356 – Advent 2024: 21. Türchen

 
Das ist der 15. Adventskalender hier. Ich widme ihn allen, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, allen, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen wieder für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen.

 
 

An wen schickt der Weihnachtsmann wohl seinen Wunschzettel?

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Am Nachmittag sitzen Peter und seine Mutter in der Küche. Es gibt Kaffee und Kakao und Pfefferkuchen und Dominosteine. So ganz nebenbei fragt Peter, ob denn sein Geschenk schon gekauft ist. Ja, der Junge ist mittlerweile so groß, daß er nicht mehr an den Weih­nachts­mann glaubt; er weiß, daß die meisten Geschenke von den Eltern und Großeltern gekauft werden. Es ist dennoch das erste Jahr, in dem er keinen Wunschzettel schrieb. Nun, irgendwann ist das wohl bei den meisten Kindern so …

Dennoch hat Peter noch ein paar Fragen an seine Mutter. „Sag mal, es können doch alle Menschen Wunschzettel an den Weihnachts­mann schreiben, auch Erwachsene, oder?” Und noch ehe die Mutter antworten kann, fragt er weiter: „Aber an wen schickt denn dann der Weihnachtsmann seinen!? Der kann doch nicht an sich selber – oder?” Oh, da herrscht für einige Sekunden Ruhe am Tisch. Was antwortet man darauf? „Du bist ganz sicher nicht das erste Kind, das diese Fragen hat. Und Du weißt doch, daß nicht überall der Weihnachtsmann kommt”, sagt die Mutter mit einem verschwö­re­ri­schen Zwinkern, „sondern anderswo eben das Christkind. Und bei den Holländern der Sinterklaas, bei den Russen Väterchen Frost. Ich denke, der Weihnachstmann schickt seinen Wunschzettel an jemand anderen, der Geschenke bringt, und bekommt dafür viel­leicht den vom Christkind?” „Meinst Du, der Weihnachtsmann kann sogar Russisch lesen? Die haben doch ganz andere Buchstaben? So wie die auf den alten Weihnachtskarten, die bei uns im Schrank in dieser Schachtel liegen?” „Ja, das sind Buchstaben einer anderen Sprache. Denk doch mal an Ahmed, Dinaja, Youssuf und Cathy, die damals neu in eure Klasse kamen. Die konnten auch kein Deutsch, und für ihre Sprachen hatten sie auch ganz andere Buchstaben. Und Ahmed schrieb doch sogar von rechts nach links, nicht wahr?”

Peter erinnert sich an den Adventskalender aus 24 Schuhkartons. Und auch daran, daß sogar die Lehrerin erzählte, der Weih­nachts­mann könne alle Sprachen verstehen und sprechen und lesen und schreiben. So ganz hat das niemand geglaubt in der Klasse, aber irgendwann sah Peter einen Bericht im Fernsehen: Der Weih­nachts­mann wohnt irgendwo in Finnland oder Norwegen, dort, wo es fast immer Schnee gibt und im Winter die ganze Zeit Nacht ist. Und dort kommen Wunschzettel aus aller Welt an, auch aus Japan und aus Afrika, und sogar aus Amerika und Deutschland und Australien. Ja, es mußte wohl so sein, wie die Lehrerin damals sagte.

Jetzt denkt Peter, daß es egal ist, wohin oder an wen jemand, den es nicht gibt, seinen Wunschzettel schickt. Denn eines weiß Peter ganz genau: Nicht nur der Weihnachtsmann, sondern auch Väter­chen Frost und das Christkind und Sinterklaas und Santa Claus gibt es nicht wirklich. Alles, was die tun, machen am Ende doch die Eltern für ihre kleinen Kinder. Und Eltern können ihre Kinder immer verstehen. Und meist auch alle Fragen beantworten, die die Kinder ihnen stellen. „Mutti, ich glaube, Du hast Recht. Der Weihnachts­mann schickt seinen Wunschzettel an jemand anderes, der zu Weihnachten Geschenke bringt. Und danke, daß Du meine Fragen beantwortet hast und nicht nur wie andere dummes Zeug genannt hast.” Die Mutter sieht sich ihren Sohn verwundert an und denkt, daß der doch ganz schön groß und verständig geworden ist. Und ja, sein Weihnachtswunsch wird sich erfüllen, auch ohne die Hilfe eines Weihnachtsmannes.

