2025 – 134: Unvollendet

Mitten in der Nacht, aus einem Traum heraus.

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Neben der Schlafstatt liegt bei mir nicht von ungefähr Schreibkram: Stifte, eine Kladde, ein Block. Manchmal finde ich nach dem Aufwachen und Aufstehen sogar Notizen, an die ich mich nicht erinnern kann. Letzten Donnerstag aber wußte ich, daß ich das aufschrieb, mitten in der Nacht, halb Drei aus einem Traum heraus:

 

 

Ein Mann, nicht mehr ganz jung an Jahren,
hat mittlerweile oft erfahren,
wie seltsam so ein Leben ist.
Und jetzt das Alter: Das ist Mist.
So denkt er vor sich hin im Stillen.

Ihm wachsen Haare aus den Ohren,
und Haare stör'n beim Nasebohren,
vergißt, was er im Topf gelassen,
verschüttet Kaffee aus den Tassen
und braucht schon ziemlich viele Pillen.

Jetzt streicht er viele seiner Träume.
…

 

 

Jaja, Humbug oder Unsinn, Unfug. Aber: Uff. Gestern noch erschien mir das zum Herzeigen zu banal. Heute versuchte ich mich vergeblich daran, weitere Zeilen zu diesem Machwerk Entwurf hinzuzuschreiben. Puh! Irgendwie … Keine Ahnung, in welcher Stimmung ich dazu sein müßte; in einen Büttenredemodus konnte ich mich nicht bringen, Comedian-Gehabe hatte ich auch nicht erreicht. Wie also könnte ich aus dem da etwas … Wie läßt sich das zu einem Ende bringen?

Insgesamt war ich etwas mehr als 90 Minuten mit dem Ding beschäftigt. Neunzig unproduktive Minuten.

Nein, halt, das stimmt ja so nicht. Denn ich habe während dieser neunzig Minuten zwar kein sichtbares Ergebnis fertiggebracht, aber dennoch Gedanken produziert, Wörter niedergeschrieben, drei Schmierzettel „verbraucht”. Also ist ja doch etwas entstanden. Ausschuß vielleicht, aber da ist etwas entstanden. Und es ist meine Aufgabe, das Entstandene nicht einfach geringzuschätzen, zu miß- oder verachten, sondern zu akzeptieren, daß nicht alles brauchbar ist und auch nicht alles brauchbar sein kann … Das ist keine Unzulänglichkeit, das ist Normalität, menschlich.

Nun, ich weiß nicht sicher, ob es sinnvoll (Für mich? Für die, die das lesen?) ist, solches unfertiges Zeug herzuzeigen. Ich mach es heute trotzdem. Selbst, wenn ich denke, daß es zwecklos ist. Denn ich weiß sicher, daß das öffentliche Nachdenken, das ich soeben auch zeige, mir weiterhilft. Nicht dabei, mich und mein Geschriebe­nes einzuordnen, nein, aber dabei, mich zum Weitermachen, zum Weiterschreiben zu bringen. Das ist unwichtig für die, die hier lesen, denke ich (und zweifle genau diesen Gedanken gleich wieder an), aber – ganz egoistisch – bin ich mir sicher, daß es mir hilft.

Rohe Dinge aus meinem Denkicht, freigelassen.

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Ich habe weitere 100 GB dreifach vorhandene Daten gelöscht und jetzt zwei leere 64-GB-USB-Sticks.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 14. Mai 2025 war ich zufrieden mit der Möhrensuppe, mit den Wegen durch die Stadt, mit einem gefaßten Plan.


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2025 – 133: Verlegenheit

Und doch offenbare ich nicht alle Details des Tages.

