353 im Advent 2025: 19. Türchen

 
Das ist mein 16. Blog-Adventskalender. Beim Schreiben denke ich oft an die, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, an alle, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen auch in diesem Jahr für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen, und für die, die Freude an dieser Zeit haben.

 

Noch fehlt der Stollen, der für mich einzig echte Weihnachtsstollen.

 

Er gehört für mich zur Advents- und Weihnachtszeit dazu. Und ohne ihn komme ich nicht in die entsprechende Stimmung. Doch das Billigzeug aus den Discountern ist für mich nicht eßbar – oder höchstens so eßbar wie Haferschleim: nur, wenn es ums Verhungern geht.

Ja, ich bin im Besitz jenes Familienrezepts, nach dem schon meine Ururgroßmutter mütterlicherseits ihre Stollen backen ließ beim Bäcker im Dorf, gleich übern Bach. Der letzte gute Weihnachtsstollen war vom anderen guten Bäcker des Dorfes, der noch heute arbeitet. Der Bäcker übern Bach ist seit zehn Jahren geschlossen … (Von elf oder zwölf Bäckereien hat bis heute nur dieser eine einzige überlebt.)

Und es gibt so viele Regeln und so viel Aberglaube rund um den Christstollen. Vorm Totensonntag durfte er nicht gebacken werden. Es durfte kein einziger zerbrechen. Der erste wird zu Heiligabend angeschnitten, der letzte erst am Ostersonntag. Dick bestrichen mit Butter und Zucker und Puderzucker mußte er sein. Auf dem Dach­boden, ungeheizt, bei offenen Fenstern, hielt er sich auch wirklich bis Ostern. Und ich gestehe: ich habe schon zwei Jahre alten Weihnachtsstollen gegessen, der nur etwas trocken und hart geworden war. Aber der Geschmack …

Außerdem gibt es ja immer diesen Streit, welches denn der „echte” Stollen ist. Jeden­falls kann das nicht der Quark-, Mohn- oder Mandelstollen sein, nein. Dresdner oder Erzgebirgischer? Für mich letzterer. In dem ist üblicherweise mehr Butter und Butterschmalz drin als im Dresdner (jedenfalls nach unserem Familienrezept). Ich kann mich sogar noch an die Zeit erinnern, da viele Zutaten (Zitronat, Orangeat, Backaroma, Mandeln, Vanillezucker usw. usf.) im Westpaket ankamen oder da in der DDR der Zitronat aus grünen Tomaten hergestellt wurde. Lange her … Typisch Erzgebirge ist es für mich, dieses Backwerk, das meine Advents- und Weihnachtszeit abrundet, vervollständigt. Mal sehen, ob ich mir doch noch einen kaufen kann, nächste Woche.

 

Erinnerung des gestrigen Tages:
In Fett (oft Gänse- oder Schweineschmalz) ausgebacken wurden zur Weihnachtszeit bei vielen zuhause auch Quarkkräppelchen.

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Gestern, am 18. Dezember 2025 war ich zufrieden mit einer weiteren erledigten Bürokratie, mit leckeren Mandarinen, mit dem in einem Buch gelesenen (und abgeschriebenen) Text.


© 2025 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2025, Adventskalender, Adventskalender 2025, Erlebtes, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 3 Kommentare

352 im Advent 2025: 18. Türchen

 
Das ist mein 16. Blog-Adventskalender. Beim Schreiben denke ich oft an die, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, an alle, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen auch in diesem Jahr für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen, und für die, die Freude an dieser Zeit haben.

 

Ein sonderbares Kaffeetrinken am Nachmittag, ein sehr sonderbares.

 

 

Sie weiß nicht so recht, wieso sie ihm für heute nachmittag frei­ge­geben ha. Ja, er murmelte zwar etwas von „Besorgungen” machen für das bevorstehende Fest – aber wäre das nicht auch zu zweit möglich gewesen? Das ist für morgen sowieso vorgesehen, was will er also heute besorgen?

