346 – Advent 2024: 11. Türchen

 
Das ist der 15. Adventskalender hier. Ich widme ihn allen, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, allen, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen wieder für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen.

 

Weihnachtsgeschenke und -feierlichkeiten.

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Es war einmal das wichtigste Familienfest. Doch für die eigene Familie blieb immer nur ein Tag Zeit. Heiligabend. Am ersten Weihnachtfeiertag ging es zu den Eltern der Ehefrau, am zweiten zu meinen Eltern. Und danach waren die Besuche bei unseren Geschwistern und anderen Verwandten angesagt, jeden Tag woanders … Früher wurden alle Geschenke so rechtzeitig zum Weihnachtsmann gegeben, daß nur zuhause bei uns Bescherung notwendig war. Später ließ der Weihnachtsmann über­all da etwas zurück, wo wir nach dem Heiligabend hinmußten; es gab in manchen Jahren tatsächlich neun Geschenkeübergaben (wegen zweiter Ehe schon dreimal Großeltern, zwei Geschwister der Frau, die Ex-Frau, deren Bruder, mein Bruder, und natürlich die am Heiligabend zuhause). Streß, nichts mit Besinnlichkeit.

Jetzt habe ich in den letzten Jahren (fast immer) das Weihnachtsfest alleine gefeiert. Ja, bei mir zuhause. Ohne Streß, ohne Verpflichtungen, ohne Besuch und Gegen­be­such. Tatsächlich ruhig und besinnlich. Aller Wahrscheinlichkeit nach werde ich das auch in diesem Jahr wieder tun. So richtig weihnachtlich, mit Kerzen und Festessen und Musik und Gerüchen. Ein Neunerlei werde ich nicht kochen, das wird für mich allein viel zuviel. Ich überlege zur Zeit, was es bei mir geben soll. Und obwohl die Mecklenburger Großeltern Würstchen und Kartoffelsalat zelebrierten, bin ich eher bei Kaninchen oder Wildschwein, vielleicht auch bei echtem Sauerbraten. Noch ist Zeit, noch kann ich hier und da Ausschau halten, welche Angebote mich verlocken könnten. Nur das Kompott steht schon fest: Dosenananas mit Sprühsahne.

Ich weiß, daß ich auch in diesem Jahr Weihnachtsgeschenke bekam (ja, und ich danke dafür) und noch bekommen werde – und ich schäme mich deswegen fast. Wie gerne würde ich auch Geschenke machen (können) – doch das ist nicht so einfach in meiner Situation (und auch schambehaftet). Ja, sicher, jemand ganz bestimmtes bekommt Zeit geschenkt von mir, Zeit, in der ich tatkräftig helfen werde. Ansonsten gilt für meine Freunde, die Familie und für mich: Wir schenken uns nichts. Wirklich nichts. Echt gar nichts. Und ich finde das gut so.

Wie in so vielen Jahren kann ich sagen: Auch alleine werde ich ein schönes, ein besinnliches Weihnachtfest feiern.

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Zufrieden war ich gestern, am 10. Dezember 2024 mit dem für dieses Jahr letzten Besuch bei der Physiotherapie, mit den erledigten Arbeiten im Haushalt, mit den endlich gelöschten (wirklich gelöschten) Uralt-Dateien.


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345 – Advent 2024: 10. Türchen

 
Das ist der 15. Adventskalender hier. Ich widme ihn allen, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, allen, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen wieder für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen.

 

Das Gesuchte nicht gefunden, aber etwas Wundervolles gesehen.

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Weihnachtsmusik wollte ich mir anhören. Genauer (oh ich weiß, viele mögen das nicht): Deutsche County-Weihnacht.

Wie gesagt, ich wollte. Und dann fiel mir das Album „Bunte Tränen” von Western Union in meine Playliste. Danach sprang ich von hier nach da, von alpinen Winterliedern zu skandinavischen Gesängen. Und ich fand etwas, in dem ich wundervolle Winterbilder sehe, in dem ich dem sonderbaren, Joik oder Jolk genannten, dem Jodeln sehr verwandten (Kehl-)Gesang der Sami lauschen konnte. Hier ist Hildá mit „Muittut”:

 

 

Diese Schneelandschaft! Das war der Einstieg in knapp zweieinhalb Stunden vorm Rechner. Ich versank dann in dem Link-Labyrinth, daß sich mit solcher Musik auftat (Suchbegriff z. B. Tuulia, Scandinavian Sami songs, SAKK Media-ala) und mit Reporta­gen und einfachen Filmen von Winterlandschaften dort oben. Hach! Vielleicht gefällt es ja einigen von auch auch …

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Zufrieden war ich gestern, am 9. Dezember 2024 mit Zeit auf meiner Couch (ja, ich gönne mir das einfach), mit Kartoffeln und Quark, mit den ganz wundervollen Winterbildern.


