334 im Advent 2025: 1. Advent

 
Mein mittlerweile 16. Blog-Adventskalender. Beim Schreiben denke ich oft an die, die krank sind und/oder Unterstüt­zung benötigen, an alle, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen auch in diesem Jahr für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen, und für die, die Freude an dieser Zeit haben.

 

So darf das doch nicht anfangen?

 

 

Sie haben zusammen den Tisch gedeckt, den in der Wohnstube. Sonn­tags wird immer im Wohnzimmer gefrühstückt. Als sie endlich am Tisch sitzen, bemerkt die Mutter, daß ihr Sohn etwas auf dem Herzen hat. „Na, Peterchen, was hast Du?” „Sag doch nicht mehr Peterchen, ich bin Peter und ich bin schon fast groß.” Ein wenig schmollt der Junge und die Mutter nickt. „Sag mal, Mutti, heute ist doch der erste Advent?” „Ja, Peter, der ist heute.” „Und im Advent gibt es doch den Adventskalender. Warum darf ich heute noch kein Türchen aufmachen? Das ist sooooo gemein!” Oh weh, das ist wirklich ein Problem. Einen Moment muß die Mutter nachdenken. „Also weißt Du, Peter”, noch immer weiß sie nicht wie sie das erklären soll, „die Adventskalender haben immer nur 24 Türchen. Für jeden Tag vom ersten Dezember bis zum Weihnachtsabend eines.” „Aber heute ist noch November, und es ist erster Advent, da muß doch der Adventskalender schon gelten, am ersten Advent!” Peter denkt kurz nach. „Du, Mutti, kannst Du nicht machen, daß ich nicht nur einen Dezemberkalender habe, sondern einen echten, einen richtigen Adventskalender, der immer am ersten Advent beginnt?” Er schaut sie mit großen Augen an. „Nun, Peter, möchtest Du wirklich immer einen Adventskalender, der am ersten Advent beginnt? Überleg doch mal: Manchmal ist der erste Advent im November, und manchmal, genauso oft wahrscheinlich, erst im Dezember. Da könnten am Ende auch bloß mal 20 Tüchen übrig­bleiben.”

Jetzt muß Peter nachdenken, und er tunkt ein Weihnachtsplätzchen in seinen Kakao. Er denkt so sehr so lange nach, bis ein großer Teil des Gebäcks in der Tasse versinkt. Da schaut er zu Mutti hin und meint: „Na das wäre ja doof. Dann soll das eben so bleiben, wie es ist. Aber: Kannst Du nicht einspringen”, oh, auf das Wort ist er stolz, hat er doch erst vor Kurzem verstanden, was dieses einspringen heißt, „und mir nach dem Tischabräumen irgendwas Kleines aus Schokolade geben?” „Mal sehen, ob ich was dahabe. Wenn ja, dann bekommst Du was.” „Oh danke, Mutti. Weißt Du, so ein Adventstag, an dem ich kein Türchen aufmachen kann und keine Schokolade bekomme, wäre ein sehr trauriger Adventstag für mich. Und Du willst doch auch nicht, daß ich traurig bin am ersten Advent?”

Die Mutter lächelt. Ja, denkt sie, traurig darf der Advent wirklich nicht anfangen – und denkt an den kleinen Osterhasen im Küchen­schrank ganz oben.

 

 

Wer hier noch nicht sehr lange mitliest, kann die Adventsgeschichten um Peter (der taucht seit Jahren immer mal wieder bei mir auf) unter diesem Link finden: Peters Advent – es kann sein, daß einige aufgrund meiner Schusseligkeit nur mit den Tag/Stichwort Peter zu finden sind.

Weil Adventskalendertürchen morgens geöffnet werden, erscheinen auch alle meine Beiträge zum 16. Adventskalender frühmorgens: wie der hier um 5.45 Uhr …

 

Erinnerung des gestrigen Tages:
Der Adventskalender im Blog war 2010 der erste Versuch einer täglichen Routine ganz tief unten in der Depression.

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

Der Emil

 

P. S.: Gestern, am 29. November 2025 war ich außer mit dem gestern schon genannten auch zufrieden mit adventlichen Ideen, mit dem aufgehängten Herrnhuter Stern, mit der Vorfreude auf die Lebkuchen und die anderen Leckereien.


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Über Der Emil

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3 Antworten zu 334 im Advent 2025: 1. Advent

  1. Nati sagt:

    Ich wünsche dir einen schönen 1. Advent Emil und freue mich darauf wieder allmorgendlich deinen Advntskalender zu lesen.

  2. Franci sagt:

    Vielen lieben Dank für Deinen Adventskalender und ich wünsche Dir eine wundervolle Zeit.

  3. Pingback: Netzfunde – Kieselblog

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