2025 – 214: Ich bin nicht alt

Aber schon lange bin ich viel älter, als ich einst werden wollte.

 

Es gab eine Zeit, da hielt ich Vierzigjährige für steinalte Menschen. So alt wie meine Großeltern zu werden, konnte ich mir nie vorstellen. Über Sechzig: undenkbar. Jetzt bin ich es schon eine ganze Weile und muß mit Einschränkungen zurechtkommen, die wohl dem Alter (und meiner undgesunden Lebensweise) geschuldet sind. Aber ja, ich habe gelernt, damit umzugehen. Zwei Dinge stören mich mehr als alles andere: wenn mich Menschen mit „Junger Mann” ansprechen und wenn mir jemand sagt, daß ich alt werde oder alt bin.

Auf das letzte allerings habe ich seit Jahren die passenden Antwort: Ich bin nicht alt, ich bin (nur) leicht antik. (Irgendwo hab ich das vor Jahren mal aufgeschnappt.)

Dann wird oft gestutzt, gelacht und fröhlicher weitergeplaudert …

 

Erinnerung des Tages:
Vor 14 Jahren war ich mir endlich sicher, daß ich eine teilstationäre Therapie machen möchte (Tagesklinik).

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 2. August 2025 war ich zufrieden mit der herausgekramten Kamera (die auf Reisen gehen soll), mit einem ausgelesenen Terry-Pratchett-Buch (das ich ein zweites Mal lesen muß denke ich), mit einer Funkenkutschenrunde durch die Stadt.


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Über Der Emil

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7 Kommentare zu 2025 – 214: Ich bin nicht alt

  1. Pit sagt:

    Das erinnert mich daran, dass ich – wenn es nach einem meiner frueheren Schuler gegangen waere, ich schon laengst „die Radieschen von unten betrachten wuerde.“
    Da schaute ein kleiner Steppke von 11 oder 12 Jahren mich und fragte, „Wie alt sind sie jetzt?“ Und als ich antwortete, „35“, meinte er ganz treuherzig, „Dann haben Sie, genau genommen, die Haelfte Ihres Lebens schon hinter sich.“
    Das hat mir dann doch etwas die Sprache verschlagen.

  2. frauholle52 sagt:

    „Junge Frau“, das passiert mir ab und zu immer noch, was niemals ernst gemeint sein kann, finde ich gruselig. Jetzt bin ich 73 und sage: „Ja, ich bin alt.“ Manchmal ist dieser Zustand unheimlich, lästig und nervig, aber mein Mann ist kurz nach seinem 65. Geburtstag gestorben und wäre gerne alt geworden. Insofern möchte ich mit Gelassenheit mein Alter würdigen, seine Vorteile genießen und noch ein paar Pläne umsetzen.

    • Der Emil sagt:

      Das klingt wundervoll, und ich werde versuchen, das ähnlich wie Du zu machen. Wer weiß, welche genießbaren Vorteile ich finden werde – bis jetzt habe ich noch nicht danach gesucht.

      Vielen Dank für Deine Worte.

  3. Lydia Flechl sagt:

    Lieber Emil!
    Mutti sagte mal zu Großvater als die Rede über das Alter kam. „Gell wir sind nicht alt nur lange auf der Welt.“
    Viele Grüße
    Lydia

  4. Moss (the TeXie) sagt:

    Mein Mutter starb mit 54 Jahren, mein Vater mit 62. In meinem Kopf hinterließ das unter anderem die Vermutung, ich würde auch nicht älter als so irgendwo dazwischen.
    Jetzt bin ich 63.
    Hmm.

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