Trotzdem: Bitte keinen Exorzismus!
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Nein, ich schreibe jetzt noch nichts zu oder von meiner Maßnahme. Oder nur soviel: sie hatte einen ganz und gar unkonventionellen Beginn.
Aber über mich schreib ich etwas.
Ich hatte mir vorgenommen, nicht gleich wieder den Unterhalter zu spielen für alle anderen. Wollte nicht laut und bunt und lustig sein. Sondern ernsthaft. Und was tat ich an diesem unkonventionell ablaufenden ersten Tag einer Bildungs- oder Eingliederungsmaßnahme? Genau das, was ich eben nicht geschehen lassen wollte.
Vielleicht war es den anderen Eindrücken geschuldet, daß ich Heiterkeit zu verbreiten suchte. Und natürlich auch verbreitete. Sprühte vor Wortwitz und Spitzfindigkeiten. Mich aufschwang zu schauspielerischen Höchstleistungen.
Meine zweite Haut paßt mir noch immer wie angegossen. Sie funktioniert auch noch tadellos. Am meisten hat mich das selbst erstaunt. Von früh bis zum Feierabend war alles leicht, flockig, angenehm zu handhaben.
Zuhause war dann schlagartig die Erschöpfung da, wie nach 20 Stunden Holzeinschlag oder Steinbrucharbeit oder Straßenasphaltieren. Willkommen zurück im selbstgemachten Hamsterrad, im überwunden geglaubten Verhaltensmuster. EIn erster erfolgreicher Schritt wieder hinein in die Depression!?
Erstmal sacken lassen. Ab heute dann ist täglich 4.30 Uhr wecken, um sechs Uhr muß ich aus dem Haus gehen. Dann schaffe ich es geradeso, bis zum offiziellen Arbeitsbeginn um 7.00 Uhr in den Räumlichkeiten anzukommen.
Und dann ansehen, was geschehen kann, was ich erwarte und was mich erwartet im Normalbetrieb. Vorurteilslos. Offen für Neues und Ungewohntes.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 3. September 2012 war die Begegnung mit netten Menschen, bei der es so richtig menschelte.
© 2012 – Der Emil. Text & Bilder stehen unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).
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Wünsch Dir alles GUTE…
LG, Petra
Hallo Emil, ich wünsche dir, das du es schaffst aus deinem Verhaltensmuster auszubrechen. Aber habe viel Freude in der Maßnahme.
LG Gabi
Vielleicht ist es eher dem ungewohnten Tagesablauf geschuldet, das Du so erschöpft warst. Das frühe Aufstehen, das Neue…. da wäre wohl jeder müde gewesen, oder? Ich würde es jedenfalls nicht gleich als Rückfall in die Depression sehen. Es ist sicherlich gut, es im Blick zu behalten und genau zu gucken, aber vielleicht nicht gleich an das „Schlimmste“ denken.
Jedenfalls wünsche ich Dir, das es so locker flockig weiter geht, denn nur so ist es vermutlich auszuhalten. Und das es wenigstens eine Spur Sinn für Dich macht…. Vielleicht gibt es zumindest sowas wie Struktur, gute Vorbeugung gegen eine Depression, ist jedenfalls meine Erfahrung.
Dem Ganzen kann ich nichts mehr hinzufügen, außer, dass wohl ein Jeder von uns genau ein solches, wie von dir beschriebenes Verhaltensmuster kennt. Ich bin dir ähnlich, kann auch ganze Gruppen unterhalten und alle meinen, wow, die hats mit der Kommunikation voll drauf – bin ich dann aber für mich, fühle ich mich auch leer, ausgehöhlert. Emil, ich wünsche dir ganz viele und tolle Erfahrungen, die dein Leben bereichern.
