2025 – 359: Sternenhimmel

Überraschungen und Erinnerungen beim Blick nach oben.

 

Seit 17 Uhr ist es dunkel. Und wenn die weihnachtliche Beleuchtung an den Fenstern und Häusern und Bäumen nicht wäre, wäre es sehr dunkel. Der Himmel ist wolken­los gewesen den ganzen Tag lang und ist es noch jetzt. Wenn ich im Hof stehe und das Murmeln des Baches höre, kann ich hinaufsehen zu den Sternen. Von denen sehe ich hier mindestens doppelt so viele wie in der kleinen Großstadt. Sogar M42, den Orionnebel, kann ich hier mit bloßem Auge entdecken, wenn das Sternbild Orion im Winter recht hoch am Himmel steht.

Würde ich aus dem Tal hinaufgehen auf die Höhen links oder rechts, wäre der Aus­blick noch eindrucksvoller. Doch dazu bin ich schlicht zu faul. Jemand, der noch nie hier, in einem Mittlegebirge oder weit auf dem flachen Land, an der Küste war, also in einiger Entfernung von Städten, der wäre von der schieren Anzahl sichtbarer Licht­punkte am Firmament sicherlich überrascht. Wenn ich dann daran denke, daß das in meiner Kindheit selbst in den kleineren Städten noch so gut zu sehen war … Klar ist es gut, immer und überall Licht haben zu können, aber es sollte auch abgeschalten werden oder zumindest abschaltbar sein. Damit wir den Sternenhimmel wieder bewundern können, egal wo wir leben oder sind.

 

Erinnerung des Tages:
WPA (Wissenschaftlich-praktische Arbeit, ein Unterrichtsfach der 11. und 12. Klassen an der EOS) hatte ich nicht weit vom Dorf in einer Sternwarte. Das war sehr spannend.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 25. Dezember 2025 war ich zufrieden mit der Ruhe über den Tag, mit leuchtenden Nachrichten, mit einfacher Bockwurst am Abend.


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2025 – 358a: Am Weihnachtsabend

Ein ungewöhnlicher, zweiter Beitrag zum Tage.

 

So. Dann sind jetzt noch zwei Feiertage zu überstehen und danach ist das alles fast schonwieder vorbei …

Ich hoffe, heute verlief der Tag so, wie es euch guttat, wie ihr es euch gewünscht hattet – oder wenigstens ohne Zank und Streit. Die Geschenke waren auch alle zur Zufriedenheit? Hier gab es um 18 Uhr das Festessen, es war köstlich – und ihr seid auch alle sattgeworden, egal ob es nun Würstchen mit Kartoffelsalat oder Braten mit Klößen oder oder oder war? Etwas vermisse ich, etwas, daß ich bei mir zuhause gehabt hätte: heißer Met (und bitte nicht das übersüßte Zeug, sondern einen trockenen). Das … Naja, man kann nicht alles haben.

Heute früh kurz nach Sechs ging ich zu Fuß zum letzten verbliebenen Dorfbäcker. Ich hatte mich darauf vorbereitet, in einer langen Schlange schon vorm Geschäft warten zu müssen – aber da war niemand. Und 30 Minuten nach Ladenöffung gab es auch nicht mehr viel ohne Vorbestellung. Was ich holen wollte, nämlich Mohnzöpfe und Anisbrötchen, bekam ich aber noch. Und den Rückweg entlang der beleuchteten Fenster an der Dorfstraße ging ich zwischen sachte fallenden Schneeflöckchen.

Mit meiner Erinnerung an den Weihnachtsmoment vom Morgen wünsch ich euch allen jetzt: Frohe Weihnacht. Ich denke heute an die, die weit weg sind, nicht nur die Entfernung betreffend. Und vielleicht gibt es ja auch heutzutage noch (kleine) Weih­nachts­wunder, oder überhaupt Wunder oder wunderbare Momente. Wir müssen sie nur erkennen und bemerken, nicht wahr?

 

Ihr merkt, jetzt kommt das Neue wieder am Abend.

