Mit den Zweifeln der Figur bemerke ich selbst etwas Verwunderliches.
Wieder zweifle ich. Ja, ich wollte den Brief schreiben, den beinahe weggeworfenen. Aber … Manches ist einfach zu roh, um aufgeschrieben werden zu können. Es gibt Worte, die ich wirklich gerne ausspreche und auch sehr gerne höre, aber es widerstrebt mir, sie niederzuschreiben, sie in Geschriebenem zu verwenden. Das ist sonderbar IRRATIONAL, und doch: Es ist mir nur unter großen Schmerzen – das Wort paßt nicht, besser eventuell: Verrenkungen – möglich. Und genau deshalb notiere ich hier nicht ein einziges Beispiel, gar keines.
Dann noch dieses unangenehme Gefühl, die zu rohen Sätze, meine von mir als zu roh empfundenen Sätze und Wörter gedruckt zu lesen. Aber es hat nichts mit der Lesbarkeit und Erkennbarkeit zu tun, denn selbst in meinen Handschriften finde ich das schon so … erschreckend. Es ist also etwas in mir und kann nichts Äußeres sein. Oder? Wenn ich nur einen Weg fände, Ursache und/oder Anlaß dafür zu finden. Konkreter als „das ist der innere Zensor” hätte ich es gern.
Jedenfalls ist es eine scheußliche Behinderung, unter der meine Arbeit da leidet. „Behinderung” darf ich selbst doch nennen, was mich da einschränkt? Oder muß ich es „Einschränkung” nennen? Schränkt mich die Unmöglichkeit, bestimmte Worte, die ich gerne ausspreche und höre, nicht niederschreiben zu können, tatsächlich ein? Oder beflügelt mich das eher in meinen Bemühungen, mich irgendwie um die Nutzung dieser Wörter herummogeln zu können? Und welche der vier Varianten hat die größte Chance, ohne solche Wörter auskommen zu können? Kann ich mich ohne den ominösen Brief überhaupt schon für eine entscheiden?
Nun gut. Brief, Anfang Nummer 13, jetzt. Tinte, Feder, Papier.
Ja, ihr habt es wahrscheinlich bemerkt: Das gehört zum Aufraffen. Außerdem kann es sein (ich bin mir aber keineswegs sicher), daß der ominöse Brief die Luftpost war – darüber muß ich noch nachdenken und auch über die Art und Weise, wie es mit diesen Episoden weitergeht. Daß mir aber erst heute die Möglichkeit auffiel, ein bisher für mich völlig unabhängig geschrieben scheinender Text könnte(!) auch zu dem hier gehören, das verwundert mich.
Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Ich brachte acht Bücher in Öffentliche Bücherschränke.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Zufrieden machten mich am 26.08.2026 Niedergeschriebenes, gefundenes Gesuchtes, ein bisher ungelesenes Buch von Hanns Cibulka (Wegscheide).
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

