finde das einfach nicht im Internet.)

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 28. Juni 2025 war ich zufrieden mit dem Schreiben an der Saale, mit dem weiteren Ausprobieren der Kamera, mit einem Moskauer Eis aus dem магазин (Magazin, russ. für Laden).


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2025 – 178: Ordnung

Sisyphusarbeit beim Kampf gegen Windmühlen.

 

Natürlich stellte ich mir heute die Frage, wann und wobei und weswegen wir (und ich denke, das betrifft sehr viele Menschen hierzulande) unsere Utopien bzw. unseren Glauben daran, unsere Hoffnung darauf verloren haben. Aber ich hatte – zum Glück? – nicht die Gelegenheit, intensiver darüber nachzudenken.

Was beschäftigte mich also heute? Heute habe ich die Papierstapel, also zwei von drei Papierhaufen durchsortiert. Zunächst mal nach Sachgebieten getrennt: Konto­aus­züge, Mietsachen, ARGE bzw. Jobcenter und Arbeitsamt/-agentur. Auch ein wenig Privates befand sich zwischen all dem Papier; von dem aber konnte ich das meiste einfach so wegwerfen oder schreddern (z. Bsp. Ausdrucke von Blogartikeln). Sogar ein Polizeiliches Führungszeugnis war dabei … Den Rest, also den dritten Haufen, werde ich wohl morgen schaffen – und danach geht es an das zeitliche Sortieren und Abheften. Puh.

Außerdem habe ich heute zwei meiner kaputten Hemden und zwei verschlissene Shirts weggeworfen. Ja, auch mein Kleiderschrank braucht dringend eine komplette Revision seines Inhaltes. In diesem Jahr noch. Ach, wenn mir das Loslassen und Wegwerfen bzw. Weggeben nur leichter fallen würde. Aber auch an den Klei­dungs­stücken hängen zumeist sehr wichtige Erinnerungen, wegen denen ich mich eben nicht so leicht davon trennen kann. Und ja, einiges stammt auch noch von meinem Vater … Vielleicht fülle ich zunächst einen blauen Sack mit dem Zeug, bei dem ich mir das Weggeben noch am leichtesten vorstellen kann?

Und immer, wenn ich es geschafft habe, etwas zu ordnen und/oder wegzugeben, sammelt sich die doppelte Menge an Ungeordnetem hier an, so scheint es mir. Denn es existieren schon zwei neue Papierhaufen, um die ich mich kümmern muß. Ja, die habe ich aus einem Schrank herausgeholt – aber in dem ist wirklich kein bißchen mehr Platz als zuvor!

Außerdem macht mir die Aufräumerei zuhause trotz allem ein schlechtes Gewissen. Denn das hindert mich daran, anderes zu unternehmen, beispielsweise Vorhaben in die Tat umzusetzen (Bezirksinspektor!). Ich weiß einfach nicht zu entscheiden, was für mich wirklich wichtiger ist oder sein sollte.

Sonst aber, sonst war heute ein sehr ereignisloser Tag

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Zwei Hemden und zwei Shirts gab ich in den Müll, eine eher ungeliebte (weil viel zu neue) Handkaffeemühle wurde nach kurzer Zeit von jemandem mitgenommen.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 27. Juni 2025 war ich zufrieden mit dem Ergebnis des Sortierens, mit einer großen Portion Oliven (die habe ich bis vor ein paar Jahren überhaupt nicht gegessen), mit der vorbereiteten Aufarbeitung eines alten Notebooks.


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2025 – 177: Vision

Wenn ich gewußt hätte, was ich noch erleben muß.

 

Wir malten uns unsere Zukunft aus in fröhlichen, friedlichen Farben. Das Leben sollte für alle leichter, unbeschwerter werden in der Zeit, die vor uns lag.

(Den gestrigen Tag betreffend.) Hitze und Wind, Unwetterwarnungen. Beschädigte Anlagen zur Aufarbeitung radioaktiver Rohstoffe. Zerstörte Wohnhäuser und ganze Straßen­züge in Schutt und Asche. Nur eine Familie (von vielen in ähnlicher Situation) muß 4.000.000.000 € (vier Milliarden) Erbschaftssteuern zahlen. Eine Vielzahl von Drohnen wird im Krieg eingesetzt. Wassermangel in vielen Gegenden. Heftigste Regenfälle und Überflutungen, immer öfter. Bürgergeld wird abgeschafft bzw. in etwas anderes Billigeres und Unsichereres umgewandelt. Preissteigerungen allüber­all. Veruntreuung zieht keine Strafe nach sich. Braune Scheiße soll vom Grundgesetz geschützt sein. Die Versorgung der Menschen muß unbedingt zur Erwirtschaftung von Gewinnen führen. Um den Klimawandel aufzuhalten (oder gar umzukehren), ist es definitiv zu spät – also muß gar nichts mehr getan werden diesbezüglich.

