2021,106: Frostig

Vom Problem, ein Ventil zu öffnen.

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Wohin mit dem Überdruck, wenn kein Ablaßventil da ist? Keines jedenfalls, das ich zu öffnen bereit bin? Ich weiß, daß Druck und Temperatur zusammenhängen. Wenn ich den Druck nicht senken kann, muß ich also die Temperatur verringern. Abkühlen. Kälte wirken lassen. Kaltes Wasser oder Eiswürfel auf die Pulsadern oder kalte Wickel. Wie aber erzeuge ich Kälte in Herz und Seele? Wie kann ich, fühlender Mensch, mitleidend und mitfreuend, so kalt werden, daß da kein Überdruck mehr ist, keiner mehr entsteht, keiner mehr von außen mich umherschiebt? Kaltwerden in Herz und Seele: Wie geht das? Und wie konnte es soweit kommen, daß mir gerade das notwendig erscheint? Selbst in den Märchen war dieses Kaltwerden nie wirklich gut, weder in »Das steinerne Herz« noch in »Die Schneekönigin« (nicht das Disney-Märchen, sondern das von Hans-Christian Andersen). Kalt werden, um den Druck zu verringern. Oder die Mauern noch dicker, noch höher, noch fester machen. Noch enger und unentrinnbarer eingesperrt bleiben.
 
Einen der letzten Menschen, denen ich mein Herz geöffnet hatte, hat, was er da sah, wohl abgeschreckt.

 


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Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Am 16.04.2021 waren positiv ein angekommenes Buchgeschenk, eine endlich eingepackte Maschine, ein Plan für den nächsten Tag.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Acht der Münzen (Einsicht, am Begonnenen weiterarbeiten).

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Über Der Emil

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2 Antworten zu 2021,106: Frostig

  1. Elvira sagt:

    Mir begegnen gerade viele Menschen, im realen Leben sowie in den sozialen Medien, deren Herzen wahrscheinlich sehr früh erfroren sind. Denen das, was dich umtreibt, fremd zu seien scheint. Das Mitfühlen, Mitleiden, Mitfreuen. Nein, Emil, Mauern oder kalte Wickel werden da nicht helfen. Denn dann wärst du nicht mehr du!
    Liebe Grüße,
    Elvira

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