OH, wie ich diese Schauspielerei kenne! Ich hoffe für dich, dass du diesen Mantel ausziehen und ganz du sein kannst – es ist weniger anstrengend und setzt Resourcen frei, die vielleicht neue Möglichkeiten aufleben.
ich denke an dich und .. auch von mir , viel glück
Hallo, lieber Emil, zuerst möchte ich mich bedanken, dass Du Leser meines Blogs bist. Dein Name ist mir schon sympathisch, denn es ist auch der Name meines Vaters gewesen … Deine Tagesberichte gefallen mir sehr gut, auch wenn ich diese „Staats-Maßnahmen“ nicht verstehen kann und einen Groll dagegen habe. Dein Verhaltensmuster von gestern kann ich gut verstehen, auch wenn ich nie in so einer Maßnahme gesteckt habe. Nun, ich wünsche Dir alles Gute, vor allem Geduld und Ausdauer. Ich weiß nicht ob ich meine innere Rebellion, gegen diese Zwangs-
Maßnahme, im Griff hätte … Dir wünsche ich es.
Ganz liebe Grüße, Margot
Viel Glück lieber Emil, auf dass die angenehme Seite überwiegen möge. Ist „Maßnahme“ das offizielle Wort? Das klingt ebenso nach Strafmaßnahme, wie Sieben-Uhr-pervers-früh.
Offen für Neues und Ungewohntes. Na klar, lieber Emil, das könnte die Lösung sein. Und dann könnte ich mir vorstellen, dass du den heiteren Menschen nicht nur spielen musst. Du bist der einfach.
Viel Glück!
Gruß aus der Schafwollwäscherei.
Ach, ich denke, in einer Woche ist das dann anders, wenn die Routine einsetzt, dafür ist das ja gedacht – Simulation von Arbeitsalltagsroutine und wieder hineienfinden in genau diese. Und Kontakte schaffen usw. Hat alles einen sozialtherapeutischen Sinn. Lass es einfach laufen und Du wirst merken, Deine alten Muster verschwinden zu einem Gutteil. Und außerdem wäre ich auch total gerädert, wenn ich morgens um 5.00 Uhr aufstehen müsste, ich wäre aber nicht so fröhlich wie Du, auch wenn es anscheinend Dein Alter Ego ist.
Nun musst Du aber doch noch was über den unkonventionellen Beginn schreiben. So leicht kommst Du da nicht heraus.
Viele, viele Erinnerungen kommen in mir hoch. – Ich hoffe für dich, du kannst die Spirale in andere Richtung gehen.
Gudrun hat genau das geschrieben, was ich dachte: Ein Teil dieses heiteren, aufgeschlossenen, scharfsinnigen, spitzzüngigen Emils bist einfach Du! Das ist ein Teil von Dir! Wie könntest Du ihn nur spielen? Lass diesen Teil genau so zu wie den ernsten, melancholischen. Ich wünsche Dir eine Balancierstange, die Dir hilft, die Balance gut zu halten!
Liebe Grüße von Elvira
Lieber Emil,
eine „Flucht“ in alte Verhaltensmuster ist häufig Selbstschutz. Ein „inneres Suggerieren“ nach dem Motto, was will ein 08/15 Dozent einem eloquenten scharfzüngigem Querdenker schon anhaben können.
Bei allen guten Wünschen, die ich für Dich hege, bin ich dennoch nicht ganz unbesorgt. Du lebst seit gestern zum Einen gegen Deine innere Uhr, das sorgt an sich schon für Erschöpfung. Du versuchst (vermutlich) Dich selbst zu schützen, indem Du aus einem „Bauchgefühl heraus“ auf die Teile von Emil zugreifst, die auf Dein Gegenüber angenehm,amüsant, witzig wirken. Diesen „Emil-Anteil“ haben aber dem Grunde nach nur Menschen Deiner WAHL wahrzunehmen, bei denen kannst und solltest Du mit diesen tollen Eigenschaften brillieren.
Wie ich es sehe, greifst Du aber unbewusst auf diesen Teil von Emil zurück, um Dich zu schützen, ggfs. positive Reaktionen Deines Gegenübers damit „einzufordern“.
Was also steckt dahinter?
Vermutlich das untrügliche Gefühl (gepaart mit dem Wissen, dass es eben eine Zwangsmaßnahme ist) es sonst nicht durchzustehen.