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344 – Advent 2024: 9. Türchen

 
Das ist der 15. Adventskalender hier. Ich widme ihn allen, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, allen, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen wieder für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen.

 

Kleines weißes Wunderding auf meinem Finger.

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Damals, im Erzgebirge, als ich Kind und Jugendlicher und auch Erwachsener war, freute ich mich immer über den Schnee. Das würde und werde ich auch weiterhin tun, wenn es denn welchen gibt.

Es war immer ein Spiel, beim ersten Schneefall die Hände ohne Handschuhe in die fallenden Flocken zu halten. Oder den Kopf mit aufgesperrtem Mund in den Himmel zu recken. Ach, wie schön es war, etwas von dieser winterlichen Pracht aufzufangen – und wenn es dann gelang, eine einzelne Flocke auf einem Finger landen zu lassen, eine große oder eine kleine: Nicht nur ich bestaunte dieses Wunder, während es dahinschmolz.

Irgendwann lernte ich, daß es wohl keine zwei völlig identisch aussehenden Schnee­flocken gibt. Da sah ich noch genauer hin. Die großen sternförmigen, die am meisten dem ähnelten, was überall als Schneeflocken abgebildet ist, die faszinieren mich auch heute noch. Allerdings achte ich die anderen nicht geringer, die klischeehaften sind nur primus inter parem.

Wenn es also hierzustadt schneit und ihr seht einen bärtigen, schwarz gekleideten Kerl herumstehen, der versucht, Schneeflocken zu fangen: Grüßt mich ruhig, ich hab' bestimmt etwas Zeit für einen Schwatz. Und vielleicht schafft auch ihr es, so ein kleines weißes Wunderding auf einem eurer Finger landen zu lassen oder auf eurer Hand.

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Zufrieden war ich gestern, am 8. Dezember 2024 mit Bildern vom Weihnachtsschmuck, mit dem erledigten Gang über den (zugegebenermaßen ziemlich uninteressanten) Weihnachtsmarkt, mit den zwei Kerzen im Adventsleuchter.


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343 – Advent 2024: 2. Advent

 
Das ist der 15. Adventskalender hier. Ich widme ihn allen, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, allen, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen wieder für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen.

 

Alle Jahre wieder: Keine Advents- und Weihnachtsdekoration.

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Ich verstehe so viele Menschen nicht.

Ich sprach in dieser Woche mit jemandem, da muß aller Schmuck am Weihnachts­baum in der Farbe der Saison glänzen. Und die Adventskerzen auch. Aufgestellt wird zur Dekoration das, was als Trend bezeichnet wird. Dabei ist es völlig egal, welche Art Unsinn das ist. Ich stelle mir vor, im nächsten Jahr gehört ein Glas Senfgurken in Scheiben dazu …

Nein. Nein nein. Ich dekoriere nicht zur Weihnachtszeit. Ich schmücke. Und ich schmücke nicht nur mein Zimmer, nein. Ich schmücke auch die Tage, die Zeit. Von meinem Anfang der Weihnachtszeit, also vom Montag nach dem Totensonntag, bis zu meinem Ende der Weihnachtszeit, dem Tag nach Mariä Lichtmeß. Und das so altmodisch, so traditionell wie nur möglich. Da werden die Räuchermänchen und -häuschen, die übers Jahr weggeräumt waren, ausgepackt. Ich muß ihnen Platz verschaffen, und dann werden sie in Reih und Glied aufgebaut. Die Schwibbögen kommen an die Fenster (Mist, zwei von ihnen funktionieren noch immer nicht, sind aber behelfsmäßig beleuchtet). Der Herrnhuter Stern hängt wieder im Zimmer und leuchtet fast rund um die Uhr. Es riecht nach Räucherkerzen (und leider noch immer nach Zigarettenrauch). Ich höre Weihnachtsradio, entweder das erzgebirgische oder das aus Irland – und wenn mir das nicht paßt, habe ich wirklich ausreichend Weihnachtsmusik auf einer Festplatte, auch die kann ich anhören. Es gibt dann bei mir (solange der Vorrat eben reicht) Pfefferkuchen und Spekulatius, Marzipan und Nougat, Stollen und auch Weihnachtskekse oder -plätzchen.