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Heute entsorgte/löschte ich zwei Verzeichnisse, die ich seit gut 20 Jahren immer ins $HOME kopierte.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 24. Dezember 2025 war ich zufrieden mit den Schneeflöckchen, mit sehr viel Kaffee in aller Ruhe, mit aufgefrischten und aufgeschriebenen Familiendetails.


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358 im Advent 2025: 24. Türchen

 
Das war mein 16. Blog-Adventskalender. Beim Schreiben dachte ich oft an die, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, an alle, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen auch in diesem Jahr für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen, und für die, die Freude an dieser Zeit haben.

 

Es ging ja viel schneller als gedacht. Und es ist gut.

 

 

Äääh … Nein, oder? Heute ist Heiligabend? Irgendwie vergeht die Zeit immer schneller, dauern die schönen Zeiten nicht mehr so lang wie früher. Hätte ich nicht grad das Türchen im Adventskalender geöffnet, wäre mir das Datum überhaupt nicht aufgefallen.

Nur gut, daß ich ziemlich viel vorbereitet habe für heute. Eigentlich muß ich nur noch die Klöße machen. Alles andere fürs Festessen ist fertig. Geschenke sind alle eingepackt. Ach ja, die Kerzen auf dem Advents­leuchter werde ich noch neu machen. Aber jetzt gibt es meinen Morgenkaffee. Danach wird noch ein wenig klar Schiff gemacht. Zu Mittag hab ich Buttersemmel und Kakao, wie immer. Die Kloßmasse muß ich fertigmachen. Wenn es dann draußen langsam dunkel wird, werde ich ein Stück durchs Dorf gehen, mir die Fenster ansehen, die Lichterbögen und die Figuren. Ob es im Gut drüben immernoch echte Kerzen auf dem Engel und dem Bergmann hat? Na, ich hoffe, daß nicht allzuoft die traditionellen Dinge durch LED-Lichterketten ersetzt wurden, die noch dazu wie lieblos hingepfeffert wirken.

Halb sechs dann will ich zuhause sein. Die Kloßmasse zu Kugeln formen und ins heiße Wasser geben, die Roulade und das Rotkraut warmmachen. Punkt Sechs am Tisch sitzen und essen. In diesem Jahr wieder alleine. Wie immer werde ich für zwei gedeckt haben (für den ungebetenen, unerwarteten Gast). Wein werde ich trinken, die letzte der 24 Flaschen Loupiac, die ich mir irgendwann einmal gönnte, in einem anderen Leben. Nach dem Essen lasse ich den Abwasch Abwasch sein. Fernsehen? Nö, heute eher nicht. Musik werde ich hören, ich habe extra eine neue Nadel für den Platten­spieler besorgt. Ach, die muß ich ja noch auspacken …

Heiligabend alleine zuhause. Paßt, wirklich. Ich hatte viele Jahre Trubel und mehr Leben im Haus, als manchmal gut für mich war. So ganz alleine werde ich die Atmosphäre genießen und sehr, sehr besinnlich sein.

 

 

Wenn ich jetzt noch wüßte, wer mir da von sich selbst berichtete … Das war es dann auch schon mit dem 16. Adventskalender hier. Er endet wie in jedem Jahr über­ra­schend plötzlich. Danke, daß ihr hier gelesen hat. Frohe Festtage wünsche ich euch allen und Frieden in den Herzen.

 

Erinnerung des gestrigen Tages:
Ich gestehe, daß ich einen Heiligen Abend in meinem Leben in einem Swingerclub verbrachte, und das war nicht das schlechteste Weihnachtsfest. Sorry!

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Gestern, am 23. Dezember 2025 war ich zufrieden mit einem Ankommen, mit den vielen Lichtern in den Fenstern, mit beruhigenden Nachrichten am Abend.


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357 im Advent 2025: 23. Türchen

 
Das ist mein 16. Blog-Adventskalender. Beim Schreiben denke ich oft an die, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, an alle, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen auch in diesem Jahr für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen, und für die, die Freude an dieser Zeit haben.

 

Ich tat's lange nicht – doch ich tu wieder, wovon gesungen wird.