Wenigstens hat er den Nachmittagskaffee vorbereitet. Eine Schale mit Spekualtius, Lebkuchen und Printen, der Kaffee ist in der Ther­mos­kanne, der Tisch gedeckt. Für zwei. Das macht er sonst nie, ohne daß sie ihn lange darum bitten muß, bei ihr zu sitzen. Ach, und wenn sie jetzt noch so lange darüber nachdenkt: Auf diese Weise wird sie nicht erfahren, was er sich dabei gedacht hat. Außerdem ist es höchste Zeit für ein paar Leckereien. Sie schenkt ihre Tasse voll, kann sich gerade noch vom Einschenken auch in die zweite Tassen zurückhalten. Die Kerzen auf dem Adventskranz zündet sie auch an.

Es ist still im Zimmer, still sogar im ganzen Haus. Nur das Ticken der Uhren erinnert an das Verstreichen der Zeit. Sie gönnt sich eine zweite Tasse Kaffee und höchstens noch einen Butterspekulatius. Hoffentlich kann sie dann abends einschlafen, nach so viel Koffein. Oder hat er etwa wieder diesen kastrierten Kaffee gemacht, den koffeinfreien? Der schmeckt ihr nicht, wirklich, das ist doch kein Kaffee, das ist Plörre oder – wie es ihre Verwandten aus Leipzig immer nannten – Muckefuck. Oh, Vorsicht: Die beiden „u” müssen auch als „u” gesprochen werden, nicht daß da jemand auf falsche Gedanken kommt!

Oder hat er vielleicht erwartet, daß am Nachmittag jemand sie besuchen kommt? Unangekündigt, oder nur ihm im Vertrauen mitgeteilt? Nein, das glaubt sie nicht, so würde er sie nie hinter­gehen. Aber was will er alleine „besorgen”, was nur? Versteckt sich dahinter eventuell ein Arztbesuch, von dem sie nichts wissen soll, weil er schwer und unheilbar krank ist? Ach, jetzt macht sie sich doch ein paar Sorgen.

Draußen dämmert es schon. Sie löscht die Lichter vom Advents­kranz, räumt ihr Geschirr und die Schale mit dem Gebäck in die Küche. Mehr traut sie sich nicht zu tun, denn die Küche ist mittler­weile sein Reich. Sie hört die Tür gehen. Und läßt ihm Zeit, geht ihm nicht entgegen um auszuspähen, ob und was er besorgt hat. Er braucht zwei Minuten länger als sonst, um zu ihr zu kommen. Er sieht recht zufrieden aus und Tante Erdmute spricht ihn an: „Wie schön, daß Du wieder da bist. Möchtest Du vielleicht hier bei mir eine Tasse Kaffee trinken?” Während er Platz nimmt, krempelt sie ihr gesamtes mehr oder weniger gemeinsames Leben um, nur dadurch, daß sie ihm den Kaffee einschenkt. Kurz denkt sie darüber nach, doch dann weiß sie wieder: Bald ist Weihnacht, und es ist sowieso eine besondere Zeit im Jahr. Da wird ihm das hoffentlich nicht so deutlich auffallen. „Ach, darf ich das Gebäck für Dich holen?” Und schon ist sie auf dem Weg in die Küche …

 

 

Tja, da hat sich Tante Erdmute doch noch eingefunden in meinem Adventskalender. Was hat sie nur so durcheinandergebracht an diesem Nachmittag, alleine zuhause? Was hat er denn besorgen müssen, hat er nach dem Heimkommen vielleicht etwas versteckt, ehe er zu ihr ging? Wer weiß, ob ich das, ob wir das je erfahren werden …

 

Gestern weggegeben bzw. entsorgt:
Als ich am Nachmittag losging, um jemanden zu treffen, deponierte ich zwei große (je 7×2 m) Stücke Markisenstoff im Haus, der jetzt fast 20 Jahre in meinem Schrank lag.

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Gestern, am 17. Dezember 2025 war ich zufrieden mit im JC abgegebener Post, mit dem kurzen Treffen im Bahnhof, mit einem wirklich unerwartet angekommenen Paket.


© 2025 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2025, Adventskalender, Adventskalender 2025, Geschriebenes, One Post a Day, Tante Erdmute | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 1 Kommentar

351 im Advent 2025: 17. Türchen

 
Das ist mein 16. Blog-Adventskalender. Beim Schreiben denke ich oft an die, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, an alle, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen auch in diesem Jahr für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen, und für die, die Freude an dieser Zeit haben.