Ich schmücke die Tage und Stunden meiner Weihnachtszeit. Nicht nur im Außen. Ich hole Erinnerungen hervor, solche an meine Kindertage. Solche an besondere Begeg­nun­gen und Geschehnisse. Mit Gerüchen, mit Geschmack, mit Musik. Und aus denen forme ich Geschichten, Weihnachts- und Adventsgeschichten. Solche, die ich hier herzeigen mag, und andere, die meine Geheimnisse bleiben. Ich albere auch herum und reime Zeug zusammen, das selbst ich nicht ernstnehmen kann. Ich genieße die unaufgeregte, melancholische Weihnachtsstimmung, in die ich so gerne komme.

Heute brennen zwei Kerzen auf dem, was ich meinen Adventsleuchter nenne. Einen, den ich mir schon seit langen Jahren wünsche Bilder von einem besonderen, die ich mir schon lange wünsche, bekomme ich vielleicht zu Weihnachten geschenkt (ich bin mir sicher, ich bekomme sie vor dem Ende meiner Weihnachtszeit). Heute wird den ganzen Tag jahreszeitlich passende Musik dudeln, bei manchen Liedern singe ich sicher mit. Und nicht mehr lange, dann sitze ich mit Kaffee am Tisch. Mal sehen , ob es im Fernsehprogramm etwas Passendes gibt.

Ich habe nicht dekoriert, ich habe geschmückt: das Zimmer, die Zeit, die Gedanken, die Gefühle.

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Zufrieden war ich gestern, am 7. Dezember 2024 mit bisher nicht gehörter Musik (platt­deut­sche Lieder), mit dem sehr reifen Camembert, mit der beherrschten Sehnsucht.


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342 – Advent 2024: 7. Türchen

 
Das ist der 15. Adventskalender hier. Ich widme ihn allen, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, allen, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen wieder für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen.

 

Die verzwickteste Sache der Weihnachtszeit.

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Welche Wünsche habe ich denn dieses Jahr zur Weihnacht? Denn es ist ja die Zeit des Wünschens, nicht wahr? Nein nein, nicht einen dieser (großen) Kinderwünsche, nicht irgendetwas konkret Materielles. Da muß ich doch einen, wenigstens einen großen Wunsch für mich alleine finden können,oder? Aber selbst wenn mir dieser eine (und nur dieser eine) Wunsch erfüllt werden würde:

Wünschte ich mir Geld für ein in Zukunft sorgenfreies Leben, so wird mir das nicht die Sorgen um meine Liebsten oder Tiere nehmen.

Wünschte ich mir Liebe, so wäre ich vielleicht nicht gesund genug, sie zu genießen.

Wünschte ich mir Unsterblichkeit, sähe ich alle um mich herum sterben, immer und immer wieder.

Wünschte ich mir Glück, wäre es ein kurzes; dauerhaftes Glück kann kein Mensch empfinden.

Wünschte ich mir Weltfrieden, so könnte es ein sehr menschenleerer Zustand sein.

Wünschte ich mir Gesundheit, so …

Zu jedem einzelnen dieser Wünsche also … Denn mir wird nur einer erfüllt in meinem Gedankenspiel. Ich komme daher immer wieder auf den Wunsch zurück, den ich immer wieder habe, auf das, was ich immer wieder anderen wünsche. Diese eine Sache, die es auch nie in Vollkommenheit geben wird. Deshalb:

Ich wünsche mir Zufriedenheit. (Und wenn es die nicht geben kann, dann wäre ich auch schon damit zufrieden, daß meine Unzufriedenheit um einiges sich verringert. Und euch allen wünsch' ich das auch.) Und wie würde euer Wunsch dieser Kategorie lauten?

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Zufrieden war ich gestern, am 6. Dezember 2024 mit meinem Wunsch nach mehr Routine, mit der Wirkung der Physiotherapie (trotz autsch), mit einer großen Schüssel Salat.


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341 – Advent 2024: 6. Türchen

 
Das ist der 15. Adventskalender hier. Ich widme ihn allen, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, allen, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen wieder für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen.

 

Eine kleine Weihnachtsmarktbegebenheit.

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Am Weihnachtsmarkt beim Glühweinstand
nahm ich mein Portemonnaie zur Hand
und zählte die verbliebnen Scheine.
Doch fand ich keine.

Nun, meine Münzen reichten dann
für einen „auf den Weihnachtsmann!”
Schnell ist 'ne Tasse dagewesen,
man nahm mein Geld auch schnell vom Tresen.

Das war wohl gut so, denn man sprach
gleich neben mir von einer Schmach,
gar von Betrug am Weihnachtsgeist.
Und zwar sehr dreist!

