2025 – 309: An einem Novemberabend

Genauer: Donnerstag, 5. Nov. 1863 in der Nähe von Weilheim a. d. Teck

 

 

Es ist noch dunkel, wenn ich geweckt werde, und kalt im ganzen Haus. Als erstes wird das Feuer im Küchenherd angemacht, Wasser aufgesetzt. Dann ist den ganzen Tag dies und das zu erledi­gen, kaum daß genügend Zeit für ein Mittagessen bleibt. Oft verschiebt sich das sogar so weit, daß es zum Nachtessen wird. Wie heute. Nun, süßer Hirsebrei ist nicht ganz mein Geschmack, ein Stück Braten oder Geflügel wäre mir viel lieber gewesen.

So war ich den ganzen Tag auf den Beinen. Und jetzt, da im Hause Ruhe einkehrt, sitze ich wieder in der Küche. Lausche dem Wetter, das mit den Fenstern und den Läden spielt. Einmal noch gebe ich frische Scheite in den Ofen. Wie das knistert und knackt … Draußen ist es vollkommen finster, denn der Mond verschwindet immer wieder hinter den Wolken. Ich sitze am Küchentisch und spüre dem vergehenden Tag nach. Wie jeden Abend, an dem ich um diese Zeit noch nicht zu müde und erschöpft bin.

Ich zünde eine Kerze an. Und dann nehme ich die Feder zur Hand, tauche sie ins Tintenfaß und schreibe das Wichtigste des Tages in den Kalender. Direkt unter den den Spruch für den Tag. („Uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was Sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig.” 2. Kor. 4, 18)

 

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Ich habe heute drei defekte Lichterketten entsorgt.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 5. November 2025 war ich zufrieden mit dem ungeplant längeren Schlaf, mit dem Einkauf im Baumarkt, mit dem Schreiben in der Funkenkutsche.


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Über Der Emil

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