Zweite Arbeits-Stilfrage (#222)

System oder Durcheinander

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Wiedereinmal ist es (fast) geschafft. Das aktuelle Notizbüchlein ist fast voll.

librix

Libri_x. 160 Seiten von Juni 2012 bis August 2012 vollgeschrieben.

Das meiste darin – alles mit einem rosa Schrägstrich markierte – habe ich für meinen Blog geschrieben. Einiges steht noch als Idee im Büchlein (grüne Umrandung). Manches ist “nur” Tagebuchnotiz (ohne Kennzeichnung). Es findet sich auch selbstgeschriebene Pornographie darinnen (großes gelbes P). Das Verhältnis B:I:T:P ist – ich habe extra nachgezählt – 67 Seiten / 23 Texte : 44 / 27 : 16 / 9 : 21 / 5. Acht Seiten zwischendrin sind leergeblieben und ganze vier mit Einkaufszetteln vollgekritzelt.

Nun habe ich mir schon das Folgebüchlein eingesteckt, eines mit Lineatur. Alle vorherigen “freien” Notizbücher waren unliniert; nur dieses eine, das ich für die Tagesklinik nutzte, war auch liniert.

Paperblanks

Paperblanks. Liniert mit 176 Seiten.

Die Kladde (darf ich ein Paperblanks so nennen?) liegt schon lang in meinem Schrank. Ich hatte es mir gekauft, als ich meine Notizen thematisch (?) trennen wollte. Also ein Buch für die Bloggerei, eines als Tagebuch, eines für die kleinen Ferkeleien, eines für Notizen zu meiner Photographiererei u.s.w.

Der Versuch ist kläglich gescheitert. Auf diese Art konnte ich nicht schreiben. In dieser Trennung verzettelte ich mich hoffnungslos. Ich kann ein Durcheinander besser sortieren als Verteiltes zusammensuchen. Seltsam, oder?

Und nun sitze ich hier, weiß, daß ich auch weiterhin durcheinanderschreiben werde. Gut, diese farbliche Markierung nehme ich ziemlich schnell vor; die hilft mir beim Sortieren. Aber was sagt das über mich aus?

Ist der System-Notierer grundsätzlich anders gestrickt als der Durcheinander-Aufschreiber? Oder bin ich dank meiner Farbmarkierungen eher so ein Zwitterwesen, also ein durcheinanderaufschreibender Markiersystematiker?

Nun, ihr wißt jetzt wieder etwas mehr über mich und meine Arbeitsweise. Ich entjungfere morgen heute mein neues Notizbüchlein. Das hat 175 leere Seiten, die ich leider nicht mit Füller beschreiben kann, weil sie sehr dünn sind. Aber mit Kopier- oder Bleistift wollte ich schon lange wieder schreiben.

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 8. August 2012 waren geklärte Fragen zur Arbeit im Radio und – endlich wieder! – das Telephonieren mit der Liebsten.

© 2012 – Der Emil. Text & Bilder stehen unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
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222 / 366 – One post a day 2012 (WP-count: 381 words)

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Zweite Arbeits-Stilfrage (#222)

  1. Tanja sagt:

    Die Idee mit den farblichen Markierungen finde ich gut. Ich finde in meinen Notizbüchern nämlich selten das wieder, was ich suche.

    Viel Spaß beim entjungfern! 🙂

    Liebe Grüße,
    Tanja

  2. Brigitte sagt:

    Die Idee mit dem Notizbuch ist nicht schlecht. Ich glaube, Ich sollte mir auch eins zulegen. Die besten Ideen kommen mir nämlich unterwegs und wenn ich dann wieder daheim bin und vor dem Rechner sitze, sind sie weggepustet. Ich war schon immer der Typ, der alles selbst geschrieben haben musste, um es sich zu merken. War schon in der Schule so. Direkt aus Büchern lernen ging gar nicht.
    Tschüssi Brigitte

  3. Elvira sagt:

    Ich mache das in meinem Notizbuch so ähnlich. Bei mir sind das diese bunten Klebchen, die überall herausragen. So markiere ich mir auch interessante Stellen in Büchern. Das sieht manchmal außerordentlich bunt aus.
    Liebe Grüße von Elvira

  4. april sagt:

    DAS wäre auch vielleicht für mich eine Lösung. Ich finde es gar nicht seltsam, dass du ‚durcheinander‘ schreiben willst. An eine Aufteilerei hatte ich auch schon gedacht und genau das hindert mich daran, in Notizbücher zu schreiben. Aber das Markieren, das ist eine tolle Sache. Danke für die Anregung.

