340 im Advent 2025: 6. Türchen, St. Nikolaus

 
Das ist mein 16. Blog-Adventskalender. Beim Schreiben denke ich oft an die, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, an alle, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen auch in diesem Jahr für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen, und für die, die Freude an dieser Zeit haben.

 

Ich hole heute mein Nikolaus-Gedicht von 2018 hevor.

 

Hat sich seither etwas zum Guten gewendet? Ist alles wenigstens auf dem schon damals niedrigen Niveau geblieben? Oder ging es noch weiter bergab? Ich finde es zu meinem Bedauern erschreckend traurig, entmutigend, daß mir das noch immer absolut aktuell erscheint.

 

 

Lieber guter Nikolaus,

sieh doch mal zum Fenster raus!
Sieh die Männer, sieh die Frauen,
wie sie nach den Flaschen schauen,
nach den Flaschen mit dem Pfand!
Das ist heute unser Land!
In den Heimen, schau, die Alten,
die kaum noch Besuch erhalten,
weil nach Arbeitsplatzverlusten
ihre Kinder wegziehn mußten!
Schau nach Hannes, der da unten
einen trocknen Platz gefunden.
Seit man ließ modernisieren
seine Wohnung, darf er frieren,
weil: Die Wohnung wurde teuer!
Manchmal macht sich Hannes Feuer
in der kalten Winternacht.
Das hat unsre Zeit vollbracht!
 
Ach Du lieber Nikolaus.
Viele leb'n in Saus und Braus.
Vielen fehlt's an allen Enden.
Viele sammeln viele Spenden.
Hier fehlt Geld und dort fehlt Nähe.
Wenn ich alles das so sehe,
weiß ich, Niklaus, es ist Zeit:
Schenk uns mehr Mitmenschlichkeit.

Zuerst veröffentlicht von mir am 6. Dezember 2018
unter dem Titel Nikolausgedicht, modern.
(Eine Leerzeile habe ich eingefügt, sonst nichts verändert.)

 

 

Verzeiht mir das Aufwärmen. Hätte ich heute etwas Neues geschrieben, es wäre viel, sehr viel bösartiger und resignierter gewesen. Ich würde nämlich heute auf meinen zusätzlichen TeilMitmenschlichkeit verzichten, wenn so mancher Politikerdarsteller dafür weingsten etwas davon hätte …

Ich habe wirklich unerwartet etwas sehr Besonderes, absolut Verrücktes zum/​vom Nikolaus bekommen: Weihnachtssocken …

 

Gestern weggegeben bzw. entsorgt:
Sieben Gläser, drei Tassen und eine handbetriebene Kaffeemühle stellte ich ins Haus; alles scheint Nachnutzer gefunden zu haben.

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Gestern, am 5. Dezember 2025 war ich zufrieden mit dem mit Ideensuchen (also an die Decke starren), mit einer Butterbemme am Nachmittag, mit Satsumas satt (ich habe das Netz kom­plett leer­gefressen).


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339 im Advent 2025: 5. Türchen

 
Das ist mein 16. Blog-Adventskalender. Beim Schreiben denke ich oft an die, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, an alle, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen auch in diesem Jahr für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen, und für die, die Freude an dieser Zeit haben.

 

Ich weiß, daß mich meine schöne Erinnerung trügt.

 

Dennoch erinnere ich mich an die Adventszeit früher immer auch als Winterzeit, also die Zeit des Winters mit Schnee und Eis (nicht an die falsch so genannte Normalzeit hierzulande, an die MEZ). Das gehörte und gehört für mich noch immer zusammen: Weiße Landschaft und Adventskalender. Kann sein, daß das mit dem Privileg zusammenhängt, im Erzgebirge aufgewachsen zu sein, nicht sehr weit weg von einer der schneesichersten Gegenden außerhalb Bayerns.

Ich weiß noch, daß wir statt mit dem Bus auf Schiern in die Schule in der nahen Kreisstadt fuhren, vor den Weihnachtsferien, einfach so aus Jux. Öfter sind wir in der Adventszeit über die wundervollen (ja, das waren sie auch in der DDR) Weih­nachts­märkte gezogen, auf der Suche nach etwas ganz Besonderem. Und wenn es bei so einem Gang anfing, sanft zu schneien: Himmlisch. »Schneemannbau'n und Schnee­ball­schlacht – Winter ist so schön!«

Ich weiß, daß meine Erinnerung mich trügt, und dennoch war früher öfter und mehr Schnee, in der Erinnerung jedenfalls meistens. Vorm Haus in Schlema wurde ein Iglu gebaut, in dem wir zu viert oder fünft saßen, bis in die Dämmerung und Dunkelheit hinein, mit brennenden Kerzen. Wer ließe denn heute einen Erstklässler mit Streichhölzern und echten Kerzen unbeaufsichtigt hantieren? Damals aber, damals wußten viele, wie das Feuer im Ofen entfacht wird (Papier, kleines Holz, größeres Holz, Brikett, v.u.n.o.), auch schon in diesem Alter.

Ich weiß, daß diese Erinnerung nicht trügt, denn an den brennenden Öfen seinerzeit war es viel wärmer und kuscheliger (und ist es noch immer) als am Heizkörper oder auf der Fußbodenheizung. Und wenn ich mich auf die Ofenwärme am Morgen freute, schlief ich nachts im unbeheizten Kinderzimmer, teilweise ohngeacht der Temperaturen sogar bei offenem Fenster. Ich gestehe, diese Ofenwärme vermisse ich. Na klar, Feinstaub, Ruß, Treibhausgas; Holz- und Kohlenschlepperei, Holzhacken oder -sammeln, das Stapeln von gehacktem Holz in Mieten, unter Schleppdächern oder Dachbodenkammern waren mühsam. Das meiste davon hab ich immer gerne gemacht, nur das Ascherausbringen mochte ich nicht so sehr.

Die Kindheitserinnerungen an Advent und Weihnacht gehören, obwohl sie meist trügerisch sind, zu den Schönsten meiner Erinnerungen. Auch deshalb versuche ich jedes Jahr aufs Neue, etwas von damals zurückzuholen in mein Leben, so weit mir das möglich ist.

 

Erinnerung des gestrigen Tages:
Spätestens in den Winterferien im Februar stand ein Besuch im Museum für Bergmännische Volkskunst an mit seinen vielen mechanischen Weihnachstbergen und den vielen weih­nacht­lichen Figuren. Ob ich das noch einmal schaffe?

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Gestern, am 4. Dezember 2025 war ich zufrieden mit dem Unterwegssein draußen, mit den Knotenübungen (fragt nicht), mit einer Zeitschrift im Briefkasten.


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338 im Advent 2025: 4. Türchen

 
Das ist mein 16. Blog-Adventskalender. Beim Schreiben denke ich oft an die, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, an alle, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen auch in diesem Jahr für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen, und für die, die Freude an dieser Zeit haben.

 

Heute ist ein besonderer Tag der Adventszeit, ein sehr besonderer.

 

 

Ach Du Scheiße. Oh, das sagt man ja nicht, also: Himmel, Arsch und Zwirn! Was soll das? Ungläubig sehe ich aus dem Fenster und verstehe für einen Moment die Welt nicht mehr. Das gibt es nicht. Da draußen liegt mindestens ein halber Meter Schnee vieleicht auch ein ganzer Meter? Sowas gab es zuletzt ich-weiß-nicht-wann. Prima. Bei dem Chaos wird heute nicht viel funktionieren. Die Straße nicht geräumt. Die Autos unterm Schnee begraben. Da kommt auch keine Straßenbahn durch. Wer weiß, ob da irgend­etwas in der Stadt überhaupt funktioniert … Als ich dann noch im Schlafanzug mit der Schneeschippe in der Hand aus der Haustür trete …

… werde ich wach. Brrrrr, arschkalt ist es. Ach so: Ich liege neben meiner Decke im Bett, bei offenem Fenster. Bin wohl eingeschlafen, ehe ich es schließen konnte. Und von der elenden Kälte wach­ge­wor­den. Schnell das Fenster zumachen, die Heizung aufdrehen und wieder unter die Decke. Was für ein Traum! Natürlich wäre mir Schnee, viel Schnee zur Weihnacht und schon jetzt zur Adventszeit ganz recht. Aber soooo viel, ein ganzer Meter? Das muß nicht sein, jedenfalls heute nicht. Nicht heute am Barbara-Tag.

Ach ja. Der war am Sonntag noch ein Rätsel für mich. Als wir uns im Hausflur trafen und sie mir den selbstgemachten Adventskalender überreichte, machte sie einen für mich sehr rätselhaften Vorschlag. Wir könnten doch an eben jenem Barbara-Tag nach einem Kaffe bei ihr mal gemeinsam über den städtischen Weihnachstmarkt schlen­dern, einfach so. Zur Einstimmung auf die besinnliche Zeit, mitten im Trubel der Sauf- und Freßbuden. Huch! Ich sagte sofort, ohne nachzudenken und zu zögern zu, obwohl ich nicht wußte, was und wann dieser Barbara-Tag ist. Klar, das fand ich ziemlich schnell heraus. Vorgenommen habe ich mir, gleich nachher am Vormittag noch Barbarazweige zu schneiden, von der Kastanie, die direkt gegenüber des Hauses am Straßen­rand steht. Für uns beide, für die Nachbarin und für mich. Ob jeweils vier reichen? Und ob sie es schaffen, in den zwanzig verbleibenden Tagen auszutreiben und sogar zu erblühen?

Ach, wenn ich nur wüßte, wie sie darauf reagiert … Ich mach mir jetzt erstmal Kaffee, eß ein paar Lebkuchen und Spekulatius, und dann nach ich das vierte Schächtelchen des von meiner Nachbarin selbstgebastelten Adventskalenders auf. Was wohl heute zu finden sein wird? Später dann, am Nachmittag werde ich zum Kaffeetrinken bei ihr sein, gegen 16 Uhr …

 

 

Nein, das habe ich nicht erlebt, sonder phantasiert. Und dort ist so ziemlich alles über den Barbara-Tag nachzulesen.

 

Gestern weggegeben bzw. entsorgt:
Ich warf heute zwölf defekte R6-Akkumulatoren in die Rückgabebox beim Supermarkt.

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Gestern, am 3. Dezember 2025 war ich zufrieden mit dem Gefühl des vollständigen Ausge­schla­fenseins, mit den abgeholten Medikamenten, mit Brathering und Semmel am Abend.


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337 im Advent 2025: 3. Türchen

 
Das ist mein 16. Blog-Adventskalender. Beim Schreiben denke ich oft an die, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, an alle, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen auch in diesem Jahr für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen, und für die, die Freude an dieser Zeit haben.

 

Ich hielt, was im Adventskalender stak, für gefährlich.

 

 

Seit längerem habe ich keinen selbstgemachten Adventskalender mehr gehabt. In diesem Jahr allerdings ist da wieder einer, einer, den mir völlig überraschend meine Nachbarin überreichte. Ich stand ganz schön bedröppelt da – aber das sei der Dank für meine Einladung zum Weihnachtsessen am 24. So steht jetzt eben für jeden Tag bis dahin kleines numeriertes Schächtelchen auf dem Fernsehtisch. Die leeren bleiben dort auch bis nach Weihnachten.

Bisher fand ich selbstgebacke Plätzchen und ein kleines Schoko­la­denweihnachtshaus (das sah ich auch noch nie), und heute war ich richtig baff. Ein USB-Stick war im Schächtelchen Nº. 3, einer von den ganz winzigen von der Bauform her, mit 64 GB. Die sind nicht vollständig belegt, bei weitem nicht. Aber knapp 30 GB Daten finden sich. Musik, Film, Bilder. Uff. Zuerst sah ich mir die Bilder an, ich hoffte ja auf ganz bestimmte. Doch obwohl wir oft auch über unsere diesbezüglichen Vorlieben sprachen: Solche waren nicht dabei. Aber woher hatte sie so viele Fotos aus dem Dorf, in dem ich aufwuchs? Das möchte ich schon gern wissen. Viele Motive kenne ich, einige erkenne ich an den Figuren in den Fenstern. Andere sind eben bekannt: Bäckereien, Fleischer, die fünf Kirchgebäude. Und sogar die Sprungschanze am Berg des Nachbardorfes ist dabei! Zumeist sind es schwarz-weiße Aufnahmen, aber wer kennt, was darauf zu sehen ist, kennt die Farben der Fensterläden, der Dächer usw. usf. Ich wüßte gern, wie sie an diese Bilder kam.

Musik enthält sehr vieles, das ich kenne. Die Schallplatten und Musik­kassetten von Eterna und Amiga. In guter Qualität digita­li­siert. Im Ordner Film allerdings war eine echte Überraschung für mich: Nur eine einzige Datei, 23 Minuten lang, Flim.mp4 benannt (ja, mit diesem Buchstabendreher). Ja, ich war neugierig, aber auch ängstlich. Hatte ich doch auch schon Schadsoftware, die beim Abspielen eines Videos „nachgeladen” werden sollte. Nun, auf einem LINUX ist eine *.com-Datei nicht weiter gefährlich, weil sie nicht ausgeführt wird. Dennoch bin ich vorsichtig geworden, was das angeht.

Nach dem Mittag dann faßte ich mir ein Herz. Film auf, fast 30 Sekunden weder Bild noch Ton. Ääähhhhh … Aber dann. Kein Titel. Aber Bild und Ton, dunkles Bild und dumpfer Ton. Aus der Schwärze schälten sich Konturen, die mir auch bekannt vorkamen. War das ein 8-mm-Film oder 16-mm? Nach analoger Kamera sah es aus, und nach meiner Studienzeit. Mitte der 90er Jahre sahen wir schon noch ganz anders aus als nach 1990. Ich saß und schaute. Und schaute den Film nocheinmal an. War da wirklich ich zu sehen, wie ich an einer Schmalspureisenbahn beim Rückbau der Strecke mitarbeite? Möglich wäre das.

Morgen Nachmittag werden wir uns zum Kaffee treffen bei ihr, und dann wird sie das Geheimnis lüften, wie sie zu all diesen Daten kommt. Naja, Musik und Bilder könnten aus dem Internet stammen. Aber der Film, dieser Film … Ich geh mal zum Bäcker in der Innenstadt, von dem weiß ich, daß er auch aus dem Gebirge stammt und Weihnachtststollen wie dort üblich backt.

Eine Überraschung gab es in dieser Advents- und Weihnachtszeit schon …

 

 

Erinnerung des gestrigen Tages:
Ich versuchte mich zu erinnern, wann ich zuletzt so lange geschlafen hatte (16 Stunden), aber nein, vielleicht als Säugling mal …

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Gestern, am 2. Dezember 2025 war ich zufrieden mit dem vielen Schlaf, mit den Mandarinen.


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336 im Advent 2025: 2. Türchen

 
Das ist mein 16. Blog-Adventskalender. Beim Schreiben denke ich oft an die, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, an alle, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen auch in diesem Jahr für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen, und für die, die Freude an dieser Zeit haben.

 

Die wunderbaren Dinge meiner Weihnachtszeit.

 

Da sind sie wieder. Die Lichter, die für mich zur Advents- und Weihnachtszeit dazu­ge­hö­ren. Nicht die grellbunten, blinkenden Dinger – die mag ich wirklich nicht. Der „amerikanischen” Weihnacht ziehe ich die Erzgebirgsweihnacht mit ihren einfachen weißen Birnchen und den echten Flammen von Kerzen aller Art vor.

Ein Plädoyer für Einfachheit und Schlichtheit? Nicht ganz, eher eine Wortmeldung zum Überfrachteten, das ich hierzustadt sehe und mittlerweile auch im Erzgebirge wahrgenommen habe. Ja, da spielt eine große Rolle, wie ich an dieses Fest, an den Weihnachtsschmuck und an die Traditionen jener Gegend herangeführt wurde:

Zumindest in meiner Kindheit und Jugend war alles noch geprägt von der berg­män­nischen Vergangenheit und deren Traditionen, die in der Erzgebirgsweihnacht eine so bedeutende Rolle spielte und bei mir noch immer spielt. In der DDR war der religiöse, der christliche Anteil sowieso verpönt. Zum Beispiel ging es in die Metten­schicht auch in den Kirchen, nicht zur Christmette. Ich stolperte sogar über manch überkommenen Vers in den Volksliedern: „Geds hofft, doß's zen Heiling Christ / aah e Paackel kriegt.” (Aus der 4. Strophe vom Raachermaannl-Lied, das mit „Gahr fer Gahr gieht's zen Advent / of 'n Buden nauf” beginnt). Es dauerte tatsächlich zwei oder drei Jahre, ehe ich Weihnachten automatisch mit dem Kirchenfest zusammenbringen konnte. Bergmännisch hieß im Erzgebirge auch: einfach, schlicht, manchmal gar ärmlich, denn es ging um den einfachen Bergmann, nicht um die Bergfürsten und ähnlich Hochgestellte.

Neben der sehr speziellen Musik gehört für mich auch Stille zu dieser Zeit. Also Zeit ohne Musik, ohne Gespräch, fast ohne Hintergrundgeräusche. Es gibt Räume, in denen ich das finde, in die ich aber nicht nur während der Advents- und Weih­nachts­zeit gehe. Genau: Kirchen. Hierzustadt zumeist die Marktkirche Unser Lieben Frauen, auch Marienkirche genannt. Dort sind immer Geräusche zu hören, aber es ist Stille. Wie im Wald. Oder am Meer.

Einfache Lichter und Stille. Dazu kommt bei mir ein Drittes, nämlich der Duft der Weihnacht. Der nach Reisig (Tannen- oder Fichtengrün), und nach Holzfeuer (viel zu selten nach meinem Geschmack) und der, der von Räucherkerzchen ausgeht. Weihrauch am liebsten, von den Neudorfer Weihrauchkerzen, und dann noch der Weihrauchduft von Knox, und nicht zu vergessen der Weihnachtliche Weihrauch aus Crottendorf. Was ich auch mag, ist der Duft von brennenden Bienenwachskerzen.

Ich genieße all das. Vor allem aber ist jetzt für mich die Zeit der Lichter (und eines gewissen Heimwehs). Und weil ich das alles so sehr mag, geht meine Weihnachtszeit wirklich bis Mariä Lichtmeß, bis zum 2. Februar, 40 Tage nach dem Weihnachtstag.

 

Erinnerung des gestrigen Tages:
Es waren nur zwei oder drei Jahre, da erlebte ich noch, wie echte Kerzen auf dem Wei­nachts­baum und auf den Schwibbögen meiner Großeltern leuchteten. Auf Lichterengeln und Berg­män­nern wurden die viel läger entzündet.

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Gestern, am 1. Dezember 2025 war ich zufrieden mit den drei Stichen in der Hausarztpraxis (Grippe, Covid, Blutabnahme, dazu auch noch ein EKG wegen erhöhtem Ruhepuls), mit neuen Thermo­socken, mit einem zweiten ganz besonderen Adventskalender für mich.


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335 im Advent 2025: 1. Türchen

 
Das ist mein 16. Blog-Adventskalender. Beim Schreiben denke ich oft an die, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, an alle, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen auch in diesem Jahr für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen, und für die, die Freude an dieser Zeit haben.

 

Die Zahl ist täglich anpaßbar.

 

 
Adventskalaannertürle

Glei mach iech's erschte Türle auf!
Wos werds dä heite gaabn?
Ach, wie iech mich schu frei dodrauf,
ihr waard mrsch ball net glaabn.

Heit guck'ch ins erschte Türle nei.
Is werd wuhl Schoggelahd
wie vunnegahr do drinne sei.
Un doch hoob iech mei Frahd.

Nort is dos erschte Türle laar.
Wos drinne war, vorschlunge.
Un's Warten is gar daamisch schwaar
net bluuß for Maad und Gunge.

Su gieht dos itze Tog for Tog
bis ze Weihnachtn hie.
For miech is das, dos is kaa Froch,
fei geds Gahr wieder schie.

 

 

Adventskalendertürlein (unerzgebirgisch hochdeutsch)

Gleich mach ich's erste Türlein auf! / Was wird's denn heute geben? / Ach, wie ich mich schon freu darauf, / ihr werdet mir’s bald (beinahe) nicht glauben.

Heut' schau ich ins erste Türlein hinein. / Es wird wohl Schokolade / wie vergangnes Jahr da drinnen sein. / Und doch habe ich meine Freude.

Nachher ist das erste Türlein leer. / Was drinnen war, verschlungen. / Und's Warten ist gar dämlich (unwahrscheinlich/teuflisch/verdammt) schwer / nicht nur für Mädchen und Jungen.

So geht das jetzt Tag für Tag / bis zu Weihnachten hin. / Für mich ist das, das ist keine Frage, / wirklich jedes Jahr wieder schön.

 

Erzgebirgische Mundart. Leider nur schriftlich, nicht eingesprochen zum Anhören. Das hab ich nicht geschafft. (Hinweis: das doppelte a – aa – wird nicht lang gesprochen, sondern repräsentiert einen Laut zwischen a, e und ä.)

 

Erinnerung des gestrigen Tages:
Die Adventskalender meiner Kindheit hatten Bildchen hinter den Türchen, keine Schokolade oder anderen Süßkram oder Spittel.

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Gestern, am 30. November 2025 war ich zufrieden mit der ersten brennenden Kerze auf dem Leuchter, mit zwei angenähten Jacken-Aufhängern, mit heimatlicher Adventsmusik.


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334 im Advent 2025: 1. Advent

 
Mein mittlerweile 16. Blog-Adventskalender. Beim Schreiben denke ich oft an die, die krank sind und/oder Unterstüt­zung benötigen, an alle, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen auch in diesem Jahr für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen, und für die, die Freude an dieser Zeit haben.

 

So darf das doch nicht anfangen?

 

 

Sie haben zusammen den Tisch gedeckt, den in der Wohnstube. Sonn­tags wird immer im Wohnzimmer gefrühstückt. Als sie endlich am Tisch sitzen, bemerkt die Mutter, daß ihr Sohn etwas auf dem Herzen hat. „Na, Peterchen, was hast Du?” „Sag doch nicht mehr Peterchen, ich bin Peter und ich bin schon fast groß.” Ein wenig schmollt der Junge und die Mutter nickt. „Sag mal, Mutti, heute ist doch der erste Advent?” „Ja, Peter, der ist heute.” „Und im Advent gibt es doch den Adventskalender. Warum darf ich heute noch kein Türchen aufmachen? Das ist sooooo gemein!” Oh weh, das ist wirklich ein Problem. Einen Moment muß die Mutter nachdenken. „Also weißt Du, Peter”, noch immer weiß sie nicht wie sie das erklären soll, „die Adventskalender haben immer nur 24 Türchen. Für jeden Tag vom ersten Dezember bis zum Weihnachtsabend eines.” „Aber heute ist noch November, und es ist erster Advent, da muß doch der Adventskalender schon gelten, am ersten Advent!” Peter denkt kurz nach. „Du, Mutti, kannst Du nicht machen, daß ich nicht nur einen Dezemberkalender habe, sondern einen echten, einen richtigen Adventskalender, der immer am ersten Advent beginnt?” Er schaut sie mit großen Augen an. „Nun, Peter, möchtest Du wirklich immer einen Adventskalender, der am ersten Advent beginnt? Überleg doch mal: Manchmal ist der erste Advent im November, und manchmal, genauso oft wahrscheinlich, erst im Dezember. Da könnten am Ende auch bloß mal 20 Tüchen übrig­bleiben.”

Jetzt muß Peter nachdenken, und er tunkt ein Weihnachtsplätzchen in seinen Kakao. Er denkt so sehr so lange nach, bis ein großer Teil des Gebäcks in der Tasse versinkt. Da schaut er zu Mutti hin und meint: „Na das wäre ja doof. Dann soll das eben so bleiben, wie es ist. Aber: Kannst Du nicht einspringen”, oh, auf das Wort ist er stolz, hat er doch erst vor Kurzem verstanden, was dieses einspringen heißt, „und mir nach dem Tischabräumen irgendwas Kleines aus Schokolade geben?” „Mal sehen, ob ich was dahabe. Wenn ja, dann bekommst Du was.” „Oh danke, Mutti. Weißt Du, so ein Adventstag, an dem ich kein Türchen aufmachen kann und keine Schokolade bekomme, wäre ein sehr trauriger Adventstag für mich. Und Du willst doch auch nicht, daß ich traurig bin am ersten Advent?”

Die Mutter lächelt. Ja, denkt sie, traurig darf der Advent wirklich nicht anfangen – und denkt an den kleinen Osterhasen im Küchen­schrank ganz oben.

 

 

Wer hier noch nicht sehr lange mitliest, kann die Adventsgeschichten um Peter (der taucht seit Jahren immer mal wieder bei mir auf) unter diesem Link finden: Peters Advent – es kann sein, daß einige aufgrund meiner Schusseligkeit nur mit den Tag/Stichwort Peter zu finden sind.

Weil Adventskalendertürchen morgens geöffnet werden, erscheinen auch alle meine Beiträge zum 16. Adventskalender frühmorgens: wie der hier um 5.45 Uhr …

 

Erinnerung des gestrigen Tages:
Der Adventskalender im Blog war 2010 der erste Versuch einer täglichen Routine ganz tief unten in der Depression.

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Gestern, am 29. November 2025 war ich außer mit dem gestern schon genannten auch zufrieden mit adventlichen Ideen, mit dem aufgehängten Herrnhuter Stern, mit der Vorfreude auf die Lebkuchen und die anderen Leckereien.


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2025 – 333: Schlecht geschlafen

Und trotzdem, denke und glaube ich, geht es mir gut.

 

Es passiert vier- oder fünfmal im Jahr, da schrecke ich panisch aus dem Schlaf hoch. Wegen des Gefühles, daß mir eine saure, brennende Flüssigkeit in die Atemwege gerät. Immer liege ich in den Momenten auf der linken Seite, die folgend geschil­derten Empfindungen habe ich auch nur in der linken Seite.

Gleich am Anfang dessen setze ich mich auf. Ich huste, und manchmal war es das auch schon. Zwei Minuten später kann ich versuchen weiterzuschlafen. Doch wie gesagt, ist das einige Male im Jahr anders. in der vergangenen Nacht geschah es zwei Mal.

Das Husten reicht nicht. Ich habe wirklich Schwierigkeiten einzuatmen. Gegen einen starken Widerstand. Nicht genug Luft, viel zu wenig. Ausatmen ist leicht. Aber Einat­men nicht. Schnappend, stoßweise, gegen einen Druck. Nur ein Dittel oder die Hälfte des Normalen. Ich … Ich bin dabei noch nie gestorben, aber die Angst davor ist da. Ich bin nicht eingeschränkt in meinen Bewegungen, ich kann denken, kann sogar schreiben (Stichworte), das Fenster weit öffnen. Beim Luftholen entstehen sonder­bare Geräusche; und da ist immer ein heftiger Hustenreiz, den ich hin und wieder unterdrücke. Es braucht – ich hab nicht gezählt – dreißig oder fünfzig von den erschwerten Atemzügen, ehe das Gefühl der Luftnot schwindet, das Husten fast aufhört. Die Zeiten des Ausatmens reduzieren sich aufs übliche Maß, die langen Pausen zwischen den einzenen Atembewegungen gehen von bis zu 15 Sekunden wieder runter auf zwei. Nach zehn Minuten ist dann alles wieder normal, nur der saure, bittere, brennende Geschmack ist noch da. Der geht auch nicht beim Trinken weg. All das immer in der linken Körperhälfte.

Ja, ich bin noch immer Raucher. Ich habe keine Ahnung, ob das einem Asthma-Anfall gleicht. Es passiert mir nur nachts, besser: nur im Schlaf, nur auf der linken Seite liegend. Ja, ich hab ab und zu auch Sodbrennen. Zweimal diese Panik, in einer Nacht. Beide Male schlief ich danach wieder. Träumte sogar Angenehmes. Ich weiß nicht, was das auslöst, was ich lassen muß, um das nicht zu erleben. Heute freu ich mich des Lebens. Ja, es geht mir gut, niemand muß sich Sorgen machen.

 

Achtung: Ab morgen ist Advent. Zum 16. Male hier in diesem Blog. Und deshalb, weil nämlich die Türchen eines Adventskalenders am Morgen geöffnet werden, gehen auch meine Beiträge schon früh am Morgen online …

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Ich konnte heute eine winterliche Jacke (mehrere Nähte aufgegangen, auch sonst schon sehr ramponiert) ersetzen und somit auch entsorgen.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 29. November 2025 war ich zufrieden mit dem Ausgeschlafensein nach der Nacht, mit einigen weggebrachten Büchern, mit einer neuen winterlichen Jacke.


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2025 – 332: Störung gefunden

Der Abbruch, gefolgt vom Neubeginn des Lesens. Gut so.

 

Ich weiß jetzt, was mich an Ray Bradburys „Die Marschroniken” gestört hat.

Ich habe nämlich das Buch nochmal von Anfang an gelesen. Und da waren vier Seiten, an die ich mich absolut nicht erinnern konnte. Aber ich bin mir sicher: Diese Sätze wären mir unbedingt aufgefallen. So fehlte mir ein wichtiger Teil des Juni 2001, der Landung der vierten Expedition.

 

 

Ich hasse es, schlau zu sein, […] wenn ich mir gar nicht wirklich schlau vorkomme und es auch gar nicht sein will. Wenn ich gar nicht herumschleichen und Pläne machen und mir deswegen groß­artig vorkommrn will. Ich hasse das Gefühl, zu glauben, ich täte etwas Rechtes, wenn ich mir dessen in Wirklichkeit gar nicht so sicher bin. Wer sind wir schon? Die Mehrheit? Ist das die Antwort? Die Mehrheit ist immer heilig, nicht wahr? Immer, immer; sie irrt sich nie, keinen winzigen, unbedeutenden Augenblick irrt sie, nicht wahr? Auch in zehn Millionen Jahren nicht. […] Was ist denn diese Mehrheit, und wer gehört dazu? Und was denken diese Leute, und wie sind sie geworden, was sie sind, und werden sie sich jemals ändern, und wie zum Teufel bin ich in diese verdammte Mehrheit geraten? Mir ist nicht gut. Leide ich an Klaustrophobie, an Angst vor großen Menschenmengen, oder meldet sich nur mein gesunder Menschenverstand? Kann ein Mann recht haben, während die ganze übrige Welt ihren Standpunkt für richtig hält? Denken wir nicht darüber nach. Kriechen wir vielmehr herum, und tun wir was Aufregendes und drücken ab. Da und da.

Ray Bradbury: Die Marschroniken. Roman in Erzählungen. S. 106
© für die deutschsprachige Ausgabe 1972
by Marion von Schröder Verlag GmbH Düsseldorf
© Verlag Das Neue Leben Berlin, Berlin, 1981
Lizenz-Nr. 409-160/137/81 · Bestell-Nr. 622 498 2

 

 

Die von mir getätigten Auslassungen sind wirklich nicht von Bedeutung. Die Her­vor­hebungen (kursiv) sind im Buch so gedruckt.

Diese Sätze fehlten mir. Und sie fehlten sehr deutlich. Aber das sind Gedanken, die auch ich habe. Fragen, die auch ich mir stelle. Schlußfolgerungen, sehr sichere An­nah­men, die ich hege. Ängste, die auch mich hin und wieder befallen. Hab ich Recht, wenn alle andern etwas Anderes für richtig halten? Wenn sie ihre Wahrheit für die einzig richtige halten, andere Ansichten für sie niemals akzeptabel sein können? Und artet das bei allen andern Menschen, außer bei mir selbst, in eine solche Selbst­über­höhung aus, immer und in jedem Fall?

Diese Textstelle … Was da geschrieben steht … Ihr Fehlen hat mir das Verstehen des Buchs, des Textes, des Geschehens erschwert. Und ich lese die halbe Seite zum x-ten Mal. Immer und immer wieder. Ich erkenne Parallelen (glaube ich).

Ich habe verdammt viel Denkfuttter gefunden auf den vier Seiten. Was denkt ihr, wenn ihr das lest?

 

Erinnerung des Tages:
Bei meinen Großeltern gab es einen Schwibbogen, auf dem echte Kerzen brannten.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 28. November 2025 war ich zufrieden mit den gestellten Medikamenten (immer für zwei Wochen), mit Unterwegssein in der Stadt, mit Bemme und Brot zum Abend.


© 2025 – Der Emil. Eigener Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
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2025 – 331: Notwendiger Abschied

Nach über 15 Jahren ist es jetzt soweit.

 

Wenn ich es genau betrachte,können es auch 19 Jahre gewesen sein. Denn ich habe mir erst als ich in dieser Wohnung lebte jenes Set (gibt es dafür kein deutsches Wort?) gekauft aus Wasserkocher (1,7 l) und Kaffeemaschine mit Thermoskanne. Die Kaffeemaschine ist schon lange kaputt, die Kanne habe ich noch und sie paßt unter meine aktuelle Maschine. Nun hat es den Wasserkocher erwischt. Seit drei Tagen bemerke ich jedesmal, wenn ich ihn benutze, Wasser auf dem Unterteil mit der Stromversorgung. Es scheint, der abnehmbare Behälter ist nicht mehr dicht.

Heute ließ ich ihn – wassergefüllt und außen gut abgetrocknet – zwei Stunden auf Küchenrolle stehen. Ja, die wurde ziemlich feucht; also ist das Ding nicht mehr dicht. In diesem Fall bin ich vielleicht sogar übervorsichtig (ich erlebte als Jugendlicher einen 220-V-Stromfluß vom rechten Daumen zum linken Zeigefinger tatsächlich schadlos, bin aber seitdem ziemlich auf Sicherheit bedacht, wenn es um Elektrizität geht) und entschied, daß ich mir wohl ein neues Gerät beschaffen muß. Puh. Wasserkocher.

Bei der Gelegenheit dachte ich dann auch an den kaputten Eierpiekser und die fehlenden Würstchenzange. Okay, genug zu besorgen. Am Nachmittag ging ich um Zwei aus dem Haus. Drei Stunden und drei Geschäfte später hatte ich alles im dritten Laden gekauft. Nebenher sah ich mir noch den Weihnachtsmarkt im Zentrum der Stadt an: Ich halte diese Zufahrts- und Zugangserschwernisse samt der daneben­stehenden Polizeikräfte für a) nicht ausreichend wirkungsvoll und b) unvernünftig. Wenn kein Auto auf den Markt fahren kann (was ist mit NAW und RTW?) und kein Fahrrad durchkommt: Was soll das? Selbst für Leute mit Rollstuhl ist der Zugang nur erschwert möglich … Bei 3000 Weihnachtsmärkten ist auf dreien etwas passiert. (Jedenfalls auf weit unter einem Prozent.) Wann werden für die Sicherheit von Radwegen ebensolche Maßnahmen ergriffen?

Den Eierpiekser habe ich benutzt. Die Zange abgewaschen. Mit dem Wasserkocher Tee aufgegossen. Und ich habe mir etwas Wildes zu essen gemacht: Kidneybohnen, Letscho, Sauerkraut in einem Topf aufkochen, dann italienische Kartoffel-Weizen­mehlklößchen dazugeben. Da ich das Ganze abenteuerlich würzte, war es sehr interessant und machte mich gut satt.

Erst vor ein paar Minuten fiel mir auf, daß heute Donnerstag ist und nur noch zwei Tage übrig sind von der Voradventszeit. Ich hab noch einiges zu dekorieren. Und ich freue mich jetzt schon heftig auf das, was da auf mich zukommen wird.

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Der kaputte Eierpiekser ist weg und der undichte Wasserkocher auch.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 27. November 2025 war ich zufrieden mit einem aussortierten Papierkarton, mit den gekauften Haushaltsdingen, mit Letscho und Kidneybohnen und Sauerkraut und Gnocchi.


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