 

Einmal mehr ist ein Musiker gestorben, an dem man auch hierzulande kaum vorbei­kam. Denn eines seiner Lieder wird seit nunmehr 39 Jahren in der Weihnachtszeit mehr oder weniger oft gespielt im Radio. Chris Rea (geboren 1951) starb gestern. „Drivin' Home For Christmas” spiel ich euch jetzt aber nicht vor. Denn er hatte sehr viele andere Hits, die jetzt plötzlich keine Rolle mehr spielen …

Zu Weihnachten nach Hause fahren. So oft mußte ich das gar nicht, und zweimal durfte ich es nicht (es gab nur wenige NVA-Angehörige, die zu der Zeit Urlaub bekamen). Die längste Zeit meines Lebens wohnte ich ja im Haus meiner Eltern. Und dann tat ich es zehn Jahre nicht, wollte es nicht, hatte ich doch jeden Kontakt abgebrochen. Aber: Ich fahre seit Jahren schon wieder nach Hause, hin zu dem, was ich noch immer und aller political correctness zum Trotz Heimat nenne. Ja, ins Erzgebirge, ins Dorf meiner Kindheit, in den Ort von 3/5 meines Lebens. Ich weiß noch wie heute: Im Haus nebenan wohnten Österrreicher, echte Österreicher – keine Ahnung, wie das in der DDR hat möglich sein können. Die blieben jedenfalls zu Weihnachten im Ort, zuhause, sind nicht zum Fest in die Heimat gefahren. Und irgendwann waren sie doch alle drei weg. Auch mein Vater blieb, fuhr nicht zum Fest nach Hause, reiste nicht nach Mecklenburg zu seinen Eltern, oder besser: Ich kann mich nur an ein einziges Weihnachtsfest auf dem ehemaligen Neubauernhof erinnern.

An was ich mich nicht erinnern kann: Streß und Streit an den Feiertagen. In der Familie halfen alle bei den Vorbereitungen und der Gestaltung des Festes. Zum Beispiel hab ich auch als Erwachsener noch beim Mandeln-Schnappen mitgemacht und die dann auch durch den Fleischwolf gedreht. Und natürlich: Die rohen Kartoffeln für die Grünen Klöße hab ich schon als Kind mit der KM-8 gerieben, und oft auch den Kaffee mit eben dieser KM-8 gemahlen. Bei so viel Beschäftigung hatte niemand Zeit dazu, mit irgendwelchem Zoff zu beginnen. Das hat sich irgendwann – leider – geändert. Und dann, ein oder zwei Jahre, bevor ich verschwand, gab es böse Worte und Streit. (Mittlerweile weiß ich, daß es damals weder meiner Mutter noch mir psychisch wirklich gut ging, wir kämpften beide mit der Depression.)

Nur ich, ich werde es nicht erleben, daß jemand zu mir nach Hause gefahren kommt zur Weihnacht. Unschuldig bin ich daran nicht, wirklich nicht. Dennoch hat es mich gestern traurig gemacht, mir genau das so ehrlich und offen einzugestehen. Ich bin kein Zuhause, zu dem zur Weihnacht jemand heimfahren will. (Ich werde mich echt freuen, wenn ich einen meiner Söhne und seine Familie treffe zu diesem Weih­nachts­fest, wirklich sehr freuen.) Ja, kurz vorm Fest der Freude war ich sogar tieftraurig deswegen. Als ich gestern nämlich doch dieses Lied hörte, das in einem Sampler erklang. Nicht im Original, nein, eine deutsche Version Dirk Michaelis (Suchbegriff „Dirk Michaelis Ich fahr Weihnachten nach Hause”). An die konnte ich mich echt nicht erinnern. Und ich weiß: Manche werden diesen Sänger nicht kennen. Aber Chris Rea, Chris Rea werden viele gekannt haben. Zur Weihnacht nach Hause fahren – Driving home for christmas.

All jenen, die es tun, wünsche ich einen guten Weg und eine gute Zeit.

 

Erinnerung des gestrigen Tages:
Die Weihnachtsberge ganz oben im Museum für Bergmännische Volkskunst …

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Gestern, am 22. Dezember 2025 war ich zufrieden mit Weggeräumtem, mit Eingepacktem, mit gehöter Musik.