 

 

Peters Erlebnisse in der Adventszeit werden mich weiter begleiten.

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Zufrieden war ich gestern, am 20. Dezember 2024 mit dem Vormittag auf der Couch, mit der wiedergefundenen Pinzette, mit der Anzahl aussortierter Bücher, die ich heute wegbringen werde.


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355 – Advent 2024: 20. Türchen

 
Das ist der 15. Adventskalender hier. Ich widme ihn allen, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, allen, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen wieder für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen.

 
 

Da ist in mir noch ein Weihnachtswunsch.

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Es gibt etwas, das ich den Menschen wünsche, die (materiell) wirklich alles haben und vielleicht nicht wissen, wohin mit all dem Geld:

Ein schlechtes Gewissen wünsch' ich ihnen und daß sie sich schämen – weil sie endlich zu erkennen vermögen, daß andere in ihrem Umfeld in Armut und Elend leben MÜSSEN.

Und dann soll sie Erkenntnis und Solidarität ereilen, Menschlichkeit gegenüber den weniger begünstigten Menschen in ihrem Umfeld, Herzenswärme für die Benach­tei­ligten. Und endlich das Wissen, daß viel Geld nicht Glück bedeutet. Dafür sollen sie auch einige Umarmungen der guten Art erdulden müssen …

 

Wenn jede und jeder auf nur fünf Prozent (ohne merkliche Einbußen machbar, denkt mal drüber nach) verzichten würde zugunsten der Allgemeinheit …

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Zufrieden war ich gestern, am 19. Dezember 2024 mit dem erledigten zweiten Bürokra­tie­monster, mit der erledigten Kopiererei in der Innenstadt, mit meiner Hoffnung auf die Zukunft.


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354 – Advent 2024: 19. Türchen

 
Das ist der 15. Adventskalender hier. Ich widme ihn allen, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, allen, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen wieder für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen.

 

Wie aus einer düsteren Szene ein Lächeln entsteht.

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Ein junger Mann steht alleine auf einem Bahnsteig. Es ist dunkel und naßkalt, aber vom Schnee, der gestern fiel, sind nur noch ein paar Pfützen übriggeblieben. So kurz vor Weihnachten spätabends unterwegs zu sein ist nicht immer ein Vergnügen. Aber es geht ja nach Hause für ihn, nach Hause, und er muß danach nicht mehr unterwegs sein bis zum Jahreswechsel.

Er sieht nur die Gleise an, blickt sich nicht um. Wozu auch, er kennt den Ort wie seine Westentasche. Er weiß, wo welche Familie wohnt, er kennt die meisten Geschäfte. Nur die Nagelstudios und Döner­buden haben ihn nie interessiert. Auch die drei Kirchen der Stadt sind ihm vertraut. Selbst „das Heim” – das von der Mutter und den Großeltern Feierabendheim genannt wurde – hat er oft besucht, obwohl niemand aus seiner Familie dort lebte. All das sind Orte seiner Kindheit und Jugend. Heute war er zum letzten Mal in dem Haus, in dem er lange Zeit wohnte.

Zum letzten Mal … Ein Abschied also. Warum erinnert er sich jetzt so überdeutlich an Szenen, die er schon lange vergessen glaubte? Das sonderbare Gefühl: Ist das Melancholie, Nostalgie oder Trauer? Sollte er sich nicht viel mehr auf die Gegenwart und die Zukunft freuen? Zuhause warten Frau und Kind auf ihn, zuhause steht die Weihnachtsdekoration, die Schwibbogen und Räuchermännchen, die Nußknacker und Leuchter. In den nächsten Tagen wird auch der Christbaum aufgestellt und geschmückt, vor Heiligabend schon. Das reduziert die Hektik und den Streß. Wo sonst Vorfreude war, ist – so empfindet er es auf diesem Bahnsteig stehend – heute nichts.