  5. Gudrun sagt:

    Also, ich finde, du bist ein ganz schön ordentlicher Mensch, lieber Emil. Wenn ich mir meinen Zettelkasten so ansehe … Gibt es noch Kopierstifte?

    Gruß von nebenan
    (Ich bin noch auf der Suche nach einem gemütlichen Kneipchen. Inch weiß bestimmt mehr.)

  6. Der Emil sagt:

    Die Markieridee hatte ich ja nicht einfach so. Nein, irgendwo in einem Blog schrieb jemand über seinen Umgang mit den Notizbüchern Hemingways (Moleskine) – es kann sein, daß das sogar im Notizbuchblog war. So habe ich mir eben angewöhnt, mit Textmarkern die Seiten zu umranden: die erste eines Textes oben und an den Seiten, die anderen nur an den Seiten und die letzte an den Seiten und unten. Und weil ich nur drei Farben hatte am Anfang, blieb für eine Textart eben das dübergeschmierte P übrig.

    Die Idee mit den Klebchen funktioniert bei mir nicht, weil ich die Büchlein nicht besonders zaghaft behandle und Angst habe, daß sie sich lösen würden.

  7. Sofasophia sagt:

    als auch paperblankerin und als auch durcheinanderschreiberin musste ich grinsen über dein geniales system. ich mach ausrufzeichen, doch weiss hinterher nicht mehr, was ich damit sagen wollte. grmpf. im ernst: dein system ist klasse.
    ich muss dabei an irgendlinks bauesoterik denken, der zu folge es „horizontale“, „vertikale“ und „zirkulierende“ menschen gibt. du scheinst ein letzterer zu sein 🙂
    ich les grad mal blogs nach, bin ja einige tage offline gewesen.
    liebe grüsse, soso

  8. piri ulbrich sagt:

    Da geht es dir wie mir, ich kann auch gut ein Durcheinander besser sortieren! Ich hatte auch einmal gedacht Themenbezogen zu bloggen – geht nicht. Und es geht auch nicht in Bücher aufzuschreiben, es wird immer ein Kuddelmuddel, das nur im Zusamenspiel ein Ganzes ergibt…

  9. Frau Momo sagt:

    Bei mir sind sämtliche Versuche, so ein Büchlein überhaupt zu füllen, gescheitert. Angeschafft habe ich mehr als eins, aber sie sind alle leer.
    Vielleicht, wenn ich wieder etwas zur Ruhe komme, mal am Deich sitze und die Gedanken schweifen lasse…..

    • Der Emil sagt:

      Also … Falls … Ach nein, versuch erstmal selbst Dein Glück miit dem Füllen.

      Bei mir geht das von ganz alleine, wenn ich in der Straßenbahn oder im Bus oder in der Bahn sitze.

  10. Mia sagt:

    Was das Schreiben anbelangt, so bin ich eine Chaos-Notizbuch-Schreiberin. Bei liegen die Notizbücher in allen Größen und Farben rum. Ich schreibe mal hier und da. Wenn mir dann ein älteres Büchlein in die Hand kommt, bin ich manchesmal recht überrascht was ich alles schon geschrieben habe. Die ganz Wichtigen, haben jedoch einen festen Platz auf meiner Fensterbank.
    Ich bin eine WieEsgeradekommt-nachStimmungundLaune-undHandtaschengrößepassendeNotizbuch-Schreiberin.

    • Der Emil sagt:

      Och, etwas mehr als Postkartengroß sind mir die liebsten Büchlein, Din A5 ist nicht hosentaschenkompatibel.

      Das mit den älteren Büchlein ist eine Erfahrung, die ich auch mache. Ob es Strittmatter, Hesse, Baudelaire ähnlich ging?

  11. Frau Blau sagt:

    da denke ich an das goldene Notizbuch von Frau Lessnig, das ja aufgeteilt war in schwarz, rot und blau und gold im inneren…
    deinen Versuch kann ich verstehen, auch ich probierte es und kam zu einem zurück, besser ist das (für mich und eben auch für dich!)
    liebgrüßt dich Frau Blau

  12. Gabi sagt:

    Meine Bewunderung dafür. Ich schaffe es leidet überhaupt nicht, mir Gedanken zu notieren. Keine Ahnung, warum.
    Aber merken Tu ich sie mir leider auch nicht. 🙁
    LG Gabi

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