077.2026: Aus dem Denkicht

Wünsche, Bedürfnisse, Bedürftigkeiten – ich will sie kennen.
Und zwischen ihnen unterscheiden können.

 

Wachwerden. Den eigenen Bedürfnissen nachspüren, vor allem denen, die nicht so ganz nach meinem Wunsch erfüllt werden können. Sie sind ja seit vielen Jahren schon etwas, das mich beschäftigt. Ich weiß, daß ich bedürftig bin, auf ganz unter­schiedlichen Gebieten; und ich weiß auch, daß ich mich im Rahmen meiner eigenen Möglichkeiten jetzt darum kümmere, diese Bedürftigkeiten (und ja, damit auch Bedürfnisse) zu erfüllen.

Das zu erkennen war damals, 2011, in der Tagesklinik ganz wichtig für mich: Ich verleugnete die nämlich jahrelang und war der festen Überzeugung, nichts von alledem, nach dem ich lechzte, stehe mir zu. Ja, so dachte ich damals, ich postulierte sogar eine Freiheit von Bedürfnissen für mich. Mit der Zeit lernte ich, daß ich mir auf diese Art viel zu viel verwehrte von dem, das zum Leben notwendig ist, einfach nur zum Leben dazugehört. (Nein, ich meine nicht nur Sex. Menschen haben emotionale, psychische Bedürfnisse; werden die nicht erfüllt, bleiben hindernde Bedürftigkeiten.)

So halte ich es bis heute für eine gute Idee, immer wieder über meine Bedürfnisse zu sinnieren, meinen Bedürftigkeiten Raum zu geben. Manchmal ist es nicht einfach, etwas davon zu benennen; doch ich muß es benennen können, darum wissen und nicht nur davon ahnen, um mich kümmern zu können, um auch einmal einzufordern (ja, das ist legitim, allerdings macht der Ton die Musik dabei). Ich habe da auch Wünsche, die weder einem Bedürfnis noch einer Bedürftigkeit zugehören, auch mit denen muß ich mich beschäftigen. Vor allem aber muß ich die Wünsche als Wünsche erkennen und dann mit ihnen umgehen …

Tatsächlich benötige ich die Zeit, in der ich solche „Probleme” wälze, wieder und wieder. Für mich ist es eine Art Abgleich meiner Träume und Phantasien mit der Realität, mit meiner Lebenswirklichkeit. Lange genug habe ich das vernachlässigt, abgelehnt. Wie wichtig es für mich, für mein Wohlbefinden ist, über all das zu wissen, mit diesem Bewußtsein der Wünsche, Bedürfnisse und Bedürftigkeiten umgehen zu können, lernte ich nach und nach.

Ihr meint, daß das doch eine sehr einfache Übung ist? Nun, dann versucht, euch Listen für alle drei Kategorien aufzuschreiben und alles wirklich korrekt einzuordnen. Viel Vergnügen wünsch' ich euch dabei …

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil


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076.2026: Rapport

Oder: Warum ich am Wochenende keinen Blogtext schrieb.

 

Am Freitag fuhr ich noch am Vormittag los, um auf einem weiteren „Mittelalter”-Markt das Publikum zu unterhalten und meinen Bildungsauftrag zu erfüllen. Ich mag es, wenn ich genug Zeit zum Aufbauen und Einrichten habe, all das in aller Ruhe erledigen kann. Danach ist es mir auch recht, eine längere Pause zu haben. Am Abend vor dem Markt sitzen die Händler und Handwerker und Wirte und Künstler beieinander, in sich immer wieder verändernden Gruppen und Grüppchen. Es wird geschwatzt, gegessen und getrunken, philosophiert und gesponnen. Die Marktleute bringen sich gegenseitig über die Lustlosigkeit hinweg in die rechte Stimmung. Der Tag endet früh, ich seh noch eine Folge einer Serie auf dem Tablet, dann ist der Sandmann erfolgreich.

Die Nacht zum Sonnabend war kalt, außerhalb meiner Penntüte sogar saukalt. Und bis zum Klo waren es um halb Zwei 120 eilig geschlichene Schritte. Als ich dann endgültig aufstehe, habe ich etwa zehn Stunden geschlafen. Es scheint die Sonne durch Wolkenlücken hindurch. Aber: Nach Marktöffnug beginnt es bald zu regnen, mal mehr, mal weniger, doch so richtig trockene Zeiten gibt es tagsüber nicht. Dennoch ergeben sich gute Gespräche mit Besuchern. Und an einen kann ich mich erinnern, als er mir seine Visitenkarte gibt – wir sahen uns vor Jahren (und sprachen auch miteinander) bei einem Konzert und bei einer Filmproduktion. Tja, die Welt ist klein! Am Abend bin ich erst um Zehn und nach einer besonderen Begegnung müde genug für den Schlaf.

