Kategoriearchiv: Tante Erdmute

257.2026: Geschenk

Und dann war plötzlich ein Erkennen.

Eines Abends eröffnete sie ihm, daß sie ein sehr, sehr besonderes Geschenk für ihn habe. Oh, er war neugierig! Doch da war kein Päckchen, kein Umschlag, reineweg nichts zu finden. Sie könne es ihm zeigen, sagte sie, nur zeigen. Was soll das denn für ein besch… – nein, das kann nicht wirklich ein Geschenk sein […] Weiterlesen →

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256.2026: Abendszene

Ein anderer Blick in dieses eine Haus. Ein ungewöhnlicher.

Ein alter Mann sitzt an einem Couchtisch. Vor sich hat er Papier in verschiedensten Formaten, Schreibgeräte unterschiedlichster Art. Das fast chaotische Ensemble wird beleuchtet von fünf brennenden Kerzen und dem Bildschirm eines Tablets. Doch er schreibt nicht. Er sitzt da und schreibt: nichts. So geht das schon den dritten Tag. Es scheint, als […] Weiterlesen →

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253.2026: Rotzlöffel

Welche Erinnerungen mit diesem verschwindenden Wort einhergehen.

Das waren damals noch Zeiten! Als ihr Neffe noch im Garten zwischen den sorgsam gepflegten Beeten herumtollte. Und immer, wenn der Rotzlöffel in eines der Beete hineintrat, rief sie ihn zu sich und schimpfte mit ihm. Das waren noch Zeiten …

Aber das waren nur wenige Jahre. Irgendwann wurde er zu dem jungen Mann, der […] Weiterlesen →

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151.2026: Kühlende Phantasie

Einen Sommernachmittag im Garten genießen.

Tante Erdmute sitzt im Garten, im Schatten. Es ist heiß, zu heiß für ihren Geschmack. Dennoch will sie draußen sein …

Seit vielen Jahren schon trägt sie keine BHs mehr und hat auch nicht vor, sich wieder damit einzuengen. Aber jetzt, jetzt phantasiert sie […] Weiterlesen →

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130.2026: Geglättet

Ein Satz aus einem nicht so ganz fremden Tagebuch.

[…] Vor über 40 Jahren schrieb Tante Erdmute diesen Satz in ihr Tagebuch. Ich denke seit einiger Zeit darüber nach, ob er vielleicht auch ohne den Teil in Klammern stimmen kann. Weiterlesen →

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114.2026: Wetterfühlig

Diesmal aber ganz ohne Leiche im Keller.

Das Knie. Das linke Knie. Es kündigt sehr zuverlässig an, wenn ein Wetterumschwung bevorsteht. Das tut es seit Jahren, seit sie – verbotenerweise – als Backfisch mit einem Mofa erste Fahrversuche machte und dabei stürzte. Sie durfte ja nichtmal mit dem Fahrrad über das elterliche Anwesen fahren, doch auch das tat sie, wenn auch nur selten und heimlich hinter den Stallungen und der Scheune. Von jenem Sturz waren nur ein paar kleine Kratzer ge­blie­ben, glaubte sie. Bis irgendwann viel später diese sonderbaren, ziehenden Schmerzen begannen […] Weiterlesen →

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107.2026: Moralisch verwerflich

Unanständig sehnsüchtige Träume, die aufwühlen.

So aufzuwachen, so schlagartig aus einem Traum zu fallen, und dann so verwirrt sein. Wieso nur waren solche Szenen nie in ihren Jugend­träumen vorgekommen? Was soll sie jetzt tun gegen ihre, für ihre Lust … Tante Erdmute bleibt ein paar Minuten auf dem Bett sitzen. Noch spürt und sieht sie die Frau aus ihrem Traum. Ja, eine Frau! Aber das geht doch nicht, das ist unmoralisch und widerlich […] Weiterlesen →

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102.2026: Eigentlich egal

Ein spätes Geständnis kann die Vergangenheit nicht ändern.

Nur selten hat sich mein Ärger” sie seufzt vernehmbar, „gegen die tat­säch­lichen Ursachen meines Leidens oder der von mir wahr­ge­nommenen Ungerechtigkeiten gerichtet. Stattdessen suchte ich nach einem Sündenbock und nach einfachen Lösungen. Ich wollte mir nicht die Mühe machen, die Umstände und mich selbst zu erforschen. Immer habe ich alle Schuld für meine eigenen Dumm­heiten und meine Fehltritte auf etwas Äußeres geschoben […] Weiterlesen →

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092.2026: Danach aber

Es soll so werden, wie es immer wurde.

Es wird hoffentlich so werden, wie es jedes Mal wurde. Sie wird die Momente genießen, die sie sich seiner Zuwendung hingibt. Unein­ge­schränkt übrigens, so, wie sie es im Geheimen abgesprochen haben und es sich jedesmal wieder bestätigen. Und es wird, wenn es nach ihr geht […] Weiterlesen →

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059.2026: Vorbereiten

Was Menschen lebenslang vermeiden und dennoch irgendwann tun.

Sie steht vor dem Spiegel, gerade, aufgerichtet, fest, beinahe in sich ruhend. Dem würde sie aber nie zustimmen können, denn in ihrem Inneren ist alles aufgewühlt, dort herrscht ein wahrlich wüstes Chaos an Gefühlen. Deshalb übt sie zu sprechen und eine zu ihren Worten passende Körpersprache zu zeigen. Denn eines ist ihr sehr bewußt: Irgendwie muß endlich dieses Ungewisse, dieses Hängen-im-Dazwischen, das Unentschiedene überwunden werden […] Weiterlesen →

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