Bin ich mit meinem Projekt gescheitert?
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Ich war trotz aller Skepsis bereit, in diesem Jahr immer nur ein einziges Buch zu lesen, von vorne bis hinten, ohne parallel dazu in einem zweiten oder gar dritten zu schmökern. Und ich nannte das #Buchjahr2020. Ich stelle fest, daß ich auf diese Art und Weise a) viel weniger Bücher als im “Parallelbetrieb” lese, weil ich b) für das einzelne Buch so viel Zeit wie sonst für zwei oder drei Bücher brauche.
Ups?
Na klar brauche ich länger, wenn ich mich durch Leninsche Werke quäle. Aber auch bei typischen Jugendbüchern? Selbst bei Phantastik und Ähnlichem? Huch?
Zum einen wird das teilweise dadurch bedingt, daß sich ein Buch an einer ganz bestimmten Stelle befindet. Und wenn ich dann Zeit hätte, dann bin ich zu faul, es erst hervorzuholen, oder ich vergesse von vorneherein, es mitzunehmen. Früher: ein Buch im Bad, ein Buch im Rucksack, ein Buch am Bett. Heute: ein Buch entweder hier XOR da XOR dort. Es fehlt also oft die Vor-Ort-Verfügbarkeit von Lesestoff. Zum anderen fehlt mir (tatsächlich) die Abwechslung, die mehrere Bücher gleichzeitig zu lesen mit sich bringt. Ich bin dann in mindestens zwei Welten unterwegs, meine Phantasie hat mehr Platz zum Spielen. Und zusätzlich bemerke ich, daß ich mir den Inhalt der einzeln gelesenen Bücher keinesfalls besser aneigne – ich kann mich nicht besser daran erinnern – als die Inhalte der parallel gelesenen Werke.
Und nun, da ich nach zehn Büchern das eben Beschriebene betrachte, nun stelle ich das #Buchjahr2020 ein? Nein. Da ich, ganz alleine ich die Regeln für dieses Projekt ausschließlich für mich aufgestellt habe, kann ich die Regeln einfach ändern, sie gelten ja sowieso nur für mich. Das hab ich übrigens bereits getan, denn neben Buch Nº 10 begann ich parallel in einem eher enzyklopädischen Buch zu lesen (das ich nicht irgendwann als durchgelesen bezeichnen könnte). Mit einem kleinen schlechten Gewissen. Aber weshalb das denn? Ich gehe doch auch nicht in Schuhen spazieren, die mir viel zu klein sind! Ich werde weiterhin die Titel der Bücher in meinem #Buchjahr2020 (auch öffentlich) notieren, einfach so. Ätsch!
Und wenn ich mit den von mir für mich aufgestellten Regeln in diesem Fall so umgehen kann, dann schaffe ich das bestimmt auch bald und öfter in anderen Fällen und Bereichen. Jawoll!
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Positiv waren am 17.02.2020 drei erledigte notwendige Sachen im Haushalt, ein langes Bad in meiner Wanne.
Die Tageskarte für morgen ist der Bube der Schwerter.
© 2020 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Ach, du hast einfach recht. Ich habe auch ganz schlechte Erfahrungen damit gemacht immer nur ein Buch zu lesen statt mehrere parallel
Yesss!
[Mich stresst es, gleichzeitig mehrere Bücher zu lesen. Es macht mich nervös. (Kontollverlust?) Ich schleppe das aktuelle Buch/eBook dann überallhin mit.]
Klingt guuut! Mit den Regeln.
Herzlichst, Ulli
Ich wäre froh, wenn ich mich endlich mal wieder auf ein einziges Buch einlassen könnte….
Gut so!