2025 – 110: Ausgeschlafen

Veränderungen, die ich miterlebe.

To get a Google translation use this link.

 

Zu Ostern und Pfingsten – nur zu den beiden Sonntagen – tobte in meiner Kindheit immer ein Wettbewerb: Wer wird Pfingstochse bzw. Osterlümmel? Es war stets das Familienmitglied, das als letztes aus dem Bett fand an diesen Tagen. Echt, ich habe nie verstanden, warum und wozu man an Ausschlaftagen nicht ausschlafen durfte. Denn für uns stand kein Kirchbesuch an, obwohl auch meine Eltern formal der Kirche angehörten. Bei den Mecklenburger Großeltern akzeptierte ich das frühe Aufstehen, bei denen waren ja Tiere zu versorgen im Stall, und ich half dabei gern. Aber woanders …

Und da ich als Erwachsener wirklich nicht viel mit dem Osterfest anfangen kann, verstehe ich das noch weniger. Bei mir ist nichts entsprechend dekoriert, es gibt keine Schokoladenosterhasen, kein Osternest, keine versteckten Eier. Dafür gönne ich es mir, einfach nur auszuschlafen. Ohne Wecker, ohne das Vorhaben, zu einer bestimmten Zeit zu erwachen. Und vorm Aufstehen noch ein paar luzide Träume genießen. Das tat ich heute auch, im Schlafsack im Zelt. Die ersten Nachbarn waren schon kurz vor Acht radiomorgenshowmoderatorlustig, da drehte ich mich nochmal um. Halb Zehn war mir dann recht für den ersten Kaffee. Das Ausschlafen ist ein echter Luxus für mich.

Das Frühaufstehen war für mich als Schüler und Student normal. Damals kam ich aber auch mit viel weniger Schlaf aus, konnte Nächte mit weniger als sechs Stunden Schlaf einfach so „wegstecken”. Und zum Studium, wo es ab und zu zur nullten Stunde, also vor sieben Uhr, in den Hörsaal oder Seminarraum ging, war das auch noch kein Problem. Heute allerdings … Es ist ja auch so, daß ich eben nicht mehr nach sieben Stunden Schlaf wachwerde, nein, das sind mittlerweile neun Stunden, die sein müssen. Oder in genehmige mir, wenn das doch mal nicht möglich ist, ein Schläfchen zwischendurch. Ach, nicht nur das Ausschlafen ist ein Luxus, sondern auch die Möglichkeit, dann zu schlafen, wenn ich müde bin.

Heute hatte und war ich ausgeschlafen. Morgen wird es ebenso sein. Ich sehe die senile Bettflucht als etwas an, das mich hoffentlich nie betreffen wird. Und weiterhin gilt: Nicht die Uhrzeit des Aufstehens ist wichtig, sondern die ausreichende Dauer des Schlafs; hätte ich um Fünf schon meine neun Stunden Schlaf weg, könnte ich den Tag auch zu dieser Zeit beginnen. Egal ob am Osersonntag oder an jedem anderen Tag.

 

Erinnerung des Tages:
Da war heute ein Gespräch über die Zahl Zwölf.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 20. April 2025 war ich zufrieden mit dem Ausschlafen trotz Nachtigallengesang, mit dem Besuch von meinem Sohn, mit bösen Witzen und lauten Lachern.


© 2025 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2025, Erlebtes, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , , , , | 1 Kommentar

2025 – 109: Merkzettel

Nie gefragt, und jetzt völlig unverständlich.

To get a Google translation use this link.

 

 

Und dann fand ich in seinem alten Wohzimmerschrank mehrere Zigarrenkisten voller Zettel. Nicht Einkaufszettel, die nicht. Aber Merkzettel, diese handschriftlichen Versionen von (offiziellen) Merkblättern. Die, auf denen in Stichpunkten und Stichworten festgehalten wird, was nicht vergessen werden darf. Mein Vater hatte zu seinen Lebzeiten immer wieder Notizen gemacht, auf solchen Zetteln, eine halbe Postkarte groß. Ich hab mich verdammt oft gefragt, was er da aufschrieb. Und er tat das immer: als ich noch zur Schule ging, als ich bei der Armee war, während meines Studiums, und als ich dann wieder im Elternhaus wohnte und er schon Rentner war. Seine Marotte. Immer notierte er irgendetwas auf solche Merkzettel. Doch nie, wirklich nie wäre mir in den Sinn gekommen, nachzusehen oder zu fragen, an was er sich da unbedingt erinnern will.