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356 im Advent 2025: 22. Türchen

 
Das ist mein 16. Blog-Adventskalender. Beim Schreiben denke ich oft an die, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, an alle, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen auch in diesem Jahr für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen, und für die, die Freude an dieser Zeit haben.

 

Wieviel Weihnachtsmusik kann ich wohl ertragen?

 

Gestern war ja der Vierte Advent. Und den habe ich mir mit weihnachtlicher Musik gestaltet. Mit viel weihnachtlicher Musik. (In meinem digitalen Musikarchiv finde ich etwa 140 Stunden Weihnachtsmusik, davon sind fast zwei Tage Erzgebirgisches Weihnachtsliedgut.

Der ZweitLaptop bekam die Musikfestplatte angestöpselt. Ein Abspielprogramm bekam den eingehängten (gemounteten) Ordner ~/Musik/ZZ_Weihnacht übergeben, wurde auf zufällige Wiedergabe der Alben (nicht der Titel) eingestellt und dudelte los. Nicht laut, nein, leiser als die Fahrstuhl- oder Shoppingmusik, als sanft klingen­der Hintergrundgeräuscheteppich. Das begann am Tisch mit Kaffee, Spekula­tius und Pillen, in die Flammen der vier Kerzen auf dem Adventsleuchter blickend. Und wie passend: Als erstes erklang Tarja Turunens geniales Weihnachtsalbum „Henkays Ikuisuudesta” aus dem Jahre 2006. Danach „Erzgebirgsweihnacht”, Heidi Hauges „Country Christmas”, Truck Stop lieferte „Weihnachten im Wilden Westen”. Ach, was war mir besinnlich zumute, ach.

Und dann zweifelte ich an meinem Verstand. Denn ich hatte ja die Musik vertaggt (mit Schlagworten versehen) und in den Ordner eingeordnet. Das klang … brachial. Unpassend im ersten Eindruck. Ich ließ auch dieses Album eine Weile laufen. Dann stoppte ich das Programm. Moment mal. Was soll dieses Album in der Weihnachts­musik? Lag es am Titel „Ach Schwesterlein Im Eispalast” oder an „Ein Duell Mit Gott”? Ich weiß es nicht mehr.

Und dann ließ ich die 14 Audiodateien zweimal nacheinander laufen. Samsas Traum – Utopia (von 2001). Irgendwie paßt es doch zu dem, was mir Weihnachten ist.

Danach liefen „De Randfichten”, „Erzgebirgsweihnacht mit Anton Günther”, „Seer Weihnacht” (Die Seer) und die Zillertaler Schürzenjäger mit „A Weihnacht, wie's früher war”. Eine sehr bunte Mischung. Das ging den ganzen Tag so weiter, von Neun bis abends Elf. Und ich fand es wundervoll (auch mit Samsas Traum).

 

Erinnerung des gestrigen Tages:
In der Weihnachtszeit war ich als Bariton der einzige im Kirchenchor, der in der Tenorlage singen konnte: EKG 181.4 als Solo …

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Gestern, am 21. Dezember 2025 war ich zufrieden mit den vier Kerzen auf dem Leuchter, mit ganz, ganz viel Weihnachtsmusik, mit aus dem Gefrierfach geholter Gulaschsuppe.


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355 im Advent 2025: 4. Advent

 
Das ist mein 16. Blog-Adventskalender. Beim Schreiben denke ich oft an die, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, an alle, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen auch in diesem Jahr für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen, und für die, die Freude an dieser Zeit haben.

 

Freude im Advent / Vorfeude, schönste Freude.

 

Der Text, den Erika Engel schrieb, wurde mit der Melodie von Hans Naumilkat schon 1952 veröffentlicht. Aber nicht nur dieses Weihnachtslied, nein, auch das 1960 erschienene „Sind die Lichter angezündet” stammte aus ihrer Feder: Die beiden bekanntesten Weihnachtslieder aus der DDR sind also von ihr. Heute, am vierten Advent, denke ich, können endlich alle vier Strophen gesungen werden:

 

 
Vorfreude, schönste Freude

Vorfreude, schönste Freude. Freude im Advent.
Tannengrün zum Kranz gewunden,
Rote Bänder dreingebunden,
Und das erste Lichtlein brennt.
Erstes Leuchten im Advent, Freude im Advent.