 

Wenn das alles andersherum wäre, dann wäre das …

 

 

Ich stelle mir also vor, die Advents- und Weihnachtszeit liefe genau anders­herum ab, nämlich von den Weihnachtsfeiertagen über den Heiligen Abend und die vier Advente bis zum Montag nach dem Totensonntag. Was wäre der größte Unterschied zum normalen Ablauf? — Würde meine Vorfreude nicht anwachsen und unbe­stimmter, weiter gefaßt werden? Es eintwickelte sich aus einer Gewißheit eine Ahnung, die mich weicher einhüllt und sanfter begleitet über eine besondere Zeit.

Eine sonderbare Idee, der ich da gestern anheimfiel …

 

 

Erinnerung des gestrigen Tages:
Als Kind verbrachte ich einige Tage Winterurlaub im „Aktivist” direkt am Fuße des Ober­wiesenthaler Fichtelberges.

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Gestern, am 16. Dezember 2025 war ich zufrieden mit dem überlangen Mittagsschlaf, mit der gekauften Druckerpatrone, mit leckerem Gebratenem am Abend.


© 2025 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2025, Adventskalender, Adventskalender 2025, Gedachtes, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen

350 im Advent 2025: 16. Türchen

 
Das ist mein 16. Blog-Adventskalender. Beim Schreiben denke ich oft an die, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, an alle, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen auch in diesem Jahr für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen, und für die, die Freude an dieser Zeit haben.

 

Liegt es vielleicht doch am fehlenden Schnee …?

 

Beim Lesen bin ich sofort an den Zukunftsglauben in der DDR erinnert. Es ist auch ein Gedicht, das in der DDR entstand (als deutscher Text zu einer portugiesischen Weise). Viel mehr als Geburts- und Sterbejahr und noch zwei, drei andere Gedichte weiß ich nichts von ihr, von der Textdichterin Marianne Graefe.

 

 
Lieblich leuchten tausend Sterne
Marianne Graefe (∗ 1904 – † 1984)

Lieblich leuchten tausend Sterne
an der dunklen Himmelswand,
in der Nähe, in der Ferne
deckt der Schnee das weite Land.
Frieden, freiden tönt die Stille,
Frieden allen Menschen!

Not verklärt sich, neues Hoffen
festigt in den Herzen sich,
helles Leben liegt uns offen,
froh wird uns und feierlich.
«Frieden, Frieden», singen alle,
«Frieden allen Menschen!»

In: Wunderweiße Nacht. Erzählungen, Gedichte und Lieder
für das Weihnachtsfest. Hrsg.: R. & R. Brock. Seite 115
1. Broschierte Auflage 1980.
Verlagsrechte f. d. Ausg. Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, Berlin
Lizenznr. 414.235/99/80 · Bestellnr. 625 258 8

 

 

Und wieder spielt der das Land bedeckende Schnee eine Rolle in einem Winter-, Advents- oder Weihnachtsgedicht. Damals, als es geschrieben wurde (ich denke, noch weit vor 1980), gab es ihn noch. Ich glaubte an den Frieden für alle Menschen, glaubte daran, daß er über kurz oder lang Wirklichkeit werden könnte. So wie es auch viele andere Menschen glaubten

Und dann begann der Schnee zu fehlen. Mittlerweile fällt nicht mehr genug davon, um die Gletscher überleben zu lassen. Ich wünsche mir wieder viel, viel mehr von der weißen Pracht, die das Leben stiller machte und langsamer, wenigstens für eine Weile. Wer weiß, vielleicht wirkte sich das auch in mehr Hoffnung und Chancen auf Frieden aus …

 

Gestern weggegeben bzw. entsorgt:
Heute Nachmittag sortierte ich einige T-Shirts aus, die zum einen verschlissen sind und die ich sowieso nie wieder anziehen werde (wieviele Jahre die wohl aus nostalgischen Gründen im Schrank lagen).

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Gestern, am 15. Dezember 2025 war ich zufrieden mit diesem Gefühl der Nähe, mit einem Gedankenaustausch, mit richtig warmen Füßen am Abend.


© 2025 – Der Emil. Eigener Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2025, Adventskalender, Adventskalender 2025, Geschriebenes, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen

349 im Advent 2025: 15. Türchen

 
Das ist mein 16. Blog-Adventskalender. Beim Schreiben denke ich oft an die, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, an alle, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen auch in diesem Jahr für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen, und für die, die Freude an dieser Zeit haben.

