Am Ufer gesessen und aufmerksam hingeschaut.
Wasser. Mit eigener Bewegung und mit eigener Ruhe. Besonderer Ruhe. Selbst an einem munter dahinplätschernden Bach oder an einem Fluß sitzend spüre ich diese Ruhe. Ich bemerkte sie auch an einem Wasserfall und sogar in der Leutasch-Klamm, in der das Wasser nun wirklich weder ruhig noch leise ist. Und wieviel mehr davon nehme ich an einem Teich oder Weiher, an einem See oder einer Talsperre in mich auf … Die Saale führt noch nicht so arg wenig Wasser. Sie floß heute träge und fast spiegelglatt an ihren Ufern und an mir vorbei.
Da kamen Erinnerungen hoch: Das Quellbrünnlein am Steinberg, der Rhein und die Mosel an ihrem Zusammenfluß. Der Steintrog vor der Bäckerei, in den das Wasser einer Quelle bei Tag und Nacht sommers wie winters hineinfloß aus einem Rohr. Und noch mehrere dieser steinernen Brunnentröge im Heimatdorf (da waren noch mindestens fünf weiter, an die ich mich erinnern kann). Und überall da gab mir das Wasser Ruhe. Seine Bewegung fällt mir hierzustadt nur an der Fontäne, an den Bodenspringbrunnen vorm Steintor-Variete und auf dem Marktplatz, an den kleinen Wasserfontänen neben dem Fahnenmonument und am Göbelbrunnen auf dem Hallmarkt auf. Das sind nämlich auch Wasserspiele. Da verändert sich viel zu viel viel zu schnell, um auf mich Ruhe ausstrahlen zu können.
Aber der munter plätschernde Bach? — Nun, da, wo ich den noch finden kann, ist es meist still ringsumher. Nicht absolut still, aber naturstill mit Vogelgezwitscher und Insektengebrumm, waldstill mit Wipfelrauschen. Ich war lang nicht mehr an einem solchen Platz … Aber heute ein Weilchen am Saaleufer, eine ganze Ecke Weg von Peißnitzinsel und Ziegelwiese, auf der noch Laternenfest „gefeiert” wird (nicht nur die Einheimischen nennen es auch „Latrinenfest”). Das wäre mir heute zu laut und zu menschengefüllt gewesen. Ich war an der Hafenbahntrasse, an der Elisabeth-Saale, unter der Hochstraße, dirkt unter vielen fahrenden Autos. Habe nicht fotografiert, sondern nur genau hingeschaut. Und fand genau dort das Wasser der Saale, das mir seine Ruhe aufzunehmen erlaubte.
Könnt ihr euch vorstellen, wie das Wasser auf mich wirkt?
Erinnerung des Tages:
Die Erzählung beider Großmütter, daß nämlich am Heiligabend zu Mitternacht aus dem Wasser, das in die Brunnentröge fließt, Wein wird und doch nur Wein bleibt, wenn auf dem Weg kein Wort gesprochen und kein Tropfen verschüttet wird.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Zufrieden machten mich am 30.08.2026 einiges fürs Wochenende Geklärtes, Stille am Ufer, gebratene Bockwurst mit Brot und Ketchup.
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