Soso. Und da soll ich noch irgendeine Art von Zuversicht, guter Laune usw. usf. haben können?

 

Doch, ich bemühe mich darum, nicht zu resignieren. Ich schaffe mir Momente, in denen ich eine kleine persönliche Zufriedenheit all dem Mist entgegensetzen kann (siehe gestern). Und Liebe ist auch. Daran klammere ich mich fest. Hoffnung? Ich weiß nicht; auf alle Fälle bitte keine Verzweiflung. Das scheint der Lauf der Welt zur Zeit. So wurde er von uns allerdings nicht erwartet. Das Vorhersehen solcher Umstände ist zum Glück leider nicht möglich.

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Eine alte Küchenwage und ein Brotkasten waren nach etwa 30 min im Haus schon wieder weg.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 26. Juni 2025 war ich zufrieden mit den ersten Bildern mit der neuen Kamera (eini­ger­maßen zufrieden, es braucht einige Übung), mit der Sichtung eines Teichhühnchens mit Küken, mit einigen weggegebenen/weggeworfenen Dingen.


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2025 – 176: Sechseinhalb

Ich mußte mich an Weihnachten 2018 erinnern.

 

Seit einigen Wochen schon war ich auf der nicht ernsthaften Suche nach einer anderen Kamera. Denn meine Lumix habe ich jetzt seit sechseinhalb Jahren, wie ich heute beim Suchen in meinem Blog festellen konnte. Nein, sie ist noch nicht kaputt, aber ab und zu gibt es schon einen Wackelkontakt beim Einsetzen der Speicherkarten.

Heute war es jedenfalls notwendig, eine neue schwarze Patrone für meinen Drucker kaufen. Also machte ich mich zum Planeten auf, um dort selbige zu kaufen. (Wie sagen die Hersteller: An unseren Druckern verdienen wir gut – an der Tinte aber verdienen wir uns dumm und dämlich.) Und wie immer schaute ich noch, ob es vielleicht ein neues Tablet (das hier ist auch schon drei Jahre alt und wird gefühlt immer langsamer) oder eine Digitalkamera gäbe, für die ich mich spontan etscheiden könnte.

Nun, bei den Tablets wurde ich nicht fündig. Aber ich nahm heute eine Bridgekamera mit nach Hause zu einem beinahe unschlagbaren Preis. Die ist zwar größer und schwerer als die bisherige, aber das stört mich wenig. Mal sehen, ob mich das neue Gerät dazu verführt, wieder mehr zu fotografieren. Bisher war das bei mir oft so mit neuen Geräten.

Am Ende war ich froh, wieder zuhause zu sein. Es ist eben doch trotz wehenden Lüftchens etwas zu warm bzw. zu schül für mich. Wäh.

 

Erinnerung des Tages:
Wie spannend doch die Fotografie früher war, als der Film noch zum Entwickeln gegeben werden mußte und ich die Abzüge manchmal erst nach mehreren Tagen sehen konnte.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 25. Juni 2025 war ich zufrieden mit dem Einkauf, mit einem Gespräche mit einer unbekannten, aber ebenfalls einen Fächer benutzenden Dame in der Funkenkutsche, mit einem lauwarmen Bad in der Wanne.


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2025 – 175: Passiert

Ein Tag wie ein dicker Nebel oder so.

 

Heute war es wirklich sehr angenehm, was die Temperaturen draußen betraf. Auch in der Wohnung habe ich es wieder etwas weniger warm. Ich saß lustlos vor den Papierhaufen, die sortiert werden müssen, hab die Waschmaschine laufen lassen, ziemlich viel Tee getrunken, und auch wieder viel geschwitzt. Der Kopf aber, der blieb weitgehend leer. Ebenso das Papier, auf dem ich üblicherweise tagsüber notiere, was mir so einfällt.

Auf dem Sportplatz gegenüber landete zur Mittagszeit der Rettungshubschrauber. Nach etwa 90 Minuten hob er wieder ab.

