2025 – 124: Fiktion

Auch die kann Auswirkungen haben.

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Daß mich irgendwann und ganz plötzlich eine von mir geschaffene Fiktion verfolgt, hatte ich nun wirklich nicht erwartet, befürchtet oder gehofft; aber jetzt ist es so und ich muß das aushalten.

 

 

Erinnerung des Tages:
Das Frühstück in der Ritterklause vor Jahren war wirklich gut; das wird irgendwann wiederholt.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 4. Mai 2025 war ich zufrieden mit dem viel zu frühen Aufstehen, mit eingehaltenen Versprechen beim Besuch in Roßlau, mit dem überstandenen Abenteuer Nahverkehr.


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2025 – 123: Vergangen

Es ist und bleibt mein tägliches Handwerkszeug.

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Ich laufe (renne) nur sehr selten. Ich gehe, flaniere, schlendere, schleiche fast immer. Dennoch verlaufe ich mich immer wieder? Naja, es wäre nach heutigem Sprachge­brauch auf alle Fälle auch unpassender, mich vergangen zu haben …

Deutsche Sprache – schwere Sprache. Erst recht dann, wenn ich einmal etwas näher mich mit ihr befasse; und dann erstaunt sie mich immer wieder. Und doch liebe ich sie, die Deutsche Sprache, mit all ihren Dialekten und Mundarten und verwirrenden Konstruktionen (doppelte Verneinung als bejahende Bestätigung z. Bsp.). Und noch immer finde ich sprachliche, semantische und syntaktische Unterschiede zwischen den in verschiedenen Gegenden gesprochenen Varianten sehr interessant.

Aber beim ungewollten Abweichen vom Weg (auch im übertragenen Sinne) verlaufen sich wohl alle Deutsch sprechenden Personen. Ohne sich an dieser Sprache zu vergehen. Und: Es ist und bleibt die Deutsche Sprache wohl Zeit meines Lebens mein tägliches Handwerkszeug

 

Erinnerung des Tages:
Einmal verlief ich mich in Potsdam – und nutzte dann ein Schwarztaxi, um rechtzeitig im Standort zurückzusein.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 3. Mai 2025 war ich zufrieden mit dem ausdauernden Regen, mit einem angefertigten Schriftstück, mit mehr Licht.


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2025 – 122: Verliehen

Vor langer Zeit – und nicht zurückbekommen.

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Ja, ich verleihe Bücher (nicht aber Füllfederhalter). Und ich erinnere mich an zwei, die mir nicht zurückgegeben wurden. Bei einem weiß ich nichtmal mehr, wem ich es gab. Beim anderen bin ich weder traurig noch böse, daß es bis heute bei den Auslei­hen­den verblieb und weiter bei ihnen bleibt. Und ich verleihe (und verschenke) Bücher auch weiterhin.

Doch diese beiden Bücher habe ich seit gestern wieder „in meinem Bestand”. Denn beim Bibliothekstag, zu dem ich als Schriftkundiger zugegen war, gab es einen Bücher­basar. Dort konnten die Besucher gegen eine freiwillige Spende gebrauchte, der Bibliothek gespendete Bücher „erwerben”. Diese Bibliothek erhält viele Bücher­spen­den – immer wieder stehen Kartons voller Bücher vor der Tür, wenn jemand verstarb oder seine private Bibliothek auflösen muß – und wünscht sich die auch; aber es kommen viele Bände mehrfach an und es gibt auch viele, die aussortiert werden müssen. Die Einrichtung ist so auch zu einem öffentlichen Bücherschrank geworden, weil auch das Tauschen, Einstellen und Mitnehmen von Büchern während der Öffnungszeiten möglich ist im Regal „Bücher suchen ein Zuhause”. Ich gestehe, daß ich das für eine sehr gute Idee für alle Arten öffentlicher Bibliotheken halte.