Wer knapp 50 m entfernt von einer funktionierenden Sirene nächtigt, in einem Zelt noch dazu, wird beim ziemlich genau um 3 Uhr ausgelösten Feueralarm sehr schnell sehr wach. Auch die knapp zehn Minuten später vorbeifahrenden Feuerwehrautos mit Martinshorn sind nicht zu überhören. Nach der Beruhigung des Pulses konnte ich weiterschlafen und kam wieder auf etwas mehr als zehn Stunden Schlaf bei Temperaturen um die 0 °C. Auch am Sonntag fand ich Kaffee bei einem anderen Handwerker (und später wie üblich mit der kleinen Thermoskanne an der Taverne), einen zu kraulenden Kuschelhund (von etwas mehr als 100 kg) und schließlich auch ausreichend Motivation für den Tag. Sonntag Judika nämlich. Trocken, sonnig, ab und zu auffrischender Wind. Wieder viel interessiertes Publikum. Aber auch unter Marktleuten wurde noch viel gescherzt und besprochen.

Das Wochenende war gut und voll. An beiden Markttagen ohne Zeit für das Fedi­verse oder den Blog. Schließlich wurde alles, das für die Besucher nicht sichtbar ist, am Sonntagnachmittag schon zusammengepackt. Zwanzig Minuten vor Schließung begann auch das allgemeine Wegräumen in allen Zelten, an allen Ständen. Und mit dem Abbau war ich schnell: Nach einer Stunde war alles im Fliewatüüt; vor mir lagen nur noch zwei Stunden Heimfahrt.

Ja, sicher habe ich die interessantesten Begebenheiten hier nicht aufgeführt, und es gibt gute Gründe dafür. Den gestrigen späten Abend und den heutigen Tag habe ich auch dazu genutzt, wieder im Hier und Heute anzukommen (die Montagsroutine half mir sehr dabei, weil sie eben heute nicht nur Routine war). Und in zwei Wochen bin ich wieder unterwegs …

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil


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075.2026: Uffzele

Den erzgebirgischen Ausdruck suchte ich zuerst vergebens.

 

Einmal mehr habe ich etwas Notwendiges geschafft: Bis auf den Rucksack ist der Krempel fürs Wochenende seit gestern im Fliewatüüt verstaut, auch das getrocknete Zelt. Daher das „Uffzele”.

Heute war dann noch der Abwasch zu erledigen. All der Kleinkram in den Rucksack zu packen. Überall der Strom auszuschalten. Meine Lustlosigkeit auszuhalten. Ja, die ist immer da in den letzten Stunden, ehe ich mich ins „Mittelalter” aufmache. Das kenne ich, das gehört dazu, das muß so sein (nun, eher nicht, aber es ist nunmal, wie es ist).

Jetzt ist alles erledigt. Ich werde den Rechner herunterfahren und die Peripherie abziehen, den Rucksack und den Müll nehmen. Hinab, hinaus, hinfort. Irgendwann am Nachmittag wird ein eingerichtetes Zelt in Schloß Wildeck stehen. Vielleicht schaffe ich es sogar, das dort befindliche Museum von innen anzusehen. Und wenn ich gleich im Fliewatüüt sitze, dann kommt auch die Vorfreude zum Tragen, die auf nette Menschen und Tiere, auf interessante Gespräche und Begegnungen und auf besonders langen Schlaf in den Nächten.

Ach: Auf besseres Wetter als vorige Woche hoffe ich. (Und dann doch Erzgebirgisch: „Färrdich” – jedenfalls in der Gegend, aus der ich stamme.)

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil


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074.2026: Wünsche

Da ereilte mich ein Denkanstoß – ich geb ihn gern weiter.

 

„Wenn ich es nicht schaffe, meine Wünsche zu verwirklichen, dann habe ich auch nichts und niemandem, dem ich die Schuld dafür geben kann, außer mich selbst.”

Man könnte das auf den ersten Blick für einen richtigen, vernünftigen Satz halten (im Rahmen der Mensch­lich­keit, der Physik und der Gesetze). In der Wirklichkeit aber kann die Erfüllung von Wünschen immer scheitern, sobald darin andere Menschen involviert sind, daran beteiligt sein müssen. Entsprechende Beispiele kennt – glaube ich – jeder Mensch.

Was meint ihr: Kann es wirklich immer nur die eigene Schuld sein?

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil


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073.2026: Geschafft

Ein Unterschied wie Tag und Nacht, sogar noch krasser.