Jetzt räume ich die Wohnung meiner Eltern aus. Mutter ist seit acht Jahren nicht mehr. Und jetzt ist Vater ihr hinterher, wie er ihr immer hinterher ist Zeit ihres Lebens. Da sind also all die Merkzettel, die er anfertigte. Das Datum kann ich lesen. Aber nicht das, was er da auf­schrieb. Vielleicht ist es nur eine Art Tagebuch? Ich weiß es nicht. Was ich auch nicht wußte: Daß er Gabelsberger beherrschte, also Stenografie. Als Busfahrer, und das war er, solange ich ihn kenne, bis zur Rente, hat er das ja nie gebraucht. Warum also?

Wahrscheinlich liegen all seine Geheimnisse vor mir – und ich kann sie nicht lesen. Ich hätte fragen sollen.

 

 

Erinnerung des Tages:
Heute traf ich mehrere Leute, die mich seit Jahren immer wieder besuchen. Da waren viele „weißt du noch” …

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 19. April 2025 war ich zufrieden mit dem trockenen Wetter, mit vielen lächelnden Menschen, mit extrem leckerem Knobibrot.


© 2025 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2025, Geschriebenes, Miniatur, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

2025 – 108: Erbstück 033

Tagebuch A: Mittwoch, 2. Februar.

To get a Google translation use this link.

 

 

Heute morgen mit der Frage aufgewacht: Was passiert, wenn ich aus meiner Schreibzeit eine Denkzeit mache? Denn das Denken ist die Hauptarbeit beim Schreiben. Hm. Beim Kaffee habe ich darüber nachgedacht und bin zu keinem eindeutigen Ergebnis gekommen. Also geht es, geht alles erstmal so weiter wie bisher. Im alten Trott.

Früher konnte ich mich sehr viel besser als heute an neue Dinge und Abläufe gewöhnen, war ich irgendwie beweglicher. Ist das jetzt beginnender Alterstarrsinn? Oder ist es ein Zeichen für die mit dem Alter schwindenden Fähigkeiten? So früh schon? Ich hatte gehofft und hoffe noch immer, daß mir bis dahin noch wesentlich mehr Zeit bleibt: Ich bin noch keine 50 Jahre alt! Andererseits wollte ich ja sowieso nie so alt werden, als ich noch wesentlich jünger war.

Ach verflixt. Jetzt denke ich über dieses Altersding nach und finde deswegen in nichts Anderes hinein. Hab ja sonst nichts zu tun, an nichts Anderes zu denken, mich um nichts Anderes zu kümmern – ich kann mir ja beliebig viel Zeit nehmen für dieses ergebnislose Herum­denken. Dabei bin ich froh, daß das heute nicht in Grübelei ausartete, die mich in einer Spirale hinunterzieht in irgendwelche Abgründe. Dennoch: Dieses Thema hat mich heute blockiert, läßt mich jetzt, am Abend, unzufrieden sein mit dem Nichtschaffen über den ganzen Tag. Und weil es auch jetzt nichts bringt, ergebnislos am Schreibplatz zu sitzen, gehe ich schlafen.

Meine Frau hat sich bis heute nicht ein einziges Mal gemeldet, ist wie vom Erdboden verschwunden. (Das macht mein Leben leider auch nicht einfacher. Ich mache mir Sorgen um sie und um ihr Wohlergehen.)

 

 

Mit diesem Text wird das geerbte Tagebuch fortgesetzt. Alle Teile der Erbkladden-Serie sind in diesem Link in umgekehrter zeitlicher Reihenfolge (neueste zuerst) zu finden. Über eines der Notiz­bü­cher erzählte ich ja schon vor langer Zeit, im November 2012. Ich tippe die kleinen blauen lateinischen Buchstaben ab, immer mal wieder. Erst jetzt nämlich darf ich abschreiben aus den „von einem Freund geerbten” Kladden mit dieser winzigen Schrift.

