Nº 133 (2019): Liebeserklärung

Oder ein Loblied auf einen, der mir guttut.

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Ich bin immer wieder überrascht von meinem Hausarzt. Der war vor Jahren ein echter Glücksgriff und ist auch heute noch das Goldstück. Zu dem habe ich wirklich extrem viel Vertrauen. Und sogar als Mensch mag ich ihn …

Es gab vor ein paar Tagen irgendwo eine Diskussion darüber, daß (Fach-)Ärzte nun mindestens fünf Stunden pro Woche Sprechstunden ohne Terminierung anbieten müssen. Hört sich gut an, aber ich weiß, daß auch hier in der Stadt viele Arztpraxen wegen der Vergütungsregeln und Regreßmaßnahmen keine neuen Patienten aufnehmen können. Auch Hausärzte, auch nicht in fünf terminfreien Stunden Sprechzeit pro Woche. Meiner aber, meiner macht da sehr viel möglich und weist keinen Patienten ab, der während der Sprechstunde zu ihm kommt. Guter Mann, echt guter Mann. Er schafft es auch bei jedem meiner Besuche in seiner Praxis, mich ein wenig aufzumuntern; egal, wie tief ich in der Depression stak, schaffte ich es zu ihm in die Sprechstunde, ging es mir hinterher nicht nur nicht schlechter, sondern immer ein wenig besser als vorher.

Wußtet ihr, daß Allgemeinmediziner ebenfalls eine Facharztausbildung ist (die fünf Jahre dauert)? An der Hallischen Universität gibt es dafür sogar eine Klasse Allgemeinmedizin, die bis zu 40 Studierende auf eine Tätigkeit als Haus- oder Landarzt speziell vorbereitet. Und mein Hausarzt ist einer, bei dem sich die angehenden Ärztinnen und Ärzte praktisch bilden. Und außerdem ist mein Hausarzt auch Mitglied in der Deutschen Depressionsliga. Und auf die Behandlung von Diabetes speziell weitergebildet.

Heute habe ich bei ihm gelernt, daß eine Senkung des Langzeitzucker-Wertes auf “normal” für mich eher zuviel Streß und damit lebensverkürzend sein kann, also ist mein jetziger leicht erhöhter Wert ganz in Ordnung. Und die Leber- und die Nieren- und die Schilddrüsen- und die Cholesterinwerte liegen alle ebenfalls im gesunden Bereich. Hach! Klar, dafür nehme ich ausreichend Medikamente – aber den Diabetes ganz zu heilen dürfte mir nicht mehr gelingen. Den Status zu halten oder doch noch ein wenig zu verbesern, das ist das, was ich mit meinem Hausarzt zusammen erreichen kann.

Darf ich meinen Hausarzt fragen, ob wir uns mal auf einen Kaffee irgendwo treffen könnten?

 

Jaja, Geschwätz. Doch: “Wes das Herz voll ist, des gehet der Mund über.” (M. Luther)

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Am 13.05.2019 waren positiv (der hin und zurück zu Fuß erledigte) Besuch bei meinem Hausarzt (je 5 km in ca. einer Stunde), Steak und Gurkensalat, eine aufgeschriebene sehr alte Erinnerung.
 
Die Tageskarte für morgen ist XVIII – DerMond.

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Über Der Emil

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10 Antworten zu Nº 133 (2019): Liebeserklärung

  1. Sofasophia sagt:

    So schön. Und alles zu Fuß!

    • Der Emil sagt:

      Naja, ich könnte 22 min mit dem Bus fahren und dann noch 10 min gehen. Aber das Wetter war schön und ein paar Bilder hab ich gemacht und geatmet hab ich (und meinen Plan erfüllt: täglich mindestens 4 km zu Fuß).

  2. socopuk sagt:

    Ich hab auch so eine Hausärztin 🙂

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