Genau die zwei verliehenen und nicht wieder zurückgegebenen Bücher habe ich dort gefunden: Hape Kerkelings Buch über seinen Jakobsweg und das Zitatelexikon. Beide stehen jetzt wieder in meinem Bücherschrank. Ja, ich hätte ganz sicher auch ohne sie weiterleben können, und doch: Das eine werde ich ganz sicher mindestens noch ein weiteres Mal lesen, im anderen ganz sicher öfter mal blättern, um Ideen für den Blog hier zu finden.

 

Erinnerung des Tages:
Auch meinen Bronstein-Semendjajew hatte ich einst verliehen; und dem mußte – und wollte! – ich zwei Jahre hinterherlaufen, bis ich ihn wiederbekam.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 2. Mai 2025 war ich zufrieden mit einigen im Haushalt erledigten Dingen, mit nochmal Kaffee am Nachmittag, mit Gurkensalat und Rührei-Geschnetzeltem zum Abend.


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2025 – 121: Verloren

Und nur manchmal vermißt es niemand.

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Es kann eine erkleckliche Weile dauern, bis ein Mensch bemerkt, daß etwas verloren­gegangen, verloren ist; und es wird Umstände und Fälle geben, in denen es niemals bemerkt wird. Mir selbst fällt in meinem Erleben allerdings sehr oft auf: Je länger etwas von mir unbemerkt verloren, verschwunden, weg ist, desto mehr schmerzt mich dieser Verlust in dem Moment, da ich ihn bemerke.

 

Erinnerung des Tages:
Bei den Großeltern in Mecklenburg brüteten immer Mehl- und Rauchschwalben an den Haus­mauern unterm Reetdach.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 1. Mai 2025 war ich zufrieden mit dem Schatten in der Kulturscheune Löbejün, mit dem Geplauder der jungen Schwalben in sieben Nestern, mit Kurzgebratenem zum Abend.


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2025 – 120: Schirm

Ich hab es mal wieder mit Wörtern.

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Manchmal stolpere ich beim Schreiben über Wunderlichkeiten und bleibe im Geiste daran hängen. Diesmal – ihr ahnt es – am Schirm.

Schirme schützen: Ein Fallschirm schützt vorm Fall, ein Regenschirm vorm Regen, ein Sonnen­schirm vor Sonne. Alles Schirme, die schützen.

Aber dann. Dann!

Der Bildschirm schützt – wovor, vor Bildern? Der Mützenschirm vor Mützen? Und der Lampenschirm vor Lampen? — Neeee, so ist das ja nun nicht.

Aber sonderbar ist das schon, nicht wahr? Und da erwähnte ich den Schirmpilz noch nicht und den Schutzschirm und den Rettungsschirm … Und ich saß heute denkend am Schreibplatz und kritzelte an einem Wandschirm herum (den ich nicht herzeigen kann). Und schirmte mich ab von allem Störenden. Außerdem wünschte ich mir zur Entspannung einen Schirmchendrink …

 

Erinnerung des Tages:
Einmal mehr erinnere ich mich heute an den als Hexe verkleideten (Dorf-)Fahrlehrer, dem zum Hexenfeuer zu Walpurgis von Kindern die Dederonschürze angebrannt wurde.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 30. April 2025 war ich zufrieden mit dem Unterwegssein in der Stadt, mit einem sehr freundlichen Gespräch mit wildfremden Touristen, mit Limburger Käse.


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2025 – 119: Erbstück 034

Tagebuch A: Donnerstag, 3. Februar.

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Zehn Stunden mit nur einmal Wachwerden geschlafen. Und ich war wirklich gut ausgeruht erwacht. Wie immer als erstes Kaffee, heute mit einer ganzen Semmel dazu. So viel esse ich nur selten zum Frühstück, aber heute war der Appetit da. Außerdem ließ ich mir ungewöhnlich viel Zeit dafür, Zeit, in der ich mich mit nichts Anderem beschäftigte. Natürlich habe ich weiter geatmet, und auch das Denken hörte nicht auf.

