2021,255: Noch 110 Tage hat das Jahr

Was aber hat das mit #NotJustSad und Depression zu tun?

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Noch 110 Tage hat das Jahr – einschließlich heute. Ab dem 13.09.2021, also ab Mitternacht dann nur noch hundertneun. Einhundertundneun Tage noch, bis ich eine andere Jahreszahl in alle aktuellen Datumsangaben schreibe. Eine für mich wichtige Entscheidung habe ich bereits getroffen: Ich werde im Jahr 2022 keinen Taschenkalender einer bestimmten Marke haben. Ich bin nicht mehr bereit, einen Preis von über 20 € dafür zu bezahlen. Also habe ich mir einen für circa 5 € gekauft, in den ich nach und nach alle Geburtstage, Jahrestage und sonstige feststehende Termine (auch manche Heiligen-Tage) eintrage. Ja klar, es kann passieren, daß das überflüssige Arbeit ist, die ich mir damit mache. Falls ich nämlich in den ersten vier oder fünf Tagen des neuen Jahres “meinen” Moleskine-Tageskalender stark, wirklich stark preisreduziert kaufen kann, garantiere ich für nichts.

Es bleiben mir jedenfalls nur noch etwas mehr als 100 Tage (genau, 109 Tage), um diesem Jahr noch etwas Positives, Unvergeßliches hinzufügen. Ja, an einer sehr angstbehafteten Sache arbeite ich bereits. Doch bei dieser weiß ich noch nicht, ob ich sie 2021 abschließen kann. (Aber: Damit begonnen zu haben halte ich schon für etwas sehr Positives.) Und wenn ich mir die bisher vergangenen Tage ansehe, so sind da schon zwei oder drei sehr, sehr schöne Begegnungen gewesen, für die ich auch sehr dankbar bin. Und ich finde noch mehr Positives, wenn ich genauer hinsehe. Das ist mein Problem: Genauer hinsehen, auf meine Erlebnisse, und dabei nicht nur all das Schlechte, Negative zu sehen. Sondern auch Gutes wahrzunehmen, wiederzuerkennen. Und ich möchte so ganz nebenbei auch an den restlichen Tagen dieses Jahres noch schöne Momente erleben.

Ich bin neugierig, ob ich an jedem der verbleibenden Tage dieses Jahres ein schönes Erlebnis finde, an das ich mich erinnern kann. Dieser Herausforderung stelle ich mich neben der des zeitigen Aufstehens auch noch. Denn damit werde ich hoffentlich den Regenwettertag-Urlaubs-Effekt überwinden können: Wenn der vorletzte Tag des Urlaubs verregnet ist, dann war in der späteren Erinnerung der komplette Urlaub versaut. Also für mich wird, wenn mir das gelingt, nicht das ganze Jahr 2021 als ein weiteres beschissenes Jahr in meinen Lebenslauf eingehen, sondern als eines, an dem ich an (fast) jedem Tag ein kleines Glück fand. Damit, auf diese Weise möchte ich meine Perspektive, meine Einstellung zu dem von mir gelebten Leben ändern. Warum? Nun ja, ich möchte damit der Depression ein Schnippchen schlagen, ihr einfach nicht mehr glauben, daß doch alles/das ganze Jahr/der ganze Tag einfach nur beschissen waren, sondern mich selbst vom Gegenteil überzeugen. Indem ich einfach nur genauer hinsehe, mich aktiv erinnere.

Weil ich gerade mit meinem Schlafdingens kämpfe, das immer auch ein Gradmesser meiner Depression war (und ist), scheint es mir angebracht, eine weitere Veränderung herbeizuführen. Eine Veränderung, die ich mit festem Willen umsetzen werde. (Ja, ich weiß: Bis jetzt aber hoffe ich darauf, das zu schaffen.) Und ich werde es immer wieder und immer wieder von Neuem zu versuchen, falls es mir mal – aus welchen Gründen auch immer – nicht gelingen sollte. Ja, ich habe mir damit verdammt viel vorgenommen, verdammt viel. Wahrscheinlich kann ich jeden dafür gedrückten Daumen brauchen.

Gleich drei Sachen auf einmal verändern zu wollen empfindet ihr doch aber trotzdem genau so größenwahnsinng wie ich?

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Am 12.09.2021 waren positiv das Aufstehen kurz vor Neun, eine abgeschlossene Transkription für eine Marktbesucherin, der Plan.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Vier der Stäbe (jetzt die Sonnenseite des Lebens in den Fokus nehmen).

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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6 Antworten zu 2021,255: Noch 110 Tage hat das Jahr

  1. Frau Momo sagt:

    Ich habe in meinen Zeiten, als es mir psychisch sehr sehr dreckig ging, gelernt, mir nie zu viel vorzunehmen. Zumindest für mich bestand dann die Gefahr, dass ich wieder aufgegeben habe. Aber Wege sind so verschieden und unterschiedlich wie wir Menschen. Was für Dich richtig und stimmig ist, kannst vermutlich nur Du selber rausfinden. Wichtig ist nur, sich nicht entmutigen zu lassen. Sonst bleibt man stecken….

    • Der Emil sagt:

      Hm. War bei mir bisher auch so. Aber ich war mittlerweile so genervt vom Aus-dem-Bett-kommen um 15 Uhr, daß ich wirklich dringend etwas ändern mußte. (Es beginnt zu gelingen.)

      Und mich Tag für Tag an einen guten Moment des Jahres zu erinnern: Ich glaube, das wird nur insofern anstrengend, als daß ich mir manchmal nicht glauben werde, daß mir solcherart Gutes geschehen konnte.

  2. Sofasophia sagt:

    Nicht größenwahnsinnig, eher unglaublich herausfordernd und (in meinem Fall) potentiell überfordernd. Aber mutig! Und daumendrückenswert, sehr!!)

    Du kannst das schaffen, das weiß ich.

    • Der Emil sagt:

      Wenn ich das Neun-Uhr-Ding ansehe, so ist das nicht sehr herausfordernd (weil ich vom Zustand ja echt angepißt und immer wieder sauer auf mich war).

      Und immer wieder an gute Dinge, Glücksmomente zu denken, hindert mich wohl daran, immer wieder der „Alles-Scheiße-Stimmung“ anheimzufallen.

      Danke für Deine Daumen.

  3. Elvira Volckmann sagt:

    Wenn ich daran denke, dass du jeden Tag zum Ende deines Beitrags schreibt, was positiv an dem betreffenden Tag war, so finden sich viele kleine Glücksmomente. Jedenfalls sehe ich das so. Meine Daumen sind virtuell für dich gedrückt!
    Liebe Grüße,
    Elvira

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