 

Erinnerung des Tages:
Als Kind war ich mit den Großeltern in der Pelzmühle Rabenstein, dort verkündete ich laut: „Die Schweine spielen Zug!“ Zu sehen war im Tierpark eine Kopulation bei Hängebauchschweinen …

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 18. April 2025 war ich zufrieden mit der reibungslosen Fahrt, mit dem trockenen und schnellen Aufbau, mit einem schönen Schwatz am frühen Abend.


© 2025 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2025, Erbkladden, Geschriebenes, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , , , | 1 Kommentar

2025 – 107: Wandererdilemma

Manchmal hilft in dem ein schnödes Ignorieren.

To get a Google translation use this link.

 

Zumindest war damals noch keine Depression diagnostiziert bei mir, denn es wurde zur Wendezeit von mir geschrieben (und ich weiß wirklich nicht mehr, wieso):

 

 

Auf so vielen Wegen scheint zumindest die Richtung zu stimmen, bis man auf die am Wegrand lauernde Katastrophe trifft.

 

 

Ist das Pessimismus oder knallharter Realismus? Gültig zu sein scheint es mir – für mich – noch heute, denn da ist immer wieder ein Haufen, in den ich trete, ein Stein, über den ich bös stolpere. Aber es hält mich nicht vom Weitergehen ab.

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Immer wieder sammelt sich im Fliewatüüt Unrat; heute entsorgte ich den wieder einmal.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 17. April 2025 war ich zufrieden mit der Mithilfe beim Ausladen, mit dem im Fliewatüüt verladenen Zeug, mit der beginnenden Freude auf das lange Wochenende.


© 2025 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2025, Geschriebenes, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 2 Kommentare

2025 – 106: Beiwerk

Von den Zweifeln und der Nebensächlichkeit beim Schreiben eines Gedichtes.

To get a Google translation use this link.

 

Da saß ich und wollte mich wiedereinmal poetisch betätigen. Auf ein weißes Blatt Papier wollte ich ein Gedicht schreiben, ein neues, noch nie dagewesenes. Und da saß ich und fragte mich: Was, wenn die ganze Welt, die Erde, das Weltall, einfach alles schon das eine, das einzige perfekte Gedicht ist – und alles andere nur Fußnoten, Beiwerk, Randbemerkungen, die getrost übersehen werden können?

Ich ließ in diesem Augenblick das Gedichtschreiben bleiben und freute mich statt­dessen mit einem Tee meines Lebens.

 

Erinnerung des Tages:
Im Kindergarten waren alle meine Dinge mit einer Brottasche gekennzeichnet – einer dunkel­braunen aus Leder. Meine war aus hellbraunem Leder.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 16. April 2025 war ich zufrieden mit dem nichtgeschriebenen Gedicht, mit einer Kanne Tee, mit den fürs Wochenende vorbereiteten Dingen.


© 2025 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2025, Erlebtes, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen

2025 – 105: Gründlich

Synonym oder „nur” zusammengehörig?

To get a Google translation use this link.

 

 

Solange ich lebe, tat ich das meiste, das ich gründlich erledigte, auch immer sorgfältig. Beim Betrachten der heutigen Jugend und ihres Handelns allerdings scheine ich zu bemerken, daß beides nicht mehr allgemein üblich und modern ist.

 

 

Das könnte vor hundert oder zweihundert Jahren schon so mancher Lehrer, so manches Elternteil genau so gedacht und aufgeschrieben haben. Meint ihr nicht auch? Und ja, ich weiß sicher, daß es Ausnahmen gibt. Also Jugendliche und junge Erwachsene, bei denen das nicht so ist. Und Ältere, bei denen es so zu sein scheint, die keinen Wert (mehr) auf Gründlichkeit und Sorgfalt legen. Zum Teil wird das wohl auf dem Schnell-Schnell beruhen, das unsere Zeit und unser Tun immer mehr beherrscht hat und beherrscht – aber das als einzige Erklärung für das von mir beobachtete Phänomen ist mir dann doch etwas zuwenig. Doch was bleibt mir schon übrig, außer das Ganze leicht traurig (und erschüttert) zur Kenntnis zunehmen?

O tempora o mores! (Hatten die Lateiner schon Ausrufezeichen!?)