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Es gibt Tage wie heute: Ich fülle mehrere Seiten mit Worten und Sätzen, mit ganzen (kleinen) Geschichten, und keine davon kann hier gezeigt werden. Auch wollte mir kein Tanka oder Haiku oder Senryū gelingen, kein Vierzeiler kam mir in den Sinn. Selbst Dada verweigerte sich mir. Also suchte ich in dieser und jener Kladde nach etwas, das für diesen Blog nutzbar wäre. Aber ich fand nichts. Kein Zitat, kein Bonmot, kein Aphorismus, nichts, was mir zusagte. Haareraufend stöberte ich durch die im Rechner angelegten Ordner mit Schreibideen – aber auch da wurde ich nicht fündig. Das ist mir schon lange nicht mehr passiert. Und nein, ich weiß auch kein Foto, das mit wenigen Wörtern …

Wie peinlich mir es doch wäre, an einem Tag keinen Beitrag hier zu veröffentlichen. Unangenehm peinlich, echt. Und ich dachte wieder darüber nach, warum mir das so wichtig ist, wozu ich diese Routine (noch immer) brauche. Ich fand und finde keine brauchbare Antwort außer: Es ist eben so, ich mach das gern. Und nach so vielen Jahren möchte ich das tägliche Bloggen nicht einfach aufgeben.

Die Lust am Übertragen von vier Post-/Ansichtskarten war mir darüber vergangen. Dann kümmerte ich mich eben um den Datenbestand, den ich vom Buchfink habe und von Jojo (die beiden vom mir gestalteten/mitgestalteten Sendungen bei Radio Corax). Neben der 500-GB-Festplatte sind da noch drei 128-GB-USB-Sticks. Also ließ ich Ordner abgleichen (vom Krusader, einem Dateiverwaltungsprogramm für LINUX), was ziemlich langwierig sein kann und langweilig. Konnte aber dadurch heute zwei der drei Sticks leeren.

Über all dem war ich auch noch einiges einkaufen, habe Möhren geschält, kleinge­schnibbelt und gekocht, aus denen morgen eine leckere Suppe werden wird. Und weil mir – wie ich schon anmerkte – nichts anderes einfiel, schrieb ich eben nieder, was bei mir heute los war. Hoffentlich ist das morgen wieder anders.

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Etwa 200 GB (meine erste Computerfestplatte hatte 30 MB!) mehrfach vorhandener Daten wurden gelöscht; ich habe noch immer alles doppelt gesichert.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 13. Mai 2025 war ich zufrieden mit dem Geschriebenen, mit gelöschten Daten, mit der angesetzten Möhrensuppe.


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2025 – 132: Solo

Beobachtung, die ich an mir nicht machen möchte.

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Alle Tage allein verbringen zu müssen, ist anstrengend (das weiß ich aus eigener Erfahrung) und kann zu Verbitterung führen (passierte bei mir bisher zum Glück noch nicht). Muß ja auch nicht. Kann dennoch. Mich macht es immer sehr betroffen, wenn ich verbitterte alte Menschen sehe, die in ihrer Einsamkeit, am Alleinsein verbitterten. Die tun mir (meist) aus zwei Gründen leid: Zum einen wirkt die Bitterkeit abschreckend auf andere Menschen, zum anderen ist Einsamkeit wirklich nichts, das ich jemandem wünsche. (Es sein denn, da litt jemand heftig in und unter einer Beziehung.)

Wißt ihr: Ich wünsche mir, daß ich – trotz aller eventuell zu ertragenden Einsamkeit – nicht zu einem verbitterten Tattergreis werde. Das wünsche ich auch allen anderen Menschen.

 

Erinnerung des Tages:
So manches hat sich in 22 Jahren nicht geändert, einiges verstehe ich heute nicht mehr.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 12. Mai 2025 war ich zufrieden mit Marmeladentoast zum Frühstück, mit dem nach langer Zeit (wieder) gelesenen Brief von 2003, mit der bisher ungesehenen Folge „Deep Space 9”.


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2025 – 131: Erbstück 035

Tagebuch A: Freitag, 4. Februar.

