074.2026: Wünsche

Da ereilte mich ein Denkanstoß – ich geb ihn gern weiter.

 

„Wenn ich es nicht schaffe, meine Wünsche zu verwirklichen, dann habe ich auch nichts und niemandem, dem ich die Schuld dafür geben kann, außer mich selbst.”

Man könnte das auf den ersten Blick für einen richtigen, vernünftigen Satz halten (im Rahmen der Mensch­lich­keit, der Physik und der Gesetze). In der Wirklichkeit aber kann die Erfüllung von Wünschen immer scheitern, sobald darin andere Menschen involviert sind, daran beteiligt sein müssen. Entsprechende Beispiele kennt – glaube ich – jeder Mensch.

Was meint ihr: Kann es wirklich immer nur die eigene Schuld sein?

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil


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073.2026: Geschafft

Ein Unterschied wie Tag und Nacht, sogar noch krasser.

 

Es gibt tatsächlich anstrengende Tage, die guttun. Von denen, die so wie heute sind, hätte ich gern mehr. Denn bei allem, was getan werden mußte, war heute zum einen ein gutes Gefühl dabei und zum anderen war alles Erwartete und Erhoffte erreichbar. Selbst das Unerwartete, Unvorhergesehene wurde schlußendlich zufriedenstellend gemeistert.

Es ist eben doch ein Unterschied für mich, ob ich die Pflicht habe, bestimmte Dinge (unter Zwang) zu erledigen (selbst wenn es solche wären, die ich mag), oder ob da etwas ist, das ich aus freien Stücken angehe. Sollen und Wollen sind für mich wie Hölle und Himmel … Und für euch?

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil


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072.2026: Und sonst so …

Heute weiß ich auf eine unbestimmte Frage nicht zu antworten.

 

Es gibt sie ja, diese Menschen, die ein zuendegehendes Gespräch am Leben erhalten möchten. Ich höre da: „Und sonst so?”

Eine Antwort darauf fällt mir in der Regel schon schwer. Es gibt Gesprächspartner, denen ich darauf mit einer Gegenfrage antworten kann: „Möchtest Du eine Antwort in Bezug auf Familie, Sex, Arbeit, Gesundheit, Hobby, aktuelle Politik oder das all­ge­meine Weltgeschehen haben?” Dann lachen wir gemeinsam und gut ist's.

Heute hätte ich auch das nicht fertiggebracht. Heute fehlte mir nicht nur die Schlag­fertigkeit, sondern auch der Antrieb und die Kraft für eine Antwort auf diese Frage. Nicht einmal eine Ausweich-Floskel wäre mir über die Lippen gekommen. Gar nichts. Heute hätte ich höchstens die Augen ver- und mich weggedreht. Bei wirklich allen Nachfragenden (okay, es gibt wie immer diese eine, wirklich nur eine Ausnahme). Zum Glück habe ich solche Tage wirklich nur noch sehr selten; und heute fühlte es sich auch gar nicht nach Depression an – es ist nach meinem Dafür­halten „nur” eine „einfache” Erschöpfung, die mich betrifft.

Einkaufen war ich heute trotzdem. Sechs Bushaltestellen weiter gibt es ein kleines Versorgungszentrum, in dem ich alle drei Geschäfte finde, aus denen ich heute unbe­dingt etwas brauchte. Ja, ich hatte auch meinen Hackenporsche mit, mit dem ich mich noch älter als ohnehin fühle. Als ich die Rückfahrt antreten wollte, fuhr mir der Bus vor der Nase weg. Dreißig Minuten warten oder dreißig Minuten Fußweg? Leise vor mich hin fluchend dackelte ich in Richtung Zuhause. Bäh. Das wollte ich wirklich nicht, das hätte ich mir heute gern erspart. Aber soooooo lange Warten? Als ich die Wohnungstür hinter mir schloß, fluchte ich erstmal laut … Mittlerweile bin ich nicht mehr stinkig, sondern wieder nur erschöpft.

Morgen wird es besser, da bin ich mir ganz sicher. Morgen …

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 17.03.2026 das (für mich sehr) frühe Aufstehen, der erledigte Einkauf, einige gemachten Notizen.


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071.2026: Nichtbericht

Es lag eben doch am Wetter, in dem der Marktmönch herumstand.

 

Juchhu! Erster Markt! Herrliches Wetter beim Aufbau. Nette alt- und gutbekannte Nachbarn inkl. besonderem Hund. Ruhige Nacht. Schöner Morgen mit Vogelgesang. Aber dann: Alles ganz anders.

Ab etwa 14 Uhr Niesel, knapp über der Erträglichkeitsgrenze. Abgelöst von Regen, der sich immer wieder mit Niesel abwechselte. Ab und an einmal 'ne knappe halbe Stunde ohne Wasser von oben. Aber dann auch die Nacht durch und den ganzen Sonntag: Starkniesel oder Regen. Nun ja, gekrönt wurde das Wetter dadurch, daß es pünktlich zum Beginn des Abbaus richtig zu regnen begann. Das Zelt war beim Einpacken wirklich klitschnaß.

Dementsprechend war auch der Besucheransturm eher gering. Tja, so ist das, wenn ich Draußendinge mache. Da kann mir das Wetter schon einmal einen Strich durch die Rechnung machen. Es war nämlich in den nassen Zeiten auch verdammt kühl, so um 6° C. Im Schlafsack war es kuschelig warm, aber außerhalb: kalte Füße und kalte Finger. Brrrrrr.

All das war nicht besonders schön, aber es gehört eben dazu. Am kommenden Wochenende wird es ja wohl besser werden, oder?

 

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Der Emil


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070.2026: Auf auf!

Über die Kunst, mir selbst den notwendigen Arschtritt zu verpassen.

 

Den getellten Wecker habe ich heute früh nicht gehört: Ich war vorher wach. Gut, nach achteinhalb Stunden Schlaf (nicht ununterbrochen). Und doch machte es mich dezent grummelig.

Mein Plan war es, 10 Uhr loszufahren. Geht nur nicht, weil mir noch etwas gebracht werden muß; und das soll 11 Uhr geschehen. Ich liebe es, wenn ich meine Pläne wegen anderer Leute … Egal. Ich werde … Nicht umsonst reise ich nicht erst morgens am ersten Makrttag an, sondern schon heute, am Tag zuvor. Dann kann ich alles in Ruhe aufbauen, einsortieren, einrichten. Wir haben Zeit, miteinander zu schwatzen, uns zu begrüßen und zu umarmen. Ich habe Zeit anzukommen.

Bis es dann Zeit zum Starten ist, geh ich nochmal in die Badewanne, bringe die eine Kiste mit Vorräten und Ausrüstung ins Fliewatüüt, packe das, was noch mitmuß, in den Rucksack. Erledige nachher noch den Abwasch. Als letztes vorm losgehen fahre ich den Rechner herunter. Ich würde ihn gern mitnehmen, aber auf den Märkten habe ich nur Strom aus Powerbank und Batterie. Telefon und Tablet (mit Tastatur) müssen wie schon seit Jahren reichen.

Dieser Text hier, der ist übrigens der mir von mir verpaßte Arschtritt. Nach seiner Veröffentlichung habe ich noch etwa zwei Stunden, um das noch Notwendige zu erledigen. Ich tauch dann mal ab.

 

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Der Emil


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069.2026: Überwunden

Trotz meiner Startschwierigkeiten läuft der Tag ganz gut.

 

Am Wochenende bin ich zum ersten Mal für dieses Jahr wieder der Marktmönch Bruder Emil. Ja, mit der deutschen Handschrift (Kurrent! Kurrent! Sütterlin gab es nur etwa 20 Jahre, Kurrent mehrere hundert Jahre!) werde ich wieder dasitzen, Späße machen, Schreibgeräte anfertigen (Holunderästchen) und über große Irrtümer der Geschichte erzählen.

Weil mein Tag nicht besonders gut startete, hatte ich wenig Hoffnung auf einen guten Verlauf. Doch es wurde besser. Den Rest meines Krempels habe ich eingepackt und schon ins Fliewatüüt gebracht. Nur noch mein Rucksack will befüllt und mit hinuntergenommen werden. Das schaffe ich morgen ganz sicher. Was auffällt: Mittlerweile schleppe ich mehr Eigenes auf die Märkte; das Zelt, ein Tisch und eine Biertischgarnitur sind weniger Gewicht und Volumen. Im Fliewatüüt sieht es sehr übersichtlich aus.

Ich nehme ein paar Seiten mit, die in Kurrent geschrieben wurden. Ich werde versuchen, die zu übertragen, in heute lesbare Schrift zu wandeln. Und: Endlich wieder normale Bekloppte treffen … Die Schwierigkeiten des Tagesbeginns sind überwunden.

 

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Der Emil


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068.2026: Nöhlend

Wenn ein Tag nicht wirklich zu beginnen scheint.

 

Schlecht geschlafen hab ich sowieso, war viel zu oft wach. Ab Fünf etwa dämmerte ich nur noch vor mich hin, mit sonderbaren (luziden) Träumen. In einem zogen mich, der ich auf einem Handwagen saß, einige Nutrias über eine Straße mit ziemlich dichtem Verkehr: Nach jedem Unfall startete das Wagnis erneut, mit immer anderen Fahrzeugen auf der Straße. Halb Acht schaltete ich meine Kaffeemaschine ein. Kurz nach Neun holte ich ihn mir an den Tisch, da war ich grad aus einem Tiefschlaf erwacht.

Watte im Kopf oder sehr, sehr dichter Nebel. Es brauchte einige Zeit, mich zu sor­tie­ren. Aber wenn ich sonst mindestens zwei Stunden brauche, um zu einem Gefühl des Alltagslebens zu kommen, dauerte es heute nur wenige Minuten. Grund: Ein Fernge­spräch (Kennt ihr das Wort noch, nutzt ihr es noch?), ein sehr erwünschtes. Aber nach dem zog sich mein Geist wieder zurück für eine Stunde.

Ich laß ihm die Ruhe, die er braucht. Hab nur schnell notiert, was mir auffiel. Werde jetzt wieder zurücksinken in den Nebel und mir die notwendige Zeit gewähren …

 

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067.2026: Ach so

Einmal mehr Gedankenspielerei.

 

 

Wer sich, mehr oder weniger gewollt, mit seiner / ihrer Vergangenheit beschäftigt, muß auch akzeptieren, daß gemachte Fehler nicht auszulöschen sind. Die Erfolge aber, die sind leicht in die Bedeutungslosigkeit zu verdrängen.

 

 

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066.2026: Reimspielerei

Das fiel beim Lesen und Kritzeln nebenbei aufs Papier.

 

Manchmal kann ich nicht so ganz ernsthaft und tiefsinnig sein. Und als ich in einem Buch von einem überraschenden Regenguß las, produzierte mein Hirn mitten in der Nacht dieses Reimspiel:

 

 

Es dämmert draußen vor dem Haus.
Ein Wind faucht: „Trau dich endlich raus!”
Kaum stehe ich am Straßenrand
und bin vom Wolkenspiel gebannt,
da fällt herab ein Regenwasser –
und ich bin wach und deutlich nasser
als ich mir wünsche grad zu sein.
 
Das ist nicht fein.

 

 

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Der Emil


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065.2026: Belohnung

Aber womit? Über die Schwierigkeit, etwas Passendes zu finden.

 

Bei manchem, das ich so erledigen muß/will, gibt es solche Fortschrittsmarken. Also wenn wieder ein Heft durchgeblättert, gescannt und zerrissen ist, wenn ein Stück vom Nähhaufen fertiggeworden ist. Und ehe ich das nächste zur Hand nehme, würde ich mich gern belohnen. Allerdings nicht mit einer Zigarette oder etwas Süßem – irgendetwas anderes wäre aber schön.

Allein: Da schlägt meine Ideenlosigkeit wieder zu. Denn es sollte nicht ungesund sein, nicht lange dauern (um den Arbeitsfluß nicht zu lang zu unterbrechen) und … Tja, was noch? Ich probierte es vorhin damit, nach jeder Fortschrittsmarke zwei Seiten des gerade angefangenen Buches zu lesen. Ja, das könnte ein Belohnung sein, wenn es nicht gleichzeitig eine Strafe wäre, nach nur zwei Seiten wieder aufzuhören!

Deshalb suchte ich gerade etwa 30 Minuten nach Anregungen für diese Belohnung, las hier und da über von mir schon verworfene oder mir als unpraktikabel erschei­nende Methoden. Puh. Ich kenne vieles, das mich erfreut, zufrieden macht, anspornt; aber nichts davon geht so schnell, wie ich es mir für diesen bestimmten Zweck vorstelle. Womit also …

Noch immer bin ich weit davon entfernt, etwas Passendes gefunden zu haben. Ich wechsele die Tätigkeit und erledige erstmal den Abwasch.

 

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Der Emil


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