Danach beschränkte ich mich auf nur eine Stunde Zeit am Rechner, hauptsächlich für das Lesen in den Blogs von Bekannten. Ich mußte mir zwei Bücher notieren, deren „Besprechungen” mich neugierig gemacht haben. Beide Bücher sind alt, keine Neuer­scheinungen, nein, sondern schon weit vor 1900 erschienen. Den Textauszügen nach ist ihre Sprache allerdings nicht altertümlich, wie sie doch oft zu finden ist in historischen Schriften, sondern (nicht nur für ihre Entstehungszeit) recht modern, fast aktuell. Mal sehen, wo und wann ich sie finden werde. Nach dieser Stunde mußte ich mich anziehen und dann sogar beeilen, um rechtzeitig vor Zwölf beim Hausarzt zu sein. Hilft ja nix, einige Medikamente brauche ich täglich, und keines ist rezeptfrei zu erhalten.

Die Apotheke hatte diesmal sogar alle Mittel da. Meist fehlt ein Präparat, so daß ich am nächsten Tag erneut hingehen muß. Heute aber nicht, puh, das war gut. Ich habe jetzt wieder genug zuhause, um die nächsten vier bis fünf Monate alles einnehmen zu können; mittlerweile habe ich alles so organisiert, daß ich weit vor Ende des Quartals schon alles für das nächste im Schrank habe.

Beim Schreiben – es war ziemlich dicht am Grübeln, doch nicht am nieder­drückenden Grübeln, das nicht – beim Schreiben also erfand ich ein paar Wörter. Vielleicht werde ich mich mit denen, die ich heute aufschrieb, irgendwann wieder an Dada versuchen. Und ein Vierzeiler entstand nebenbei:

Der Wald, der lockte mit Geruch,
daß ich in ihm nach Pilzen such'.
Doch warum mich mit Suchen schinden?
So ging ich los zum Pilzefinden.

Klar, da fehlen eine zweite und eine dritte Strophe über den Verlauf und das Ergebnis. Nur konnte ich mich nicht mehr konzentrieren auf dieses Naturerlebnis, weil mir das Suchen und Finden im Alltag mit einem Wandel der Einstellung (Suchen → Finden) im Kopf herumspukten. Nein, ich brauchte Ablenkung und einen meßbaren Schreib­erfolg. Also schrieb ich über eine (fiktive, aus mehreren realen Personen collagierte) Verwandte väterlicherseits. Ob sich, wenn sie Gelegenheit hätten, das zu lesen, wohl alle Personen wiedererkennen würden? Ach komm, das muß mich heute nicht interessieren. Kann ja sein, daß ich das Geschriebene entgegen meines heutigen Gefühls seiner Rundheit über- oder umarbeite. Vielleicht finde ich irgendann auch den zweiten und dritten Vers (und noch einen vierten über Suchen und Finden im Alltag) zum Vierzeiler, dichte den zuende.

Nach dem Abendessen – Spiegeleier auf Butterbrot – schlenderte ich nochmal durchs Internet. Habe in ein paar Blogs gestöbert, habe Mails beantwortet und Mails geschieben. Dabei … Dabei wären mir papierne Briefe viel lieber. Ich sollte versuchen, die eine oder andere Konversation wieder auf dieses mittlerweile veraltend erscheinende Medium umzustellen; bei zwei oder drei Menschen kann ich mir das durchaus vorstellen. Mal sehen, wie wir das hinbekommen könnten. Denn so ein altmodischer Brief ist doch etwas ganz Anderes, Handfesteres, Aufhebbareres als eine profane E-Mail, nicht wahr?

Wenn ich jetzt bald schlafengehe, dann tu ich das heute recht zufrieden. Ein Bier werd ich wohl noch trinken vorm Einschlafen, und meine Tabletten muß ich auch noch nehmen. Ich hoffe trotz der noch immer leeren anderen Hälfte des Bettes auf ein paar schöne, wunderprächtige Träume, an die ich mich morgen noch erinnern kann.

