Manchmal (#095)

Manchmal ist es eben so.

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Manchmal fehlen mir:

Worte – Ideen – Hoffnungen – der Glaube – ein Mensch – Geld – Mut – Sicherheit – Schmerztabletten – Freude – Erinnerungen – Phantasie – Zuversicht – Ruhe – Visionen

Und am meisten fehlt mir ein Mittel gegen dieses Fehlen.

 
Einige wissen, daß ich ab und zu (so selten ist das garnicht) in eine Kirche gehe und dort Kerzen anzünde: für Bekannte, Leute in schwierigen Situationen, auch für mich. Schaden kann das nicht. Ob es aber nützt?

Manchmal weiß ich, daß es nützt. Immer aber ist mir klar, daß es nicht schaden kann. Oder?

Zweifel. Gestern wieder sehr stark. Überwunden geglaubt. Von mir selbst enttäuscht …

Oder?

Nachgedacht.

Vielleicht habe ich mir einfach zu viele Mißerfolge anderer (in Blogs gelesen) zu sehr zu Herzen genommen. Vielleicht hilft es, nicht mehr alles so weit Entfernte so nah an mich heranzulassen.

Vielleicht hilft mir die Liebste. Und meine Gedanken an sie und an eine gemeinsame Zukunft. Mein Traum und meine Hoffnung.

Es ist Frühling. Hach! Das Leben ist schön! Manchmaleistens ist es eben so.

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 3. April 2012 war ein zuversichtlich machendes Gespräch mit einem Angst“gegner”.

© 2012 – Der Emil. Text & Bilder stehen unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
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095 / 366 – One post a day 2012 (WP-count: 258 words)

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Manchmal (#095)

  1. 🙂 ach emil, wie recht du hast. mir gehts auch manchmal so. liebe grüsse die steff

  2. Mir fehlt immer wieder die Geduld. Wie schön das sein muss, wenn man geduldig ist, denke ich dann, ein Mensch, der sich mit aller Kraft auf ein Ziel konzentrieren kann, nicht gehetzt und getrieben von dem, was ja auch sein könnte, müsste, sollte.
    Und seltsam, oder? Ich glaube, man liest auch hier im Netz [wie man vermutlich allgemein selektiv wahrnimmt] in erster Linie das, was einen selbst bewegt, oder womit man eine Auseinandersetzung nötig zu haben scheint, da scheint es so Antennen zu geben. Mein erster Impuls zu deinen Satz, dass Du Dir die Rückschläge der anderen zu sehr zu Herzen nimmst, war, zu schreiben, dass ich hauptsächlich von Erfolgen gelesen habe, dieses Jahr, aber das stimmt nicht, ich habe auch viel trauriges gelesen… [und plötzlich weiß ich gar nicht mehr so recht, worauf ich damit eigentlich hinaus wollte, aber ich lasse es jetzt einfach da stehen und wünsche Dir einen schönen Tag,]

    • der_emil sagt:

      Da machst Du mich darauf aufmerksam, daß ich die Geduld oben vergessen habe …

      Ich habe Blögger abonniert, die mich zum Lachen brachten. Und nach und nach haben sich die Inhalte geändert (in einem Fall der letzte Hilferuf; Polizei und Notarzt waren rechtzeizig dort). Andere erfreuen mich weiterhin, obwohl sie zwischendurch stillgelegt zu werden drohten …

      Und nein. Zu sehr zu Herzen nehmen geht doch garnicht. Echtes Mitgefühl (sogar Mitleid) lasse ich in mir unbeschränkt zu.

      Danke für Deine Gedanken. (Wie gehören Gedanken und danken eigentlich zusammen?)

  3. Inch sagt:

    Eine Kerze in einer Kirche hilft immer, denke ich. Und sei es nur wegen des Momentes des zur Ruhe kommens

    • der_emil sagt:

      Zur Ruhe kommen – stimmt, das ist ein wesentliches Moment meines Kerzenanzündens. Und wenn ich so darüber nachdenke: Es muß auch nicht immer in einer Kirche sein, es gibt auch andere Plätze dafür.

  4. wildgans sagt:

    Man wird im Netz schnell zum Schicksalseinsauger ohne Grenzen. Das geht nicht!
    Aber auf der Stelle stehen und eingestrickt, gefesselt – ebenso wenig.
    Du machst das doch gut! Auch das Kerzen anzünden. Sogar das.
    Gruß von Sonja

  5. anniefee sagt:

    Hm, gut (und schön) dargestellte Überlegungen. Manche Menschen haben eben zweifelnde Charaktere, andere gehen zackig-durchprobierend durchs Leben. Beides hat Vor- und Nachteile.

    Ich denke mir eigentlich: solange das Reflektieren über Fehlendes und Vorhandenes noch funktioniert, ist nichts verloren, dann denkt mensch sich früher oder später zurück ins Heiter-Frühlingshafte.
    Zwischendurch mal nichts zu wollen oder zu wissen, ist nicht sooo schlimm.

    • der_emil sagt:

      Weißt Du, dieses Nichtswollen, das macht mir Angst. Denn das kenne ich aus den schlimmsten Zeiten der Depression. Die will ich nicht wieder erleben.