Das Handy klingelt. Er hört zu, bis ein einfahrender Zug für einen Moment alles übertönt. Was er erfährt, verändert etwas in ihm. Denn als er sich in der Bahn hinsetzt, lächelt er, und es macht sich die lang ersehnte Vorfreude in ihm breit. Auf ein Fest mit seiner Familie, auf die Zukunft, auf all das, was auf ihn wartet. Nur noch eine knappe Stunde …

 

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Zufrieden war ich gestern, am 18. Dezember 2024 mit guten Nachrichten, mit erledigtem Bürokratiekram, mit altbekannter Weihnachtsmusik.


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353 – Advent 2024: 18. Türchen

 
Das ist der 15. Adventskalender hier. Ich widme ihn allen, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, allen, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen wieder für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen.

 

Ein Weihnachtslied, aber in zwei Interpretationen.

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Ursprünglich war es – wie mir das Netz verrät – ein Ukrainisches Volkslied mit dem Titel „Schtschedryk/Shchedryk”. Worum es in dem traditionell am 13. und 14. Januar unseres Kalenders gesungenen Lied geht, könnt ihr ja jetzt nachsehen. Und auch, daß dieses Lied (nach) 1919 zu einem westlichen Weihnachtslied wurde und wo die wahrscheinlich bekannteste Version zu finden ist. Ich kenne noch keine deutsch­sprachige Version davon. Sehr oft habe ich dieses Lied draußen auch noch nicht gehört, es scheint ein hierzulande eher unbekanntes Stück zu sein.

Allein: Ich kann mich nicht zwischen … Nein. Das stimmt nicht. Ich finde diese Chorversion sehr gut, aber die müßt ihr nicht anhören:

 

 

Sie erinnert mich wegen der Stimmen an die Weissagung, die in der Bergmannsdom genannten Kirche St. Wolfgang in Schneeberg im Erzgebirge zu jeder Christmette gesungen wird.

Und die folgende Version ist meine absolut liebste bisher. Deren Sänger Geoff Castellucci kenne ich seit dem Wellerman-Song bei (damals) Twitter; und ich liebe diesen absolut tiefen Baß. Hier geht er zum „Christmas” verdammt weit nach unten, und dann noch einiges tiefer. Wow.

 

 

Eine mich seit vier Jahren immer wieder faszinierende Stimme (ihr könnt auch gern nach Geoff Castellucci mit dem Lied „Far Over Misty Mountains Cold” aus dem Film „The Hobbit” suchen, wenn ihr Weihnachten nicht mögt). Ja, wirklich: Die macht mir Gänsehaut und immer wieder Tränen der Rührung. Und ein anderes von ihm gesungenes Weihnachtslied muß ich doch noch verlinken: „Blue Christmas” (Elvis Presley). Ach, auch „I’m Dreaming Of A White Christmas” muß auch noch sein … (Diese Stimme begeistert mich wirklich, ich könnt' noch mehr …)

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Zufrieden war ich gestern, am 17. Dezember 2024 mit vielen gehörten Weihnachtsliedern, mit der sehr geruhsamen Zeit am Nachmittag, mit den Gesangsübungen für sehr, sehr tiefe Töne.


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352 – Advent 2024: 17. Türchen

 
Das ist der 15. Adventskalender hier. Ich widme ihn allen, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, allen, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen wieder für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen.

 

Spielt der Name wirklich eine Rolle? Wie heißt's bei euch?

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Heute habe ich nicht viel zu schreiben, aber um so mehr nachzudenken.

Allüberall sieht man jetzt den Weihnachtsmann, diese Werbefigur, um die von den Werbetreibenden auch Legenden und Märchen geschaffen wurden. Er ist nämlich mittler­weile auch in weiten Teilen des deutschsprachigen Raumes der Geschenke­bringer. Das Christkind ist nur noch lokal vertreten – in eher katholisch geprägten Landstrichen, denke ich. Der Nikolaus? Bringt der wirklich Geschenke zur Weihnacht? Und hat der nicht immer seinen Knecht Ruprecht dabeigehabt? Und wenn ich mich im Erzgebirge umsehe, dann gibt es zumindest dort, wo ich aufwuchs, schon immer und noch immer eine sonderbare Vermischung von Weihnachtsmann und Knecht Ruprecht und mancherorts auch Christkind („Bornkinnl”). Denn der Rot-Weiße wird in der Mundart angekündigt, angesprochen (und manchmal von Erwachse­nen sogar drohend beschworen) als Rupperich oder Rupprich. Da gibt es viele Gedichte und Sprüche im ergebirgischen Dialekt mit diesen Namen, die dem Weihnachtsmann aufgesagt werden. Allerdings ist mir kein einziger Fall bekannt, in dem die Nennung eines falschen Namens zum Ausbleiben der Geschenke führte.