Und ab hier ist es in meinen Augen wirklich nicht ganz ungefährlich für Dein Seelenheil. Ich wünsche mir für Dich aus tiefstem Herzen, dass diese Maßnahme sich von anderen unterscheidet, dass da nicht, wie sonst üblich, unterschwellige Schuldzuweisungen stattfinden (bevorzugt in sog. „Einzelgesprächen“) dass nicht versucht wird, den Willen und das Bewusstsein der Menschen zu brechen. Denn das „übliche Gang und Gäbe“ wäre meiner Einschätzung nach der direkte Weg in eine Depression.
Ich wünsche mir, dass Du auf Dein Bauchgefühl hörst und die Notbremse ziehen wirst, bevor Du gesundheitlichen Schaden nimmst. Notbremse wäre der gelbe Schein, unter Umständen verbunden mit Antrag auf Reha wegen Erschöpfung, Burn-out o.Ä. = Auszeit
Alles erdenklich Gute für Dich
…….oh nee… ich kenne das auch , ich schnatter ja sooo gerne und ich erzähl gleich mit jedem und auch noch am liebsten meine Lebensgeschichte meistens und das wildfremden Leuten, da hab ich keine Berührungsängste 🙂
… , oh wie ich mich dafür hasse, ich nehme mir immer vor, diesmal fängst du nicht an das Eis zu brechen, nee diesmal lässt du alle anderen vor…. weil ich mich dann abends ärgere wieder so *aufdringlich* gewesen zu sein…
….. eigentlich bin ich eher schüchtern , aber irgendwie überspiele ich das immer mit meiner Art zu erzählen… oh echt manchmal bin ich mir auch zu viel 😉 einfach mal nichts sagen fällt mir schon schwer…. siehste jetzt erzähl ich nur über mich 😉
…. ich will nur sagen …ich glaub ich weiß wie du dich fühlst abends , wenn so ein Tag vorbei ist…. , wenn alles von einem abfällt und ich mich im Spiegel anschaue und mich frage wieso hast du das nur wieder gemacht ^^ , aber das wird besser werden , denn die Leute wissen dann schon wie du tickst und stellen sich drauf ein… oder eben nicht… man kann ja nie alles Freunde und Fans haben ^^, wenn so viele verschiedene Typen Mensch zusammentreffen… geht es meistens gut 😉 also ich hatte immer Glück, mal mehr mal weniger…. meistens rauft man sich zusammen und man hat auch Spaß zusammen , trotz der Maßnahme *hihi*
…. wahrscheinlich sind wir irgendwo doch die Unterhalter, obwohl wir eher ruhige Zeitgenossen sind ?!
… ich drück Daumen das es dir gefällt !
lg tb
Ich fürchte, so ähnlich geht es uns allen. Da kommst du aus dem Wochenende und schon packt dich der Alltag wieder. Diese Telefonate, die man besser nicht angenommen hätte.
Und noch so einiges.
Ich wünsche dir, dass du durchhalten kannst.
Lieber Emil, auch von mir ganz dolles Daumendruecken, kommt mir alles so bekannt vor. Ich bin trotzdem froh das ich nicht mehr in eine Massnahme muss,obwohl teilweise hat’s richtig Spass gemacht & auch nette Menschen kennengelernt. Grandios gescheitert am Schluss !!!! Das soll Dir nicht passieren.
Heute ging es besser.
Ich habe einen guten Grund gefunden, in der Maßnahme zu bleiben 😉
der zwilling als unterhalter (wieso kommt mir das grad so bekannt vor – auch das „danach“?) — trag dir sorge, gell, und ja, ich freue mich schon sehr, das du so gut anfangen konntest und dort wirkliche menschen gefunden hast. gut auch, dass du einen guten grund gefunden hast, zu bleiben. da bin ich ja schon sehr gespannt … erzählst du es uns?
liebe grüsse, soso
ohja, so ähnlich gehts mir auch immer wieder. tagsüber irgendwie versuchen zu funktionieren. und abends dann irgendwie Erholung finden und im virtuellen Raum verschwinden. Mein lieber Emil, alles Gute. ^^
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