Ich will es wirklich nicht, kann es aber nicht abstellen.
Heute schrieb ich zwei Texte, die ganz wunderbar herausflossen aus mir, aus meinem Denkicht. Und jetzt stehen sie in meiner Immerdabeikladde.
Nachdem ich mich heute um Vereinsangelegenheiten und das Fliewatüüt kümmerte, wollte ich sie hier veröffentlichen. Beide. Der eine eine wütende Reaktion auf die Politik im Lande, der andere eine Auskunft über mein privates Beziehungserleben. Am Ende löschte ich beide Entwürfe – sie bleiben in der Kladde verborgen. Und kreiseln deshalb weiter in meinem Kopf. In dem Kopf, in dem die ganz private Schere der Selbstzensur heute wieder zugeschlagen hat. Weil ich Arschlöcher nicht Arschlöcher nenne zu dürfen glaube. Weil ich „gierige Mischpoke” anders, gesitteter ausdrücken müßte. Und weil ich bestimmte Körperteile und Handlungen in einem subkulturellen Kontext nicht vulgär (aber authentisch) bezeichnen kann, wenn ich die Texte öffentlich herzeigen will. Glaube ich zumindest – und das habe ich sehr, sehr weit verinnerlicht.
Ja, klar, ich habe andere Blogs, in denen solche Texte Platz finden würden. Aber … Ich will diese Seiten von mir nicht mehr verbergen, nicht mehr abspalten. Am liebsten würde ich all meine Pornos hier integrieren („Aber das geht doch nicht?”) und mich endlich zu all meinen absonderlichen Vorlieben bekennen. Und auch meine okkulte Vergangenheit und meine Verbindungen zur (Chaos-)Magick herholen. Aber wer würde denn den pornösen Blog eines verwirrten Hexers, der regelmäßig über Politiker sich auskotzt, am End noch lesen wollen?
Die Selbstzensur ist erbarmungslos. Denn die funktioniert auch in persönlichen Gesprächen. Und ganz hervorragend bei all dem, was ich herzeigen möchte. Ganz schröcklich ist das und für mich nicht zu vermeiden.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


mach doch, was hast du zu verlieren?
Einmal schrieb ich schon über die Fotze – und es ist noch immer nicht wirklich richtig gewesen in meinen Augen …
Passt gut zu Christianes laufender abc-etüden-Schreibaufgabe mit den Wörtern authentisch – Notwendigkeit – dämmern.
Ich glaube, ich kenne das. Ich hätte gerade ganz viel zu schreiben, was ich nie von der Leine gelassen habe, aber ich zögere, unter anderem, weil ich mich nicht noch angreifbarer machen möchte.
Ich würde ein pornöses Blog durchaus gerne lesen.