Damit lag ich heute Nacht ein Weilchen wach, dachte über die Geschenkebringer nach. Ob da vielleicht der Deutsche Sprachatlas …? Nein, der nicht, aber es gibt einen noch lesbaren Artikel des Magazins scinexx: Weihnachtsmann versus Christkind — Wer bringt denn nun die Geschenke? vom 17. Dezember 2010, der mich in dieser Frage noch mehr verwirrt hat, als ich es ohnehin schon war.

Und so hab ich heute Nacht entschieden, daß die Bezeichnung keinerlei Rolle mehr spielt für mich. Aber die Funktion, die des Geschenkebringers (nicht die des Bestrafers, die ihm auch manchmal zusprochen wird), die finde ich – ganz gleich, wie die Figur benannt wird – voll gut.

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Zufrieden war ich gestern, am 16. Dezember 2024 mit dem abgeholten Paket (Ganz großen herzlichen Dank dafür!), mit Fischbrötchen und frischem Salat und dem Kaffee am Nachmittag, mit der dann doch noch funktionierenden Waschmaschine.


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351 – Advent 2024: 16. Türchen

 
Das ist der 15. Adventskalender hier. Ich widme ihn allen, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, allen, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen wieder für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen.

 
 

Diesmal ein paar Worte in der heimischen Mundart.

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Öbb iersch gelaabt oder net: Aah iech war emol e klaaner Gung. Dozemol gobs noch Schnee haufnweis, in dr Orinnerung vun November bis nei'n April. Un mir hattn Winterferien in Febrewar, zwee Wochn kaa Schul, zwee Wochn of'n Schlietn oder mit Braatter an de Fieß. Do gohngs nochn Haallwaarn naus of de Ruschelwies, ze Mittog fix emol ehaamm üm wos ze aassen. Dernooch warn mir wieder in'n Schnee.

Gut, mir hattn dozemol net viel annersch Zeig. 's gob noch kaa Indernett, Konsoln hattn mir aah net. Wemmr gespielt hobn, dann Raußschmießer oder Halma, mannichmol aah Kartn. In'n Fernseher gobs fei bluß allorhechstns fimf Sender. Saalber de Dammagotschies un Bokemons hattn erscht meine Kinner, wie se noochert schu in dr Schul warn. De Hauptsach, die mir in' Winter zen spieln hattn, war Schnee. Maanner un Schneehittn tatn mir baue, mannichmol e Schneelaterr, un unnere Schneeballschlachtn warn esu schie! Mir hattn ja aah noch echte Kuuhln for de Knepp dran Schneemah.

Heitzetog is dos allis viel ze gefährlich for de Kinner. Velleicht is dor Schnee desserwaagn beinah waaltweit ohgeschafft worn. Un Kinner, die en ganzn Tog draußn hinewiedertaambern, die saah iech aah nimmeh. Die hobn nämlich of dr Ruschelwies kaa Wehlahn, waaßte? Un uhne daann Händie gieht heitzetog nimmer viel, gelaab iech. När de Grußn, die wolln is ganze Gahr ieber mit ihre Schneeschuh ne Baarg nofahrn, aah mittn in'n Sommer. Do raasn die weit fort, huuch nauf in de Alpn oder gar nooch Emerika. Weil: „Itze hob iech Zeit un Lust drzu, itze muß Schnee haar, egal, wie warm dos is.”

Wos dodrbei rauskimmt? Nischt Gescheites! E schmohler Straafn weißes Zeig zwischn lauter griene Wiesen. Kunstschnee nenne se das. Un do solln mir winterliche Eidrück sammln? Oder ebbor gar innerer Schiehall!? Wie olber solls dä noch waarn of daare Waalt?

