Nº 094 (2022) – Danach

Ein kleiner Rückblick aufs Wochenende.

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Es war ganz nett, nach einem heißen Schaumbad wieder zuhause geschlafen zu haben: Die Isomatte auf Kopfsteinpflaster war doch etwas unbequemer, vor allem das Aufstehen fällt mir neuerdings nicht mehr ganz so leicht. Die Tempe­ra­turen allerdings waren hier ähnlich, weil ich zuhause bei offenem Fenster schlafe. Außerdem bemerkte ich stärker als früher, daß mir die zwei Tage „aus der Zeit gefallen zu sein” wirklich gutgetan haben. So selten sah ich lange nicht aufs Telefon. Ich hatte nichteinmal abends noch irgendeinen Radiosender eingeschaltet. Nein, ich war ziemlich untechnisch, hatte auch die Blogbeiträge soweit fertiggemacht, daß ich nur noch wenig ergänzen mußte. Ich gestehe aber, daß ich auf die Annehmlichkeiten der Jetztzeit – insbesondere auf funk­tionierende Toiletten und auf das Internet – nicht verzichten möchte.

Nun habe ich heute den ganzen Tag darüber nachgedacht, was mich … was ich als das Angenehmste auf einem solchen Mittelaltermarkt empfinde. Es ist wohl dasselbe wie an einem FKK-Strand: Es gibt keine Standesdünkel unter den Teil­nehmern und auch unter den Besuchern bzw. zwischen Marktteilnehmern und Besuchern nicht; da sind alle ziemlich gleich. Solidarisch und gleich. Niemand muß sich für „weniger wert” als andere halten. Selbst unter „Konkurrenten” wird sich gegenseitig geholfen, beobachtete ich immer wieder. Und Menschen kommen einfacher miteinander ins Gespräch als im normalen Leben, finde ich. Ob nur ich das so empfinde? Nein, das denke ich nicht, denn genau das wurde mir in Gesprächen mehrfach bestätigt. Und es wird in der Zeit auf dem Markt auch leichter und mehr gelächelt und gelacht als sonst, habe ich den Eindruck. Die Menschen freuen sich über ganz viele kleine Momente, die sie im Alltag oft einfach übersehen. Falls ich auch weiterhin zum Lachen und Lächeln und zur Freude beitragen kann, werde ich das gerne tun.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Gut fand ich am 04.04.2022 die drei gekauften Ausrüstungsgegenstände, das frische arabische Fladenbrot, vier endlich weggeworfene kaputte Sachen (etwas wegzuwerfen fällt mir besonders schwer).
 
Für morgen zog ich die Tageskarte Drei der Schwerter.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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2 Kommentare zu Nº 094 (2022) – Danach

  1. Roswitha sagt:

    als ich las dachte ich, warum nur können sich menschen ausserhalb dieser märkte nicht genauso verhalten? ich freue mich auch immer über ein komunikatives miteinander, einen austausch von lachen, gedanken und dingen. und wenn ich mich so verhalte im alltag, da spüre manchmal, dass menschen angst haben oder mir nicht glauben, dass ich es ernst meine. sie verabreden sich und sagen dann ab, es war doch nicht so wichtig…
    inzwischen bin ich so alt, dass ich damit umgehen kann. und auf die heimische bequemlichkeit (bett, WC…) will ich nicht verzichten, da bin ich jetzt stur.
    hab es gut, gruss roswitha

    • Der Emil sagt:

      Diese Gedanken, warum es nicht auch im Alltag so sein kann, die habe ich auch. Vielleicht bin auch ich anders auf dem Markt, anders als sonst, denn ich fühle mich ja auch anders dort …

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