 

Es gibt tatsächlich anstrengende Tage, die guttun. Von denen, die so wie heute sind, hätte ich gern mehr. Denn bei allem, was getan werden mußte, war heute zum einen ein gutes Gefühl dabei und zum anderen war alles Erwartete und Erhoffte erreichbar. Selbst das Unerwartete, Unvorhergesehene wurde schlußendlich zufriedenstellend gemeistert.

Es ist eben doch ein Unterschied für mich, ob ich die Pflicht habe, bestimmte Dinge (unter Zwang) zu erledigen (selbst wenn es solche wären, die ich mag), oder ob da etwas ist, das ich aus freien Stücken angehe. Sollen und Wollen sind für mich wie Hölle und Himmel … Und für euch?

 

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Der Emil


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072.2026: Und sonst so …

Heute weiß ich auf eine unbestimmte Frage nicht zu antworten.

 

Es gibt sie ja, diese Menschen, die ein zuendegehendes Gespräch am Leben erhalten möchten. Ich höre da: „Und sonst so?”

Eine Antwort darauf fällt mir in der Regel schon schwer. Es gibt Gesprächspartner, denen ich darauf mit einer Gegenfrage antworten kann: „Möchtest Du eine Antwort in Bezug auf Familie, Sex, Arbeit, Gesundheit, Hobby, aktuelle Politik oder das all­ge­meine Weltgeschehen haben?” Dann lachen wir gemeinsam und gut ist's.

Heute hätte ich auch das nicht fertiggebracht. Heute fehlte mir nicht nur die Schlag­fertigkeit, sondern auch der Antrieb und die Kraft für eine Antwort auf diese Frage. Nicht einmal eine Ausweich-Floskel wäre mir über die Lippen gekommen. Gar nichts. Heute hätte ich höchstens die Augen ver- und mich weggedreht. Bei wirklich allen Nachfragenden (okay, es gibt wie immer diese eine, wirklich nur eine Ausnahme). Zum Glück habe ich solche Tage wirklich nur noch sehr selten; und heute fühlte es sich auch gar nicht nach Depression an – es ist nach meinem Dafür­halten „nur” eine „einfache” Erschöpfung, die mich betrifft.

Einkaufen war ich heute trotzdem. Sechs Bushaltestellen weiter gibt es ein kleines Versorgungszentrum, in dem ich alle drei Geschäfte finde, aus denen ich heute unbe­dingt etwas brauchte. Ja, ich hatte auch meinen Hackenporsche mit, mit dem ich mich noch älter als ohnehin fühle. Als ich die Rückfahrt antreten wollte, fuhr mir der Bus vor der Nase weg. Dreißig Minuten warten oder dreißig Minuten Fußweg? Leise vor mich hin fluchend dackelte ich in Richtung Zuhause. Bäh. Das wollte ich wirklich nicht, das hätte ich mir heute gern erspart. Aber soooooo lange Warten? Als ich die Wohnungstür hinter mir schloß, fluchte ich erstmal laut … Mittlerweile bin ich nicht mehr stinkig, sondern wieder nur erschöpft.

Morgen wird es besser, da bin ich mir ganz sicher. Morgen …

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 17.03.2026 das (für mich sehr) frühe Aufstehen, der erledigte Einkauf, einige gemachten Notizen.


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071.2026: Nichtbericht

Es lag eben doch am Wetter, in dem der Marktmönch herumstand.

 

Juchhu! Erster Markt! Herrliches Wetter beim Aufbau. Nette alt- und gutbekannte Nachbarn inkl. besonderem Hund. Ruhige Nacht. Schöner Morgen mit Vogelgesang. Aber dann: Alles ganz anders.

Ab etwa 14 Uhr Niesel, knapp über der Erträglichkeitsgrenze. Abgelöst von Regen, der sich immer wieder mit Niesel abwechselte. Ab und an einmal 'ne knappe halbe Stunde ohne Wasser von oben. Aber dann auch die Nacht durch und den ganzen Sonntag: Starkniesel oder Regen. Nun ja, gekrönt wurde das Wetter dadurch, daß es pünktlich zum Beginn des Abbaus richtig zu regnen begann. Das Zelt war beim Einpacken wirklich klitschnaß.

Dementsprechend war auch der Besucheransturm eher gering. Tja, so ist das, wenn ich Draußendinge mache. Da kann mir das Wetter schon einmal einen Strich durch die Rechnung machen. Es war nämlich in den nassen Zeiten auch verdammt kühl, so um 6° C. Im Schlafsack war es kuschelig warm, aber außerhalb: kalte Füße und kalte Finger. Brrrrrr.

All das war nicht besonders schön, aber es gehört eben dazu. Am kommenden Wochenende wird es ja wohl besser werden, oder?