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Wieder der letzte „Arbeitstag” einer Woche. Auch heute früh gab es Kaffee, und dazu aß ich Toast mit Honig. Das Glas ist ziemlich leer; wenn ich heute oder morgen einkaufen gehe, muß ich für Ersatz sorgen. Den Einkaufszettel habe ich bereits ergänzt, es sieht aus, als würde es ein größerer Einkauf werden. Na, das werde ich ja erleben.

Am Schreibplatz befaßte ich mich mit dem gestern begonnenen Gedicht, mit diesen vier Zeilen, die für die meisten Menschen natür­lich nur zum Herbst gehören können. Allein: Pilze kann man das ganze Jahr über finden, auch im Winter im Schnee. Ja, das sind nur wenige Arten, aber es gibt sie. Mit diesen Gedanken habe ich mich wieder trefflich vom Schreiben abgelenkt, fand keine Idee für eine Fortsetzung dieser vier Zeilen. Aber dafür kramte ich eine Weile in meinen Erinnerungen. Und im Anschluß daran schaffte ich es, eine kurze Szene für die Grande Dame zu notieren – und zu der lassen sich mit Sicherheit ein paar interessante Erweiterungen finden und niederschreiben. Für zwei solche Sachen habe ich mir auch schon Stichworte zusammengesucht. Kann zwar sein, daß ich die wie die meisten anderen Vorarbeiten niemals nutzen werde; es ist jedoch trotzdem ein gutes Gefühl, wenigstens eine Ahnung vom Fortgang zu haben.

Dann saß ich heute wieder und las. Und war währenddessen ganz froh, etliche Jahre der DDR in der DDR erlebt zu haben. Sonst hätte ich viele Feinheiten dieses Buchs und den Zweispalt, den viele Figuren im Buch aushalten müssen, überhaupt nicht verstanden. Der Widerspruch zwischen der staatlich gepriesenen Moral und der Kor­rum­pierung eben jenes Staates und damit vieler Menschen, die ihn auf allen Gebieten und Ebenen verttreten (müssen) – der hätte ohne mein Erleben für mich nie die Bedeutung entfalten können, die ihm im echten Leben damals zukam. Und mit dem die Menschen in der DDR durchaus kreativ umgehen konnten. Erstaun­lich ist es dennoch, wieviel das Buch in mir aufgewühlt und neu, anders einsortiert hat – und daß ich es heute an einem Stück gelesen habe: Inge von Wangenheims „Die Entgleisung”.

Ja. So ist es. Ich las heute sehr lange und ließ dafür anderes einfach bleiben. Einkaufen muß ich nun morgen gehen. Der Abwasch blieb unerledigt. Auf dem Tisch steht noch, was ich heute zum Frühstück brauchte und morgen ja auch wieder brauche. Einiges davon paßt auch zum gleich stattfindenden Abendessen: Bemme und Brot, Margarine und Senf und Wurst; die Kanne Tee, die ich mir am Nachmittag brühte, wird gerade noch so reichen. Ich mach nicht nochmal frischen, ich werd nachher nur Wasser trinken.

Als ich mich hingelegt und diese Kladde zum vierten Mal heute aufgeschlagen hatte, vorhin, da kam mir noch eine Idee zum Skandinavischen Nachbarn. Immerhin wurden daraus drei Seiten. Jetzt ist es endlich Zeit zum Schlafen. Vielleicht träume ich heute von dem Weib im Nachbarhaus, mit dem ich seit einigen Tagen (hier bewußt noch nicht erwähnte) eindeutige Zweideutig­kei­ten austausche, wenn wir uns begegnen …

 

 

Mit diesem Text wird das geerbte Tagebuch fortgesetzt. Alle Teile der Erbkladden-Serie sind in diesem Link in umgekehrter zeitlicher Reihenfolge (neueste zuerst) zu finden. Über eines der Notiz­bü­cher erzählte ich ja schon vor langer Zeit, im November 2012. Ich tippe die kleinen blauen lateinischen Buchstaben ab, immer mal wieder. Erst jetzt nämlich darf ich abschreiben aus den „von einem Freund geerbten” Kladden mit dieser winzigen Schrift.

