Sisyphusarbeit beim Kampf gegen Windmühlen.
Natürlich stellte ich mir heute die Frage, wann und wobei und weswegen wir (und ich denke, das betrifft sehr viele Menschen hierzulande) unsere Utopien bzw. unseren Glauben daran, unsere Hoffnung darauf verloren haben. Aber ich hatte – zum Glück? – nicht die Gelegenheit, intensiver darüber nachzudenken.
Was beschäftigte mich also heute? Heute habe ich die Papierstapel, also zwei von drei Papierhaufen durchsortiert. Zunächst mal nach Sachgebieten getrennt: Kontoauszüge, Mietsachen, ARGE bzw. Jobcenter und Arbeitsamt/-agentur. Auch ein wenig Privates befand sich zwischen all dem Papier; von dem aber konnte ich das meiste einfach so wegwerfen oder schreddern (z. Bsp. Ausdrucke von Blogartikeln). Sogar ein Polizeiliches Führungszeugnis war dabei … Den Rest, also den dritten Haufen, werde ich wohl morgen schaffen – und danach geht es an das zeitliche Sortieren und Abheften. Puh.
Außerdem habe ich heute zwei meiner kaputten Hemden und zwei verschlissene Shirts weggeworfen. Ja, auch mein Kleiderschrank braucht dringend eine komplette Revision seines Inhaltes. In diesem Jahr noch. Ach, wenn mir das Loslassen und Wegwerfen bzw. Weggeben nur leichter fallen würde. Aber auch an den Kleidungsstücken hängen zumeist sehr wichtige Erinnerungen, wegen denen ich mich eben nicht so leicht davon trennen kann. Und ja, einiges stammt auch noch von meinem Vater … Vielleicht fülle ich zunächst einen blauen Sack mit dem Zeug, bei dem ich mir das Weggeben noch am leichtesten vorstellen kann?
Und immer, wenn ich es geschafft habe, etwas zu ordnen und/oder wegzugeben, sammelt sich die doppelte Menge an Ungeordnetem hier an, so scheint es mir. Denn es existieren schon zwei neue Papierhaufen, um die ich mich kümmern muß. Ja, die habe ich aus einem Schrank herausgeholt – aber in dem ist wirklich kein bißchen mehr Platz als zuvor!
Außerdem macht mir die Aufräumerei zuhause trotz allem ein schlechtes Gewissen. Denn das hindert mich daran, anderes zu unternehmen, beispielsweise Vorhaben in die Tat umzusetzen (Bezirksinspektor!). Ich weiß einfach nicht zu entscheiden, was für mich wirklich wichtiger ist oder sein sollte.
Sonst aber, sonst war heute ein sehr ereignisloser Tag
Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Zwei Hemden und zwei Shirts gab ich in den Müll, eine eher ungeliebte (weil viel zu neue) Handkaffeemühle wurde nach kurzer Zeit von jemandem mitgenommen.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Am 27. Juni 2025 war ich zufrieden mit dem Ergebnis des Sortierens, mit einer großen Portion Oliven (die habe ich bis vor ein paar Jahren überhaupt nicht gegessen), mit der vorbereiteten Aufarbeitung eines alten Notebooks.
© 2025 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


@deremil Glaube mir, du bist nicht allein … mit diesen Stapeln, die nachtzuwachsen scheinen*, mit dem Loslassenwollenmüssenschwerkönnen 😐
*Papierstapel wachsen nach, weil wir ewig lange brauchen, uns von den Sortieraktionen zu erholen. Und sie haben Potenzial zur physischen Bedrückung, finde ich.
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Das unterschreibe ich. (Andererseits wird meinereiner doch von Ämtern usw. gezwungen, Unmengen an Papier aufzuheben, damit ich irgendwann irgendetwas nachweisen kann.)
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