 

Ich vermisse einige Besucher, aber es ist gut, wie es ist.

 

Nun ist sogar der Dritte Advent schon vorbei. Himmel, wie die Zeit vergeht!

Im Erzgebirge ist diese Zeit traditionell auch die der (gegenseitigen) Besuche und die der Hutznohmde (auch -obnde, Hutzenabende, mehr oder weniger geplante Zusam­men­künfte der Nachbarschaft/Dorfgemeinschaft). Da trifft sich Alt und Jung, es gibt Kaffee, es wird geschnitzt und geklöppelt oder andere (kunsthandwerkliche) Tätigkeit ausgeübt, es wird gescherzt, gesungen, erzählt, sich das Maul zerrissen … Und es riecht. Nach Weihnachten, nach Ofenfeuer, Räucherkerzen und Tabakrauch. Das alles gehört dazu, manchmal sogar eine Zither und eine Quetschkommode. Hach ja, die Heimeligkeit im Gebirg.

Und so hoffte ich, daß sich im Advent gute Bekannte bei mir einfinden würden. Der Waldschrat Elim, Tante Erdmute, vielleich auch Peterchen noch ein zweites Mal oder der Patient. Aber nix! Die scheinen alle den Advent am anderen Ende der Welt zu verbringen. (Gut, ein paar Tage haben sie alle noch Zeit; doch meine Hoffnung schwindet.) Vielleicht ist es zum Teil ja meine eigene Schuld – vielleicht bin ich in diesem Jahr nicht offen genug gewesen für sie alle? Sperrt sich etwas in mir gegen diese Figuren, hab ich sie vielleicht schon auserzählt? (Nein, ganz sicher nicht.) Ist meine Verbindung zu ihnen etwa abgebrochen? … Da erinnere ich mich an die Jahre, da ich den Kontakt zur Herkunftsfamilie abgebrochen hatte, nicht ohne Grund, echt nicht, aber ich konnte das damals nicht mehr ertragen. Also den Umgang mit der Herkunftsfamilie. Nach etwa zehn Jahren ging es wieder. Da gehören Familie und Gegend wieder zusammen. Kann das auf die Figuren, die ich mir nicht bewußt ausgedacht habe, auch zutreffen?

Zwingen kann ich niemanden, zu mir zu kommen. Nicht im realen Leben, nicht in meinen Geschichten. Deshalb – oder unter anderem deshalb – schaffe ich es ja auch nicht, eine großen, langen Text fertigzubekommen. Es braucht sozusagen den guten Willen meiner Protagonisten, damit ich Neues über sie erfahre und aufschreiben kann. Und wenn sie alle in der Advents- und Weihnachtszeit andere Pläne haben, dann muß ich das akzeptieren.

Ich werde ja zur Weihnacht nicht bei mir zuhause sein, sondern im Zuhause meiner Kindheit und Jugend. Wer weiß, wie oft das noch möglich sein wird. Und ich fahre dahin, weil ich mich dafür entschieden habe, nicht weil ich muß oder soll. Diese Freiheit gewähre ich meinen Gestalten auch, obwohl ich sie gern „gesehen” hätte.

Eine Advents- und Weihnachtszeit ohne Besuchsverpflichtung ist tatsächlich viel entspannter, meiner Erfahrung nach.

 

Gestern weggegeben bzw. entsorgt:
Einige leere Kartons (kann ich ja irgendwann mal brauchen) brachte ich ins Altpapier.

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Gestern, am 14. Dezember 2025 war ich zufrieden mit dem ausprobierten Geschenk, mit einem vorabendlichen „Mittags”-Schläfchen, mit der Zeit in der Badewanne.


© 2025 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2025, Adventskalender, Adventskalender 2025, Erlebtes, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen

348 im Advent 2025: 3. Advent

 
Das ist mein 16. Blog-Adventskalender. Beim Schreiben denke ich oft an die, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, an alle, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen auch in diesem Jahr für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen, und für die, die Freude an dieser Zeit haben.

 

Haltet euch die Ohren zu, denn das gefällt bestimmt nicht allen!

