Nº 127 (2022) – Zittern

Romantischer Abend an einem See.

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Kühl ist es geworden. Und dunkel. Aus dem Schilf kommen wunderliche Töne. Das Rascheln und das Quaken der Frösche kenne ich ja. Aber da sind noch andere Töne. Ist der klagende Laut der Ruf eines Vogels? Und woher kommt das Schmatzen wie von nackten Füßen im Uferschlamm? Wie gerne würde ich jetzt nicht alleine hier auf der Bank sitzen an diesem Ufer. Wie gerne hätte ich jetzt einen Hund oder einen Menschen bei mir. Aber …

In meinen Kopf schleicht sich die übliche Angst vor der Nacht. Deutlicher gesagt: die Angst vor den Träumen, die mich seit Monaten Nacht für Nacht heimsuchen. Von dem Bus, der plötz­lich aus einem Haus rechts von mir herausgefahren kommt. Mich anstößt. Auf die andere Straßenseite schleudert, wo ich auf einen Zaun falle. Dessen eiserne Spitzen halten meinen Weiterflug auf. Immer wieder an anderen Körperstellen werde ich aufgespießt, durchbohrt. Schmerz. Brüllend roter Schmerz. Das, wovor ich mich auch im Leben fürchte: schmerzvolles Sterben. Quälendes Warten auf den Tod. Und dann kommt dieses Kind ohne Gesicht und ich weiß, daß es mir die Hände schütteln möchte. In genau diesem Moment schrecke ich jedes­mal aus dem Alptraum hoch.

Kühl ist es geworden. Und dunkel. Kommt mein Zittern von der Angst oder von der Kälte? Oder gar vom Entzug? Das kann doch nicht sein; ich habe seit elf Tagen keinen Schnaps mehr getrunken …

 

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Gut fand ich am 07.05.2022 den sehr ruhigen und entspannten Morgen, zehn Minuten Eselkraulen, die Einladung zum Essen bei den Nachbarn.
 
Für morgen zog ich die Tageskarte III – Die Herrscherin.

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Über Der Emil

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4 Kommentare zu Nº 127 (2022) – Zittern

  1. Sonja sagt:

    das Kind ohne Gesicht – sehr, sehr denkwürdig

  2. Sofasophia sagt:

    Ein Traumatraum, der hoffentlich erfunden ist.

    Dir eine weiterhin gute Mittelalterzeit gewünscht.

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