Diese Verschiedenheit trifft aber nicht nur auf Farben zu.
Seht euch doch einmal eine stinknormale Wiese an, im Frühjahr, im Sommer, im Herbst. Oder stellt euch einfach eine vor. Dort ist doch nie nur ein einziges Grün zu finden, es sind immer viele verschiedene Grüntöne zu entdecken. Helles, dunkleres, ins Gelbe gehend oder ins Graue. Und so ist es mit vielen Farben, mit Himmelblau zum Beispiel (das unterscheidet sich im Zenit von dem am Horizont auch sehr deutlich). Selbst das Violett in einem Fliederbusch: ganz sicher nicht nur ein einziger Farbton.
Selbst bei Schwarz findet sich das Phänomen. Ein Beispiel aus meinem praktischen Erleben: Es gibt schwarze Tinte, die beim Hindurchsehen grün ist und solche, die dann rot erscheint. Und so ist es auch bei gefärbten Textilien: beim Auswaschen von Jeans entpuppen sich die einen als rötlich, andere als grünlich. Ja, es gibt auch wirklich schwarze Textilien, die nur ausgrauen/ergrauen. Mittlerweile sogar häufiger als noch vor Jahren.
Was aber meiner Meinung nach zutrifft: In der Natur gibt es keine „reinen” Farben, außer im Regenbogen. Selbst eine rote Rose – eine einzelne! – hat nicht durchgehend den einen Rotton von z. Bsp. 706 nm, sondern mindestens mehrere diskrete Wellenlängen zwischen 650 nm und 780 nm, vielleicht sogar (mehrere) kontinuierliche Wellenlängenbereiche zwischen den Eckwerten.
Und jetzt seht euch andere Dinge und Wesen an, ganz besonders solche, die oft zu einer „einheitlichen”, „homogenen” Gruppe/Menge zusammengefaßt werden. Was meint ihr: Fällt euch dabei auch die Verschiedenheit auf, die durch die zusammenfassende Vereinfachung, die vereinfachende Zusammenfassung überdeckt/versteckt wurden?
Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Ich warf weitere weihnachliche Deko weg, die unreparierbar kaputt und nur noch aus nostalgischen Gründen bei mir war.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Am 6. November 2025 war ich zufrieden mit dem fortgesetzten Aussortieren, mit Gelesenem, mit dem späten Unterwegssein.
© 2025 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Ein guter Gedanke zum weiterspinnen. Dankeschön.
Bitte sehr … (Ich hatte heute noch viel mehr Beispiele für Diversität im Kopf.)
Gefällt mir ausgezeichnet, das Thema so zu betrachten und daraus weiterzuentwickeln. Danke für die Inspiration.
Bitteschön. Ob man bei solchen Gedanken irgendwann zu einem Ende kommt, zu einem, mit dem man zufrieden sein kann?