 

Ach, wir – also eine ganze Menge anderer Leute und ich – waren mal ein Gudrun-Lange-Fanclub, vor 30 Jahren (jaja, dreißig Jahre). Das war deutsche Country-Musik, die Band gründete sich noch in der DDR, und das war noch nicht ganz verschlagert. Okay, beim Weihnachtsalbum kommt das schon durch … (Leider fand ich keine funktionierende andere Quelle für dieses Lied.)

 

 

Ein Winterlied, dessen musikalische Ausgestaltung gewöhnungsbedürftig is. Ich hör es mir jedes Jahr an, das ganze Album von 1995. Und gestern ist mir aufgefallen, daß ich das Original – What About Tonight – überhaupt nicht kenne; oder ist das vielleicht von Gudrun Lange und Kaktus und nur der englische Titel dieses Liedes? Ich weiß es nicht, aber ich habe auch noch nicht nach einem englischsprachigen Original gesucht.

Ich bin mal neugierig, wie lange noch Winterlieder gesungen werden, wie lange Menschen noch wissen, was Schnee hierzulande bedeutet, wie Schneewehen und Schneetreiben aussehen. Naja, für mich gehören ann die Dinge zum Winter dazu, und der Winter gehört zum Jahr, ohne den würde etwas fehlen bzw. fehlt mir etwas.

Ohne all die Country-Weihnachtsalben auch.

 

Erinnerung des gestrigen Tages:
Es muß 2004 oder 2005 gewesen sein, da fuhr ich zu meinem Geburtstag mit herunter­ge­lassenen Scheiben durch die Gegend – und laut lief die Weihnachtsmusik von Truck Stop.

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Gestern, am 13. Dezember 2025 war ich zufrieden mit mit der leichten Verbesserung, mit Weihnachtsmusik quer durch den Gemüsegarten, mit dem Wissen um ein Geheimnis.


© 2025 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2025, Adventskalender, Adventskalender 2025, Erlebtes, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen

347 im Advent 2025: 13. Türchen

 
Das ist mein 16. Blog-Adventskalender. Beim Schreiben denke ich oft an die, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, an alle, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen auch in diesem Jahr für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen, und für die, die Freude an dieser Zeit haben.

 

Als ich Kind war, gab es so hohe Schneehaufen wirklich noch.

 

 
Ist es dunkel oder weiß?

Sie heißt häufig die „dunkle” Jahreszeit
Und beginnt doch mit unzähligen Lichtern.
Und bei Vielen macht sich Vorfreude breit
Und die zeigt sich auch auf den Gesichtern.

Wieso nur dunkel, ich mein': Sie ist weiß?
Die Landschaft ist ganz mit Schnee überstreut.
Den schieben zur Seite mit sehr großem Fleiß
Und türmen zu hohen Haufen die Leut'.
Dann gräbt man ein Loch in den Schneeberg hinein,
Es sitzen da drin oft die Kinder.
Sie sitzen darinnen im Kerzenschein
Und sie lieben den schneeweißen Winter.

 

 

Es wäre schon schön, wenn für die Kinder wieder große Schneehaufen aufgetürmt und ausgehölt werden könnten. Denn das In-einer-Schneehöhle-Sitzen vergißt man nicht so leicht. Habt ihr das mal erlebt?

 

Erinnerung des gestrigen Tages:
So lang ist es gar nicht her, daß hierzustadt der Straßenbahnverkehr wegen zuviel Schnee ein­gestellt wurde (Weihnachten 2010 und Anfang Februar 2021).

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Gestern, am 12. Dezember 2025 war ich zufrieden mit der Ruhe (die ich mir gönnen kann), mit schneller Nudelsuppe, mit Kräutertee mit Zitrone und Honig.


© 2025 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2025, Adventskalender, Adventskalender 2025, Geschriebenes, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 5 Kommentare

346 im Advent 2025: 12. Türchen

 
Das ist mein 16. Blog-Adventskalender. Beim Schreiben denke ich oft an die, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, an alle, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen auch in diesem Jahr für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen, und für die, die Freude an dieser Zeit haben.

 

Selbst in der besinnlichen Adventszeit geht's mit mir durch.

 

Da saß ich letzthin wiedereinmal dort am Schreibplatz und versuchte, wenigstens ein kleines Advents- oder Weihnachtsgedicht zu schreiben. Versuch 1:

Lieber guter Weihnachtsmann,
hör dir erst mein Liedlein an,
ehe du die Rute nimmst
und damit meinen Arsch vertrimmst.