      Eine Sache, die ich lernte, ist es, Grenzen zu ziehen, mich abzugrenzen. Aber das geht eben manchmal nicht. Manchmal darf ich es auch nicht. Kann sein, daß genau gestern eine solcher Tag war, an dem ich es eben nicht durfte und nicht wollte und ich mir mit dem Text hier etwas Luft verschafft habe (kann nicht nur sein, ist tatsächlich so).

  6. Sofasophia sagt:

    das zuherzennehmen ist ja auch ein geschenk. menschen, die das können, machen andere und die welt reich. jaja, das klingt blass.
    ich hoffe, dass du das gleichgewicht findest zwischen innen und außen – das vielleicht am schluss das gleiche ist. ganz am schluss. noch leben wir polar … hm.
    und ja, meistens ist das leben schön. meistens.

  7. Elvira sagt:

    Hallo, Emil!
    Komme erst jetzt wieder zum Lesen – und auch das nur sporadisch. Mützenfalterin hat das mit den Antennen gut beschrieben. Aus welchem anderen Grund bleiben wir bestimmten Blogs treu? Sie reflektieren auch immer ein kleines bisschen unser Befinden. Wir vermeinen seelenverwandschaftliche Strömungen zu spüren. Oder aber sie sind einfach lesenswert. Ich musste gerade noch etwas lernen: Sie sind ausschließlich virtuell.
    Liebe Grüße,
    Elvira

    • der_emil sagt:

      Liebe Elvira, kannst Du zu Deinem Schlußsatz etwas mehr sagen, zu diesem «… mußte … lernen: Sie sind ausschließlich virtuell»?

      Das interessiert mich wirklich – das Müssen und das ausschließlich Virtuelle.

  8. Gudrun sagt:

    Lieber Emil,
    Tante Emma vom Verein Straßenkinder e.V. in Leipzig hat mal gesagt, dass man manchmal eine Mauer um sich bauen muss, damit nicht alles an einen herankommt. Das werde ich versuchen von ihr zu lernen und auch darüber zu schreiben.
    Vielleicht hätte ich dich gestern mitnehmen sollen auf meine Tour. Es war schön warm, sonnig und es ist gar nichts passiert. Es war schön und ruhig.
    Liebe Grüße an dich

    • M. sagt:

      Genauso ist das. Man muss hin und wieder einen Schutzwall um sich ziehen. Ich mach das auch hin und wieder. Dann ziehe ich mich komplett von Allem zurück und überlasse nur mich meinen Gedanken und Gefühlen. Keinem anderen Menschen gestatte ich da den Zutritt. Noch nicht mal meinem Mann, der wirklich meine zweite Hälfte ist. Er kann das akzeptieren. Ich finde es auch ganz und gar nicht schlimm, wenn du mal ein Kerzel anzündest. Habe ich erst vor Kurzem gemacht, als ich im Zwickauer Dom war. Mir war danach. Lange saß ich da in diesem Kirchenschiff und das, wo ich gar nicht gläubig bin. Und weißt du was? Dort habe ich sie gefunden, die Ruhe und auch Kraft, um all die Probleme, welche uns im Moment heimgesucht haben, anpacken zu können.

      Liebe Grüße an dich Emil.

    • der_emil sagt:

      Es ist schon etwas passiert. Für mich jedenfalls, auch venn es mich nur mittelbar betrifft.

      Vergiß nur beim Mauernbauen nicht, ein Türchen drinzulassen …

  9. minibares sagt:

    Lieber Emil,
    dann lies bitte meine nette kleine Geschichte heute, die macht Mut.
    Sie zeigt, dass es nette Leute gibt.
    Sie zeigt, dass es ein Miteinander gibt.
    Nicht verzweifeln, es gibt doch immer ein Licht, das dir dann wieder leuchtet.

  10. Amelie sagt:

    Lieber Emil,
    danke für diese Zeilen heute. Auch wenn sie eher traurig und melancholisch sind. Aber es ist meine momentane Grundstimmung und vielleicht sind sie mir deshalb so sehr nah gegangen.
    Mir fehlt manchmal Selbstvertrauen …
    Im öffentlichen Leben stehe ich meine Frau, bin im Job taff und meistere alle Aufgaben. Aber im Privaten, da sieht es anders aus. Manchmal. Dieses merken nur wenige, denn nur ganz wenige lasse ich ausreichend nah an mich ran. Denn ich habe meine Burg um mich. Damit mich keiner verletzten kann. Und wenn ich die Mauern mal verlasse, nicht nur so um die Ecke linse, sondern mutig nach draußen trete … Ja, dann erwischt es mich eiskalt und ich bin verletzbar. Knicke weg. Einsam und allein.
    Gute Nacht
    Amelie

    • der_emil sagt:

      Oh. Dann hast Du Dich hier aber weit hervorgewagt, danke für den Vertrauensvorschuß.

      Ich wünsche Dir weniger Wegknicken für die Zukunft …

      • Amelie sagt:

        Virtuelle Anonymität hat den Vorteil, einmal dies äußern zu können, ohne zu viel Preis zugeben 😕
        Danke für Deinen Wunsch für mich!

  11. Gabi sagt:

    Ich bin nicht wirklich gläubig, aber auch ich zündete gerne Kerzen in einer Kirche an und halte dort gerne eine Weile inne. Ich hab oft das Gefühl, mir gehts danach besser.
    LG Gabi

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