 

Erinnerung des Tages:
Heute war es eine, die ich mir wirklich wunderschön vorstellen kann, doch das zu Erinnernde habe ich noch nie erlebt.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 11. Mai 2025 war ich zufrieden mit meiner Faulheit, mit dem angenehmen Wetter, mit sortierten Wünschen und Gedanken.


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2025 – 130: Locker

Wohl denen, die sich damit nicht herumschlagen müssen.

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„Mach Dich mal locker, sei nicht so steif!”

Sagen meist die zu mir, denen ich mich nicht weit genug verbiege (auch für sie nicht) …

 

 

Es hat lange gedauert, bis ich wirklich erkannt hatte, was das ist, was dahintersteckt, was verborgen bleiben soll. Verbieg Dich, denn Du mußt so sein, wie ich Dir sage, daß Du sein sollst. Und selbst wenn ich es Dir nicht sage: Du mußt meinen Erwartungen entsprechen und würdest das auch tun, wenn Du wirklich mein Freund wärst, Dich wirklich für mich interessieren würdest.

Einen Scheiß muß ich! Vor allem muß ich nicht mich aufgeben, muß ich nicht auf alles andere verzichten, nur um eine sehr fragwürdige Beziehung mit einem andern Menschen einzugehen und aufrechtzuerhalten. Die Umsetzung dieser Erkenntnis war für mich oft schmerzhaft. Und ja, manchmal war es gar nicht von Anfang an so oder zumindest nicht von Anfang an sichtbar, spürbar. Weil es ja schön ist/war am Anfang. Aber ich stellte fest: Irgendwann belastete mich dieses Verbiegen, diese Selbstverleugnung.

Heute reagiere ich sehr, sehr vorsichtig, wenn ich diesen Wunsch nach Lockerheit und Beweglichkeit bemerke. Nur in sehr wenigen, meist besonderen Situationen werde ich mir erlauben, ihm nachzukommen. Es ist gut möglich, daß ich mir dadurch einiges entgehen lasse, aber davon nehme ich nicht gewiß nicht solchen Schaden, wie es beim Verbiegen geschieht.

Ihr denkt, ich übertreibe?

 

Erinnerung des Tages:
Die Straßenbahnlinien 3 und 8 in Karl-Marx-Stadt (Holzklasse) werde ich nie vergessen.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 10. Mai 2025 war ich zufrieden mit dem Besuch beim Tag der offenen Tür im Tramdepot inkl. Besichtigung der Tina, mit den Wegen durch die Stadt, mit Mozarella und Tomate. (Ich hab das Erleben genossen und keine Fotos gemacht.)


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2025 – 129: Vielleicht

Unausgegorene Gedanken in holprige Sätze gefaßt.

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Eine Aufgabe, von der so einige Menschen denken, daß sie sich ihr stellen müssen: kühle Beobachter ihrer selbst zu werden, objektiv (Hahahaha!) über ihr Denken und Handeln urteilen zu lernen – und den Mut zu finden, auch immer wieder dagegen anzugehen, wenn sie in die innere Dunkelheit zu rutschen drohen (oder beginnen). Vielleicht trifft das nicht nur auf diejenigen zu, die #notjustsad sind oder zu sein glauben.

Vielleicht. Vielleicht benötigt jeder Mensch zumindest etwas ähnliches wie Routinen im Umgang mit unbeherrschbar erscheinenden Zuständen. Ich schuf mir wohl nach und nach immer wieder welche … (Aber das hier sind nur unausgegorene Sätze, die mir beim Lesen alter Aufzeichnungen in den Sinn kamen.)

 

Erinnerung des Tages:
Nach vielen Jahren 2011 das erste Mal wieder meine Wut herauszuschreien: Was war das für ein beschissen großartiges Gefühl.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 9. Mai 2025 war ich zufrieden mit zum Altkleidercontainer gebrachten Textilien, mit Wachträumen am Nachmittag, mit drei übertragenen Seiten eines handschriftlichen Lebenslaufs.


