Das ist der 15. Adventskalender hier. Ich widme ihn allen, die krank sind oder Unterstützung benötigen, allen, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wundervolle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen wieder für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen.
Diesmal ein paar Worte in der heimischen Mundart.
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Öbb iersch gelaabt oder net: Aah iech war emol e klaaner Gung. Dozemol gobs noch Schnee haufnweis, in dr Orinnerung vun November bis nei'n April. Un mir hattn Winterferien in Febrewar, zwee Wochn kaa Schul, zwee Wochn of'n Schlietn oder mit Braatter an de Fieß. Do gohngs nochn Haallwaarn naus of de Ruschelwies, ze Mittog fix emol ehaamm üm wos ze aassen. Dernooch warn mir wieder in'n Schnee.
Gut, mir hattn dozemol net viel annersch Zeig. 's gob noch kaa Indernett, Konsoln hattn mir aah net. Wemmr gespielt hobn, dann Raußschmießer oder Halma, mannichmol aah Kartn. In'n Fernseher gobs fei bluß allorhechstns fimf Sender. Saalber de Dammagotschies un Bokemons hattn erscht meine Kinner, wie se noochert schu in dr Schul warn. De Hauptsach, die mir in' Winter zen spieln hattn, war Schnee. Maanner un Schneehittn tatn mir baue, mannichmol e Schneelaterr, un unnere Schneeballschlachtn warn esu schie! Mir hattn ja aah noch echte Kuuhln for de Knepp dran Schneemah.
Heitzetog is dos allis viel ze gefährlich for de Kinner. Velleicht is dor Schnee desserwaagn beinah waaltweit ohgeschafft worn. Un Kinner, die en ganzn Tog draußn hinewiedertaambern, die saah iech aah nimmeh. Die hobn nämlich of dr Ruschelwies kaa Wehlahn, waaßte? Un uhne daann Händie gieht heitzetog nimmer viel, gelaab iech. När de Grußn, die wolln is ganze Gahr ieber mit ihre Schneeschuh ne Baarg nofahrn, aah mittn in'n Sommer. Do raasn die weit fort, huuch nauf in de Alpn oder gar nooch Emerika. Weil: „Itze hob iech Zeit un Lust drzu, itze muß Schnee haar, egal, wie warm dos is.”
Wos dodrbei rauskimmt? Nischt Gescheites! E schmohler Straafn weißes Zeig zwischn lauter griene Wiesen. Kunstschnee nenne se das. Un do solln mir winterliche Eidrück sammln? Oder ebbor gar innerer Schiehall!? Wie olber solls dä noch waarn of daare Waalt?
Wenns heier wieder kenn Schnee gibt draußn, nochert such iech mir Bilder un Filme haar, in denne noch waalcher ze saah is. Krambambuli zen Beispiel (oder bluuß de alte Vorfilmung). Oder aah denn schalt iech aus, eh daar Hund an End alaah in Schnee liecht …
Das doppelte a (aa) ist kein langes A, sondern ein Laut zwischen A, E und Ä, als ließe man das Ä langsam im Mund nach hinten an die Rachenmandeln gleiten und den Unterkiefer dabei etwas absinken. Für das Erzgebirgische gibt es keine verbindlichen Schreibweisen, ich habe versucht, meine Artikulation einigermaßen nachzubilden. Und die Übersetzung kann ich, wenn es gewünscht wird, in einem Kommentar nachreichen …
Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.
P. S.: Zufrieden war ich gestern, am 15. Dezember 2024 mit vielen lachenden und lächelnden Gesichtern, mit dem schellen Abbau und mit dem frühen Abend zuhause.
© 2024 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


@deremil 🤍 Aarzgebirgsch hör und les ich viel zu selten.
Gibt es Dialekte mit verbindlicher Rechtschreibung?
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Nun, beim Hamburger Platt ist man sich über die Schreibweisen sehr einig. In’n Aarzgebigrischn kimmt noch derzu, dos mr des in gedn Dorf annersch redn tut …
Ewer mol goar nid so viel anners wie bo uns …
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