208.2026: Außendienst

CW: dePol. Die unabsehbaren Folgen einer Wahl.

 

Und wieder bin ich einen Tag nicht zuhause, sondern eben unterwegs – siehe oben.

Nach einer vollen, etwas chaotischen Zeit im »Mittelalter« bin ich sowieso sehr hart in der Gegenwart gelandet und kann ob der Wahlergebnisse nur noch mit dem Kopf schütteln. Am liebsten würde ich auswandern aus dieser Realität und mir eine andere suchen. Aber wohin? Warten auf das Raumschiff ist leider keine Option. Und ganz ehrlich finde ich nirgends auf dieser Erde ein Land, in das ich auswandern könnte und wollte.

Was bleibt also? Vielleicht ist ein Rückzug ins Private, ein Gang ins innere Exil … Nein, das hilft auch nicht. Nur: Einfach so weitermachen unter der blaugetünchten braunen Masse? Auch nicht einfach. Nun, ich werde vieles nur noch von Außen betrachten. Es kann ja auch sein, daß in der jetzt wahrscheinlichen Konstellation keine Regierung gebildet werden kann. Was dann kommt, steht in den Sternen. Und ich habe noch keine gute Idee, wie ich mit den sich ergebenden Situationen werde umgehen können oder müssen. Finstere Zeiten brechen an.

Von Außen betrachten. Nein, das ist nicht Außendienst. Aber ich brauchte einen Titel für diesen Beitrag. Da kam mir in den Sinn, daß wir Menschen wieder viel mehr mit­ein­ander sprechen und viel mehr gemeinsam unternehmen können. Auf diese Art und Weise – eine solidarische, eine des Miteinander – sollten einige Möglichkeiten entstehen, uns zur Wehr zu setzen. Das, was ich dazu tun kann, ist ein winziges Teilchen; aber viele, sehr viele winzige Teilchen sind eine ganze Menge. So werde ich unterwegssein, doch irgendwie »im Außendienst«, und kleine Teilchen verstreuen und sammeln.

 

'tschuldigung, ein wenig Luft mußte ich mir machen und ein wenig von meiner gefühlten hilflosen Verunsicherung wollte ich auch loswerden. Denkicht­kuddel­muddel.

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Zwei gläserne Vasen stellte ich ins Haus – ich hatte nie Blumen darin …

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 07.09.2026 das geschaffte Programm am Vormittag, ein erwidertes Lächeln (von einer völlig unbekannten Person), eine sehr gelungene Überraschung für mich.


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Über Der Emil

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5 Kommentare zu 208.2026: Außendienst

  1. Stefan Kraus sagt:

    🙏🏼

  2. Hiraeth sagt:

    Ja Emil, da bin ich ganz bei dir, es bleibt uns nichts als einfach weiter machen und schauen, was auf uns zukommt.

  3. Gerda sagt:

    Lieber Emil, darf ich mich hier auch mal zu dem Thema äußern? Vielleicht sollte ich das lassen, da ich nicht in Deutschland lebe, andererseits hilft die Entfernung manchmal auch, die Dinge gelassener zu sehen.
    Du bist, wie viele andere auch, durch das Wahlergebnis sehr verunsichert. Aber warum? Da haben nun die Menschen das, was sie denken, einmal in einer Wahl zum Ausdruck bringen können. Was hat sich denn geändert? Haben sie vorher anders gedacht? Du hast es nur nicht zur Kenntnis genommen. Und nun hörst du es. Du nennst die Wähler verächtlich und erschrocken eine „blaugetünchte braune Masse“. Die Wähler der anderen Parteien benennst du nicht. Was sind sie denn? Auch „Massen“, wenn auch geschrumpfte.
    Masse scheint alles zu sein, was man nicht von Nahem betrachtet. Du müsstest jedem einzelnen ins Gesicht schauen, bevor du ein Urteil sprichst – so wie du hoffst, dass man dir ins Gesicht sieht, bevor man ein Urteil über dich spricht, Jeder hat seine Gründe, warum er tut, was er tut. Die Gründe sind vielfältig, und viele liegen in den Zuständen, in die sich Deutschland in den letzten Jahren hineinmanövriert hat.

    Eben hörte ich ein Interview mit Wagenknecht. Da zählt sie wortreich auf, was die Regierenden an wirtschaftlichem Niedergang und Kriegsrethorik angerichtet haben. Sie meint zwar, die AfD würde es auch nicht richten, aber jedenfalls spricht sie die Themen an, die die Leute auf dem Herzen haben. Wenn es sonst niemand tut. Vielleicht hoffen sie, dass Menschen wie du sich einmal umwendet und nachschaut, wie es ihnen geht? Auch sie suchen womöglich ein „Miteinander“, ein „solidarisches“,um „sich zur Wehr zu setzen“ ….Eine Wiederkehr der Nazizeit wünscht sich mit Sicherheit niemand, der einen Funken Verstand im Kopf hat. Und ich sehe auch nicht, dass die AfD das anstrebt.

    • Der Emil sagt:

      Nein, die Wähler nenne ich nicht „blaugetünchte braune Masse” … Aber, ja, ich akzeptiere Deinen Blick.

      Mehr mag ich zu diesem Thema wirklich nich sagen.

  4. Birte sagt:

    Ein Wahlbezirk in Halle ist ja sowas wie das gallische Dorf mit über 30 % für die Grünen und einem gewählten Direktkandidaten der Linken.
    Das Ergebnis ist erschreckend und vor allem beängstigend.
    Die, die noch dagegen halten, haben meinen vollsten Respekt. Da gehört inzwischen ja schon Mut dazu.
    Für alle Demokrat*innen ist der Sonntag ein finsterer Tag.

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