Vorfreude, schönste Freude. Freude im Advent.
Heimlichkeit im frühen Dämmern,
Basteln, stricken, rascheln, hämmern,
Und das zweite Lichtlein brennt.
Heimlichkeiten im Advent, Freude im Advent.

Vorfreude, schönste Freude. Freude im Advent.
Was tut Mutti, könnt ihrs raten?
Kuchen backen, Äpfel braten,
Und das dritte Lichtlein brennt.
Süße Düfte im Advent, Freude im Advent.

Vorfreude, schönste Freude. Freude im Advent.
Kinderstimmen leise, leise,
üben manche frohe Weise,
Und das vierte Lichtlein brennt.
Lieder klingen im Advent, Freude im Advent.

 

 

 

Hach, der Rundfunkkinderchor Leipzig! Der existiert noch heute als MDR Kinderchor in Leipzig … Und wie gerne haben wir Kinder diese beiden Lieder gesungen – mit denen aus den Kirchen konnten wir sehr oft weniger anfangen. Wom Himmel hoch, da komm ich her: Da dachte ich immer ans Schneeflöckchen weiß' Röckchen, nicht ans Jesuskind. Und das, obwohl die bergmännische, die Erzgebirgsweihnacht durch­aus christlich bestimmt war. „'s Bronkinnel” war dann doch ein Begriff, den ich erst viele Jahre nach meiner Kindheit durch und durch verstanden hatte (das geborene Kindlein), und daß der Weihnachtsstollen manchmal Christstollen genannt wurde, das war auf seine Ähnlichkeit zu einem in weiße Windeln gewickelten Kindlein zurückzuführen. Ja, auch ich wickelte meine Kinder mit Stoffwindeln (deren tschechische Bezeichnung ich noch heute nachfragend aussprechen kann).

Und so sind fast unbemerkt der Advent und die Vorweihnachtszeit beinahe vorbei. Vierter Advent ist heute. Die Tage werden zwar ab heute länger, aber noch ein paar Tage wird es füh immer später hell – dafür wird es am Abend etwas mehr später dunkel. In drei Tagen ist der Heilige Abend, in vier Tagen ist Weihnachten. Und bei mir, bei mir dauert die Weihnachtszeit 40 Tage nach Jesu Geburt, ganz traditionell. Offiziell wurde Mariä Lichtmeß als Ende der Weihnachtszeit bereits 1970 mit einer Reform der Katholischen Liturgie durch den Dreikönigstag abgelöst … Egal. Das ist ein rein privater Termin, den behalte ich so bei.

 

Erinnerung des gestrigen Tages:
Der Westonkel schmuggelte einmal Druckerzeugnisse für mich in die DDR: Zithernoten für Weihnachtslieder. Uiuiuiuiui.

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Gestern, am 20. Dezember 2025 war ich zufrieden mit Unterwegssein in der Stadt, mit den ersten mit der „neuen” Kamera gemachten Bildern, mit Weihnachtsfernsehen am Abend.


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354 im Advent 2025: 20. Türchen

 
Das ist mein 16. Blog-Adventskalender. Beim Schreiben denke ich oft an die, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, an alle, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen auch in diesem Jahr für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen, und für die, die Freude an dieser Zeit haben.

 

Ein großer Erzgebirger, der immerhin 1,44 m hoch war:
Werner Kempf (∗ 1925 – † 1999).

 

Der Maler, Mundartdichter und -sprecher Werner Kempf hat dieses Gedicht verfaßt. Und weil ich es so schön finde, wiederhole ich mich heute (Mundartliches Gedicht: Dezember im Jahre 2011):

 


 
Dezember
Werner Kempf (∗ 1925 – † 1999)

Is es net schie, dos mr Gebirgler uns habm?
Zengstrem is Winter – kommt, ruck mr weng zamm!
Dezember, wie gern mr dan Monat benennt,
do feiert mr Weihnacht un vorher Advent.