Nein. Ich schüttlte innerlich sehr heftig mit dem Kopf. So kann kein Weihnachts­ge­dicht anfangen, das geht nicht, das ist viel zu subkulturell. Aber hmpf, solche Dinge geistern eben zuhauf in meinem Denkicht herum, wenn meine Sehnsucht wächst. Versuch 2:

Lieber Ruprecht, komm herein,
darfst mein Gast für heute sein,
mit mir trinken, mit mir rauchen,
oder meine …

Der einzige Reim, der mir dazu einfiel, ist gebrauchen. Das geht ja nun überhaupt nicht. Ich denke, ich müßte zuerst mal dafür sorgen, daß ich meine Bedürftigkeit los­werde. Nur wie, wenn eins so ziemlich alleine ist? Versuch 3:

Unter einem Weihnachtsbäumchen
träume ich ein feuchtes Träumchen:

Nein. Schluß. Aus. So geht das nicht. Hallo? WEIHNACHTSGEDICHT!? Ich lehnte mich zurück, dachte an den versprochenen Adventsleuchter, an dem ich eine Kerze nach der anderen anzünde. Und dann sehe ich den Wachstropfen zu, die sich ihren Weg nach unten bahnen. Und erinnerte mich an die Tropfkerzen, die zur Weihnachtszeit bei meinen Eltern brannten und die die Flasche, auf die sie gesteckt worden waren, mit einem Mantel aus buntem Wachs umhüllten. Versuch 4:

…

Ach nee, nicht mehr an diesem Tag. Ich griff mein Telefon und schrieb jemandem eine Nachricht.

 

Erinnerung des gestrigen Tages:
So mit 14 begann ich, mit einer Motor-Laubsäge (Scheibenwischermotor vom Trabant P601) Schwibbögen aus Sperrholz auszuschneiden.

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Gestern, am 11. Dezember 2025 war ich zufrieden mit nichts, denn ich bin doof krank (okay, es kamen ein erwartetes und ein unerwartetes Paket an).


© 2025 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2025, Adventskalender, Adventskalender 2025, Erlebtes, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 1 Kommentar

345 im Advent 2025: 11. Türchen

 
Das ist mein 16. Blog-Adventskalender. Beim Schreiben denke ich oft an die, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, an alle, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen auch in diesem Jahr für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen, und für die, die Freude an dieser Zeit haben.

 

Ob wohl viele Menschen einen solchen Schuhkarton haben?

 

 

Wie in jedem Jahr kurz vor Weihnachten nimmt er den Schuhkarton aus dem Schrank, den mit den Erinnerungen. Einen Tag in der Advents­zeit sitzt er dann da und schaut auf sein Leben – nein: auf seine Vergangenheit zurück. Manches läßt ihn lächeln, manches findet er zwar in den Notizen und Fotografien, manches tut tat­säch­lich weh. Aber all das gehört zu seiner Vergangenheit, und die hat dafür gesorgt, daß sein Leben so war und ist, wie es war und ist. Unzufrieden kann er wohl nicht sein.

An diesem Tag liegt eine Weihnachtskarte auf dem Tisch neben dem Schuhkarton, für sehr lange Zeit. Er hat sie nicht selbst geschrieben, aber geerbt und über all die Jahre aufgehoben. Weil sie … Nun, weil sie sein eigenes Erleben ziemlich gut vorwegnahm. Vorn drauf steht: Ein frohes Fest …

 

Text von der Karte: «… wünsch ich Dir und ein gutes nächstes Jahr. So wollte ich es Dir schreiben. Aber dann warst Du am zweiten Advent nicht mehr da. Und nun, nun bedaure ich, daß wir nie über eine Sache redeten. Denn ich wußte schon Jahre von Deiner Freundin, davon, wie wichtig sie für Dich gewesen sein muß … Mir geht es ja jetzt wie Dir: Wie Du sitze ich zur Weihnachtszeit zu Hause und wäre lieber ganz woanders. Ich hätte Dir gern noch Danke gesagt dafür, daß Du all die Jahre zuhause und für und Kinder da warst, Vater. Du fehlst.«

Der in einer – fiktiven – Weihnachtskarte zu lesende Text
Im Blogbeitrag weiter unten im Klartext zu lesen. (Und auch als ALT-Text hinterlegt.)