Ein Gedanke wird mich in die Nacht begleiten: Wie funktioniert das, nicht mehr zu suchen, sondern einfach zu finden …

 

 

Mit diesem Text wird das geerbte Tagebuch fortgesetzt. Alle Teile der Erbkladden-Serie sind in diesem Link in umgekehrter zeitlicher Reihenfolge (neueste zuerst) zu finden. Über eines der Notiz­bü­cher erzählte ich ja schon vor langer Zeit, im November 2012. Ich tippe die kleinen blauen lateinischen Buchstaben ab, immer mal wieder. Erst jetzt nämlich darf ich abschreiben aus den „von einem Freund geerbten” Kladden mit dieser winzigen Schrift.

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
So einiges an abgelaufenen Medikamenten landete im Müll (da gehören sie hierzustadt hin).

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 29. April 2025 war ich zufrieden mit einem ausgelesenen Buch, mit dem (verbotenen) Taubenfüttern, mit etwas Weitergeschriebenem.


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2025 – 118: Nässe

Schlechtes Wetter kann so schön sein.

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Zuerst sind es nur ein paar einzelne Tröpfchen, die vom Himmel fallen. Dann werden die Tropfen größer, schwerer: Ein einziger von ihnen läßt ein Brombeerblatt heftig erzittern. Kurze Zeit scheint es wie aus Kübeln zu gießen, aber das ist schnell vorüber. Die Nässe von oben wird dann zu einem sanften Landregen. Und es dauert nicht lang, da kommt unter dem Brombeerbusch eine Amsel hervorgelaufen, mitten hinein in den Regen, heraus auf die Wiese. Wiese, nicht Rasen ist, was hier im Garten wächst. Und der Vogel pickt hier und hüpft weiter und pickt da und fliegt dann mit mehre­ren Würmern im Schnabel hinauf in den alten Birnbaum. Dort oben ist das Nest, in dem die Küken sofort zu betteln beginnen. Danach ist wieder Stille im Baum. Und auf der Wiese ist eine Amsel unter­wegs zwischen dem nassen Gras und sammelt weiter fleißig Futter für den Nachwuchs.

Statt gießen zu müssen, habe ich heute Zeit, den Regen und die Vögel zu beobachten. Es ist ein sehr entspannendes Erleben.

 

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Achtzehn Bücher stellte ich in ein Öffentliches Bücherregal

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 28. April 2025 war ich zufrieden mit dem nachgeholten Nachtschlaf, mit geleisteter Hilfe, mit meiner Entscheidung für einen Cloud-Dienst.


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2025 – 117: Gesäusel

Von drei Uhr nachts bis zum Frühstück.

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Vogelgezwitscher
Sehr gern gehörtes Geräusch
Sanftes Gesäusel

Eine Nachtigall im Baum
über dem Zelt plärrt lauthals

Ein Tanka.

 

 

Das erlebte ich wirklich so am Osterwochenende …

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Ich habe knapp 2 TB Daten auf einer externen Festplatte endgültig gelöscht.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 27. April 2025 war ich zufrieden mit dem (zu) langen Ausschlafen, mit den beim Vereins­training geklärten organisatorischen Sachen, mit erledigtem Haushaltskram.


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2025 – 116: Einsatz

Und ich mache mir so meine Gedanken darüber.

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Als ich am frühen Nachmittag losging, um u. a. Milch und Brot zu holen, wurde am Nachbarhaus gerade eine Drehleiter (DLK 23/12) aufgebaut. Daneben waren ein Hilfe­leistungswagen (HLF 20) und ein RTW im Einsatz. Hm. Ich gestehe, ich war neugierig und blieb daneben stehen.

Zwei Kameraden einer Freiwilligen Feuerwehr fuhren mit der Drehleiter hoch in den siebenten Stock. Dort war ein Fenster gekippt, das zweite war zu. Nach einigem Rangieren mit dem Korb wurde das verschlossene Fenster geöffnet und einer der beiden Männer stieg in die Wohnung. Zwei weitere Feuerwehrmänner standen vorm Haus, vom RTW war niemand zu sehen. Die Leiter wurde eingefahren. Ich ging meiner Wege.

