Über die Schönheit und den Geruch von Fortpflanzungsorganen.
Heute habe ich ein absonderliches Thema, und wieder einmal ist, worüber ich nachdenke, anzüglich: Denn über die Schönheit und den Geruch von Fortpflanzungsorganen wurden schon viele, verdammt viele Gedichte geschrieben und veröffentlicht. Allerdings nur über die von Pflanzen: Rosen, Tulpen, Nelken, Lilien und wie sie alle heißen. Über Blumen und Blüten also.
Natürlich gibt es auch Gedichte, in denen es um den körperlichen Aspekt der Liebe zwischen Menschen geht. Brecht und Goethe haben da einiges geschrieben und einige andere mehr. Über die Schönheit und den Geruch der Fortpflanzungsorgane aber nicht. Ich kann mich an keines dazu erinnern, fand auch durch Suchen im Netz keine Beispiele. Wie soll das auch gehen, da es im Deutschen keine schönen Worte für diese Dinge gibt, sondern nur „blumige” Umschreibungen, da alle gemeinsprachigen Bezeichnungen als derb, ungehörig, jugendgefährdend, pornografisch oder gar „wissenschaftlich steril” rezipiert (oder verteufelt) werden … Ja, es gibt keine schönen, allgemein akzeptierten deutschen Worte für – entschuldigt bitte – Möse und Schwanz.
Sicherlich, es ist ein Nischenthema, ganz bestimmt nicht von allgemeinem Interesse, das Gedicht darüber. Denn es geht wirklich nur um Gedichte zu diesem Thema. Und doch wurmt mich dieses Fehlen – aber ich scheitere selbst immer wieder daran, daß, was ich dann schreibe, selbst mir zu pornografisch oder gar lächerlich erscheint und voller unziemlicher Worte ist.
Und so warte ich weiter auf das Gedicht über die Schönheit und den Geruch der Fortpflanzungsorgane der Menschen … Und glaube fest daran, daß ich nicht das einzige Individuum bin, das soetwas gern lesen würde. (Falls wer welche kennt: Gerne in einem Kommentar verlinken oder zitieren; auf Wunsch werde ich dann den Kommentar nicht freischalten, öffentlich nicht sichtbar werden lassen.)
Erinnerung des Tages:
Als ich Brechts Liebesgedichte zum ersten Male las, als Jungspund noch, ach, was ging mir da mein Herz auf.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Am 3. August 2025 war ich zufrieden mit einer Wortliste, mit den abgesprochenen Plänen für die Woche und das Wochenende, mit Bratwurst und Sauerkraut zum Brot.
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