Ich nahm 'nen Schluck, zog einen Flunsch.
Im Becher war nur Kinderpunsch.

 


 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Zufrieden war ich gestern, am 5. Dezember 2024 mit dem Milchreis, mit den weggebrachten Büchern, mit dem eigenen Mut.


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340 – Advent 2024: 5. Türchen

 
Das ist der 15. Adventskalender hier. Ich widme ihn allen, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, allen, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen wieder für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen.

 

Das Buch hab ich seit seinem Erscheinungsjahr.

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Es gibt Sitten und Gebräuche, die früher im Erzgebirge zur Winterszeit beobachtet wurden. Doch darunter sind welche, von denen ich noch nie hörte und die ich auch nie gesehen habe, zumindest nicht so, wie ich hier von ihnen las. Erstaunlich ist, daß ich das Buch seit 1976 besitze und mir diese Worte jetzt erst auffallen; und daß ich auch jetzt erst über den Autor C. G. Wild mich informiere. Aus einem der im Verlag Friedrich Hofmeister Leipzig erschienenen Bücher des Themenkreises Erzgebirgische Volkskunst entnahm ich folgenden Text:

 

 
Schneehäuser und Schneemänner
 

Im Winter vergnügt man sich auch gewöhnlich durch den Schnee selbst. So macht man kleine Schneeballen und setzt daraus hohe pyramidenförmige Häuschen zusammen, worein man abends ein brennendes Licht setzt. Dieses sieht nun prächtig aus, vorzüglich in der Ferne, daß man gar nicht weiß, wofür man es halten soll; denn die Schneeballen an und für sich sind erleuchtet, und durch die Lücken strahlt übrigens noch der hellere Schein hindurch.

Ferner formt man aus dem Schnee große menschliche Figuren, welche man bemalt und mit einem ausgehölten, bunt durch­sich­tigen Kürbis statt des Kopfes ziert, in welchen ebenfalls des Abends ein brennendes Licht gesetzt wird. Damit macht man sich nun viel Spaß.

Christian Gottlob Wild (1802)

Manfred Blechschmidt (Hrsg.): Behüt eich fei dos Licht.
Ein Weihnachtsbuch des Erzgebirges. S. 71
3. Auflage © VEB Friedrich Hofmeister Musikverlag Leipzig 1976
Lizenznr. 484 – 250/A201/76 — Bestellnr. 519 490 2

 

 

Die Textstelle wurde (laut Quellenangabe im Buche) zitiert aus Wild, Christian Gottlob: Interessante Wanderungen durch das Sächsische Obererzgebirge. Freiberg 1809. In seinem Werk muß der Begründer der erzgebirgischen Mundartdichtung (lt. Wikipedia) selbst Datierungen angegeben haben, so daß der Ausschnitt eindeutig dem Jahr 1802 zugeordnet werden konnte.

Diese sonderbaren, von ihm erwähnten Vergnügen … Tse! Zwei, nein: drei Gedanken habe ich noch beizusteuern:

Ich hätte die erzgebirgische Mundartdichtung tatsächlich für älter gehalten, aber da gehen Volks- und akademische Meinung wohl auseinander; und mittlerweile über 200 Jahre sind wohl lang genug. Doch Schneelaternen haben wir auch gebaut aus Schneebällen, aber längst nicht mehr in der erwähnten hohen Pyramidenform, sondern eher igluähnlich.

Bunt angemalte Schneemänner allerdings kann ich mir nun wirklich nicht vorstellen, schon gleich gar nicht mit Kürbisköpfen. Das ist so absurd in meinem Bild vom Erzgebirge, das bekomme ich nicht hin zu denken.

Kennt ihr aus eurer Gegend / Heimat vielleicht auch verschwundene Advents- oder Weihnachtssachen?

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Zufrieden war ich gestern, am 4. Dezember 2024 mit Kratoffeln und Gurkensalat (fürs Rührei war ich echt zu faul), mit auf der Couch verbrachter Zeit einschließlich Mittagsschlaf, mit der Vorbereitung für morgen.


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339 – Advent 2024: 4. Türchen

 
Das ist der 15. Adventskalender hier. Ich widme ihn allen, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, allen, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen wieder für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen.

 

Winterwitz im Wandel der Zeit. Oder: Fahrplanwechselfolge.

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Natürlich. Sehr flach. Manche Witze sind eben so. Zum Teil in der Funkenkutsche aufgeschnappt.