 

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Der Emil


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070.2026: Auf auf!

Über die Kunst, mir selbst den notwendigen Arschtritt zu verpassen.

 

Den getellten Wecker habe ich heute früh nicht gehört: Ich war vorher wach. Gut, nach achteinhalb Stunden Schlaf (nicht ununterbrochen). Und doch machte es mich dezent grummelig.

Mein Plan war es, 10 Uhr loszufahren. Geht nur nicht, weil mir noch etwas gebracht werden muß; und das soll 11 Uhr geschehen. Ich liebe es, wenn ich meine Pläne wegen anderer Leute … Egal. Ich werde … Nicht umsonst reise ich nicht erst morgens am ersten Makrttag an, sondern schon heute, am Tag zuvor. Dann kann ich alles in Ruhe aufbauen, einsortieren, einrichten. Wir haben Zeit, miteinander zu schwatzen, uns zu begrüßen und zu umarmen. Ich habe Zeit anzukommen.

Bis es dann Zeit zum Starten ist, geh ich nochmal in die Badewanne, bringe die eine Kiste mit Vorräten und Ausrüstung ins Fliewatüüt, packe das, was noch mitmuß, in den Rucksack. Erledige nachher noch den Abwasch. Als letztes vorm losgehen fahre ich den Rechner herunter. Ich würde ihn gern mitnehmen, aber auf den Märkten habe ich nur Strom aus Powerbank und Batterie. Telefon und Tablet (mit Tastatur) müssen wie schon seit Jahren reichen.

Dieser Text hier, der ist übrigens der mir von mir verpaßte Arschtritt. Nach seiner Veröffentlichung habe ich noch etwa zwei Stunden, um das noch Notwendige zu erledigen. Ich tauch dann mal ab.

 

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069.2026: Überwunden

Trotz meiner Startschwierigkeiten läuft der Tag ganz gut.

 

Am Wochenende bin ich zum ersten Mal für dieses Jahr wieder der Marktmönch Bruder Emil. Ja, mit der deutschen Handschrift (Kurrent! Kurrent! Sütterlin gab es nur etwa 20 Jahre, Kurrent mehrere hundert Jahre!) werde ich wieder dasitzen, Späße machen, Schreibgeräte anfertigen (Holunderästchen) und über große Irrtümer der Geschichte erzählen.

Weil mein Tag nicht besonders gut startete, hatte ich wenig Hoffnung auf einen guten Verlauf. Doch es wurde besser. Den Rest meines Krempels habe ich eingepackt und schon ins Fliewatüüt gebracht. Nur noch mein Rucksack will befüllt und mit hinuntergenommen werden. Das schaffe ich morgen ganz sicher. Was auffällt: Mittlerweile schleppe ich mehr Eigenes auf die Märkte; das Zelt, ein Tisch und eine Biertischgarnitur sind weniger Gewicht und Volumen. Im Fliewatüüt sieht es sehr übersichtlich aus.

Ich nehme ein paar Seiten mit, die in Kurrent geschrieben wurden. Ich werde versuchen, die zu übertragen, in heute lesbare Schrift zu wandeln. Und: Endlich wieder normale Bekloppte treffen … Die Schwierigkeiten des Tagesbeginns sind überwunden.

 

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068.2026: Nöhlend

Wenn ein Tag nicht wirklich zu beginnen scheint.

 

Schlecht geschlafen hab ich sowieso, war viel zu oft wach. Ab Fünf etwa dämmerte ich nur noch vor mich hin, mit sonderbaren (luziden) Träumen. In einem zogen mich, der ich auf einem Handwagen saß, einige Nutrias über eine Straße mit ziemlich dichtem Verkehr: Nach jedem Unfall startete das Wagnis erneut, mit immer anderen Fahrzeugen auf der Straße. Halb Acht schaltete ich meine Kaffeemaschine ein. Kurz nach Neun holte ich ihn mir an den Tisch, da war ich grad aus einem Tiefschlaf erwacht.

Watte im Kopf oder sehr, sehr dichter Nebel. Es brauchte einige Zeit, mich zu sor­tie­ren. Aber wenn ich sonst mindestens zwei Stunden brauche, um zu einem Gefühl des Alltagslebens zu kommen, dauerte es heute nur wenige Minuten. Grund: Ein Fernge­spräch (Kennt ihr das Wort noch, nutzt ihr es noch?), ein sehr erwünschtes. Aber nach dem zog sich mein Geist wieder zurück für eine Stunde.

Ich laß ihm die Ruhe, die er braucht. Hab nur schnell notiert, was mir auffiel. Werde jetzt wieder zurücksinken in den Nebel und mir die notwendige Zeit gewähren …

 

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Der Emil


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