Eine Dreiviertelstunde später kam ich zurück. Feuerwehr und RTW waren abgerückt; jetzt standen ein Notarztwagen und ein Polizeiauto vorm Haus. Das von der Feuer­wehr geöffnete Fenster war geschlossen, das ursprünglich gekippte auch. Tja, das sieht von außen doch sehr nach … Spekuliertes Krimiklischee, ich weiß, aber: eventuell ein Leichen­fund? Na, es wird mir wohl in den nächsten Tagen auf der Straße oder im Haus erzählt werden.

So eine Aufregung am Wochenende …

 

Erinnerung des Tages:
Ich wohnte noch nicht lange hier, erst etwa ein halbes Jahr, als Ende 2006 (oder 2007?) der Nachbar gegenüber tot in seiner Badewanne aufgefunden wurde (Herzinfarkt).

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 26. April 2025 war ich zufrieden mit der Erholung nach der Nacht, mit dem Unter­wegs­sein am Nachmittag (nach obigem Erlebnis), mit Gyros mit Schupfnudeln und Zaziki.


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2025 – 115: Nachtnotat

Überraschender Fund nach einer nicht ganz so ruhigen Nacht.

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Erst fand ich nicht gut in den Schlaf, letzte Nacht. Dann war ich von halb Zwei bis knapp Vier wach, las und hörte Musik. Schlief schließlich bis halb Acht. Irgendetwas spukte in meinem Kopf herum. In der ersten Schlafphase träumte ich davon, daß ich komprimierte Miniuniversen mit zusätzlichen Komplikationen versah, dazu aber unbedingt ein Rennen gewinnen mußte. Zu dem fuhr ich auf einer weißen Schwalbe. Zur Wettfahrt stand mir ein ramponierter, mercedesgrauer Skoda 110 R (oder 130 RS) ohne Scheiben zur Verfügung, den ich einen Geröllhang hinab in ein Tal steuern sollte. Brrrrrr.

Was ich in der zweiten Phase träumte, weiß ich nicht. Aber ich fand eine Notiz in der Kladde, die immer neben der Schlafstatt liegt. Diese Zeilen da sind also die von heute Nacht und zum Teil sogar mit rotem Gekritzel umrahmt:

 

Schizophrene Resignation. Absolute Relativierungen. Gibt es gesundes Leiden? Wen ich liebe, den will ich bestrafen. Wer mich liebt, wird von mir verurteilt. Wer mich verehrt, den will ich verachten. Wer mich verachtet, den werde ich vernichten. Ich bin das Einzige, das zählt. Außer mir und außerhalb von mir ist nur nie gewesenes Nichts.

Das Nachtnotat.
Das fand ich heute morgen in einer Kladde …

 

Schizophrene Resignation.
Absolute Relativierungen.

Gibt es gesundes Leiden?

Wen ich liebe, den will ich bestrafen.
Wer mich liebt, wird von mir verurteilt.
Wer mich verehrt, den will ich verachten.
Wer mich verachtet, den werde ich vernichten.
Ich bin das Einzige, das zählt.
Außer mir und außerhalb von mir
ist nur nie gewesenes Nichts.

 

Nein, ich kann mich nicht daran erinnern, daß ich das aufschrieb. Nein, ich weiß nicht, was ich mir damit sagen will, woher die Assoziationskette (?) kommt. Welche Kapriolen mein Denkicht da geschlagen, welche Eskapaden es sich geleistet hat. Ich bin ratlos ob dieser Worte.

Den Tag über lag die Kladde, aufgeschlagen an dieser Stelle, neben mir. Von kurz nach Sieben bis kurz nach Sieben, zwölf Stunden lang. Immer wieder sah ich mir kopfschüttelnd das Gekritzelte an. Nein, ich weiß noch immer nicht, was ich mir sagen will, aber vielleicht fällt ja jemandem etwas dazu ein … Und wie immer sage ich mir: Auf irgendeine Art und Weise wird das schon dienlich sein und verwendet werden können.

 

Erinnerung des Tages:
Bei den Eltern zuhause mahlte ich Kaffee auch gern mit der Komet KM 7 (BJ um 1965).

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 25. April 2025 war ich zufrieden mit einigem handgemahlenen Kaffee, mit Hirsebrei und Spiegelei, mit dem Kauf eines Küchengeräts.


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