Wenns heier wieder kenn Schnee gibt draußn, nochert such iech mir Bilder un Filme haar, in denne noch waalcher ze saah is. Krambambuli zen Beispiel (oder bluuß de alte Vorfilmung). Oder aah denn schalt iech aus, eh daar Hund an End alaah in Schnee liecht …

 

Das doppelte a (aa) ist kein langes A, sondern ein Laut zwischen A, E und Ä, als ließe man das Ä langsam im Mund nach hinten an die Rachenmandeln gleiten und den Unterkiefer dabei etwas absinken. Für das Erzgebirgische gibt es keine verbindlichen Schreibweisen, ich habe versucht, meine Artikulation einigermaßen nachzubilden. Und die Übersetzung kann ich, wenn es gewünscht wird, in einem Kommentar nachreichen …

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Zufrieden war ich gestern, am 15. Dezember 2024 mit vielen lachenden und lächelnden Gesichtern, mit dem schellen Abbau und mit dem frühen Abend zuhause.


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350 – Advent 2024: 3. Advent

 
Das ist der 15. Adventskalender hier. Ich widme ihn allen, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, allen, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen wieder für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen.

 
 

Mansfällisch über die Adventskerzen. Oder so.

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Zur Einstimmung auf das folgende Gedicht könnt ihr euch gerne ein paar Werke der Kulturgruppe „Elsterglanz” in einem Video- oder Musikportal eurer Wahl anhören. Da wißt ihr, wie das zu klingen hat:

 

 
Wie ä kläines Bärkmannslicht
Gisela Hutschenreuther

 

Wie ä kläines Bärkmannslicht
brennt in'n Advent de Kärze.
Langsam treckt, wer spiert's wohl nicht,
de Wärme nein ins Härze.

So brachte äinst 's Bärkmannslicht
tief Ungene forr Orte
inn Dunkeln Mut un Zuversicht,
janz läise, ohne Worte.

Da wark doch su ä kläines Licht
wie ä Gruß von ohm,
erhellte aa de schwerste Schicht,
drum tat's dr Bärkmann lohm.

Wie äinst das kläine Bärkmannslicht
brennt heit so hebsch de Kärze.
Un bäi dähn warmen Schäin kämmt mich
Friede in mäi Härze.

Gisela Hutschenreuther: Mannsfäller Weihnachtsbüchlein S. 27
© 2017 https://www.epubli.de ISBN 978-3-7450-3668-8

 

 

Das Mansfeldische ist schon ein merkwürdiger Dialek, gehört nirgendwo so recht dazu (obwohl: Wikipedia nennt es „Nordostthüringer Mundart auf niederdeutschem Substrat”). Und wenn ich nicht einige Leute aus der Region kennen würde und nicht (ganz heimlich) Fan von Elsterglanz wäre (ich gestehe, ich liebe den Unfallbericht, obwohl der nun wirklich nicht bolliddiggl korräckt ist), dann hätte ich das schmale Bändchen im Öffentlichen Bücherschrank stehengelassen. Zudem hat das Mansfel­der Land etwas mit dem Erzgebirge gemeinsam: Den Bergbau und die Bergleute, im Mansfeld auf Kupfer, im Erzgebirge auf Silber, Zinn, Kobalt, Wolfram und Uran.

Jedenfalls sitze ich heute im Zelt, eine Kerze brennt, es ist schon dritter Advent. Ich werde einige Mundarten hören, einige Fremdsprachen auch sprechen. Aber abends, zuhause, da ziehe ich mich in die Heimat, ins Dorf am Fuße des Steinbergs zurück. Wenn is Raachermaannl naablt …

(Wer Elsterglanz ohne Hilfe nicht finden konnte: Elsterglanz offiziell, leider nur auf Youtube.)

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Zufrieden war ich gestern, am 14. Dezember 2024 mit dem langen Schlaf, mit vielen Lachern, mit heißem Met.


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349 – Advent 2024: 14. Türchen

 
Das ist der 15. Adventskalender hier. Ich widme ihn allen, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, allen, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen wieder für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen.

 
 

Warum der Schnee manchmal doch nicht ganz so wichtig ist.