Sogar manch Alter werd wieder zum Kind,
Engel un Baargma werd agezündt,
is Raachermannel naabelt drzu –
ich mog fei dan Monat, daar macht mich su fruh.

Guckt när, de Peremett dreht sich wieder,
kummt, singe mr doch e paar Haamitlieder,
un dodrzu loden mr de Nachbarschleit ei,
im Dezember soll niemand allaane sei.

Of dr Ufenbank is es gemütlich un warm,
do sitzt unner Maadel, is Püppel im Arm,
dos hot dr Rupprich mietgebracht,
horcht – Glockengeläut in dr Heiligen Nacht.

Suwos gibt uns Kraft, un Kraft brauchn mr viel,
zesammehalten müss mr, moch kumme wos will!
Oh Weihnachtszeit mach unner Haarz doch weit auf,
Weihnachten drham, dr Haamit “Glückauf”!
 

Mei Schneebarg. Gedichte von Werner Kempf. S. 144
Br. Fr. Goedsche’s Buchhandlung OHG, Schneeberg
Druckerei & Verlag Mike Rockstroh, Aue, 2002
 
 

 

Fürs Erzgebirgische gibt es sowieso keine verbindliche Rechtschreibung; und das oft vorkommende »aa« ist ein Umlaut zwischen a, e und ä. Wer sich den nicht vorstellen kann, der höre sich das Weihnachtslied „Wenn is Raachermannl naabelt” an, da ist es gut zu hören. Oder eben das von mir eingesprochene Gedicht. Im Text von Werner Kempf gibt es allerdings auch einmal das Wort „paar”, da ist das wie im Hoch­deutschen nur ein langes A.

Einmal anhören? Bittesehr:

 

 

Den Werner kannte ich persönlich, wir waren per Du wie die meisten Leute im Erzgebirge. Wir trafen uns sogar öfter mal in seiner Stammkneipe; und irgendwann hat er mir unbezahlt ein Motiv für meine QSL-Karte gezeichnet (Tusche auf Karton). Ach, das der jetzt schon 26 Jahre nicht mehr unter den Lebenden weilt: Schade.

So ganz lassen mich das Erzgebirge und die Erzgebirgsweihnacht nie los, das weiß ich. Und irgendwann wird nur für mich das „Feierobnd-Lied” gespielt werden, hoffe ich. Bis dahin aber werde ich noch viele Raacherkaarzle verbrennen dürfen …

Gibt es für euch einen Geruch, einen Duft, der nur mit Advent und Weihachten verbunden ist?

 

Erinnerung des gestrigen Tages:
Es gab Zeiten, da spielte ich Winter- und Weihnachtslieder auf einer Konzertzither.

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Gestern, am 19. Dezember 2025 war ich zufrieden mit vielen Erzgebirgischen Klängen zur Weihnachtszeit, mit der Nachmittagszeit auf der Schlafstatt, mit leckeren Bockwürsten.


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353 im Advent 2025: 19. Türchen

 
Das ist mein 16. Blog-Adventskalender. Beim Schreiben denke ich oft an die, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, an alle, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen auch in diesem Jahr für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen, und für die, die Freude an dieser Zeit haben.

 

Noch fehlt der Stollen, der für mich einzig echte Weihnachtsstollen.

 

Er gehört für mich zur Advents- und Weihnachtszeit dazu. Und ohne ihn komme ich nicht in die entsprechende Stimmung. Doch das Billigzeug aus den Discountern ist für mich nicht eßbar – oder höchstens so eßbar wie Haferschleim: nur, wenn es ums Verhungern geht.

Ja, ich bin im Besitz jenes Familienrezepts, nach dem schon meine Ururgroßmutter mütterlicherseits ihre Stollen backen ließ beim Bäcker im Dorf, gleich übern Bach. Der letzte gute Weihnachtsstollen war vom anderen guten Bäcker des Dorfes, der noch heute arbeitet. Der Bäcker übern Bach ist seit zehn Jahren geschlossen … (Von elf oder zwölf Bäckereien hat bis heute nur dieser eine einzige überlebt.)