 

Er weiß, wer sie wann geschrieben hat (er war es nicht selbst). Er weiß, warum sie nie abgeschickt wurde. Und er schämt sich wie der Schreiber dafür, nie mit seinem Vater gesprochen zu haben über dessen Freundin. Deshalb weiß er wie sein Vater von seinem Vater nicht, was genau das war. Ob eine Freundschaft oder ein Verhältnis. Doch aus seinem eigenen Leben kennt er das Dilemma der gestoh­lenen Stunden, das schlechte Gewissen zu Heiligabend, wenn die Familie zusammensitzt und er sich wegwünschte aus der heilen Welt. Hin zu der, die er noch immer seine Seelenverwandte nennt. Und doch ist auch er nie gegangen wie schon sein Großvater und sein Vater nie gegangen waren, war verhaftet den Konventionen um das Familienfest. Vielleicht hatten sie alle drei nur zu wenig Mut, zu wenig Kraft, zu sich selbst zu stehen.

Der Tee ist kaltgeworden, die Kerzen auf der Pyramide sind fast heruntergebrannt. Er löscht sie und packt dann seine Erinnerungen wieder sehr sorgfältig ganz oben hinten in den Schrank.

 

 

Text von der Karte: «… wünsch ich Dir und ein gutes nächstes Jahr.
 
So wollte ich es Dir schreiben. Aber dann warst Du am zweiten Advent nicht mehr da. Und nun, nun bedaure ich, daß wir nie über eine Sache redeten. Denn ich wußte schon Jahre von Deiner Freundin, davon, wie wichtig sie für Dich gewesen sein muß … Mir geht es ja jetzt wie Dir: Wie Du sitze ich zur Weihnachtszeit zu Hause und wäre lieber ganz woanders.
 
Ich hätte Dir gern noch Danke gesagt dafür, daß Du all die Jahre zuhause und für uns Kinder da warst, Vater.
 
Du fehlst.«

 

Zunächst: Ich habe Schwierigkeiten, das Bild passend und sich selbst anpassend einzufügen. Und nein, das ist keine Weihnachtskarte aus meinem Schuhkarton. Ich habe sie geschrieben, aber der Text ist nicht meiner, der ist von Ich-weiß-nicht-wem. Das geschieht manchmal. Im Bereich Esoterik heißt das „Channeling”. Allerdings habe ich in meinem Schrank tatsächlich so einen Schuhkarton voller Erinnerungen …

 

Erinnerung des gestrigen Tages:
Ganz seltsam, aber: Ich erinnerte mich an meinen ersten Besuch (alleine) an einem FKK-Strand (ich war 15 Jahre alt).

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Gestern, am 10. Dezember 2025 war ich zufrieden mit zwei Ideen, mit etwas zu Fuß Abgeholtem, mit Spaghetti Carbonara.


© 2025 – Der Emil. Text & Bild unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2025, Adventskalender, Adventskalender 2025, Geschriebenes, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | 2 Kommentare

344 im Advent 2025: 10. Türchen

 
Das ist mein 16. Blog-Adventskalender. Beim Schreiben denke ich oft an die, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, an alle, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen auch in diesem Jahr für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen, und für die, die Freude an dieser Zeit haben.

 

Etwas, das für mich zum herannahenden Jahresende dazugehört.

 

 

Am Strauch vor dem Haus, gleich links vom Gartentürchen, neigt eine einsame dunkelrote Rosenblüte sich zur tiefstehenden Dezem­ber­sonne hin. Selbst reifbedeckt entgegnet sie dem Winter noch: Auch Du wirst nicht ewig bleiben.

Ihr Rot verdeutlicht für mich die Hoffnung, daß alles Vergehende neu ersteht.

 

 

Gestern weggegeben bzw. entsorgt:
Ich habe nochmal acht Trinkgläser aussortiert und ins Haus gestellt, sie scheinen alle neue Besitzer gefunden zu haben.

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Gestern, am 9. Dezember 2025 war ich zufrieden mit etwas mehr Platz in einem Schrank, mit einem erhalteten Paket (ich war echt von den Socken!), mit erstem eingeräumten Krempel.


© 2025 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2025, Adventskalender, Adventskalender 2025, Geschriebenes, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen