257–2024: Hausmittel

Nur eine Erinnerung, kein aktuelles Geschehen.

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Die Schüssel mit dem heißen Wasser auf dem Tisch, mit Salz und Kamillenextrakt und etwas Eukalyptosöl (Pulmotin!) versetzt. Am Tisch sitzend vorbeugen. Kopf über die Schüssel und Badetuch übern Kopf. Atmen, schwitzen und atmen, am besten durch die verstopfte Nase. Seit der Kinderzeit bei den Großeltern das Hausmittel bei einer beginnenden Erkältung.

Und am Abend dann noch Rettich- oder Zwiebelsaft. (Später heißes Bier mit Honig und Zitrone.)

Nichts davon ist unangenehme Erinnerung. All das könnte ich auch heute noch anwenden, wenn ich wieder einmal von einer Erkältung heimgesucht werden sollte. Zur Zeit aber habe ich keine und hoffe, daß das noch lange so bleibt …

 

Erinnerung des Tages:
Kennt ihr noch Sepso? Damit wurde mir fast jede Verletzung in der Kinderzeit bepinselt – und das Zeug brannte höllisch!

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden war ich am Freitag, den 13. September 2024 mit erledigtem Haushaltskram, mit abgetippten (uralten) Tagebuchseiten, mit einer sehr schönen Idee zu einer weiteren Geschichte fürn Adventskalender.

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256–2024: Trennungsschmerz

Die Notwendigkeit sehe ich durchaus ein – doch die Umsetzung …

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Ich habe nicht gezählt, wie oft ich hier über Entsorgtes und Weggegebenes schrieb. Aber ich habe den Eindruck, daß die Masse des gehorteten Krempels sich noch kein bißchen verringert hat. Im Gegenteil: Beim Aus- und Umsortieren bilden sich Haufen, füllen sich Kartons – und ich weiß wirklich nicht, wohin damit. Sicher, wenn (!) ich mich von diesen (zurückbehaltenen) Dingen trennen könnte, wären die Fortschritte größer. Aber was sich so (neu, und doch nur anders angeordnet) sammelt, sind Sachen, die ich einfach (noch) nicht weggeben kann. Die Erinnerung, auch der Wert, den sie einstmals beim Kauf oder der Anfertigung gehabt haben müssen, diese zumeist vor dem Müll und dem Wegwerfen geretteten Gegenstände … Ich spüre, daß mir jede (für mich wirklich überflüssige) Büroklammer Schmerz verursacht, wenn ich sie durch mich ungenutzt zu Abfall erklären muß. (Und ganz schlimm ist das mit Schreibgeräten, Ton- und Datenträgern und Papier.) Das ist doch nicht mehr „normal”, das hat doch schon messihafte Züge?

Mittlerweile habe ich mir Ziele gestezt: Bis Ende Oktober möchte ich so weit gekommen sein, daß nichts „Gesammeltes” (Bücher, Schallplatten, Kartons mit Schreibmaterial, Unmengen potentieller Schmierzettel u. ä.) mehr auf dem Fußboden lagert. Das wird nicht leicht! Außerdem müssen die drei Haufen vom Schreibplatz verschwinden, die ich zur Zeit täglich auf die Couch und wieder zurück umräume. Und (Ziel 2) bis Weihnachten wird Zwergenbein, der noch immer nur provisorisch untergebracht ist, an seinen von mir ihm zugedachten Platz kommen, jawohl. (Das bedeutet, daß ich auch zwei als reine Krempelablage zweckentfremdete Möbelstücke loswerden muß. Wohin mit all dem, was jetzt darauf liegt und steht?)

Drückt mir die Daumen, bitte, und wünscht mir Kraft und Mut und Entschlossenheit zur Trennung von ganz viel Kram und Krempel. Es ist notwendig, auch wenn ich vieles nur unter Schermzen weggeben können werde.

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Drei Souvenier-Aschenbecher fanden im Haus neue Nutzer, 23 Bücher stellte ich in ein Öffent­liches Bücherregal #publiclibrary.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden war ich am 12. September 2024 mit den Texten von kurz nach Mitternacht, mit meiner Ehrlichkeit, mit dem Ersatz für den kaputten Heizlüfter.

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255–2024: Schwindend

Zum Glück betrifft mich das nur zum Teil.

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Es wundert wohl niemand mehr, daß allerorten etwas schwindet, das für das menschliche Leben so notwendig ist – doch wie soll ein Mensch ohne Zuversicht leben können und nicht nur existieren?

 

 

Vor allem in zwei Bereichen schwindet allerdings auch meine Zuversicht: Da sind zum einen die Politik und die politischen Entwicklungen in diesem Lande (da sehe ich wirklich schwarz), und zum anderen – insbesondere nach den letzten Monaten dieses Jahres – die Entwicklung des Klimas (und da sehe ich noch schwärzer).

Doch sonst? Sonst habe ich noch immer Hoffnungen und sehe durchaus zuver­sicht­lich dem entgegen, was da auf mich zukommen wird (im Privaten). Natürlich mache ich mir auch da Sorgen, weil sicherlich einiges schiefgehen könnte im ungüstigsten Fall. Aber nein, da kata­stro­phisiere ich wirklich nicht, da ist die Hoffnung einfach zu angenehm, zu traumhaft, zu schön, zu vielversprechend. Wenn das doch nur auf mein ganzes Leben als zoon politicon zutreffen würde …

 

Erinnerung des Tages:
Es gab eine Zeit, in der war nicht nur ich, in der waren Millionen Menschen sehr, sehr zuversichtlich (und hatten doch Ängste vor den Dingen, die später tatsächlich eintrafen): Viele hofften zuversichtlich, daß ein anderes Land möglich ist.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden war ich am 11. September 2024 mit dem am Vormittag Aufgeschrie­benen, mit einer aus- und umgeräumten Ecke in der Küche, mit der Brühe mit Ei.

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254–2024: Wahrheit

Ein Witz aus der DDR (obwohl er von überall sein könnte).

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Ein Kellner wird ins Krankenheus eingeliefert und muß sofort am Blinddarm operiert werden, liegt mit heftigen Schmerzen vorm OP. Da kommt ein Arzt vorbei, den er ziemlich oft in seiner HO-Gast­stätte beim Essen bedient hat. „Herr Doktor, bitte, helfen sie mir, schnell – das tut so weh”, stöhnt der Kellner. Der Arzt sieht ihn an, zuckt mit den Schultern und sagt: „Tut mir leid, aber das ist keiner meiner Tische.”

 

 

Servicekräfte wie den Kellner aus dem Witz gibt es heute noch, tatsächlich. Auch jenes oft kolportierte Schild gab es wirklich sehr häufig in der DDR: Sie werden plaziert! Über das Warum und Wieso und Wozu ranken sich viele Legenden, aber wer kennt schon den wirklichen Grund für diese Regulierungsmaßnahme? Und ich hörte, daß etwas abgewandelte, etwas höflichere Formen des Schildes wieder gang und gäbe sind. Ich hoffe, daß ich weder einen solchen Kellner noch ein solches Schild antreffe, wenn ich irgendwann einmal wieder in ein Lokal zum Essen gehe.

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Ich habe einen Rucksack und einen Beutel voll Bücher in den Öffentlichen Bücherschrank gebracht. #publiclibrary

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden war ich am 10. August September 2024 mit meinem Unterwegssein, mit etwas Wegsortiertem, mit Rosenkohl.

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253–2024: Normalität

Der Anfang war überschaubar. Gefeiert wird heute nicht.

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Am Anfang stand „nur” ein Adventskalender. Ganze vierundzwanzig Türchen sollten es werden und wurden es. Das war im Dezember 2010 – vor 14 Jahren.

Zum Jahresende 2010 hin entdeckte ich eine Aktion, an der ich mich im Januar 2011 beteiligen wollte, nur im Januar 2011. Natürlich auch beteiligt habe. Mit jenen 31 Beiträgen begann – damals noch auf der .com-Version von WordPress – mein bis heute andauerndes Abenteuer „one post a day”, das ich seitdem als mein Geländer bezeichne: An dem hielt ich mich fest, wenn mich meine Krankheit mal wieder aus der Spur zu bringen drohte oder aus der Spur brachte.

Seit dem 1. Januar 2011 sind bis heute nunmehr 5000 Tage vergangen. Im Jahr 2010 entstanden 39 Beiträge für den Blog. Das hier ist mittlerweile der 5056. Beitrag – an manchen Tagen täglichen Veröffentlichens entstanden also mehr als einer, und es gibt auch vier oder fünf Tage ohne sichtbaren Inhalt. Aber heute ist er, der magische Tag Nº 5000 (seit dem 01.01.2011) des täglichen Bloggens, einer wie jeder dieses Abenteuers bisher … Und nachdem ich nach 1000 und 3000 Beiträgen nicht aufhören konnte, werde ich das auch jetzt nicht tun.

Morgen also ist der 5001. Tag meines täglichen Bloggens, ein Tag wie jeder andere dieses Abenteuers bisher. (Täglich schreiben tu ich ja schon länger.) Es gehört zu meinem normalen Leben, daß ich jeden Tag etwas herzeigen möchte und herzeigen kann. Und deshalb scheint mir die 5000 auch nichts besonderes, feiernswertes zu sein, denn bis auf diese Zahl ist/war auch heute alles normal.

 

Erinnerung des Tages:
Es gab einen Grund dafür, daß ich zu dieser Blogplattform wechselte, und der machte mich damals traurig: MySpace war unbenutzbar geworden …

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden war ich am 09. September 2024 mit neuem Wissen (von dem ich nicht wußte, daß ich es wissen möchte), mit dem Sortieren und Reinigen des Krempels, mit einem „ja, sehr gerne”.

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252–2024: Vorbereitet

Ich bin es gern, und nicht nur halb.

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Es geschieht schon ab und zu, daß mir etwas angekündigt wird. Von mir bekannten Menschen zum Beispiel. Da gibt es aber eine Form, die mich fuchsig macht, kirre, unleidlich. Erst vor kurzem geschah das wieder, ganz beiläufig. „Du bekommst übrigens Post.” Als ich nachfragte, was mir denn da geschickt wird, wurde mir gesagt, daß ich das ja dann sehen würde. Boah! Zwei Tage ungwisses Warten. Das geht nicht. Dann sagt mir lieber nicht, daß da etwas unterwegs ist, dann kann ich mich über eine Überraschung freuen. Ich kann diese Art der halben Vorbereitung auf irgendetwas nicht ausstehen! Und halbe Überraschungen finde ich einfach nur schräg.

Auch wenn ich eingeladen werde auf irgendetwas, und mir wird gesagt, ich solle mich schickmachen: Ja wofür denn? Für eine Kneipe und ein Essen würden sich die meisten Menschen anders anziehen als für ein Konzert im Gewandhaus oder für eine Oper; und wenn es gar zu einem Open Air mit Grufti-Mugge oder Punk geht …

Ich bin auf das, was kommt, gerne vorbereitet, sehr gerne auch mental vorbereitet. Jedenfalls wenn ich weiß, daß da etwas kommt. Laßt es sein, mir nur Andeutungen zu machen, damit kann ich wirklich nichts anfangen. Dann nörgele und ningele ich solange herum, bis es konkrete Antworten gibt – oder solange, bis das Ganze nur noch in einem Fiasko enden kann (mehrfach erlebt). Andeutungen sind wie von hinten durch die Brust ins Auge. Andeutungen macht nur, wer mich auf die Palme bringen will (mit einer Ausnahme, nein, zweien) oder mich wirklich nicht kennt.

Wenn ihr mich fragt, warum das bei mir so ist, so weiß ich darauf keine Antwort.

 

Erinnerung des Tages:
Meine Weigerung, eine bestimmte Tasse in den Geschirrspüler zu geben, führte zu einem heftigen Streit.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden war ich am 8. September 2024 mit dem Kaffee am Morgen, mit Erbsensuppe, mit einigen Neckereien über den Tag verteilt.

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251–2024: Erbstück 030

Tagebuch A: Sonntag, 30. Januar.

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Also … Der Traum war schräg. Ich fuhr mal wieder das Auto, das ich beim Wehrdienst fuhr. An einem Strand. Mit den Rädern der Fahrerseite im Wasser. Und das spritzte hoch auf. Vorm Auto lief ein Hund, seine Schlappohren flatterten im Wind. Und im Unterschied zur Zeit des Wehrdienstes hatte das Auto ein Radio mit einem Kassettenteil. Ich hörte beim Fahren laut Schlager aus den 70ern. Hach!

Kaffee und Keks, Rechner und die erste Zigarette. Nach ungefähr einer Stunde war ich fertig damit. Vom nebenher laufenden Fern­seh­programm hab ich nur wenig mitbekommen. Naja, so wirklich mochte ich die Katholische Variante des Fernsehgottesdienstes heute nicht, die war mir zu modern und zu laut gewesen. Manch­mal, sogar ziemlich oft mag ich Dinge eher traditionell, zumindest nicht in aufgepeppten, dem Zeitgeist angepaßtem Ablauf.

Ich mag es auch nicht, wenn in einem Laden übers Wochenende scheinbar grundlos umgeräumt wurde.

Seit meine Frau nicht mehr hier ist, habe ich einen Sessel, der als allgemeine Ablage funktioniert. Soll allerdings nur vorübergehend die Stelle sein, an der etwas zu finden ist. Und immer wieder wächst der Haufen auf dem Sessel über eine von mir gewünschte Höhe hinaus, weil das, was ich da hinlege, von mir nicht wie vorgesehen eingermaßen schnell weggeräumt wird (werden kann). Heute nahm ich mir die Zeit dazu, eben diesen Sessel komplett leerzuräumen. Wäsche in den Schrank bzw. den Korb im Bad, Alt­papier an seinen Platz, Bücher ins Regal (oh, dort ist es schon sehr eng). Ich habe unter all dem, was auf dem Sessel lag, sogar etwas wiedergefunden, das ich seit Tagen vermißte: meine Wasser­pum­pen­zange. Ich bemerke, daß ich alleine einige Ecken viel zu selten aufräume; ich nehme mir vor, das zu ändern. Irgendwann schaffe ich das auch, das weiß ich.

Geschrieben habe ich heute über die innere Unordnung, über Verwirrung und viel zu viel Nachdenken. Über den oft verhängnis­vollen Übergang vom Denken zum Grübeln. Zur Grübelspirale, die nur die eine Richtung kennt: „abwärts”. Es ist eine Sache, das ohnmächtig auszuhalten, erleben zu müssen. Eine ganz andere Sache ist es, Gedanken dazu aufzuschreiben. Innere Unordnung. Erinnert mich an die Schrankwand in der tiptop aufgeräumten Wohnung. Aber wenn man eine der Schranktüren öffnet, dann sieht man ganz anderes: Unordnung, Chaos, wild Gewachsenes. Das fällt einem nicht aus dem Schrank entgegen wie die sprich­wörtliche Sammlung von Tupperzeugs, aber es ist chaotisch: Nichts erscheint regulär, vieles aber irregulär, irr- oder surreal. Und ganz egal wie unordentlich es mir in mir vorkommt: Außerhalb allen Gewohnten gibt es nichts Wesentliches. Manchmal denke ich, das kennt wirklich Jede und Jeder.

Es wird wohl Zeit fürs Bett. Ich bin beinahe zu müde zum Schlafen. Vielleicht erhole ich mich bis zum Aufwachen von den Erlebnissen und vor allem von den Gedanken, die mich heute weit über Gebühr belastet haben. Oder … Oder bin ich nur zu empfindlich geworden gegen­über dem, was Menschen alltäglich beansprucht, was sie leisten müssen? — Ich bin jetzt auf dem Weg ins Traumland.

 

 

Mit diesem Text wird das geerbte Tagebuch fortgesetzt. Alle Teile der Erbkladden-Serie sind in diesem Link in umgekehrter zeitlicher Reihenfolge (neueste zuerst) zu finden. Über eines der Notiz­bü­cher erzählte ich ja schon vor langer Zeit, im November 2012. Ich tippe die kleinen blauen lateinischen Buchstaben ab, immer mal wieder. Erst jetzt nämlich darf ich abschreiben aus den „von einem Freund geerbten” Kladden mit dieser winzigen Schrift.

 

Erinnerung des Tages:
Bei Wetter wie heute versuchte ich einst, vor Ummanz in der Ostsee zu schwimmen – bei 50 bis 60 cm Wassertiefe war das schwierig.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden war ich am 7. September 2024 mit der gelungenen Zelteinrichtung, mit den Gesprächen mit vielen Bekannten, mit der Erbsensuppe vom offenen Feuer.

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250–2024: Bereut

Schwierig, darüber nachzudenken und mich daran zu erinnern.

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Wer niemals etwas sagte oder sagt, das er bereut, muß wohl ein grenzenloser Egomane, ein gottgleicher Herrscher oder ein schon immer beharrlich schweigender Mensch sein – oder auch etwas völlig anderes. Aber nichts, niemals auch nur irgendein Wort bereuen?

 

 

Erinnerung des Tages:
Vor 62 Tagen sollte ich einen Brief bekommen, der aber erst vor 60 Tagen bei mir ankam. Er liegt am Schreibplatz seitdem direkt neben mir.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden war ich am 6. September 2024 mit der Fahrt, mit dem geschafften Aufbau, mit dem Wiedersehen mit lieben Bekannten.

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249–2024: Perspektive

Die von mir gestern erwähnte, etwas gruselige.

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Männerkopf mit Vollbart, direkt am freien Oberkörper entlang nach oben in zumeist graue Baarthaare geblickt. Am Hals eine kurze Kette mit farbigem Anhänger, der sonst nie sichtbar wäre.

Mein Bart von unten.
So habe ich mich noch nie gesehen – und auf den ersten Blick könnte ich nicht sagen, ob das Bild eines fremden Kopfes so von hinten oder vorn unten aufgenommen wurde

 

Wer von euch hat sich schon so angesehen? Ist das vorne oder hinten? — Ein Blick unter meinen Bart ist es aber mit Sicherheit …

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Den Stapel einzelner, schöner Teller (die ich nie benutzte) habe ich heute ins Haus gestellt; nach etwa zwei Stunden waren sie weg.

 

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Der Emil

 

P.S.: Zufrieden war ich am 05. September 2024 mit einer geladenen Batterie, mit erledigten Haushaltsdingen, mit den fürs Wochenende gepackten Sachen.

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248–2024: Geröll

Das Wort wurde von „rollen” abgeleitet.

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Mir sind in meinem Leben schon so viele Steine vom Herzen gefallen, daß sich zu meinem Füßen längst hätte eine Geröllhalde daraus bilden können, sogar müssen, wenn ich nicht immer weitergegangen wäre. Und das „weiter” heißt von Fall zu Fall manchmal auch zurück.

Jaja, heute fiel wieder einer … Fiel und rollte davon – und so gehe ich wieder etwas leichter durchs Leben.

 

Erinnerung des Tages:
Vor Jahren hatte ich mehrere Tage mit Fitzelarbeit mit einer Pinzette zut tun.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden war ich am 4. September 2024 mit dem endlich entdeckten Funk­tions­prinzip eines Verschlusses, mit einem Anblick aus einer völlig ungewohnten Perspektive, mit dem Übersehen eines Haares.

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