Hibbelige Aktivitäten und Vorfreude trotz bestehender Bedenken.
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Nur kurz eine Bemerkung zur Zeitverschiebung: Nach der Ankunft in der OstEuropäischen Zeitzone (OEZ, fälschlich auch MESZ oder Sommerzeit genannt) schaltete ich meine Kaffeemaschine an, ohne sie mit Wasser befüllt zu haben. Für mich hat dieser Unfug, der niemals die beabsichtigte Wirkung erreichte, grausame Folgen!
Ansonsten war heute Sonntag. Ich hatte einen Termin und zu tun. Nächstes Wochenende beginnt nämlich die Saison für Bruder Emil, den Beichtvater, Kaplan und Schirftgelehrten der Ritterschaft der Burg zu Bornstedt e. V., den #Marktmönch und Scriptor die Saison. Ja, es soll nocheinmal frostig werden. Aber solange die Tinte nicht einfriert und es nicht tagsüber regnet, wird voraussichtlich alles so funktionieren, wie es soll. Deshalb wurde heute die notwendige Ausrüstung in den Vereinstransporter geladen (den ich immer Fliewatüt nenne). Zelte, Tische, Sitzgelegenheiten, Heringe und und und. Wir hoffen innbrünstig, daß wir nichts vergessen haben oder nichts Falsches statt des Richtigen eingeladen haben. Dazu kommt dann noch die private Ausrüstung, die ich brauche und nutze: Ein voller Pilotenkoffer (Kennt ihr die noch?), und maximal zwei Klappboxen (Gewandung, Verpflegung, Laternen, Geschirr und Lampen, Schlafsack usw. usf. Ach, und mein Stecken! Den darf ich ebensowenig vergessen wie den aus einer aufgelösten Kirchgemeinde stammenden Klingelkorb.
Wieso ich jetzt schon mit all dem beschäftigt bin, da es doch erst am Freitag losgeht? Tja, in den vergangenen zwei Jahren gab es nicht sehr viele Märkte. Ich bin also aus der Übung. Und es soll ja alles seinen angestammten Platz haben im Koffer und nichts fehlen. Ich muß noch diese dicken Filzstifte mit der angeschrägten Spitze besorgen. Und genügend Papier für alle Gelegenheiten wird auch benötigt. Ah! Zwei Rollen vom längsten Löschpapier der Welt müssen in eine der Kisten! – Hab ich gerade, also sofort erledigt, kann ich also nicht mehr vergessen. Die Taschendrachen (Was das wohl sind?) befülle ich morgen oder übermorgen mit Gas, die brauche ich ja zum Anzünden der Kerzen und zum Erhitzen des Siegellacks. Da, noch etwas: Kerzen muß ich auch einpacken. Vielleicht schaffe ich es sogar, noch ein paar Visitenkarten zu beschreiben – natürlich mit Feder und Tinte aus dem „Faß”.
Ich habe wenig Lust auf die prophezeite Kälte. Und ich habe auch gewisse heftige Bedenken. Dennoch freue ich mich auf die Märkte, auf dieses kurzweilige Herausfallen aus der Jetztzeit, auf den Abstand vom Alltag.
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Gut fand ich am 27.03.2022 ein sehr nettes Wiedersehen nach langer Zeit, das beladene Fliewatüt, das arabische Fladenbrot zum Abend.
Für morgen zog ich die Tageskarte Fünf der Schwerter.
© 2022 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Vorfreude ist doch etwas feines.
Es bleibt die Angst vor dem, was mich bisher nicht erreichte …
Ich weiß, hattest du geschrieben.
Ich drück dir die Daumen Emil.
Viel Spass, Bruder Emil!
Es wird alles gut gehen, denn du bist durch und durch Bruder Emil. Deine Ängste, evtl. das böse Virus betreffend, kann ich verstehen. Aber Sorgen um den Bruder musst du dir sicher nicht machen. Ich wünsche dir Tage voller überwiegender Vorfreude!
Liebe Grüße,
Elvira