Wie ich einmal mehr in die „Falle” alter Notizen tappte.
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Natürlich trifft es mich, wenn ich einerseits von einer einzigen Person (absichtlich?) mißverstanden werde und andererseits merke, daß ziemlich viele andere Menschen Verständnis und Zustimmung zeigen, aufbringen, gar mitteilen. Seit einiger Zeit aber kann ich anders damit umgehen. Ich falle nicht mehr auf die innere Stimme herein, die eine einzelne Ablehnung gleich gewichtet wie überwiegende Zustimmung. Wenn jene eine Person zu meinen engsten Freunden oder zur Familie gehört und schon mehrfach so reagierte, dann prüfe ich nicht mehr nur meine mißverstandenen Äußerungen oder Taten, sondern (zumeist) auch die Entwicklung unserer (wie auch immer gearteten) Beziehung. Neuerdings ziehe ich daraus auch Konsequenzen.
Keine Angst, da steckt nichts Akutes dahinter. Mir fiel das nur beim Blättern in meiner jetzigen Kladde und in älteren Texten und Kalendern auf. Eben dieses Blättern führte auch dazu, daß ich mein heutiges Vorhaben nicht zuendebringen konnte: Es liegt noch immer eine Menge Papier auf dem Schreibplatz. Ja, vorher stapelte es sich in einer Ecke, verdammt unsortiert. Weil ich immer nur schnell obenauf legte, was ich „in nächster Zeit” bearbeiten und wegsortieren wollte. Und der Haufen wuchs und wuchs und wuchs; je höher er wurde, desto weniger Lust (oder Mut?) hatte ich, mich darüber herzumachen.
Heute aber suchte ich etwas, das sich nur in diesem Stapel befinden konnte. Ja, ich hab es gefunden, wirklich. Das war gut. Nicht so gut war dann, daß ich auch sehr viel andere Dinge fand, die ich völlig aus den Augen verloren hatte. Und mich darin festlas. Aber das war eben nur nicht so gut für das Fertigwerden mit dem Haufen. Für mich und mein Gemüt war es sogar recht gut: Es hat mir nämlich gezeigt, daß sich in meinem Leben einiges verändert hat, daß auch ich mich durchaus verändert habe (und nicht nur älter geworden bin).
Zwei oder drei Tage werde ich bestimmt noch brauchen, bis ich mit dem Stapel fertiggeworden sein werde.
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Gut fand ich am 02.11.2022 den hervorgekramten Stapel, das gefundene Schreiben, die Brötchen mit Fleischsalat.
Für morgen zog ich die Tageskarte Bube der Schwerter.
© 2022 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


So ein Stapel kann sich beim lüften eben aufblähen 😀
Wie der Inhalt einer vakuumierten Unterbettkommode, ja.
😀
Es ist ungeheuer wichtig,
nicht mehr auf diese Stimme zu hören, die innere, die eine einzelne Ablehung tausend mal mehr gewichtet, wie zahlreiche Zustimmungen!
Beinahe lebenswichtig!
Das Stapeln kenne ich bestens und dann schaue ich mir das an und überlege, wieso das nicht dem und der auch passiert, wieso da immer alles so aufgeräumt ist.
Gruß von
Sonja
Ich muß mich ab und zu daran erinnern, daß das so ist.
(Die anderen, die stapeln hinter einer verschlossenen Tür, denke ich.)