Und es gibt so viele Regeln und so viel Aberglaube rund um den Christstollen. Vorm Totensonntag durfte er nicht gebacken werden. Es durfte kein einziger zerbrechen. Der erste wird zu Heiligabend angeschnitten, der letzte erst am Ostersonntag. Dick bestrichen mit Butter und Zucker und Puderzucker mußte er sein. Auf dem Dach­boden, ungeheizt, bei offenen Fenstern, hielt er sich auch wirklich bis Ostern. Und ich gestehe: ich habe schon zwei Jahre alten Weihnachtsstollen gegessen, der nur etwas trocken und hart geworden war. Aber der Geschmack …

Außerdem gibt es ja immer diesen Streit, welches denn der „echte” Stollen ist. Jeden­falls kann das nicht der Quark-, Mohn- oder Mandelstollen sein, nein. Dresdner oder Erzgebirgischer? Für mich letzterer. In dem ist üblicherweise mehr Butter und Butterschmalz drin als im Dresdner (jedenfalls nach unserem Familienrezept). Ich kann mich sogar noch an die Zeit erinnern, da viele Zutaten (Zitronat, Orangeat, Backaroma, Mandeln, Vanillezucker usw. usf.) im Westpaket ankamen oder da in der DDR der Zitronat aus grünen Tomaten hergestellt wurde. Lange her … Typisch Erzgebirge ist es für mich, dieses Backwerk, das meine Advents- und Weihnachtszeit abrundet, vervollständigt. Mal sehen, ob ich mir doch noch einen kaufen kann, nächste Woche.

 

Erinnerung des gestrigen Tages:
In Fett (oft Gänse- oder Schweineschmalz) ausgebacken wurden zur Weihnachtszeit bei vielen zuhause auch Quarkkräppelchen.

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Gestern, am 18. Dezember 2025 war ich zufrieden mit einer weiteren erledigten Bürokratie, mit leckeren Mandarinen, mit dem in einem Buch gelesenen (und abgeschriebenen) Text.


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352 im Advent 2025: 18. Türchen

 
Das ist mein 16. Blog-Adventskalender. Beim Schreiben denke ich oft an die, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, an alle, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen auch in diesem Jahr für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen, und für die, die Freude an dieser Zeit haben.

 

Ein sonderbares Kaffeetrinken am Nachmittag, ein sehr sonderbares.

 

 

Sie weiß nicht so recht, wieso sie ihm für heute nachmittag frei­ge­geben ha. Ja, er murmelte zwar etwas von „Besorgungen” machen für das bevorstehende Fest – aber wäre das nicht auch zu zweit möglich gewesen? Das ist für morgen sowieso vorgesehen, was will er also heute besorgen?

Wenigstens hat er den Nachmittagskaffee vorbereitet. Eine Schale mit Spekualtius, Lebkuchen und Printen, der Kaffee ist in der Ther­mos­kanne, der Tisch gedeckt. Für zwei. Das macht er sonst nie, ohne daß sie ihn lange darum bitten muß, bei ihr zu sitzen. Ach, und wenn sie jetzt noch so lange darüber nachdenkt: Auf diese Weise wird sie nicht erfahren, was er sich dabei gedacht hat. Außerdem ist es höchste Zeit für ein paar Leckereien. Sie schenkt ihre Tasse voll, kann sich gerade noch vom Einschenken auch in die zweite Tassen zurückhalten. Die Kerzen auf dem Adventskranz zündet sie auch an.

Es ist still im Zimmer, still sogar im ganzen Haus. Nur das Ticken der Uhren erinnert an das Verstreichen der Zeit. Sie gönnt sich eine zweite Tasse Kaffee und höchstens noch einen Butterspekulatius. Hoffentlich kann sie dann abends einschlafen, nach so viel Koffein. Oder hat er etwa wieder diesen kastrierten Kaffee gemacht, den koffeinfreien? Der schmeckt ihr nicht, wirklich, das ist doch kein Kaffee, das ist Plörre oder – wie es ihre Verwandten aus Leipzig immer nannten – Muckefuck. Oh, Vorsicht: Die beiden „u” müssen auch als „u” gesprochen werden, nicht daß da jemand auf falsche Gedanken kommt!