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt: Aus dem Bettkasten der Schlafcouch habe ich heute knapp 20 Zeitschriften ins Altpapier gegeben, ohne nochmal darin zu blättern.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 15. April 2025 war ich zufrieden mit der Schreiberei, mit Kartoffelbrei und Fischstäb­chen, mit vielen Wohlfühlmomenten.


© 2025 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2025, Erlebtes, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen

2025 – 104: Voila

Und immer die Frage: Wierum muß der Akzent?

To get a Google translation use this link.

 

So manche – auch ich nämlich – haben ein Faible für Fremdwörter. Dabei werden Anglizismen und Scheinanglizismen von vielen gar nicht mehr als Fremdwörter wahr­genommen, sondern gehören zum täglich geradebrechten Denglish.

Gallizismen allerdings … Als Erzgebirger (und damit Sachse) kenne ich einige davon. Noch meine Großeltern mütterlicherseits nutzten Palletoh, Plümoh und Trottewar/Trottowar im täglichen Sprachgebrauch; und manche denken, daß selbst Bistro ein Wort aus dem Französischen sei – obwohl es aus dem Russischen stammt. Baggett wurde übrigens erst später modern. Dabei war und ist die Aussprache oft ziemlich nahe an der der Franzosen. Und niemand kümmerte sich in den alltäglichen Notizen um die korrekte Schreibweise vom Schäslong!

Mir fällt auf, daß es mit den aus dem Italienischen entlehnten Wörtern anders ist. Bei denen ist die Schreibweise oft korrekt, aber die Aussprache! Gnottschi und Expresso, Strattschatella und Bruschetta/Bruszschetta – recht deutlich zeigt sich, daß die orale Überlie­ferung aus den Zeiten der Französischen Hofkultur hierzulande weiterwirkt, während es die für Italienisch nunmal nicht gibt. Nebenher taucht in meinem Gedan­ken­fluß dann auch die Frage auf, ob das C im Lateinischen nun als K oder Z (wie ts) gesprochen werden muß (Caesar: Zäsar oder Käsar; Circus: Zirkus oder Kirkus)?

 

Jaja, mit solchen Dingen beschäftigt sich mein Denkicht. Und das nur, weil ich in einem Text den Ausruf „Et violá voilà!” nutzen wollte! Schließlich verzichtete ich auf den Gallizismus und benutze die passende Deutsche Wendung.

Und: Siehe da! Ein Blogbeitrag war geschrieben.

 

Erinnerung des Tages:
Bei meinem Mecklenburger Großvater sah ich als Kind sogar noch ein Chemisette.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 14. April 2025 war ich zufrieden mit einem Mittagsschlaf, mit einem Schnäppchen beim Discounter, mit begonnenen Vorbereitungen auf das Osterwochenende.


© 2025 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2025, Erlebtes, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 2 Kommentare

2025 – 103: Sonnenstrahl

Seit Jahren hüte ich diese Erfahrung wie meinen Augapfel.

To get a Google translation use this link.

 

Als ich noch wirklich tief in der Depression stak, lebte ich in einer ziemlich lichtlosen Welt. Es war nicht absolut dunkel, aber ich sah nirgends einen hellen Schein in all den Schattierungen von Grau bis Schwarz. Noch heute gibt es für mich trübe Tage, an denen der Himmel wolkenlos ist und im makellosen Blau dieses gelbe Etwas steht – nur dringt davon nichts in mein Inneres. Aber da gibt es einen Unterschied zu früher, den ich nicht mehr missen möchte: Heute kann ich eine Umarmung und ein paar an mich gerichtete Worte wahrnehmen als einen Sonnenstrahl, als goldenen hellen Moment, der das Trübe durchdringt und dies und das in den verschiedensten Farben zum Leuchten bringen kann, in mir.

Als ich diese Erfahrung zum ersten Mal machte, fürchtete ich mich davor. Das war so erschreckend unbekannt. Jetzt, nach vielen Jahren, ist ein solcher Moment einfach nur schön, bestärkend, so „Hach”.

 

Erinnerung des Tages:
Es waren heute viele schöne Erinnerungen an so manche unerwartete oder gewünschte und passierte Umarmung, die mich kurz auf Wolke 7 schickte.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 13. April 2025 war ich zufrieden mit dem wiedereingeschlafenen „Verschlafen”, mit so einigen sortierten Gedanken, mit dem langsam sichtbaren Fortschritt bei einer Putzaktion.


