Ich machte heute drei Baustellen auf.
Als erstes sortierte ich aus meinem Kleiderschrank einiges aus, was zu verschlissen ist, um weiterhin getragen zu werden. Da waren Jacken und Westen und Hemden und Hosen, die so niemand mehr tragen kann; mir paßte von all dem auch nichts mehr. Jetzt hängen noch drei Jackets, etwas trachtig Angehauchtes und ein Smoking vorm Schrank. Tracht werde ich nie wieder tragen, die Jackets könnte ich im Haus hinhängen – aber was mache ich mit dem Smoking? Der ist wirklich nur drei- oder viermal getragen, und billig war er nun auch nicht grad (damals aber konnte ich ihn mir leisten) … Also?
Dann habe ich einmal alle unbenutzen Kladden hergesucht, aus drei verschiedenen Teilen einer Schrankwand. 85 Stück zählte ich, von DIN A4 über DIN B5, DIN A5, DIN B6 bis zu DIN A6 und in vielen Sonderformaten. Die meisten sind liniert, einige kariert, und dann sind da noch vier ganz ohne Lineatur. Nur eine einzige Kladde hat diese für mich unbenutzbare Punktlineatur „dotted” – ürgs. Diese Baustelle habe ich abgeschlossen; alle Kladden sind jetzt in zwei übereinanderliegenden Fächern verstaut.
Ich saß heute auch wieder da und scannte Zettel. Deren Haufen hat sich in den letzten Tagen wieder vergrößert, denn beim alltäglichen Sortieren von Papier fällt immer wieder etwas an, das Aufhebenswert zu sein scheint. Ich befürchte, daß hier noch ungefähr 30.000 Stücke Papier herumliegen, die ich ansehen muß … Ach, das scheint euch zuviel zu sein? Schaut mal in euer Portemonnaie oder in eure Börse. Was findet sich da? Eben … Irgendwann muß ich mir abgewöhnen, alles Mögliche und Unmögliche aufzuschreiben auf Zettel, die ich nicht sofort sortiere.
Von den drei Baustellen sind also zwei noch lange nicht an dem Punkt, da ich sie als abgeschlossen betrachten kann. Und ich bin mir sicher, daß ich morgen oder übermorgen eine weitere aufmachen werde, eine, deren Umfang ich jetzt, vorher, nicht wirklich abschätzen kann.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Zufrieden machten mich am 06.03.2026 die sortierten und aufgeräumten Kladden, der Platz im Kleiderschrank, eine Umarmung.
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Was machst Du in Deinem Alter mit 85 unbenutzen Kladden?
Hey! Noch bin ich 62!
Zur Zeit lagere ich die Kladden im Schrank, nach und nach werde ich sie vollschreiben. Übriggebliebene werden vererbt oder gestiftet oder vermacht.
Das mit dem Alter war nicht böse gemeint – ich kenne das Sammeln von leeren Kladden nur von Kindern. Also nur MEINE Ansicht – sorry
Darüber habe ich mich auch lustiggemacht – das war kein Meckern oder Beschweren.
Ach: Die Schulhefte und Blöcke habe ich noch nicht gezählt …