2025 – 050: „Journalismus”

Wahlrhetorische Grantelei, unflätige.

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Entschuldigt bitte. Aber ich habe ein Problem. Ich mag es nicht mehr sehen und hören. Warum, verdammt nochmal, dürfen Figuren aus rechtsextremen Parteien in Anstalten wie und von ARD und ZDF ihren Dreck verbreiten? Und warum wird denen, die deren Interessen unterstützen, nicht jedesmal sofort ein Spiegel vorgehalten? Hergottnochmal. Journalisten! Nicht Nachplapperer, In-Seidenpapier-Wickler, Arsch­krie­cher oder Honig-Ums-Maul-Schmierer, nein! Journalisten, einstmals die Stützen, die Grundpfeiler der Vierten Gewalt – heute erscheinen sie mir zu großen Teilen als Fünfte Kolonne der Nazis. Wann und wo? Ist das das, was ich immer als „bolliddiggl Gorreggdness” verballhorne? Dann ist das aber deutlich falsch! Dann kann das zumindest keine gerechtfertigte, gebotene Umsetzung sein. Neutral heißt nicht „ohne eigenen Standpunkt” bzw. einen solchen eigenen Standpunkt verschweigen zu müssen; wer hat diesen Scheiß, diesen Unfug, diesen Blödsinn in die Welt gesetzt!?

Entschuldigt bitte, aber ich habe ein Problem damit, diese Wiederholung von 1928/​​1933 und die Haltung der Öffentlich-Rechtlichen Medien dazu zu verstehen … Ist das überhaupt noch (guter) Journalismus – oder nur noch Journaille?

 

Und dazu kommt auch noch dieser delirierende Hamster-Mutant …

 

Erinnerung des Tages:
Beim spätnachmittäglichen Sortieren fand ich ein Foto von mir vorm/​im Militärmuseum in Dresden (1979/80).

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 19. Monat 2025 war ich zufrieden mit den Croissants am Morgen, mit dem Verweilen in der Badewanne, mit noch ein wenig sortiertem alten Zeug.

P.P.S.: Wäre es ein Verlust, wenn das Like hier im Blog nicht mehr funktionieren würde?


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2025 – 049: Zeitgedanken

Ich halte den Sekundenwahn für normalerweise überflüssig.

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Ihr kennt das doch: Noch ein paar Sekunden, nur noch ganz kurze Zeit.
 
(Es folgen einfach ein paar Gedanken zur „Schnellebigkeit unserer Zeit”.)

Wie war das wohl, als es noch keine Sekunden gab für die Menschen: noch 30 Herz­schläge oder noch 10 Atemzüge? Wie wurden damals, wenn es einmal notwendig gewesen sein sollte, solche kurzen Zeiträume gemessen? Wie lang war damals, ist heute „ein Augenblick”? Vielleicht, nein: Sicherlich war vor 200 Jahren das Messen so kurzer Zeitspannen im Allgemeinen noch nicht notwendig, kann ich mir denken. Reisezeiten wurden in Stunden oder Tagen bemessen, es brauchte Wochen, Monate oder Jahre für manche Dinge. (Gut, was Bauwerke angeht, so entwickelte sich das in den letzten 40 oder 50 Jahren wieder zu wesentlich längeren Zeiten als davor, die zur Fertigstellung „notwendig” zu sein scheinen.)

Heute saß ich irgendwann untätig da und wartete auf etwas, das bald geschehen sollte bzw. gleich. Und ich starrte auf zwei Uhren mit Sekundenanzeige, ungeduldig erwartend, mit den vergehenden Minuten in mir eine sich steigernde Erregung der unguten Art wahrnehmend. Hadernd mit der Warterei. Dabei sind doch beide, bald und gleich, hinreichend unbestimmt genug für entspanntes Warten. (Natürlich, ja, ich habe über diese beiden „Zeitangaben” auch schon ganz anders geschrieben – beide Sichtweisen haben aber wohl ihre Berechtigung.) In der Regel dauert dieses Warten nicht vom Morgen bis zum Abend bzw. zum nächsten oder übernächsten Tag – und ich weiß trotzdem, daß beides, bald und gleich, auch Tage, Wochen, Monate, Jahre, ja sogar Jahrzehnte oder Jahrhunderte umfassen kann in bestimmten Zusammenhängen.

Aber …

Aber dennoch der Sekundenwahn. Dabei glaube ich, daß der für normale Menschen im normalen Leben (ich weiß, es gibt kein normal) überhaupt nicht so wichtig ist, wie er immer dargestellt wird. Und üblicherweise schaffe ich es ja auch, meine Zeit in Fünf-Minuten- oder Halbstunden-Intervallen zu verstehen. Immer mit ange­mes­se­nen Pausen zwischen den Dingen geplant. Und ganz ehrlich: Sekunden oder gar Sekundenbruchteile sind für mich nicht, wirklich überhaupt nicht maßgeblich. Die kürzeste Zeitspanne, die für mich privat eine Rolle spielt, ist die ungefähr zwei Minuten lang dauernde Ziehzeit für einen ganz bestimmten Tee. Für alles andere veranschlage ich ab fünf Minuten aufwärts, und so bin ich es schon über meine ganze Lebenszeit gewohnt (seit es keine Leistungskontrollen im Schulsport oder der militärischen Ausbildung mehr gab).

Wie es wohl sein würde, wenn ich die Sekundenanzeige komplett aus meinem Leben verbannte: nur noch Uhren ohne Sekundenanzeige nutzen, das Smartphone und den Rechner entsprechend umstellen. Mit Sicherheit begegneten mir, sähe ich auch dann noch genügend Uhren mit Sekundenzeiger, in der Stadt, auf den Bahnhöfen und wo immer auch ich auf sie stoßen werde. Aber eines gebe ich zu bedenken: Kirchturm- und Rathausuhren, die seit vielen, vielen Jahren, zum Teil sogar Jahrhunderten anzeigen, was die Stunde geschlagen hat, haben nur äußerst selten, wenn sie denn jung genug sind, einen Sekundenzeiger. Warum wohl? War/ist die Sekunde wirklich wichtig für das Leben der Menschen, für mein Leben (zumindest in nicht extremen Situationen)?

Ganz nebenbei und doch nicht unwichtig: Für mich selbstverständlich, normal ist es, wenn ich mir zu unterschiedlichen Zeiten mit unterschiedlichen Meinungen zu wider­sprechen scheine …

 

Erinnerung des Tages:
Das erste asiatische Essen gab es im Studentenwohnheim bei den Vietnamesen, kurz darauf war ich in „Künstlers Kleine Bar” zum ersten Mal im Leben mit Stäbchen essen (1986).

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 18. Februar 2025 war ich zufrieden mit getoastetem Graubrot mit Honig am Vormittag, mit einem Mittagsschlaf, mit der funktionierenden Waschmaschine.


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2025 – 048: Gesundheit

Heute schüttle ich meinen Kopf wieder laut.

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Wenn die Welt an einem penetranten, ekligen Infekt leidet, dann hilft es nicht, ihr dagegen ein Laxativum zu verabreichen. Es braucht dann überall wirksame Mittel wie Vernunft, Solidarität und Miteinander.

 

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Die defekte Waschmaschine wurde von den Lieferanten der neuen gleich mitgenommen.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 17. Februar 2025 war ich zufrieden mit der noch nicht ganz dicht angeschloßnen neuen Wasch­maschine, mit Wiener Würstchen zum Mittag, mit den nachmittäglichen 45 Minuten auf der Couch.


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2025 – 047: Sonnenstunden

Nein, ich werde und wurde nicht gefragt.

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R. Z.: Sie haben einmal mehr untersagt, ihre Werke so auszustellen, daß Sonnenlicht oder auch nur Tageslicht auf sie fallen könnte, und

D. K.: (unterbricht) Ja, so ist es. Ich bin kein Vampir, aber ich liebe die Nacht und die Dunkelheit. Sonne kann ich nur im Winter einigermaßen ertragen, wenn sie über einer Schneelandschaft scheint. Zu allen anderen Zeiten macht sie mir die Welt einfach zu heiß. Und zu grell. Für mich ist das wirklich so, auch wenn ihr Licht heftiger blendet im Winter – das Gleißen ist dennoch ganz anders als grell. Mein Schaffen ist zudem der natürlichen Dunkelheit gewidmet. Und weil am Tag immer irgendwelche Teile des Sonnen­lichts auf all das treffen, was dem Tageslicht direkt oder indirekt ausgesetzt ist, müssen Vorkehrungen getroffen werden, die meine Werke davor schützen.

R. Z.: Das Licht in den Ausstellungsräumen aber

D. K.: (unterbricht) Das ist genau so künstlich wie meine Exponate, da ergibt sich kein Konflikt für mich. So kommt Kunst zu Kunst.

R. Z.: Gibt es außer Winter mit Schnee etwas, daß Sie positiv mit der Sonne verbinden?

D. K.: Ja. Doch das hat nichts mit der Sonne am Himmel zu tun. Ich genieße jede einzelne der Stunden, in denen ich mit einem Menschen mit sonnigem Gemüt zusammensein darf …

 

Die Künstlerin oder der Künstler (D. K.) gilt als verschrobene Persön­lichkeit. Dieses von einer Reporterin oder einem Reporter einer Zeitschrift (R. Z.) geführte Interview wird nie irgendwo gedruckt oder anderweitig veröffent­licht werden. Auch die groß angekündigte und lange geplante Ausstellung der Werke wird wieder nicht stattfinden. Alles wird sich weiterhin im Dunklen verbergen, ein düstereres als ein Schattendasein führen.

 

 

(In einem Traum begegnete ich einem Menschen, der sich und seine Kunstwerke unter keinen Umständen dem Tageslicht aussetzen wollte und nur im Schnee mit Sonne umgehen konnte.)

 

Erinnerung des Tages:
Ich hatte heute plötzlich Appetit auf Arme Ritter wie bei der Mecklenburger Oma, mußte aber ohne Eier im Haus darauf verzichten.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 16. Februar 2025 war ich zufrieden mit Notizen in der neuen Kladde, mit der fertigen Möhrensuppe, mit den abgeschlossenen Vorbereitungen für die neue Waschmaschine.


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2025 – 046: Farben

Entstehen sie nicht tatsächlich (nur) im Kopf der Menschen?

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„Unter einem grauen Himmel“, so wird gesagt, „können keine bunten Gedanken entstehen.”

Aber das stimmt doch überhaupt nicht! Erinnert ihr euch an Zeiten, da Photogra­phien und Filme nur schwarzweiß waren? Wir sahen aber die Farben, auch von den Dingen, die wir noch nie vorher gesehen hatten … Und ich bin froh darüber, daß ich mir diese Fähigkeit erhalten habe. Daß ich Farben sehen kann, wo scheinbar nur Grau ist.

 

Erinnerung des Tages:
Ich sah die „Onedin-Linie” und „Sandokan” und „Zur See” noch im Schwarzweiß-Fernsehgerät.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 15. Februar 2025 war ich zufrieden mit meinem Unterwegssein in der Stadt (ich mußte raus), mit meinen Tränen der Beschämung (wegen der erhaltenen Post), mit den Spahetti mit Pesto Calabrese.


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2025 – 045: Paradoxes

Daran denke ich noch immer herum.

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Vor über acht Jahren, am 07. November 2016 nämlich, veröffentlichte ich in meinem Blog einen Text, in dem ich über Ursache und Wirkung quer durch die Zeit ergeb­nis­los nach­dachte und nachfragte. Und wißt ihr was? Ich bin noch nicht einen Schritt weitergekommen seither. (Manche meiner eigenen Texte haben Einträge in meinem Kalender, damit ich sie mir Jahre später erneut ansehe; dieser gehörte nicht zu dieser Kategorie, der fiel mir letztens beim Löschen von Beiträgen auf eX-twitter auf und arbeitet seither in mir.)

 

 

Die Zukunft, das, was da in Nebeln vor mir liegt: Hat sie Einfluß auf das, was mir jetzt geschieht? Das Kausalitätsprinzip postuliert ja eine zeitliche Abfolge, also daß jedes Ereignis seine Ursache in vorhergenenden Ereignissen hat, das jede Wirkung eine Ursache haben muß (und im menschlichen Verständnis existiert die Ursache zeitlich vor oder gleichzietig mit der Wirkung. Kann etwas in der Zukunft Liegendes somit überhaupt Wirkung auf etwas Gegenwär­tiges, etwas Gegen­wär­tiges überhaupt Wirkung auf etwas Vergangenes haben?

Etwas Gegenwärtiges kann doch nicht Auswirkungen auf etwas Vergangenes haben, Ursache für etwas Vergangenes sein, oder? Das ist doch unmöglich! Aber der Plan zu dem, was ich gerade tu, der hat doch mein vergangenes Verhalten dahingehend beeinflußt, daß ich mich vorbereiten konnte und eben planen konnte, genau das genau jetzt zu tun. Also hat das aus Planungszeit Zukünftige doch auf das damals Gegenwärtige gewirkt! Oder wie ist das gewesen?

Erstveröffentlichung in meinem Blog am 07.11.2016 unter dem Titel Paradoxe Zeit
Zu diesem Text und weiteren Gedanken von mir gab es auch einige Kommentare.

 

 

Obwohl: Vielleicht bin ich damals ja doch von einer falschen Voraussetzung ausgegangen, habe eine unrichtige Annahme gemacht? Denn: Nicht das zukünftige Erleben hat eine Auswirkung auf mein vergangenes bzw. gegenwärtiges Verhalten, sondern nur meine bloße Vorstellung davon beeinflußt(e) mein Tun?

In den Tagen, die seit der Wiederentdeckung (ja, ich hatte den Beitrag wirklich komplett vergessen; insofern stimmt, was ich immer behaupte, nämlich daß das, was ich aus meinem Kopf herausschreibe, nicht mehr in diesem herumspuken muß) vergingen, habe ich mehrfach versucht, weitere Gedanken dazu festzuhalten. Es ist vertrackt, ich drehe mich im Kreis zwischen meinen damaligen Fragen und meiner heutigen Interpretation: Wirkt nun die Zukunft auf die Vergangenheit, tut sie das aber „nur” über das Vehikel meiner augenblicklichen Vorstellung von ihr? Oder hat die Zukunft wirk­lich keinen Einfluß auf die von ihr aus gesehen in der Vergangenheit liegenden Ereignisse und Handlungen?

Ach, ich würde mich darüber liebend gern mit einer Philosophin unterhalten, die auch Physik kann (natürlich auch mit nicht-weiblich gelesenen Personen gleicher Profession). Erfordert Kausalität das Vergehen von Zeit zwischen einer Ursache und deren Wirkung? Oder lassen sich in bestimmten physikalischen Umgebungen (auch hypothetischen) Ursache und Wirkung umkehren, so daß eine negative Zeitspanne dazwischenliegt?

Und es bleibt mir natürlich noch die eine große, alles umfassende Frage: Habe ich einfach zuviel Zeit, um mir sonderbare Fragen auszudenken und sie mir zu stellen?

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Ich war vormittags nur unterwegs, um 17 Bücher in ein Öffentliches Bücherregal zu bringen.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 14. Februar 2025 war ich zufrieden mit dem ignorierten #FallenTeensTag, mit meiner Hin-und-Herdenkerei, mit dem in die Decke eingekuschelten Herumliegen.


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2025 – 044: Wetterphänomen

Menschen, die das Ende der Normalität wünschen.

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„Also das reicht jetzt. Es sollte wirklich langsam Frühling werden.” Ich hörte diese Worte, als ich heute aus der Straßenbahn stieg, knapp drei Kilometer vom Haus ent­fernt. Und es schneite grad so schön, große Flocken dicht an dicht. Stellt euch meine (Kindliche! Ja!) Freude vor, als ich von dort zu Fuß heimging – und ja, auch spät am Nachmittag, am frühen Abend war fast alles noch von einer dünnen Schicht Schnee bedeckt. Der Schneefall hörte auch nie ganz auf, im Erzgebirge sagt man zu den wenigen kleinen niedersinkenden Flocken „is flaamlt” (aa ist dieser besondere e-ä-a-Laut, im Hochdeutschen drücke ich das mit „es schnieselt” aus).

Ich erinnere mich an meine Kindheit und Jugend: Im Februar waren in der DDR drei Wochen Winterferien, die ihren Namen zumeist zurecht trugen. Es war nicht wirklich immer und die ganze Zeit verschneit, doch wesentlich öfter und wesentlich länger als heute lag Schnee. Das nenne ich noch heute völlig normales Winterwetter, wenn da Flocken vom Himmel torkeln (und ja, ich glaube ganz fest daran, daß die vor Freude torkeln, vor Freude darüber, daß sie die Kinder fröhlichmachen können).

Ich sage es nicht zum ersten und bestimmt auch nicht zum letzten Mal: Klima hierzulande heißt vier Jahreszeiten mit den dazugehörenden Wetterphänomenen. Es ist nicht nur heiß & trocken und kalt & matschig bzw. Trockenzeit und Regenzeit. Und warum soll gerade der Winter zuerst verschwinden? Irgendwann werden einige Menschen mehr feststellen, daß manche Pflanzen und Tiere den Winter unbedingt benötigen. Es gibt Pflanzen, die brauchen Frost, um wieder treiben oder überhaupt keimen zu können. Und wenn Tiere, die seit hunderttausend Jahren Winterschlaf machen, den plötzlich nicht mehr machen können, weil es zu warm dafür ist: Welche Wirkung wird das haben?

Natürlich darf sich jede und jeder nach dem Frühling sehnen. Meinetwegen sogar nach dem Sommer. Nur: Meckert dann bitte nicht über Niederschlagsmangel und Hitze, und bitte auch nicht über Platzregen und Wolkenbrüche und die damit einher­gehenden Hochwasser. Mehr als 1,5 K wärmer als zur vorindustriellen Zeit (also 1900 und davor) war das Jahr 2024 hierzulande. Vor zehn Jahren wurde in Paris ein Vertag geschlossen, in dem die Staaten sich verpflichten – ach, lest selbst bei Wikipedia über das 1,5-Grad-Ziel der Weltklimakonferenz von 2015.

Es ist Winter, heute und vielleicht noch morgen sieht es auch danach aus. Mir gefällt das. Danke, daß ihr mir meine Freude gönnt.

 

Erinnerung des Tages:
Als wir noch in Schlema wohnten (bis 1973), wurde während der Winterferien in zwei oder drei Jahren sogar ein Iglu gebaut im Hof des Mietshauses.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 13. Februar 2025 war ich zufrieden mit den vereinbarten Terminen für die Physiotherapie, mit den erledigten Wahlen (OB und BT), mit dem Schneefall und der dünnen Schneedecke.


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2025 – 043: Defekt

Sowas kommt ja immer völlig überraschend und unpassend.

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Nun, seit Dezember vorigen Jahres hatte der Türschalter meiner Waschmaschine ein Problem, daß ich durch eine besondere Bewegung beim Schließen der Tür über­win­den konnte. Mitte Januar begann das Gerät zu hüpfen, es klang nach beginnendem Lagerschaden. Heute früh blinkte dann das Display nur noch, spielte verrückt – und es ließ sich kein Waschprogramm mehr starten. Doch nach mittlerweile zwölf Jahren treuer Dienste … Dennoch war es zunächst eine Katastrophe, die mich aus der Bahn warf.

Kurzum: Eine neue muß her. Ganz wichtig: sie darf maximal 59,5 cm breit sein als Frontlader, ein Toplader kommt nicht infrage. Und daß das Gerät nicht wirklich viel kosten darf, das ist auch klar. Also bleiben nur die Eigenmarken diverser Elek­tro­fach­märkte, denn Markenmaschinen liegen preislich für mich jenseits von Gut und Böse. Kurz nach Mittag traf ich meine Wahl, suchte das entsprechende Geschäft auf und ließ dort für meine Verhältnisse verdammt viel Geld, das ich mir übers vergangene Jahr zusammengespart hatte. Das letzte Mal ging meine komplette Notreserve für einen Rechner drauf.

Außerdem mußte ich zum Gerät auch Lieferung, Anschluß und Altgeräteentsorgung bezahlen. Übrigens heißt „Lieferung bis zum Standort des Gerätes” realistisch „frei Haus”, also bis hinter die erste abschließbare Tür und keinen Zentimeter weiter. Ich liebe wirklich zutreffende, eindeutige Bezeichnungen für Leistungen!

Am Montag, am Montag gibt es ein schmales Zeitfenster, ein sehr schmales Zeit­fen­ster, in dem das Gerät in meine Wohnung geliefert wird: zwischen 9 Uhr und 15 Uhr. Ziemlich präzise Angabe, nicht wahr? Aber eines weiß ich ganz genau: Wenn das Gerät nicht beschädigt oder defekt geliefert und angeschlossen wird, endet seine erste Benutzung spätestens um 17 Uhr. Das ist sicher.

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Heute hinter der Waschmaschine wiedergefundene Parfüm- und ähnliche Pröbchen habe ich einfach weggeworfen.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 12. Februar 2025 war ich zufrieden mit der gelungenen ersten Injektion, mit Königsberger Klopsen, mit 300 g selbst mit der Hand gemahlenem Kaffee.


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2025 – 042: Denkbar

Gefühlt scheint dieser Satz weitgehend vergessen zu sein.

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Wißt ihr's noch, erinnert ihr euch daran: Nicht alles, was denkbar ist, muß gesagt oder getan oder verwirklicht werden.

Mir scheint, dieser Satz wird von immer mehr Menschen nicht mehr berücksichtigt; vielleicht kennen sie ihn auch einfach nicht (mehr). Dabei ist das doch ein Satz, der das Zusammenleben wesentlich einfacher machen kann? Meint ihr nicht? Denn wer ihn nicht beherzigt, wird egoistisch oder egomanisch handeln. Ich kann denken: „Oh, von [Person] möchte ich gerne mal [Körperteil] sehen oder fotografieren.” Aber das kann ich [Person] nicht sagen, weil es strafbar sein kann, und weitere Personen geht das ja gleich gar nichts an. Ich kann denken: „Dem [Politiker] will ich die Fresse polieren.” Aber den Teufel werde ich tun, denn das ist natürlich ebenfalls strafbar, selbst wenn viele so denken und der Täter die Sympathie der Mehrheit sicherhätte. Und wenn ich denke: „Bei dem Scheißwetter nehm ich besser das Auto vom Nach­barn.” Na? – Eben, das sollte auch nicht getan werden (es sei denn, es gibt eine entsprechende Abmachung mit ihm).

Das zoon politikon Mensch ist, ich bin auf die Beachtung durch andere Menschen angewiesen. Darauf, daß auch meine Bedürfnisse und Gefühle nicht als viel zu unbe­deutend abgetan werden, darauf, daß mir mein Menschsein nicht abgesprochen wird. Und wie halte ich's damit? Ich vermeide die Bezeichnung illegale Migranten: Das sind Menschen. Ich spreche nur selten von Knastis/Knackis: Das sind Menschen. Auch Egoisten und Verbrecher, sogar Politiker unwählbarer Parteien sind Menschen. Das ist immer denkbar, und das muß gesagt werden, vor allem denen, die das immer wieder vergessen, die die Entmenschlichung immer wieder nutzen und vorantreiben.

Ich vergesse nicht: Nicht alles was denkbar ist, muß gesagt oder getan oder verwirk­licht werden. Und beim Undenkbaren ist es mindestens genauso. Ich bin beileibe nie­mand, der für Denkverbote ist; aber ich bin beim Handeln und Sprechen immer für Anstand, Solidarität, Mit-Menschlichkeit.

 

Ja, paßt zum Haudrauf-Text von vorgestern, ist aber unabhängig davon entstanden

 

Erinnerung des Tages:
In Zwickau gab es in der Nähe des Bahnhofs einen kleinen, verwinkelten Intershop: Ach, der Geruch!

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 11. Februar 2025 war ich zufrieden mit dem trotz Verschlafens pünktlichen Aufbruch, mit der reibungslosen Fahrt, mit etwas Vorbereitung für morgen.


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2025 – 041: Monatsgedicht

Februar, japanisch kurz, charakteristisch.

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Ich mag diese kurzen Formen fernöstlicher Poesie. Beim Haiku halte ich mich gern an die inhaltlichen Vorgaben, die es dafür gibt, und das versuche ich beim Tanka auch immer wieder.

 

 

Noch ist Eis im Bach
Das Wasser plätschert leiser
Vorm Frühlingsanfang

Schnee soll fallen über Nacht
Und liegenbleiben am Tag

Ein Tanka.

 

 

Erinnerung des Tages:
Das 1992 (in meiner Anwesenheit) eröffnete ECE im Dorf (Einkaufs Center Erzgebirge) hat seine besten Zeiten nun wirklich hinter sich.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 10. Februar 2025 war ich zufrieden mit dem Einkauf zu Fuß, mit einem kurzen Schwatz mit einem Klassenkameraden (1974-1978), mit der Ruhe am Abend.


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