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Endlich Schnee! Endlich ist beim ersten Blick aus dem Fenster das Dorf von einer Schneeschicht bedeckt. Fröhlich vor sich hin pfeifend setzt er Kaffee an in seiner altmodischen Filter-Kaffeemaschine. Dann geht er zurück ins Schlafzimmer, gibt seiner noch im Bett liegenden Liebsten einen Kuß und schlüpft neben sie unter die Decke. Etwas von einer halben Stunde murmelnd schmiegt sie sich an ihn. Was ist er froh, daß seine Kaffeemaschine schon Jahre ihren Dienst problemlos versieht und noch ohne die jetzt vorgeschrie­bene Abschalt­automatik auskommt. Und ganz ehrlich: In diesem Moment ist ihm die lange nicht möglich gewesene körperliche Nähe wichtiger als die lange nicht gesehene, adventliche Schnee­land­schaft draußen.

 

 

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Zufrieden war ich gestern, am 13. Dezember 2024 mit dem schnellen Aufbau, mit den vielen guten Bekannten, mit meinem sehr guten Schlafsack.


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348 – Advent 2024: 13. Türchen

 
Das ist der 15. Adventskalender hier. Ich widme ihn allen, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, allen, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen wieder für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen.

 

Es gibt da diese Gänsehautmomente.

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Es gibt da diese Gänsehautmomente, die ich wirklich liebe. Es gibt mehrere Arten davon: Die eine habe ich, wenn ich bei Minusgraden draußen oder am offenen Fenster stehe, wenn ich der Kälte trotze, sie nicht einmal bemerke. Eine andere habe ich, wenn eine angekündigte Überraschung endlich sich realisiert.

Von den letzteren habe ich in diesem Jahr mindestens 24. Ich bekam einen Advents­kalender geschenkt, der aus 24 Teelichtern besteht. Am Grund eines jeden Teelichts ist ein Zettelchen verborgen mit einer ganz persönlichen Nachricht für mich. Jeden Tag lese ich, was nur für mich geschrieben wurde, jeden Tag warte ich mehrere Stunden darauf, daß das ganze Wachs geschmolzen ist und ich durch es hindurch die Worte erkennen kann. Das ist eine sehr harte Übung der Geduld für mich.

Es gibt da diese Gänsehautmomente, für die ich empfindlicher bin in der Advents- und Weihnachtszeit. Die wohligen Gänsehautmonete, ihr kennt sie hoffentlich auch. Wenn etwas eigentlich Unbedeutendes bemerkbar wird für mich. Wenn es so schön menschelt um mich herum. Wenn Stille greifbar friedlich wird. Wenn ich Heimatliches entdecke, wo ich es nie vermutet hätte. Wenn mein Herz und meine Seele berührt werden von Dingen, die ich sonst nicht zu bemerken in der Lage bin. Für all diese braucht es wohl meinen besonderen Weihnachtsmodus, der ohne Klamauk und Konsum auskommen kann.

Euch allen wünsche ich auch den einen oder anderen positiven Gänsehautmoment, nicht nur dann, wenn die Weihnachtsgans zugegen ist …

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Zufrieden war ich gestern, am 12. Dezember 2024 mit meiner Badewanne, mit den Fisch­stäbchen, mit dem sehr frühen Verschwinden im Traumland.


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347 – Advent 2024: 12. Türchen

 
Das ist der 15. Adventskalender hier. Ich widme ihn allen, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, allen, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen wieder für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen.

 
 

Japanische Winter sind wie unsere hier. Mein Bild aus Worten.

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Ein helles Lichtlein
Und Schnee unter den Bäumen
Leis klirrender Frost

Sprühfunkelsterne ringsum
In jedem Sonnenaufgang

Ein Tanka.

 

 

Erwähnte ich schon, daß ich die weiße winterliche Pracht der Schneelandschaften liebe, über alle Maßen liebe? Nein?

Naja, jetzt tat ich es. Und ich wünsche mir, daß ich das in diesem Winter erleben darf.

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Zufrieden war ich gestern, am 11. Dezember 2024 mit dem eingeräumten Marktkrempel, mit dem trotz nicht funktionierendem Aufzug (9. Stock) geschafften Einkauf, mit Pasta Carbonara (natürlich ohne Sahne).


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