Schreibtag (#136)

Durchschnittlicher Ablauf

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Montag. Heute ist der 14. Mai 2012 und ich werde um fünf Minuten vor sechs wach. Kaffee setz ich mir an, bis der durch ist, verschwinde ich im Bad. Dann nehm ich meine Kanne mit ins Zimmer – aber zum Wachbleiben ist es einfach noch zu früh. Noch eine Mütze Schlaf möchte ich haben. Leider geht es weiter wie in der Nacht – ab und an bin ich zu wach und schaue in den PC.

Neun Uhr. Genau neun Uhr. Jetzt ist es mit dem Schlafen vorbei. Nach 45 Minuten Frühstück etc. setze ich mich zum ersten Mal “richtig” an den PC. Einmal schnell durch Bloggersdorf hechten, ob dort etwas Existentielles passierte. Nein. Nun, dann nehm ich meinen Schreibkram.

Halb elf. Ich sitze an meinem Arbeitsplatz auf dem Fußboden, um mich herum liegen verschiedene Kladden und Blöcke, Schmierzettel und etwa zwei Dutzend Schreibgeräte scheinbar chaotisch verteilt.

Dort in der einen Mappe stecken verschiedene (gut, zwei) Szenarien aus dem Jahr 2412. Dazu gehören noch einige Bilder, die ich zum Teil extra dafür mit Extra-Modellen aufgenommen habe. Etwa fünfzehn Minuten fitze ich mich in einen der Handlungsstränge hinein, finde aber nichts, das ich weiterentwickeln könnte. Ideenleer sitze ich eine Weile vor den Skizzen.

Nicht schlimm, da ist ja noch dieses Konzept Am anderen Ende der Wahrheit. Aber auch da herrscht Ruhe, absolute Ruhe in meinem Hirn. Ebenso beim Waldschrat. Nach weiteren Minuten bin ich genervt und sortiere alles wieder weg.

Alles, bis auf dieses eine alte Notizbuch. Aus diesem übertrage ich von halb eins bis halb zwei Texte ins LaTeX. In den Compiler-Zeiten schaue ich nach E-Mail. Dann klappe ich erstmal alles zu.

Raus. Der Bus fährt 13.38 Uhr. Im ÖPNV schreibe ich fast immer. Heute höre ich zwei, drei interessante Stichworte. Den darum entstehenden Text kann ich in meinem Blog ohne explizite Erwähnung von Kopulationsorganen und -techniken nicht verwenden.

Für eine ganze Zeit streiche ich um meine Brücke herum. Oh ja, ich versuche es mehrfach, komme auch bis ans obere Ende der Treppe. Aber nach den 33 Stufen sind was-weiß-ich-wieviel Meter gewölbte Strecke übrig und die Knie versagen. Vielleicht wäre es leichter, wenn nicht der Rückweg auch nur über dieses Bauwerk führte? Ein paar wenige Notizen dazu mache ich – ich werde sie nicht verwenden, weil ich trotz allem ein wenig angesäuert bin.

Kurz nach 18 Uhr bin ich wieder zuhause. Noch immer habe ich keinen Text. Inspiration versuche ich mir jetzt aus dem Netz zu ziehen – es bleibt beim Versuch. Wieder sitze ich vorm Papier und surfe nebenbei umher. Auch das Kochen erledige ich nebenher. Nicht aber das Essen, dazu sitze ich schon eine ganze Zeit am Tisch.

Um 20.15 Uhr schalte ich die Hintergrundberieselung ein. Lese mich weiter durch diverse Webseiten. Irgendlink ist wichtig – da sammle ich noch ein paar Zitate. Allerdings hänge ich da auch ziemlich weit hinterher. Und beim Trümmermann, dessen Buch ich gerade in homöopathischen Dosen lese. Im Zeitnetz bleibe ich hängen an einem Text “Hinter Glas”.

Dreiviertel zehn mache ich Pause, telefoniere mit der Liebsten. Jetzt ist der Text bis hierher fertig. Eine Verlegenheitslösung. Weil mir die richtige Idee fehlte. Hochladen, planen. Fertig.

Morgen versuch ich es wieder, das Schreiben. Weil mir das Angst macht, was Sofasophia beschreibt, weil ich genau das nicht will. Meine Therapie, das Schreiben, muß für mich weitergehen.

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 14. Mai 2012 waren der Saalespaziergang und das geschaffte Abtipp-Pensum (war heute echt viel).

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136 / 366 – One post a day 2012 (WP-count: 621 words)

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Schreibtag (#136)

  1. wildgans sagt:

    Bei dieser Wetterlage kann man sich richtig schön „richtig“ an den PC setzen.
    Es tut gut, bei Dir zu lesen. Täglich.
    Gruß von Sonja

  2. Sofasophia sagt:

    oh, lieber emil, ich will doch niemandem angst machen. uiuiui …ist doch jeder anders gestrickt. was macht dir denn angst?
    schreiben muss authentisch bleiben. das wünsch ich dir!

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