Veränderungen, die ich miterlebe.
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Zu Ostern und Pfingsten – nur zu den beiden Sonntagen – tobte in meiner Kindheit immer ein Wettbewerb: Wer wird Pfingstochse bzw. Osterlümmel? Es war stets das Familienmitglied, das als letztes aus dem Bett fand an diesen Tagen. Echt, ich habe nie verstanden, warum und wozu man an Ausschlaftagen nicht ausschlafen durfte. Denn für uns stand kein Kirchbesuch an, obwohl auch meine Eltern formal der Kirche angehörten. Bei den Mecklenburger Großeltern akzeptierte ich das frühe Aufstehen, bei denen waren ja Tiere zu versorgen im Stall, und ich half dabei gern. Aber woanders …
Und da ich als Erwachsener wirklich nicht viel mit dem Osterfest anfangen kann, verstehe ich das noch weniger. Bei mir ist nichts entsprechend dekoriert, es gibt keine Schokoladenosterhasen, kein Osternest, keine versteckten Eier. Dafür gönne ich es mir, einfach nur auszuschlafen. Ohne Wecker, ohne das Vorhaben, zu einer bestimmten Zeit zu erwachen. Und vorm Aufstehen noch ein paar luzide Träume genießen. Das tat ich heute auch, im Schlafsack im Zelt. Die ersten Nachbarn waren schon kurz vor Acht radiomorgenshowmoderatorlustig, da drehte ich mich nochmal um. Halb Zehn war mir dann recht für den ersten Kaffee. Das Ausschlafen ist ein echter Luxus für mich.
Das Frühaufstehen war für mich als Schüler und Student normal. Damals kam ich aber auch mit viel weniger Schlaf aus, konnte Nächte mit weniger als sechs Stunden Schlaf einfach so „wegstecken”. Und zum Studium, wo es ab und zu zur nullten Stunde, also vor sieben Uhr, in den Hörsaal oder Seminarraum ging, war das auch noch kein Problem. Heute allerdings … Es ist ja auch so, daß ich eben nicht mehr nach sieben Stunden Schlaf wachwerde, nein, das sind mittlerweile neun Stunden, die sein müssen. Oder in genehmige mir, wenn das doch mal nicht möglich ist, ein Schläfchen zwischendurch. Ach, nicht nur das Ausschlafen ist ein Luxus, sondern auch die Möglichkeit, dann zu schlafen, wenn ich müde bin.
Heute hatte und war ich ausgeschlafen. Morgen wird es ebenso sein. Ich sehe die senile Bettflucht als etwas an, das mich hoffentlich nie betreffen wird. Und weiterhin gilt: Nicht die Uhrzeit des Aufstehens ist wichtig, sondern die ausreichende Dauer des Schlafs; hätte ich um Fünf schon meine neun Stunden Schlaf weg, könnte ich den Tag auch zu dieser Zeit beginnen. Egal ob am Osersonntag oder an jedem anderen Tag.
Erinnerung des Tages:
Da war heute ein Gespräch über die Zahl Zwölf.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Am 20. April 2025 war ich zufrieden mit dem Ausschlafen trotz Nachtigallengesang, mit dem Besuch von meinem Sohn, mit bösen Witzen und lauten Lachern.
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