Zu einem Text vermisse ich die Urschrift der ersten fünf Seiten, aber mir fehlte heute wirklich der Antrieb, danach zu suchen. Ich mahlte Kaffee mit der Handmühle. Irgendwann mußte ich dann doch raus, etwas zur Post bringen (Uff! Die Filiale ist seit 30.10.2024 geschlossen – ach so?) und Weniges einkaufen. Auf dem Hinweg schon kostete ich die Kirschen vom Baum (Sauer­kirschen, echt saure Sauerkirschen), auch auf dem Rückweg versuchte ich nochmal drei – sehr adstringierend, diese Früchte. Brrrrrr.

So. Kurz nach Sieben fiel mir erst ein, daß ich meinen Blog heute trotzdem nicht vernach­lässigen möchte. Ich habe mich jetzt sehr beeilt, wenigstens diese wenigen Zeilen dalassen zu können.

Müde bin ich, auch (!) in der Form, die sich durch Schlaf reduzieren läßt.

 

Erinnerung des Tages:
Im Mecklenburger Hof stand ein Baum mit gelben Süßkirschen, gleich neben den Sträuchern der Schwarzen Johannisbeere.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 24. Juni 2025 war ich zufrieden mit meiner Gelassenheit trotz des leeren Kopfes, mit dem Mut zum Kirschenessen, mit dem Fortschritt beim Kaffeemahlen mit der Hand.


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2025 – 174: Gradheraus

Das Ergebnis eines harten Lernprozesses.

 

 

Manche Wahrheit und manche Meinung müssen ganz gradheraus kundgetan werden; jede Umschreibung, Abschwächung und Durch-die-Blume-Formulierung führt nur dazu, daß das Gesagte einfach als Unfug oder/und unwichtig abgetan wird.

 

 

Natürlich gab es in meinem Leben so manches Erleben, das sich in diesem Satz widerspiegelt. Doch auf Einzelheiten gehe ich hier nicht ein. Und es hat gedauert, bis ich das begriffen hatte und umsetzen konnte. Leider führte das auch schon zum Abbruch von Kontakten und Beziehungen – je nun, dieses Risiko gehe ich zwar nicht gern, aber doch immer wieder ein.

 

Erinnerung des Tages:
Ich fand ausgedruckte (Nadeldrucker!), sehr alte Texte von mir, die ich nicht (mehr) als Dateien gespeichert habe.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 23. Juni 2025 war ich zufrieden mit etwas Gehörtem, mit der jetzt leeren Kiste (noch aber ist der Inhalt nicht komplett sortiert), mit zwei Kannen getrunkenen Tees .


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2025 – 173: Strandsachen

Ganz ohne Fluß, Teich, See und Meer.

 

 

Zerfließend sitzen
In der brennenden Sonne
Kühlende Fluten

Was mich am Strand erwartet
Hoffe ich schnell zu finden

Ein Tanka.

 

 

Die Temperaturen des derzeitigen Wetters … Ürgs. Mir reichen 23 °C, maximal 25 °C halte ich aus, ohne zu kollabieren. Heute fuhr ich von 24 °C nach 34 °C – das ist mir viel zu warm. Und nächtliche Temperaturen von über 20 °C sind sowas von Bääääh.

Ich warte auf den Winter, auf 60 cm Schnee und zwölf Grad Minus. Auf klare Sternennächte, in denen ich meinen Atem sehen kann. Auf die Stille im Frost. Das ist meine liebste Zeit.

 

Erinnerung des Tages:
Die Wochenenden auf dem Plešivec, mit CB-Funkverkehr auf 27 MHz/11 m, werde ich nie vergessen. QSO mit Schottland, Tunesien, Spanien u.a. waren einfach großartig.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 22. Juni 2025 war ich zufrieden mit dem Besuch des Gottesdienstes, mit dem vielen Händeschütteln, mit der einigermaßen erträglichen Heimfahrt.


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2025 – 172: Jugendgefährdend

Über die Schwierigkeit, bestimmte (vulgäre) Worte zu nutzen.

 

 

Das ist jetzt mehr Text geworden, als ich dachte. Insgesamt 32 Seiten im Format DIN A5 hab ich heute geschrieben und abgetippt und das ist nur eine einzige phantasierte Geschichte. Am Anfang tat ich mich schwer damit, das gestehen ich, schämte mich sogar während des Schreibens. Sicherlich war ich deswegen auch rotge­wor­den. Denn solche – diese! – Worte zu benutzen, das erlaube ich mir im wirklichen Leben nicht, und auch hören möchte ich sie da nicht. Aber zu dieser Art von Träumen, zu dieser Art der Phantasien gehören sie wohl dazu. Ob ich irgendwann über diese Scham hinweg­kommen kann, ob ich vielleicht irgendwann mit einem andern Menschen diese spezielle Art von Sprache üben kann?