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2025 – 128: Liebeserklärung

Drei Worte können auch anders gesagt werden.

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„Wenn es Dir wirklich hilft, bin ich gerne mal für einen Abend oder ein Wochenende lang schuld an allem Ungemach, dem Du Dich ausgesetzt fühlst. Aber danach lieben wir uns wieder, ja?”

[F.M.: Gehn zu (z)weit (unveröff.)]

 

 

Damit, also mit dieser Serie kürzester Szenen (anfänglich nur 140 Zeichen lang) aus einer Zweisamkeit, hatte ich sintemalen bei einem jetzt nicht mehr nutzbaren Dienst angefangen. Nun, ab und zu kommen mir immer noch solche Sentenzen in den Sinn, die ich dann wie diese herzeigen möchte. Vielleicht taucht auch Tante Erdmute wieder auf?

Ansonsten kann ich zum heutigen Tag wieder nicht viel sagen: Es ist zuviel passiert, das ich nicht gutheißen kann. Ich weiß, das ist irrelevant für die Situation, aber nicht für mich. (Nebenbei: Ich scherzte, daß am #WeltEselTag ein neuer Papst sich doch den Namen „ Apollo Nr. 14” geben könne – und zumindest mit der Zahl hatte ich Recht, etwa 75 min vor der Bekanntgabe.)

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Heute brachte ich fünf alte Festplatten zur Entsorgung in einen Elektronikmarkt (vorher mehr­fach mit wipe behandelt).

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 8. Mai 2025 war ich zufrieden mit den abgegebenen Festplatten, mit Maultaschen in dr Brieh, und wieder mit einer Kanne Weihnachtstee.


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2025 – 127: Danach

Aber noch lang ist nicht alles einfach vorbei.

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Eine Spielerei mit der Wortstellung, der Bedeutungsvielfalt, dem immer gleichen oder ähnlichen Schluß, die mir heute zu- oder einfiel – gar eine Gegenrede zur Dystopie vielleicht?

 

 

Es endet so manches lang vor seiner Zeit:
Wie oft mach sich dann Ernüchterung breit?
Es ist nichts mehr so schön wie einst im Mai:
    Doch noch lange ist alles nicht einfach vorbei.

In Bosheit und Rachsucht hat man sich getrennt
und zugesehn, wie da der Hausrat verbrennt.
Was andere sagen, das ist einerlei.
    Aber lang noch nicht ist alles einfach vorbei.

Das Haus stürzt Dir ein und das Auto ist hin:
Der Großteil des Lebens verliert seinen Sinn.
Und mit einem Mal fühlst Du Dich einfach nur frei:
    Denn noch lange ist einfach nicht alles vorbei.

Und noch lange nicht, niemals, egal was auch sei:
Und noch lange nicht ist einfach alles vorbei.
Denn niemals, noch längst nicht, wie schlimm es auch sei:
    Es ist einfach alles noch lange nicht vorbei.

 

 

Ja, es kommt mir dabei auch auf das Druckbild an (eingezogen und kursiv). Nein, da steckt (für mich) kein tieferer (philosophischer) Sinn dahinter. Ich hatte, während ich das aufschrieb, eine ein Couplet singende Frauenstimme im Ohr. Wie von selbst schrieben sich die Zeilen; beim Abschreiben habe ich nur in der allerdrittletzten Zeile das „nicht” von hinter nach vor dem „ist” verschoben. Und die letzten beiden Zeilen lassen sich nach kleinen Wortumstellungen sogar wiederholen … Und ich habe beim Abschreiben die letzten beiden Zeilen noch hinzugefügt.

Danach. Solange das nicht nach dem Tode ist, ist nicht alles vorbei – und selbst für die Zeit nach dem Tod kann man sich da noch nicht wirklich sicher sein, nicht wahr?

