2020-297 — Markt

Unsortiertes Granteln, einfach so. Der Sorgen sind genug.

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Die Gläubigkeit an all das, was heutzutage Markt genannt wird und den meisten Menschen als alternativlos und gesetzmäßig verkauft (Sic!) wird, kann meiner Meinung nach bald nur noch zu sozialem, gesellschaflichem Stillstand und immer weiterer Isolation des Einzelnen führen. Wirkliche Grundbedürfnisse des Menschen – wie gegenseitige Unterstützung in einem Miteinander – werden damit zumindest schwerer erfüllbar werden. Und jetzt kommt zur – vom »erwünschten« Konkurrenzkampf auf Gedeih und Verderb (gegeneinander, nicht miteinander) bedingten – Vereinzelung noch all das hinzu, das wegen des Virus' von uns verlangt und erwartet wird: Abstand, Kontaktbeschränkung bis hin zu vollständigen Isolation. Und was tun wir unseren alten Menschen an, die in ihren Heimen und »Residenzen« u.s.w. kaum noch Besuche von ihren Freunden und Verwandten erhalten dürfen (manchmal gar keine mehr), in (vielleicht) den letzten Wochen und Tagen ihres Lebens?
 
Die Menschlichkeit muß in allen Gebieten endlich wieder wichtiger werden als der Markt.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Positiv waren am 23.10.2020 der letzte Rest Kürbissuppe (mach ich mir wieder), weggebrachte gelesene Bücher, der gerade laufenden Buchfink.
 
Die Tageskarte für morgen ist X – Das Rad des Schicksals.
(Es geht um meine Bestimmung, Einstellung zu meinem Schicksal und die Sinnfrage. Die Karte erinnert mich daran, daß es Chancen und Lösungen gibt, die ich selbst nicht beeinflussen kann oder muß. Geduldig auf den richtigen Moment warten, bis vieles sich zu meinen Gunsten verändert. Puh!)

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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5 Antworten zu 2020-297 — Markt

  1. Ulli sagt:

    JA!

  2. Der Wilhelm sagt:

    Was den letzten Gedanken angeht:
    Meine uneingeschränkte Zustimmung!

    Bezogen auf die von Corona erzwungene Isolation:
    Die Frage ist doch, welche Alternativen es gibt?

    Keine Einschränkungen und alles so machen, wie es früher einmal war?
    Wohl wissend, dass uns dann ähnliche Zustände erwarten wie gerade in Frankreich und Belgien, wo die Pandemie ausser Kontrolle geraten ist, weil die Menschen keine Vernunft annehmen wllen?

    Oder jetzt jede Möglichkeit nutzen, die ein wenig Wirkung zu zeigen verspricht – mit der Chance, dass es weniger Erkrankte und Tote gibt?

    Ich weis, eine schwere Entscheidung – und ich möchte sie auch nicht fällen müssen.

    Und ich weis auch, dass ich mich mit dem noch halbwegs sicher fühle, was unsere Politiker entscheiden, auch wenn ich da nicht mit allem einverstanden bin.

  3. Frau Momo sagt:

    Ich sehe manche Maßnahme auch durchaus kritisch, trotzdem sind wir bisher ja ganz gut durchgekommen und auch solche zweiten Wellen wie in Frankreich oder Belgien sind uns noch erspart geblieben.
    Wenn ich mir das Verhalten mancher Mitmenschen so angucke, dann macht mir weniger der Markt Sorgen, als der Egoismus vieler. Das Chancen vertan wurden, das Geld auch an falschen Stellen ausgeschüttet wurde, keine Frage. Ein Freund eines Freundes von mir war schwer an Covid-19 erkrankt, ist auch daran gestorben, und seine Frau durfte im Krankenhaus nicht zu ihm. Einzig die Krankenhausseelsorgerin war an seiner Seite. Vielleicht ist man bei einem zweiten Lockdown, den ich kommen sehe, da besser vorbereitet. In Hamburger Altenheimen sollen sog. Schnelltests zur Verfügung gestellt werden.

  4. Sofasophia sagt:

    Ich unterschreibe Frau Momos und Der Wilhelms Argumente. Und dann noch dies: Ist es nicht auch ein Gebot der Menschlichkeit, die Gesundheit der Menschen zu schützen? Es beelendet mich aber wie dich und eine Lösung habe ich keine. Wäre ich selbst es, allein und alt, würde ich vielleicht für mich anders wählen, aber da hängt eben im Kollektiv, das schier keins mehr zu sein, scheint, eben noch so viel anderes dran. Es ist ein riesiges Dilemma, unlösbar, denn wie mans macht, ist es irgendwie falsch. Auch das ist Menschlichkeit, vielleicht?

    • Der Wilhelm sagt:

      Auch das ist Menschlichkeit – ja!

      Denn Irren ist menschlich und auch die Unfähigkeit, komplexe Aufgaben zu lösen, bei denen es um die Frage Empathie oder Ratio geht. Schon weil die Entscheidung immer falsch sein wird – und auch ein Kompromiss zwischen beidem nicht richtiger wäre….

      So wird dann der Weg der geringsten Angst wohl der entscheidende Motor dabei werden – und auchAngst ist menschlich.

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