© 2025 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2025, Erlebtes, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 1 Kommentar

2025 – 102: Wirklichkeiten

Oder eher zwei Hälften, zwei Teile der einen Wirklichkeit.

To get a Google translation use this link.

 

 

Nein, ich kann mich mit der handfesten Wirklichkeit, die mich alltäglich umgibt, und mit der harten Realität meiner Tage nicht vollständig zufriedengeben: Neben der Umwelt ist da ja noch die andere Wirklichkeit, die unsichtbare, die, in der meine Gedanken, Gefühle, Hoffnungen und Träume zuhause sind. Und in welcher davon fühle ich mich mehr ich und bin ich mehr ich?

 

 

Erinnerung des Tages:
Als ich heute im Geschäft an einer Haushaltsreinigerflüssigkeit schnüffelte, merkte ich: Ich vermisse den Westpaket- und Intershop-Geruch.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 12. April 2025 war ich zufrieden mit den längeren Nachträgen ins Tagebuch, mit einer weiteren geleerten und mit einem Backup bespielten 4-TB-Platte, mit Gurkensalat und Brot am Abend.


© 2025 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2025, Gedachtes, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , , , | 2 Kommentare

2025 – 101: Ideenklau

Die zweite mögliche Variante: Schuhe II.

To get a Google translation use this link.

 

Natürlich fragte ich die Mützenfalterin, ob ich den Satz „klauen” darf.

 

 

Neben der Bank im Park steht ein Paar Schuhe, mit den Spitzen zum Gehweg, ordentlich parallel ausgerichtet. Und diese Pumps aus tannengrünem Veloursleder wirken hier völlig depalziert. Was machen solche Schuhe an diesem Platz, wie kamen sie hierhin? Kann jemand einen guten Grund gehabt haben, sie hier genau so abzustellen?

Da war gestern dieser Jungesellinnenabschied da drüben am Spiel­platz. Mehrere junge Frauen versuchten in leicht angetrun­ke­nem Zustand, die Vorübergehenden zu sonderbaren Spielchen zu bewegen oder zu einer Geldspende für das Paar, dessen Braut peinlich berührt in ihrer Mitte saß. Doch sie alle trugen Sneaker, Turnschuhe, vielleicht auch Ballerinas. Jedenfalls nicht so festliche Pumps. Keine von ihnen hatte so elegante Schuhe an. Und in der Kneipe vorne an der Kreuzung gab es auch keine „geschlossene Gesellschaft” – auf einer solchen könnte ich mir diese edlen Teile vorstellen oder in der Oper. Hier in der Stadt gibt es keine Oper, und auch ein Theater existiert nicht mehr.

Wie kann ein Mensch übrigens mit so hohen Absätzen unfallfrei gehen? Schuhgröße 42, schätze ich. Fast neu, wirklich sehr elegant. Und diese wunderbare satte Farbe! Aber ich möchte nicht einmal versuchen, ob ich mit den Schuhen wenigstens stehen könnte; und an mir fände ich ihren Anblick lächerlich. Ich gehe weiter, mit einem Kopfschütteln und unbeantworteten Fragen. Noch immer steht neben einer Bank im Park ein paar Schuhe, mit den Spitzen zum Gehweg, ordentlich parallel ausgerichtet. Elegante Pumps aus tannen­grünem Veloursleder mit ziemlich hohen Absätzen. Und das könnte auch der Anfang eines Krimis sein …

 

 

Es wird noch mindestens ein weiteres Textlein dazu entstehen, ein erstes zeigte ich vor vier Tagen. Danke für die Erlaubnis, diesen Satz zu verarbeiten. Ach, und ehe ich es vergesse: Die Mützenfalterin hat auch ein sehr empfehlenswertes Blog.

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Sechzehn Festplatten, die in meinem Schrank lagern, habe ich begonnen zu untersuchen; zwei drei sind jetzt sicher gelöscht.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 11. April 2025 war ich zufrieden mit der begonnenen Datenträgerarchäologie, mit dem Wohlfühlen beim Lümmeln auf der Couch, mit vielen gegessenen Mandarinen.


© 2025 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2025, Geschriebenes, Miniatur, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen