277–2024: Althergebrachtes

Viel zu viele ungeklärte Fragen zu dem, was ich einst lernte.

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Überkommenes. Überliefertes. Übernommenes. Sehr Vieles von dem, was wir von unseren Altvorderen ererbten. Was schon immer so gemacht wurde. Angestaubt, aber irgendwie funktionierend. Retro. Altmodisch. Vintage. Gut. Nicht besser, nein: Gut. Wann, wann nur wurde gut schlechter als besser? Denn eines ist ganz sicher: Besser ist noch lange nicht gut. Das wissen wir doch alle. Oder?

 

Erinnerung des Tages:
Als ich zum ersten Mal einen Markt hier mitgestaltete, wurden ein anderer Akteur und ich gute Kumpels.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden war ich am 3. Oktober 2024 mit dem viel zu späten ersten Kaffee, mit vielen netten Unterhaltungen, mit so manchem derben Scherz.

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276–2024: Tee

Aus den zurückbleibenden Blättern gelesen.

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Tee. Ein in meinen Augen beinahe unscheinbares Wort der Deutsche Sprache. Es bezeichnet i. allg. einen heißen Aufguß aus Pflanzenteilen oder einen erhitzten wäss­rigen Auszug aus Pflanzenteilen (nicht aber aus Kaffeebohnen). Außerdem werden auch die getrockneten Drogen so genannt. Man kann auch „einen im Tee” haben. Es gibt Krümeltee, Kräutertee, Roibuschtee, Eistee, schwarzen, grünen, gelben und weißen Tee; sogar Buttertee wird in den Hochländern Asiens gereicht. Es gibt Teelichter, die immer mal wieder auch nur Teelichte genannt werden, und ganz viel Gerätschaften rund um den Tee. Wer hat noch nie von der (japanischen oder chinesischen) Teezeremonie gehört?

Bevor ich Kaffee am Morgen brauchte (zur NVA-Zeit), trank ich morgens schwarzen Tee. Auch Kräutertee gab es oft (nur keinen Kamillentee, den mochte ich nicht). Grusinischer Tee war mir sehr lieb, aber so richtig gibt es den ja nicht mehr … Heute trinke ich oft Chinese Gunpowder, Sencha, Kamillentee und ganz viele Tees, die weihnachtlich aromatisiert sind (die auch über das ganze Jahr). Ich habe für Tee auch mehrere Gefäße, in denen ich die unterschiedlichen Arten zubereite, denn die Zubereitung eines Sencha in der Kanne für den Kräutertee ist ein Frevel, ein Sakrileg. (Ich habe trotz des weggegebenen Teeservice' genügend Gefäße für verschiedene Tees.)

Was ich noch immer meide: Krümel- und Roibuschtee. Neee. Ich weiß, daß viele diese Instant-Tees direkt nach der Wende in Massen tranken. Ich mochte ihn nie. Und Roibusch habe ich einmal probiert: neee, überhaupt nichts, was mir schmeckt, selbst aromatisiert kann ich da nicht ran. Und Eistee mache ich mir selbst, meist ist das dann kalter Pfefferminztee mit Zitrone. Leider kann ich auf Teebeutel noch nicht ganz verzichten …

Wie und wann kam das Wort Tee in die Deutsche Sprache? (Ich habe nachgesehen und weiß es jetzt.)

 

Erinnerung des Tages:
Ein Baum in Planena …

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden war ich am 2. Oktober 2024 mit der Anreise ohne Zwischenfälle, mit dem geschafften Aufbau, mit den Wiedersehen, den vielen …

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275–2024: Blutbuchen

Nur ein einziger Baum war Adam und Eva zugleich.

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Ich könnte ja zu diesem Baum
Schauergeschichten schreiben.
Doch würde ich mit denen kaum
nah an der Wahrheit bleiben.

Nur eine Buche – eine nur! –
gab es vor langer Zeit.
Aus einer Laune der Natur
wuchs ihre Farbigkeit.

Elf ihrer Schwestern standen
stets bei ihr, ungefällt.
Mit ihren Eckern fanden
Blutbuchen in die Welt.

Blutrot im Sonnenlichte
scheint sommers dieser Baum.
Und von seiner Geschichte
wissen die Menschen kaum.

 

 

Eigentlich! Eigentlich wollte ich nur etwas über den Unterschied zwischen Buche, Rotbuche und Blutbuche wissen für eine meiner Geschichten. Dann war ich von der Geschichte eines einzelnen Baumes fasziniert. Es begann zu reimen in mir.
Es reimte her,
es reimte hin,
es hatt' mal mehr,
mal keinen Sinn.
Und dann standen doch diese Zeilen da oben auf einer Seite meiner Kladde.

Ja, es war der Wikpedia-Artikel zur Blutbuche, den ich als erstes las. Nach der (fast als écriture automatique entstandenen) Reimerei fand ich noch andere interessante Seiten zu diversen Exemplaren dieser Mutation.

Unnützes Wissen und ein schräges Gedicht.
Mehr hab ich für euch heut' leider nicht.

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Aus dem Kleiderschrank verschwanden eine ganze Anzahl kaputter T-Shirts, deren nostalgi­scher Wert verschwunden ist.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden war ich am 1. Oktober 2024 mit dem etwas längeren Schlaf, mit dem schnell ausgeladenen/​umgeladenen und jetzt schon mit meinem Krempel beladenen Transporter, mit einem kurzen Telefonat mit verbesserter Stimme.

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274–2024: Ultimo

Der Wandel in der Sprache macht auch vor dem Letzten nicht Halt.

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Dieses Wort: Ultimo. Aus dem Lateinischen. Es bezeichnet(e) einen festen Termin, nämlich den letzten Tag des laufenden Monats. Heute wird es – vor allem in der Alltagssprache – mittlerweile anders gebraucht. „… bis Ultimo” verwenden viele, um eine ungewisse, unendlich oder übermäßig lange Frist anzugeben oder anzudeuten.

Heute ist/war Ultimo. Nur mal so bemerkt.

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Ein von mir ewig nicht mehr genutztes Teeservice stand nur kurze Zeit im Haus, bis es neue Besitzer fand.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden war ich am 30. September 2024 mit aus- und wiedereingeräumten Kram, mit beinahe abgeschlossenen Vorbereitungen auf ein sehr langes Wochenende, mit einigem erledigten Haushaltskram.

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273–2024: Sonntag

Eine nicht nur in Kleinstädten durchaus mögliche Begebenheit.

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Noch immer läuten wie seit Jahrhunderten die Kirchenglocken im Dorf und in der Stadt und rufen die Menschen zum Gottesdienst in die Kirchen. Nur geht kaum noch jemand hin. Er fragt sich, was in anderen Religionen anders gemacht wurde und wird? Er sieht doch, welchen Einfluß, welche Wirkungen auch hier in der traditionell stark christlich geprägten Kleinstadt der Ruf des Muezzins hat … Und das, was den Kirchen geschah, das geschieht jetzt auch dem ganzen Staat: Die Menschen interessieren sich einfach und auch aus nachvollziehbaren Gründen nicht mehr dafür, halten Abstand, sind nicht mehr bereit, auch nur irgendetwas für ihr Land zu tun. Er überlegt, wie lange das wohl noch gutgehen wird, und hofft, daß er diesen bevorstehenden Zusammenbruch nicht mehr erleben wird.

Das Läuten klingt aus. Er geht hinein in die recht kleine Kirche, vor der er stand. Niemand sitzt darin, kein Mensch möchte an diesem Sonntag mit ihm feiern. Und trotzdem hält der evangelische Pfarrer den ganzen Gottesdienst, eben nur für die drei Menschen, die ihn mitgestalten: für die Orgelspielerin, für die Frau, die die Kirche hergerichet hat, und für sich selbst. Und in ihm ist dabei wieder der Zweifel, ob sein GOTT überhaupt noch wahrnimmt, wahrnehmen kann, wie er IHM zu dienen versucht.

 

 

Erinnerung des Tages:
Heute erinnerte ich mich überdeutlich an ein im Vorübergehen zu mir gesprochenes „Ich will.”

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden war ich am 29. September 2024 mit dem Zusehen beim Freisprechen und Freischlagen der Zimmerleute (hach, das rührte fast zu Tränchen), mit der Musik von Reinhard Mey (gegen Dudelmusik in den Ohren gehabt), mit meinem Schweigen (ich hab meine Stimme gestern wohl zu heftig beansprucht).

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272–2024: Sonnabend

Makabere Szene aus dem Leben in einer kleinen Großstadt.

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Als er eines Samstagvormittags durch den Türspion blickend den Gerichtsvollzieher in Begleitung gleich zweier Polizisten erkannte, erschrak er, wurde bleich und sank zu Boden. Sein tödlicher Herz­infarkt in diesem Moment verhinderte, daß er noch erleben mußte, wie all die Sachen seiner Ex-Frau aus der Wohnung und zu ihrer recht­mäßigen Eigen­tü­merin gebracht wurden. Was für ein Glück es für ihn doch war, daß er gar nichts Eigenes mehr hatte und sie so auch nichts von ihm erben konnte – daran konnte er sich allerdings nicht mehr erfreuen.

 

 

Erinnerung des Tages:
Als Kind war ich großer Fan von Ritter Runkel von Rübenstein.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden war ich am 28. September 2024 mit dem zahlreichen Publikum, mit Ausgesprochenem, mit dem zumeist trockenem Wetter.

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271–2024: Freitag

Zeit für Dada, oder etwa nicht?

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Einmal mehr saß ich, stiftekauend, da und wartete auf Inspiration. So sehr wartete ich, daß ich darüber ins Schwitzen geriet. Und mir fiel plötzlich vor lauter Konzentration auf die erwartete Inspiration der Begriff nicht mehr ein für das Ding, mit dem ich den Schweiß. Hieß das:

  • Prappwuns?
  • Kluschloster?
  • Toochfeumel?

Und was tat ich damit:

  • schnackern?
  • trommseln?
  • bustplaten?
  • sackpfoffnen?

Ich schrieb die Worte einfach so nieder und siehe: Dada hatte mich inspiriert, Worte zu erfinden. Nur wenige. Doch ich fand sie rena­flös genug, sie pfrotig zu labandern. Quolt angeschumt pritzel mott, kna sommech Witbewonn gegrimpelt.

 

 

Nur ein Spaß. Es geht mir gut.

 

Erinnerung des Tages:
Bei ähnlichem Wind hat der Verein sich schoneinmal geweigert, den Markt in einer Burg zu bespielen.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden war ich am 27. September 2024 mit dem geschafften pervers frühen Aufstehen, mit der einen oder anderen Aufmunterung zwischendurch, mit dem möglichen Ersatz für sechs gebrochene Stahlfedern.

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270–2024: Donnerstag

Und das Ende gehört für mich schon lange dazu.

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Es ist der Tag vor dem Ende, vor dem Ende der Arbeitswoche. Auf einem Zettel am Schreib­platz stehen diese beiden Sätze (mit Quellenangabe), die ich beim Lesen und beim Abschreiben für eine mögliche Inspiration hielt:

 

 

Der Tod ist einer der Gründe, weshalb mir das Leben so anziehend erscheint. Er bewirkt, daß ich die Welt klarer sehe.

Arno Geiger: Der alte König in seinem Exil. S. 182.
© Carl Hanser Verlag München 2011. ISBN 978-3-446-23634-9

 

 

Da saß ich nun und dachte nach. Über den Tod, der mir schon oft und auch heftig begegnete. Ich versuchte mir vorzustellen, wie das Menschenleben ohne den Tod aussehen könnte. Und ich kam zu einem Schluß: Kinderlos. Eine andere Möglichkeit des Überlebens der gesamten Menschheit sah und sehe ich nicht, wenn der Tod der Menschen abgeschafft wird.

Bei mir bewirkt der Tod, das Erleben eines Todes übrigens nicht, daß ich die Welt klarer sehe. Aber ich erkenne seine Existenz an als einen notwendigen Bestandteil des Lebens, denn auch ihr Ende gehört zu einer Geschichte dazu.

Mein Vater (1940 geboren) erkennt mich nicht mehr. Er ist in seiner Welt gefangen, verschwunden. Manchmal, wenn ich ihn ansehe, glaube ich zu erkennen, daß er nur noch auf den Tod wartet.

 

Erinnerung des Tages:

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden war ich am 26. September 2024 mit den Erinnerungen an einen Sohn, mit der Zeit in der Badewanne, mit dem Weihnachtstee.

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269–2024: Mittwoch

Der Wochenteiler, der falsche …

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Immer wieder höre ich und lese ich, daß der Mittwoch als Wochenteiler bezeichnet wird. Früher dachte ich oft: Aber nur, wenn man nicht zählen kann, denn es gibt zwei Tage vor und fünf Tage nach dem Mittwoch. Irgendwann verstand ich dann, daß in manchen Gegenden die Woche mit dem Sonntag begonnen wird und mittwochs damit tatsächlich die Mitte der Woche erreicht ist: drei Tage davor und drei Tage danach. Noch länger brauchte ich, um zu begreifen, daß für manche das Wochen­ende nicht zur Woche gehört: zwei Tage davor und zwei danach. Ich bestehe also schon längst nicht mehr darauf, daß der wirkliche Wochenteiler der Donnerstag sein muß, nach meiner und der von mir als allgemeingültig angesehenen Zählung.

Unter ähnlicher Verwirrung litt ich früher, weil alle unixoiden Systeme Wochentage anders zähl(t)en als Windoof-Maschinen. Unter UNIX/LINUX beginnt das Zählen mit „0”, unter Windows mit „1” – außer in EXCEL, da mußte (und muß?) gesondert von der Zählung ab Null auf die ab Eins umgestellt werden zumindest in der Funktion WOCHENTAG(), und es konnte/​kann auch noch festgelegt werden, ob die Woche am Sonntag oder am Montag beginnt … (Nein, die dahinterstehende Logik begriff ich nie, ich lernte auswendig, was wo wie ist.)

Dementsprechend hoffe ich, alle hatten/haben einen angenehmen Wochenteiler.

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Ich habe heute von meinem Telefon 482 Bilder gelöscht, ohne sie vorher zu „sichern” (und die zugehörigen Thumbnails u.ä. auch).

 

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P.S.: Zufrieden war ich am 25. September 2024 mit einem (meinem ersten?) Videoanruf, mit mehreren fertigen Textlein, mit der Schüssel Salat.

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268–2024: Feierabendtext

Aus dem Kopf eines schreibenden Menschen.

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Ich brauche noch einen Text. Dann kann ich für heute Feierabend machen. Einen Text noch, nur etwa zehn Zeilen. Nichts Besonderes. Nichts, was ich nicht schon tausend Mal geschrieben hätte. Bloß habe ich noch so absolut keine Idee, was ich worüber schreiben könnte. Auf dem Schmierzettel mit den Stichworten ist auschließ­lich Durchgestrichenes zu lesen – das alles habe ich abgearbeitet. Zu all dem habe ich schon Texte verfaßt. Und jetzt?

Ich wechsele die Musikrichtung. Dudelfunk aus. Am Rechner starte ich die Playliste „Melancholica”. Vieles davon habe ich lange nicht mehr angehört. Und schon bem ersten Lied steigen Erinnerungen in mir auf. Gute. Als der Song im Radio auftauchte, war ich noch jung, war ich verliebt. Unsterblich verliebt in die, die heute meine Frau ist. Ich liebe sie noch immer. Und in all den Jahren haben wir viel miteinander durchgemacht, überstanden. Die Musik begeleitet mich leise auf meinen Streifzügen durch Vergangenheit. Vieles aber möchte ich nicht in einem Text preisgeben, der öffentlich lesbar sein wird. Einiges müßte ich weit verfremden, ehe ich es … Und insbesondere die erotischen Szenen bleiben unser Geheimnis.

Noch ein paar Minuten bleiben mir, für den verflixten letzten Text dieses Tages. Schweißausbruch. Schreibausbruch wär besser. Herr­gott­nochmal. Es sind doch nur zehn Zeilen nötig. Und im Notfall reiche auch weniger Worte. Die dann aber jedes einzelne sitzen müssen. Ein Haiku, ein Tanka, ein 28er, ein Doreacht – irgendetwas halt!

Nanu? Auf dem Schmierzettel habe ich etwas gekritzelt, un- oder unterbewußt (ich weiß immer nicht, was davon die angemessene Bezeichnung ist):

Vögel am Himmel
Mitten in der dunklen Nacht
Ein Flügelrauschen

Ein Senryū – oder ein Haiku? Jedenfalls ein kurzes Gedicht.

 

 

Erinnerung des Tages:
Ich erhielt einst eine SMS aus der Autoschlange vor einem geschlossenen Bahnübergang, in der es um Aussteigen und heftig strömenden Regen ging.

 

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Der Emil

 

P.S.: Zufrieden war ich am 24. September 2024 mit dem Text am Morgen, mit der Zeit unter Bäumen, mit der Pause auf einer Bank.

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