Zwei Wochen schob ich diese Gedanken immer wieder hin und her.
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Lorem ipsum … Noch nie gesehen, diese Worte? Dabei werden sie seit über 60 Jahren in Satz und Druck verwendet. Und Mitte der 1980er Jahre tauchten sie in PageMaker auf, einer Software für das Desktop-Publishing (von der Firma Aldus Corporation). Mit diesen beiden nur lateinisch erscheinenden Worten beginnt der Blindtext, der als Platzhalter für noch einzufügende Texte dient. Und dieser Blindtext hat sich (beinahe) überall in der Informationstechnik, in der Software verbreitet. Nichtssagendes wird vorübergehend eingesetzt an Stellen, für die der wirkliche Text noch nicht verfügbar ist.
Platzhalter.
Da steht ein einzelnes Wort auf einem Zettel. Der Zettel liegt hier neben dem Rechner. Seit zwei Wochen schon. Ich gestehe: Das seltsame Wort steht sogar zweimal auf dem Zettel, einmal in Kurrent und einmal in (lateinischen) Druckbuchstaben. Platzhalter. Nur dieses Wort in zwei verschiedenen Schriften. Ich hatte sicher etwas ganz besonderes im Sinn, als ich das notierte. Nur ist es in diesen Zwei Wochen – vermutlich schon am Tag nach dem Aufschreiben – der Vergessenheit anheimgefallen.
Platzhalter.
Ja verdammt nochmal: Platzhalter. Welche Rolle spielen sie im täglichen Leben? Nutze ich, nutzt ihr da wirklich Platzhalter? Ich spreche jetzt nicht von jenem vielerwähnten Handtuch auf irgendwelchen Liegestühlen, nein. Ich frage nach dem alltäglichen Leben. Bei mir habe ich zwei Wochen lang danach gesucht und keine Platzhalter gefunden. Vielleicht habe ich doch zuwenig Platz dazu in meinem Leben, in meiner Wohnung, in meinen Texten? Halt: Doch, in Texten nutze ich manchmal etwas ähnliches, wenn ich bestimmte Reizworte entschärfen oder vermeiden will. Aber echte Platzhalter? Im wirklichen Leben? Bei mir nicht, oder? Und bei euch? Seid ehrlich.
(Falls jemand doch etwas mehr über Lorem ipsum … wissen möchte: Wikipedia hilft, noch etwas informativer ist der englische Artikel.)
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Gut fand ich am 28.03.2022 die zur Freien Gutsbibliothek gebrachten Bücher, die „Kalligraphie”-Stifte, die Hackepeterorgie auf Brötchen.
Für morgen zog ich die Tageskarte Neun der Münzen.
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Das kann für manche Menschen eine ziemlich heftige Frage sein… [Lorem ipsum]
Sind denn Generalpausen in der Musik etwas in der Art von Platzhaltern (weil jede:r währenddessen die Melodie nach eigenem Gusto weitersummen könnte)?
Musikalisch nicht generell, aber manchmal genau darauf angelegt. Emotional in den meisten Fällen.
Da mal drüber nachdenken (spontan ist mir nichts Platz Haltendes eingefallen).