Oder hat er vielleicht erwartet, daß am Nachmittag jemand sie besuchen kommt? Unangekündigt, oder nur ihm im Vertrauen mitgeteilt? Nein, das glaubt sie nicht, so würde er sie nie hinter­gehen. Aber was will er alleine „besorgen”, was nur? Versteckt sich dahinter eventuell ein Arztbesuch, von dem sie nichts wissen soll, weil er schwer und unheilbar krank ist? Ach, jetzt macht sie sich doch ein paar Sorgen.

Draußen dämmert es schon. Sie löscht die Lichter vom Advents­kranz, räumt ihr Geschirr und die Schale mit dem Gebäck in die Küche. Mehr traut sie sich nicht zu tun, denn die Küche ist mittler­weile sein Reich. Sie hört die Tür gehen. Und läßt ihm Zeit, geht ihm nicht entgegen um auszuspähen, ob und was er besorgt hat. Er braucht zwei Minuten länger als sonst, um zu ihr zu kommen. Er sieht recht zufrieden aus und Tante Erdmute spricht ihn an: „Wie schön, daß Du wieder da bist. Möchtest Du vielleicht hier bei mir eine Tasse Kaffee trinken?” Während er Platz nimmt, krempelt sie ihr gesamtes mehr oder weniger gemeinsames Leben um, nur dadurch, daß sie ihm den Kaffee einschenkt. Kurz denkt sie darüber nach, doch dann weiß sie wieder: Bald ist Weihnacht, und es ist sowieso eine besondere Zeit im Jahr. Da wird ihm das hoffentlich nicht so deutlich auffallen. „Ach, darf ich das Gebäck für Dich holen?” Und schon ist sie auf dem Weg in die Küche …

 

 

Tja, da hat sich Tante Erdmute doch noch eingefunden in meinem Adventskalender. Was hat sie nur so durcheinandergebracht an diesem Nachmittag, alleine zuhause? Was hat er denn besorgen müssen, hat er nach dem Heimkommen vielleicht etwas versteckt, ehe er zu ihr ging? Wer weiß, ob ich das, ob wir das je erfahren werden …

 

Gestern weggegeben bzw. entsorgt:
Als ich am Nachmittag losging, um jemanden zu treffen, deponierte ich zwei große (je 7×2 m) Stücke Markisenstoff im Haus, der jetzt fast 20 Jahre in meinem Schrank lag.

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Gestern, am 17. Dezember 2025 war ich zufrieden mit im JC abgegebener Post, mit dem kurzen Treffen im Bahnhof, mit einem wirklich unerwartet angekommenen Paket.


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CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2025, Adventskalender, Adventskalender 2025, Geschriebenes, One Post a Day, Tante Erdmute | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 1 Kommentar

351 im Advent 2025: 17. Türchen

 
Das ist mein 16. Blog-Adventskalender. Beim Schreiben denke ich oft an die, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, an alle, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen auch in diesem Jahr für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen, und für die, die Freude an dieser Zeit haben.

 

Wenn das alles andersherum wäre, dann wäre das …

 

 

Ich stelle mir also vor, die Advents- und Weihnachtszeit liefe genau anders­herum ab, nämlich von den Weihnachtsfeiertagen über den Heiligen Abend und die vier Advente bis zum Montag nach dem Totensonntag. Was wäre der größte Unterschied zum normalen Ablauf? — Würde meine Vorfreude nicht anwachsen und unbe­stimmter, weiter gefaßt werden? Es eintwickelte sich aus einer Gewißheit eine Ahnung, die mich weicher einhüllt und sanfter begleitet über eine besondere Zeit.

Eine sonderbare Idee, der ich da gestern anheimfiel …

 

 

Erinnerung des gestrigen Tages:
Als Kind verbrachte ich einige Tage Winterurlaub im „Aktivist” direkt am Fuße des Ober­wiesenthaler Fichtelberges.

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Gestern, am 16. Dezember 2025 war ich zufrieden mit dem überlangen Mittagsschlaf, mit der gekauften Druckerpatrone, mit leckerem Gebratenem am Abend.


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