Nun, ich habe keine Ahnung, ob mir gelungen ist, was ich mit dem Text vorhatte. Ob ich mich als schreibende Person hinein­versetzen konnte in eine ganz andere Person, ob ich einen ganz anderen Blick abzubilden vermochte, ganz andere Bedürfnisse und Gelüste eini­ger­maßen korrekt zu beschreiben und zu entwickeln schaffte. Daß für eventuelle Leser nicht nur sinnloses Zeug zusammenhanglos aneinandergereiht wurde. Deshalb gebe ich den ausgedruckten Text nachher meinem besten Freund; er ist wirklich Freund und weder Affaire noch Liebhaber. Ich denke, als Mann interessiert er sich schon für das, was auf diesen 32 Seiten zu lesen ist. Ich schätze seine Ehrlichkeit, die in so ziemlich allen Lebenslagen nicht wackelt. Außerdem können er und ich sowieso über alles reden.

Und damit er sich noch heute daranmacht, diesen Text zu lesen und mir sein Urteil darüber mitzuteilen, habe ich eine kleine Über­raschung für ihn dazugepackt. Denn: Immer wieder sagt er, daß er neugierig ist und auch mich einmal nackt sehen will (wenn ich ihn besuche, zieht er sich meist nichts an, ich weiß also, wie er nackt aussieht, und im Grunde genommen habe ich auch echt nichts dagegen, daß er mich nackt sehen würde, ich wollte das bisher nur nicht einfach so ganz anlaßlos). Und so habe ich meiner ersten pornogafischen Erzählung ein Aktfoto von mir beigelegt und ein Bild von meiner frisch rasierten M… – mensch, ist das schwer, eines dieser Worte zu schreiben – ein Bild von meiner frisch rasierten P… – nein, ich habe genügend deutsche Worte dafür in der Erzählung benutzt – ein Bild von meiner frisch rasierten Fotze. Ganz unten auf der letzten Seite habe ich handschriftlich dazugeschrieben: Bei deinem nächsten Besuch bei mir werden wir beide nackt sein.

 

 

Erinnerung des Tages:
Bei Temperaturen wie heute fuhren wir als Jugendliche sehr oft an den Filzteich (Schneeberg), und dort ging es immer auf den Damm hinter dem Turm.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 21. Juni 2025 war ich zufrieden mit dem Ausschlafen, mit der Ruhe, in der ich meinen Gedanken nachhängen konnte, mit einigen kleinen Phantasien.


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2025 – 171: Makaber

Er ist in der Versenkung verschwunden.

 

Ja, so makaber könnte ich es sagen. So könnte ich das nennen, was heute geschah. Und ich meine es mit Sicherheit nicht respektlos, denn auch er würde darüber lachen.

Urnenbeisetzung. Die Asche meines Vaters. In der Versenkung verschwunden war er schon lange: in der Versenkung der Demenz. Es tat nicht immer gut, ihn so zu sehen. In den letzen fünf seiner fünfundachzig Jahre wurde er immer blasser, immer durchscheinender, war immer weniger von ihm zu sehen. Ziemlich früh war er ins Vergessen eingetaucht.

Die Mutter meint, sie sei jetzt schon fünf Jahre allein gewesen, Vater gab es schon nicht mehr. Irgendwo und irgendwie hat sie damit Recht. Und sie sagt immer wieder: Jetzt hat er seine Ruhe (und ich denke dazu: auch vor ihr).

Aber wer weiß, wielleicht ist es doch nicht so makaber, wenn ich sage: Er ist in der Versenkung verschwunden, denn verschwunden ist er, langsam, gründlich. Das heute, das war „nur noch” seine Asche. Das war nicht mehr mein Vater.

Wer weiß, vielleicht gibt es ja doch irgendetwas nach dem Tod und er sitzt jetzt lachend oder schmunzelnd mit einem Bier und einem Boonekamp in einer guten Skatrunde oder er kegelt endlich wieder.

 

Bitte hinterlaßt heute keine Kommentare oder Fediverse-Replies. Danke.

 

Erinnerung des Tages:
Ganz viele an all die guten Momente mit meinem Vater.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 20. Juni 2025 war ich zufrieden mit dem Kaffee am Morgen in aller Ruhe, mit meiner Stabilität, mit der Vielzahl der getroffenen Verwandten.


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