 

Erinnerung des Tages:
Könnt ihr euch auch noch daran erinnern, daß Besuche in Gerichtsgebäuden ohne flughafen­ähn­liche Sicherheitskontrollen möglich waren?

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 7. Mai 2025 war ich zufrieden mit einem erhaltenen Päckchen mit Gewürzmischungen (hochinteressante Namen), mit der Zeit im Bad, mit Numiroso.


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2025 – 126: Kannicht

Es ist – in meinen Augen – ein armseliges Theater.

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Und das mindestens seit der Torpedierung der vorhergehenden Koalition durch die Pißfarbenen …

Je nun, da hat also der Kannicht heute zunächst ein Darfnicht geerntet, nachdem er lange mit seinem Willnicht und seinem Bloßnicht auftrumpfte, das er dann aber beides mit Gehtnundochnicht komplett umkrempeln mußte.

Ich wußte noch nicht, ob ich wirklich die Zuversicht habe, auf Neuwahlen (natürlich mit dem vorher ans BVerfG gegebenen Antrag auf ein Verbot bzw. den Finanzie­rungs­aus­schluß …) zu hoffen. Eigentlich möchte ich ein abgewandeltes Zitat aus Shakespeares „Hamlet” hier anbringen, aber das kennt ihr alle.

Angst und Hoffnung und Resignation und ein Anflug von Verzweiflung. Entschuldigt bitte, aber dieses System scheint deutlich kaputt zu sein … Naja, in einem zweiten Wahlgang hat der Kannicht ein Machdoch erhalten. Trotzdem: Kopf —> Tisch.

 

Die Kommentarfunktion bleibt heute geschlossen.

 

Erinnerung des Tages:
1989 in einem anderen Land …

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 6. Mai 2025 war ich zufrieden mit – puh, ich glaube, das Beste des Tages war, daß ich mir beim vielen Kopfschütteln kein Schleudertrauma zuzog.


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2025 – 125: Fragenfrei

Wenn die Phantasie nicht aussreicht, bis zum Ende zu denken.

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Stell Dir vor, Du hättest für ein paar Minuten keine einzige Frage mehr, auf die Du eine Antwort zu brauchen glaubst – nein, stell Dir vor, Du hättest einfach wirklich keine, keine einzige Frage mehr. (Das gibt es, ich erlebte es schon, nach sehr gutem Sex oder außergewöhnlich gutem Essen o. ä.) Das wäre doch – in meiner Vorstellung und Erinnerung – ein Zustand vollkommener Zufriedenheit, vollkommenen Glücks oder wenigstens Glückseligkeit. Vielleicht kann dieser Zustand – der, ohne eine einzige Frage zu sein – auch mal eine oder zwei Stunden andauern. Das ist wirklich sehr, sehr schön.

Aber tage-, wochen- oder gar monatelang? Ohne Pause, einfach immerzu ganz ohne eine einzige Frage? — Das, so denke ich, liegt außerhalb meines Vorstellungs­ver­mögens. Und vielleicht sogar weit außerhalb jeder Möglichkeit einer menschlichen, men­schen­würdigen Existenz. Ist, wer nichts mehr fragt, wer bei klarem Verstand keine, wirklich keine Frage(n) hat, niemals Fragen hat, denn noch am Leben?

Ich erinnere mich noch gut daran: Selbst in den schlimmsten Phasen meines Lebens stellte ich (mir selbst vor allem) immer Fragen. Vor allem unnötige, überflüssige, unbeantwortbare Fragen. Nur ab und zu mal, immer nur für recht kurze Zeit, erlebte ich, was ich oben schon beschrieb.

Und so denke ich heute: Ich frage, also lebe ich als Mensch.

 

Erinnerung des Tages:
Als Dorfkind spielte ich ja noch mit selbst­gebauten Katapulten (Astgabel, Einweckring) und Erbsengewehren.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 5. Mai 2025 war ich zufrieden mit einer plötzlichen Planänderung, mit der Ruhe am Nach­mittag, mit einer Kanne Weihnachtstee.


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