 

 

Früher: Treffen sich drei Schneeflocken, eine schmilzt vor Rührung dahin. Sehen sich die beiden übriggebliebenen an. „Was machen wir denn jetzt?” „Wir fliegen in die DDR und sorgen bei der Deutschen Reichsbahn für ordentliches Chaos!” (Zumeist fuhren die Züge dennoch recht zuverlässig.)

Heute: Treffen sich drei Schneeflocken, eine schmilzt vor Rührung dahin. Sehen sich die beiden Übriggebliebenen an. „Was machen wir denn jetzt?” „Wir fliegen nach Deutschland, du nach Hamburg, ich nach Stuttgart. Dann fahren wir beide mit dem ICE über Leipzig nach Berlin und spielen dabei »Alle Winterdienste überraschender Winter­einbruch«, ja?” „Du meinst: mit der Bahn? Bei deren Pünkt­lich­keit wird das nie was …”

 

 

Den ersten Winterwitz erzählten wir uns damals regelmäßig. Den zweiten hörte ich – ungelogen – gestern in der Straßenbahn auf dem Weg von der Physiotherapie nach Hause. Ich mag es nicht beschwören, aber der Kleidung nach könnte der erzählende Mensch Mitarbeiter eines Eisenbahnverkehrsunternehmens sein. Und dem von mir geschätzten Alter nach kannte diese Person die DR nicht mehr aus eigenem Erleben. Dennoch: Irgendwie steckt ja in beiden Varianten mindestens ein Streusalz­körnchen Wahrheit.

Ob ich bis an mein Lebensende noch regelmäßig Schnee erleben werde im Winter? Nun, hierzustadt ist er selten geworden, erzählt mir meine Erinnerung. Ich glaube ihr mal, könnte aber auch nachsehen! Na, mir wird es ganz sicher auch in diesem Jahr wieder zu wenig Schnee geben, der viel zu kurz liegenbleibt für meinen Geschmack als Wintermensch …

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Zufrieden war ich gestern, am 3. Dezember 2024 mit dem Vormittag auf der Couch, mit der manuellen Therapie, mit dem Gurkensalat.


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338 – Advent 2024: 3. Türchen

 
Das ist der 15. Adventskalender hier. Ich widme ihn allen, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, allen, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen wieder für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen.

 

Wann wirklich Weihnachten ist.

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„Mutti? Mutti!” Die Mutter ist aber gerade ziemlich beschäftigt. Also geht das Kind, das nächstes Jahr schon in die Schule kommen wird, zu ihr in die Küche. „Mutti!” Endlich reagiert sie und sieht zum Kind. „Mutti! Weihnachten ist doch, wenn alle Türchen vom Adventskalender offen sind. Und dann bekomm ich meine Geschenke, stimmt's?” „Ja, aber erst, wenn wirklich alle Türchen aufgemacht wurden.” Schon stürmt das Kind wieder hinaus aus der Küche. Aber es dauert keine fünf Minuten, da steht es mit schokoladeverschmiertem Mund wieder da: „Schau mal, Mutti. Schau doch mal! Hier, alle Türchen leer. Jetzt ist Weih­nach­ten und ich krieg jetzt meine Geschenke!” Es braucht eine Weile, ehe die Mutter kopfschüttelnd lächeln kann.

 

 

Hoffentlich bringe ich damit niemanden auf sonderbare Ideen.

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Zufrieden war ich gestern, am 2. Dezember 2024 mit dem schmeckenden Essen, mit verar­bei­teter Musik, mit meiner Geduld.


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337 – Advent 2024: 2. Türchen

 
Das ist der 15. Adventskalender hier. Ich widme ihn allen, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, allen, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen wieder für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen.

 

Lichtgedicht.

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Es gibt während der Dunkelheit
in jedem Jahr zur Weihnachtszeit
ein Mittel, das das Herz erwärmt:
Das Licht der Kerzen hier im Raum
und später auch am Weihnachtsbaum
ist das, wovon so mancher schwärmt.

Da sind nicht nur die vier am Kranz,
nein, überall ist Lichterglanz
von kleinen Flammen vieler Kerzen.
Ich schau zurück auf fast ein Jahr,
bemerke, wieviel Schönes war,
und Frieden macht sich breit im Herzen.

 

 

Natürlich darf auch vor dem Jahresende einmal zurückgeschaut werden. Und die zweite Jahreshälfte brachte tatsächlich viele schöne Momente für mich …

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Adventszeit.

Der Emil

 

P. S.: Zufrieden war ich gestern, am 1. Dezember 2024 mit der fertigen Vereinsjacke, mit Couscous mit Gemüse, mit meiner Weihnachtsstimmung.


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